COVID-19: Volles Quarantänehaus, Gesundheitsminister arbeitet an Lockerungen Skip to content
Fosshotel quarantine Reykjavík COVID-19
Photo: Fosshotel/Facebook.

COVID-19: Volles Quarantänehaus, Gesundheitsminister arbeitet an Lockerungen

“Das ist ein anstrengender Monat gewesen,” kommentierte der Leiter der Reykjavíker Rotkreuz-Quarantäneeinrichtung, Gylfi Þór Þorsteinsson die Lage in seinen Häusern. In den vom Staat angemieteten Hotels werden alle Personen untergebracht und von Mitarbeitern des Roten Kreuzes versorgt, die keine Möglichkeit haben, sich daheim zu isolieren.
“Bei uns sind derzeit 317 Gäste, etwas mehr als vergangene Woche. 30 Mann sind hinzugekommen. Die Allermeisten, 290 Personen, befinden sich in Isolierung. Einige auch in Quarantäne, das sind oft Begleitpersonen von Kindern oder Ehepartnern, die Unterstützung benötigen. Seit Anfang Januar haben wir etwa 1200 Gäste bei uns untergebracht, viel mehr als im Dezember.” erklärt Gylfi.

Seinem Gefühl nach steige in den letzten Tagen die Zahl der Kinder an. Mit ausländischen Touristen kämen ebenfalls viele erkrankte Kinder. “Am Wochenende hatten wir eine grosse Familie, die von den USA nach Kanada umzog und in Island zwischenlandete, die sitzen nun hier fest, weil sich das Virus bei ihnen eingenistet hat. Wir mussten also nicht nur diese Leute, sondern auch deren Umzugsgut unterbringen.” Da nicht nur eine Person in der Familie erkrankt sei, hätten die Leute zwischen sieben und 14 Tage Isolierung vor sich.

Und was wird aus den Quarantäneservice, wenn die Regierung die Seuchenpräventionsmassnahmen wie angekündigt lockert?
“Das wird sich herausstellen. Wir wissen ja, dass das Virus nicht einfach verschwindet. Zweifellos wird es dazu kommen, dass noch so einige Touristen und Isländer erkranken, und da ist es die Frage, ob man eine Lösung für die benötigt. Das müssen die Gesundheitsbehörden entscheiden. Aber wir stehen dafür bereit, das Rote Kreuz hat Zugang zu vier Quarantäneeinrichtungen in Reykjavík und einem Gebäude in Akureyri.” erklärt Gylfi. Einige Verträge liefen Ende Februar aus, einer läuft bis April.

Lockerungspläne in Arbeit
Die derzeit gültigen Seuchenpräventionsmassnahmen gelten bis zum 2. Februar, und Gesundheitsminister Willum Þór Þórsson arbeitet Vísir zufolge derzeit an einem Konzept zur Lockerung der Massnahmen. Auch die Massnahmen an den Landesgrenzen stehen zur Debatte.
Schon in der vergangenen Woche waren die Quarantänebedingungen gelockert worden, demnach dürfen vollständig geimpfte Personen in Quarantäne arbeiten gehen, einkaufen gehen und die Schule besuchen, sie müssen allerdings überall eine Maske tragen und Abstand halten. Personen in Isolierung dürfen einen täglichen Spaziergang von 30 Minuten unternehmen und müssen sich am Ende der Isolierung nicht mehr testen lassen, wenn sie symptomlos sind.

Derweil berichtet RÚV dass Umweltminister Guðlaugur Þór Þórðarsson an COVID-19 erkrankt ist, nachdem er an der Grenze positiv getestet worden war. Auch Kultusminister Ásmundur Einar Daðason hat sich bei einem Auslandsaufenthalt angesteckt und wurde an der Grenze positiv getestet. Drei weitere Amtsträger, Finanzminister Bjarni Benediktsson, Aussenministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir, und Wissenschaftsministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir, waren an den Weihnachtstagen an COVID-19 erkrankt.

Gestern wurden 1151 Personen positiv auf COVID-19 getestet, 145 Fälle gab es an der Landesgrenze. In stationärer Behandlung befinden sich 40 Patienten, vier liegen auf der Intensivstation und am Beatmungsgerät.
Im Land befinden sich heute 11.109 Personen in Isolierung und 13.808 in Quarantäne. Auf ihr zweites Testergebnis warten 226 Personen.
Etwa die Hälfte aller gestern Diagnostizierten befand sich bereits in Quarantäne.

 

 

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