Ein Drittel der isländischen Haushalte ist am Monatsende blank Skip to content
I don't want any money or peningar
Photo: Golli.

Ein Drittel der isländischen Haushalte ist am Monatsende blank

Einer neuen Umfrage von Prósent zufolge ist bei 34 Prozent aller isländischen Haushalte zum Monatsende das verfügbare Geld entweder aufgebraucht, es muss an Erspartes gegangen oder Schulden gemacht werden, berichtet Kjarninn. Dabei ist die Lage auf dem Land dramatischer als in der Hauptstadtregion.
Ein Viertel der Befragten oder 24 Prozent schafft das Monatsende so gerade, zehn Prozent muss Schulden machen oder Ersparnisse anzapfen. Um die 49 Prozent kann am Monatsende Geld zurücklegen.
Am schwierigsten ist es für Haushalte auf der Halbinsel Reykjanes, wo 57 Prozent der Befragten keine Ersparnisse anlegen kann und stattdessen in die roten Zahlen gerät.
Bei der Gehaltsgruppe unter 400.000 ISK haben acht von zehn Befragten am Monatsende keine Krone mehr übrig. In der Gehaltsgruppe über 1,5 Millionen ISK können neun von zehn Befragten am Monatsende etwas zurücklegen, die Hälfte der Befragten hat sogar grössere Summen übrig.

Teuerung trifft Einkommensschwache empfindlich
Die aktuelle Teuerungszeit betrifft damit die Einkommensschwachen besonders hart. Bei einer Inflationsrate von 9,9 Prozent, Tendenz steigend, schmerzen die steigenden Mietpreise wohl am heftigsten.
Im Kampf gegen die Inflation hatte Islands Notenbank den Leitzins auf 4,75 Prozent erhöht, vier Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Allein seit dem Jahreswechsel war der Leitzinz um 2,75 Prozent gestiegen, ohne dass am Monatsende mehr Geld auf dem Konto liegt. Das Statistische Amt hatte erst kürzlich gemeldet dass der Anteil der Haushalte, der unter hohen Mietkosten leidet (40 Prozent und mehr vom Gehalt) im Jahr 2020 bei 12,8 Prozent gelegen habe und immer weiter steige. Kreditnehmer erlebten ein böses Erwachen, weil Hypotheken sich mehr als verdreifachten.

Benzin frisst Gehalt
Hinzu kommt die immense Preissteigerung beim Kraftstoff, innerhalb von zwei Jahren ist das Benzin um 72 Prozent teurer geworden. Bezahlte man im Mai 2020 noch durchschnittlich 15.000 ISK pro Monat an Bezinkosten, ist diese Summe jetzt auf 26.400 ISK gestiegen, oder auf zusätzliche 137.000 ISK pro Jahr – schlechte Nachrichten für Berufspendler auf dem Land, die weder öffentliche Verkehrsmittel nutzen und noch Billigtankstellen anfahren können.
Aber auch Lebensmittel und importierte Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs sind teurer geworden, und nicht zuletzt für Kleidung und Flugreisen muss sehr viel tiefer in die Tasche gegriffen werden.

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