COVID-19: Neuer Vorschlag, um Schlupfloch an der Grenze zu schliessen Skip to content
Covid 19 Þríeykið
Photo: Covid 19 Þríeykið.

COVID-19: Neuer Vorschlag, um Schlupfloch an der Grenze zu schliessen

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hat auf der heutigen Pressekonferenz seinen neuen Vorschlag präsentiert, nachdem alle Einreisenden an der Grenze einen negativen COVID-Test vorlegen müssen. Danach können sie wie schon bisher entweder die Doppeltestvariante wählen, oder 14 Tage Quarantäne ohne Test.
Das in der vergangenen Woche angekündigte Vorhaben, alle einreisenden Passagiere, die sich für die 14 Tage Quarantäne (statt zwei Tests mit fünf Tagen Quarantäne) entscheiden, in eine staatliche Quarantäneeinrichtung zu schicken, hatte offenbar keine rechtliche Grundlage und konnte daher nicht umgesetzt werden,

Das vorzulegende Dokument soll Þórólfurs Vorschlag zufolge nicht älter als 48 Stunden sein. Premierministerin Katrín Jakobsdóttir kündigte an, dass der Vorschlag morgen im Kabinett besprochen wird. Zuletzt hatte der Chefepidemiologe empfohlen, die 14 Tage ohne Test ganz abzuschaffen, bzw zuletzt die Quarantäne in staatlichen Einrichtungen absolvieren zu lassen. Beide Vorschläge finden im aktuell gültigen Seuchenschutzgesetz keine rechtliche Grundlage. Das Gesetz liegt seit Dezember im Parlament zur Revision.

Mehr Infektionen an der Grenze, und mehr Quarantäneverweigerer
An Islands Grenzen ist in den letzten Wochen eine steigende Zahl an Personen mit aktiver Infektion gefunden worden. Die Behörden zeigen sich besorgt, dass die als noch ansteckender geltende sogenannte Britische Mutation des Sars-CoV2 Virus eine neue Infektionswelle in Island in Gang setzen könnte. Bislang sind 37 Fälle in Island diagnostiziert worden, 33 davon waren Reisende an der Grenze, die anderen vier standen in Zusammenhang mit ihnen.

Sigurgeir Sigmundsson, der Polizeileiter der Flughafenpolizei in Suðurnes, stützte Þórólfurs Vorschlag und verlangte mehr gesetzlichen Handlungsspielraum für Massnahmen, berichtet Vísir.

“Wir haben uns die angeschaut, die diese Möglichkeit [14 Tage Quarantäne] nutzen, und sehr oft gesehen, dass da gar kein Interesse besteht, die zwei Wochen Quarantäne einzuhalten. Uns ist es gelungen, viele zu stoppen und zum Test zu schicken. Wir haben diese Leute seit Oktober gezählt und seitdem 210 Personen davon abgebracht, in zweiwöchige Quarantäne zu gehen und sie zum Test geschickt. In dieser Gruppe wurden viele positive Ergebnisse gefunden. In einer Reisegruppe befanden sich an die 40 Leute, die alle in 14 Tage Quarantäne wollten und sich hartnäckig weigerten, den Test zu machen. Wir haben das damals noch gültige Testgeld für sie entrichtet, und da sind sie zum Test gegangen. Fast die Hälfte in der Gruppe war infiziert. Gar nicht gut, wenn das ins Land gekommen wäre,” sagte Sigurgeir heute Mittag. “Der Epidemiologe hat zweimal versucht, diese 14 Tage Quarantäne abzuschaffen, ohne Erfolg. Das ist ein Schlupfloch an der Grenze.” Er bezeichnete es als unbefriedigenden Zustand, dass die Gesetzgebung nicht angepasst wurde. Der Epidemiologe benötige klarere Befugnisse.

Þórólfur bezifferte den Anteil an infizierten Passagieren in manchen Flugzeugen auf fast 10 Prozent. Man müsse jetzt alles nur Mögliche unternehmen, damit die Infektion nicht ins Land gelange.

Testverweigerung hat viele Gründe
Gründe für eine Weigerung, sich testen zu lassen gebe es viele, sagte Sigurgeir Vísir gegenüber. Manche pochten auf ihr “Recht laut Verfassung”, andere wollten sich keine “Gewebeprobe” entnehmen lassen. Mancher habe jedoch auch gute Gründe, schreibe ein Buch im Sommerhaus oder sei Musiker auf dem Land.

Doch immer wieder fänden sich Hinweise, dass Leute gar nicht erst die Absicht hätten, in Quarantäne zu gehen. Polizisten im Flughafengebäude etwa hätten gehört, so Sigurgeir, wie Leute davon sprachen, gleich zur Arbeit oder auf Reisen zu gehen. Ganz klar gebe es auch Touristen, die ihre Reise sofort anträten, das hätten Taxifahrer der Polizei mitgeteilt.
Die Flughafenpolizei benachrichtige in solch einem Fall die Polizei an dem Ort, wohin der Tourist sich laut Registrierung begebe.

Auch bei vorgelegten Attesten zu überstandenen COVID-Infektionen, die seit dem 10. Dezember 2020 an der Grenze präsentiert werden können und dem Reisenden Test und Quarantäne ersparen, kann die Polizei inzwischen auf Erfahrungswerte schauen. Entsprechende Leitlinien habe der Epidemiologe ausgegeben, die Polizei verfüge über einen Ermessensspielraum. Sigurgeir zufolge hätten sie bislang über 80 Atteste zurückgewiesen, die entweder in einer nicht gelisteten Sprache ausgestellt seien oder aus einem nicht gelisteten Land stammten.

Informationen zur Ausführung des Attestes und aus welchen Ländern sie vorgelegt werden dürfen, findet man auf der Seite des Gesundheitsamtes.

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter