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Photo: Landspítali/Facebook.

COVID-19: Im Landspítali fehlen dieses Wochenende 100 Schichten

Für dieses Wochenende sind an der Universitätsklinik Landspítali 100 Schichten auf den COVID-Stationen nicht besetzt, berichtet RÚV. An jedem Morgen warten bis zu 25 Patienten in der Ambulanz auf ein Bett, es ist jedoch problematisch, andere Patienten dafür zu verlegen. Die diensthabende Krankenhausleiterin gab an, mancher Patient habe bis zu drei Tage in einem Bett der Ambulanz ausharren müssen, bevor er einen Platz im Bettenhaus bekommen habe.

Gestern hatte der Gesundheitsminister in einem Interview gesagt, die Lage im Gesundheitswesen sei weiterhin prekär, daher könne man die Seuchenschutzbestimmungen nicht noch schneller lockern. Im Memo des Chefepidemiologen ging es auch um die Lage im Gesundheitswesen im gesamten Land, und dort ist die Uniklinik in vier von sieben Kategorien als rot eingestuft, was bedeutet, dass einem Gefahrengutachten zufolge massiver Personalmangel herrscht, ausserdem seien Einrichtungen inakzeptabel und gefährdeten die Sicherheit und Qualität der pflegerischen Versorgung.

Wochenende mit unbesetzten Schichten
In den vergangenen vier Tagen hatten sich 250 Krankenschwestern mit COVID-Infektion in Isolierung befunden, was den laufenden Pflegebetrieb schwer belastet, gab die diensthabende Klinikleiterin Guðlaug Rakel Guðjónsdóttir an. Man habe Notrufe an alle Pflegekräfte ausgesendet, sich am Wochenende zum Dienst zu melden. “Wir brauchen 66 Schichten für Krankenschwestern und 39 für Krankenpflegehelferinnen, die im Dienstplan stehen [aber in Isolierung sind]. Zweifellos sind es sogar mehr, das sind etwa 100 Schichten, die wir an diesem Wochenende auf den COVID-Stationen nicht bemannen können,” erklärte Guðlaug.
Drei Stationen sind wegen Infektionen für weitere Aufnahmen ganz geschlossen. Zuletzt hatten sich um die 30 Patienten mit oder wegen COVID in stationärer Behandlung befunden. Gestern war ein 30-jähriger Mann auf der Intensivstation an COVID verstorben.
An jedem Morgen warten 25 Patienten in der Ambulanz auf ein Bett, im Gegenzug ist es aber schwierig, Patienten zu entlassen, weil es in Rehakliniken und Altenheimen keine Betten gibt.
“Die Leute warten ziemlich lange, um auf Station zu kommen, wir können ruhig sagen, dass das bis zu 72 Stunden dauert. Das ist nicht hinnehmbar, absolut nicht.”

Keine OP-Schwester im Osten, häusliche Pflege am Boden
In anderen Landesteilen sieht es nicht rosiger aus. Im Gesundheitsbezirk Ostisland befinden sich sämtliche OP-Schwestern mit COVID-Infektion in Isolierung, in Neskaupstaðir fehlen 75 Prozent der Beschäftigten in der häuslichen Pflege.

Seit letzter Nacht gibt es den neuen Bestimmungen zufolge nun die Quarantänevorsichtsnahme nicht mehr, und sämtliche Schutzmassnahmen in Schulen und Kindergärten sind ebenfalls abgeschafft. Ein Mund-Nasenschutz muss nur noch dort getragen werden, wo der Einmeterabstand nicht eingehalten werden kann. Die beiden Supermarktketten Bónus und Krónan haben daraufhin die Maskenpflicht für ihre Ladenlokale aufgehoben, und statt 50 Personen dürfen nun 200 Personen in geschlossenen Räumen zusammentreffen.
Damit könnten sich die Infektionszahlen in den kommenden Tagen weiter erhöhen.

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