Chefepidemiologe zieht Lockerungsvorschläge wegen steigender Fallzahlen zurück Skip to content
Chief Epidemiologist Þórólfur Guðnason
Photo: Blaðamannafundur Covid-19 Corona Flensa Almannavarnir Ríkislögreglustjóri.

Chefepidemiologe zieht Lockerungsvorschläge wegen steigender Fallzahlen zurück

Am vergangenen Mittwoch hatte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason seine Empfehlung für die nächsten Schritte der nationalen Seuchenprävention an Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir übergeben. Dem Schreiben zufolge hatte er die derzeit gültigen Einschränkungen vorsichtig lockern wollen. Angesichts der steigenden Fallzahlen hat er seine Empfehlung heute jedoch zurückgenommen und will der Ministerin ein neues Memo übersenden, berichtet RÚV. Die Infektionen der vergangenen Tage sind alle auf Parties und Feiern von Familien und Freunden zurückzuführen. Þórólfur bittet seine Landsleute inständig, sich von allen Menschenansammlungen und Veranstaltungen fernzuhalten.

Die Pandemie sei derzeit wieder im Aufwind. “Wir haben in den vergangenen Tagen täglich einen Anstieg der Fallzahlen erlebt, vor allem bei Personen, die sich nicht in Quarantäne befanden. Wenn das so weitergeht, gibt es Hinweise auf einen exponentiellen Anstieg, und dann kann sich die Lage sehr schnell verschlechtern.” Über die Dauer von 12 Tagen waren die Infektionszahlen ausserhalb der Quarantäne unter fünf Fälle pro Tag gerutscht. In den letzten Tagen hat es da jedoch einen Anstieg gegeben, einmal acht Personen und einmal elf Personen. Die Zahlen sind immer noch verhältnismässig niedrig im Vergleich zu den Spitzen bei der letzten COVID-Welle, doch wenn sich die momentane Entwicklung fortsetzt, ist bereits eine weitere Welle in Aussicht, gleich auf den Fersen der gerade Überstandenen.

Die derzeitigen Präventionsmassnahmen sind bis zum 2. Dezember gültig. Þórólfur hat seine bereits übermittelten ab dem 3. Dezember gültigen Empfehlungen zurückgezogen, diese Möglichkeit wird ihm für seine Schreiben eingeräumt. “Es gibt da eine Revisionsklausel in jedem Memo, welches ich der Ministerin schicke, weil ich sie losschicke, lange bevor sie in Kraft treten. Als ich diese Empfehlungen geschickt habe, sah die Lage viel besser aus. Mein Nachsatz hatte impliziert, dass ich meine Empfehlungen überdenken würde, falls sich die Dinge zum Schlechteren wenden. Ich denke, das ist jetzt eingetreten, und ich habe mit der Ministerin darüber gesprochen,” erklärte Þórólfur. Er will jedoch noch keine endgültige Entscheidung treffen, bevor mehr über die derzeitige Entwicklung bekannt ist.

Auf der heutigen Pressekonferenz wurde Þórólfur gefragt, ob dies bedeute, dass Lockerungen erst mal vom Tisch seien, doch wollte er dies nicht kommentieren. “Ich habe zuvor gesagt, dass wir sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir Einschränkungen zurücknehmen, und das habe ich gesagt, als die Lage gut aussah. Wir müssen noch viel vorsichtiger sein, wenn wir sehen, dass die Dinge in die andere Richtung gehen.” Þórólfur wollte auch keine Prognose für die kommenden Wochen geben.

“Wir sollten auf die nächsten paar Tge schauen, nicht auf die nächsten Wochen. Aber ich denke, das sollte eine Motivation für jeden Einzelnen sein. Was wir jetzt erleben, ist die Auswirkung von etwas, was vor einer Woche geschehen ist, weil es immer etwa eine Woche dauert, bis Zahlen die Veränderungen spiegeln. Dies ist das Resultat von Versammlungen, nicht unbedingt von grossen Parties. Jegliche Versammlung, innerhalb der Familie oder ausserhalb, ist ein grosser Risikofaktor. Dies ist eine Zeit, wo die Leute zusammenkommen, vor allem Familien. Wir wollen die Leute bitten, sehr vorsichtig zu sein und solchen Treffen fernzubleiben, damit wir in den kommenden Wochen nicht hart getroffen werden.”

 

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