COVID treibt junge Arbeitslose wieder zu den Eltern Skip to content
Photo: Dragan Maksimovic, CC 3.0.

COVID treibt junge Arbeitslose wieder zu den Eltern

Der Anteil bei den Eltern wohnender junger Isländer zwischen 18 und 24 Jahren ist im vergangenen Jahr stark gestiegen, vor allem nachdem die COVID-19 Pandemie das Land im Frühjahr traf. Kjarninn berichtet, dass im Jahr 2019 der Anteil der jungen Leute bei 42 Prozent gelegen hatte. In der letzten Umfrage, die Zenter im August für das Wohnungs- und Gebäudeamt durchgeführt hat, lag der Anteil bei 70 Prozent.

Im Bericht auf der Webseite des Behörde heisst es, hier handle es sich um einen extremen Anstieg in kürzester Zeit, es sei klar, dass die Pandemie da eine grosse Rolle spiele.
“Es gibt starke Hinweise darauf, dass die COVID-Pandemie die jungen Leute am stärksten trifft, die jetzt bei ihren Eltern festsitzen und derzeit weder auf dem Mietmarkt noch auf dem Immobilienmarkt nach einer Bleibe suchen.”
Die Rezession in der Tourismusindustrie mit all ihren verbundenen Serviceunternehmen, wo viele junge Menschen gearbeitet hatten, hat dazu geführt, dass die Zahl der jetzt arbeitslosen 18 bis 24-Jährigen massiv angestiegen ist.

Ende Oktober 2019 waren 920 Personen in der Altersgruppe ohne Arbeit. Im Oktober diesen Jahres umfasste diese Gruppe arbeitsloser junger Menschen 2157 Personen. Damit ist der Anteil innerhalb eines Jahres um 134 Prozent gestiegen.
In dem Bericht wird hervorgehoben, dass diese Entwicklung bei der jüngsten Gruppe volljähriger Isländer zur gleichen Zeit stattfindet, wo die Zahl der Mieter sinkt. Hinein spiele die Tatsache, dass ein Wohnungskauf niemals so günstig wie jetzt gewesen sei, wo die Leitzinsen so niedrig lägen.

Der Leitzins ist mit 0,75 Prozent so niedrig wie niemals in der Geschichte des Landes. Kjarninn schreibt, jetzt sei es etwa möglich, einen nicht wertgebundenen Immobilienkredit bei den Landesbanken für 3,5 Prozent veränderlichen Zinsen zu erhalten. Die kürzlich erfolgte Zinssenkung mache Hoffnung darauf, dass sich diese Entwicklung fortsetze. Anfang 2019 hatte der Zinssatz noch bei 6,6 gelegen.

Einer Umfrage der Behörde zufolge ist der Anteil der Landsleute auf dem Mietmarkt zuletzt in der Zeit des wirtschaftlichen Zusammenbruchs im Jahr 2008 ähnlich niedrig gewesen, damals hatte der Anteil der Mieter bei 12 Prozent gelegen. In den Folgejahren war dieser Anteil auf 16 Prozent gestiegen. Mitte 2019 war dieser Anteil von 18 Prozent auf 13 Prozent im Juli 2020 gefallen.
Das Amt für Wohnungs- und Gebäudewesen weist darauf hin, dass der Anteil der Mieter zur gleichen wie die Zinsen gefallen seien, daher bestehe da ein Zusammenhang. Einer neueren Umfrage der Behörde zufolge wollen neun von zehn befragten Mietern lieber in einer eigenen Immobilie wohnen als mieten.

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