COVID-19: Appell an Bevölkerung, sich zurückzuhalten, Uniklinik überfüllt Skip to content

COVID-19: Appell an Bevölkerung, sich zurückzuhalten, Uniklinik überfüllt

Die Universitätsklinik in Reykjavík befindet sich seit gestern aufgrund der hohen COVID-Infektionszahlen im Krisenzustand. Unter anderem müssen Operationen verschoben werden, und es gilt ein Besuchsverbot.
Vorgestern waren 167 Personen positiv auf das Virus getestet worden, gestern immer noch 96, die aktuelle Welle gilt als die schwerste seit Beginn der Pandemie. Stationär werden derzeit 17 Patienten wegen COVID-19 behandelt, zwei Patienten liegen am Beatmungsgerät, einer an der Herzlungenmaschine. Die pulmologische Abteilung steht bereit, COVID-Patienten aufzunehmen, wenn die Infektionsstation belegt ist. Etwa 30 Infizierte werden telefonisch betreut, aus dieser Gruppe werden weitere Einlieferungen erwartet.
Auch Pflegepersonal ist betroffen, 16 befinden sich in Isolierung und über 100 Mitarbeiter der Klinik in Quarantäne, berichtet mbl.is.

Die Klinikleitung rechnet Vísir zufolge damit, dass pro Tag drei Patienten mit einer COVID-19 Infektion eingeliefert werden und befürchtet, dem Ansturm nicht gewachsen zu sein. Die Leiterin des Seuchenrates bat die Bevölkerung, äusserste Vorsicht walten zu lassen.

“Weil sehr viele Fälle pro Tag diagnostiziert wurden und dies auch in den vergangen Tagen, und es keinen besonderen Grund gibt anzunehmen, dass sich das in den kommenden Tagen bessert, kennen wir die Zahlen und Grössenordnungen und wissen, dass wir mit drei stationären Aufnahmen pro Tagen rechnen können. Wir versuchen, das Ganze im Fluss zu halten und jeweils genauso viele Patienten zu entlassen,” erklärt Hildur Helgadóttir vom Seuchenrat der Uniklinik.

Ihrer Ansicht nach hätte man gestern zu strikteren Massnahmen greifen müssen, und mit der Umsetzung derselben auch nicht bis zum kommenden Mittwoch warten dürfen.
“Die Klinik ist sehr voll, die Notaufnahme ist voll und es gibt keine freien Betten.” Das Krankenhaus sei der Lage kaum gewachsen, und es gebe wenig Hoffnung darau,f dass sich das ändere.

Hildur befürchtet dass es in Island zu Situationen kommen könnte, die man kaum laut auszusprechen wage, und die in anderen Ländern bereits vorgekommen seien: dass an COVID-19 Erkrankte nicht stationär aufgenommen werden können und in Warteräumen, in ihrem Auto oder zuhause sitzen, ohne dass sich jemand kümmern könne.

Sie wünscht sich zur Bewältigung der Lage ein aktives Engagement der Bevölkerung. “Es gibt soviel, was die Leute tun können, damit es dazu gar nicht erst kommt. Damit meine ich nicht unser Credo zu persönlichen Hygienemassnahmen und aufpassen und Menschenmengen meiden, sondern auch wo immer es möglich ist, den Druck aus der Gesellschaft zu nehmen. Man kann die Party kleiner gestalten, man kann die Fahrten zur Notaufnahme wegen Gewaltverbrechen, Sauferei, Freizeitunfällen, Autounfällen und alles was so passiert, wenn die Gemeinschaft volle Kraft voraus fährt, verringern. Wenn wir in irgendeiner Form einen gemeinschaftlichen Konsens finden könnten, uns ein wenig zurückzuhalten und diese ganze Spannung zu verringern, und einfach nur ein bisschen mehr zuhause sind, dann wissen wir doch ganz genau, dass das eine ganz grosse Rolle spielt.” sagte Hildur Helgadóttir.

 

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