Cannabis im Schatten der Hallgrímskirche Skip to content
Photo: 8. maí 1917, séð vestur eftir Austurstræti frá Reykjavíkurapóteki. Í forgrunni sjást rústir brunans mikla frá árinu 1915. Lengst til vinstri er gamli kvennaskólinn við Thorvaldsensstræti, síðar Sjálfstæðishúsið við Austurvöll. Fyrir miðju er Ísafoldarhúsið Austurstræti 8, og til hægri er húsaröðin Austurstræti 1 til Austurstræti 7. Einnig sést Hótel Ísland, Austurstræti 2, Aðalstræti, Grjótaþorp og fjær eru hús í gamla Vesturbænum..

Cannabis im Schatten der Hallgrímskirche

Als Alexandra Einarsdóttir sich im Jahr 2015 ihre schöne grosse Wohnung unterhalb der Hallgrímskirche kaufte, ahnte sie nicht, was für Überraschungen auf dem Speicher ihrer harrten.

Erst ein halbes Jahr nach dem Einzug war es nötig, die Deckentreppe auszuziehen und den Speicher zu aufzusuchen, und dort fand sie die Hinterlassenschaften eines ausgedehnten Cannabisanbauprojekts, berichtet RÚV.

Sie habe die Wohnung gekauft, weil sie sich hier an der Kirche an den Ort ihrer Kindheit zurückversetzt fühlte. Ein Arbeitskollege und Schwager der Frau, die ihr die Wohnung verkaufte, hatte sie gewarnt, dass es da so ein kleines Geheimnis um die Wohnung gebe.

Es habe einen Grund gegeben, warum die Frau verkaufe, sie lebe in London und ihr Mieter sei Drogenhändler, und sie wollte das nicht länger haben. “Immer viel Ärger, dauernd Polizei im Haus,” erzählt Alexandra. “Davon wusste ich also, aber hab da nicht mehr hinter vermutet. Dann erzählte ich ihm, dass ich die Wohnung gekauft hätte und er so: ok, du weisst, dass es da ein kleines Problem gegeben hat, wir haben supergut aufgeräumt, aber ein bisschen was ist noch da. Ich dachte, er hätte Krempel gemeint.”

Alexandra fand aber keinen Krempel. Und dann gerieten die Kollegenworte in Vergessenheit.

Erst ein halbes Jahr später musste sie auf den Speicher klettern.

Da waren kistenweise Anzuchtkästen und alles mögliche, ganz sicher war dort eine ziemlich grosse Pflanzenzucht betrieben worden.

Pflanzenzucht?

Ja, nämlich Cannabis.” sagt Alexandra. “Das Haus stammt aus dem Jahr 1964. Das heisse Wasser wurde mit Rohr hochgepumpt, um Druck zu erzeugen. Das Wasserrrohr liegt auf dem Speicher und das heisse Wasser läuft dann herunter, so erzeugt man Wasserdruck im ganzen Haus. Das ist also richtig warm da oben,” erklärt sie. Perfekte Bedingungen für einen Anbau dieser besonderen Art.

Sie brachte die verwaisten Anzuchtkästen zur städtischen Müllsammelstelle.

Kurz darauf, so erzählt sie, war sie mit ihrer Freundin im Telefongespräch, als ihr am Ofen des Gästezimmers etwas auffiel: ein hinter den Ofen geschobenes Schreibheft. Mit einer Pinzette zog sie das Heftchen hervor und untersuchte ihren Fund. Über jede einzelne Seite prangte in grauen Lettern der Schriftzug “Vertraulich”.

Das waren genaue Anweisungen für den Anbau von Marijuana, vom Setzling bis zur Pflanze und zur Ernte, und wie man es lagert.”

Das Ratgeberheftchen ist mit Hingabe geschrieben und widmet sich nicht nur gärtnerischen Hinweisen sondern auch der Frage, ob Platz, Zeit und Geld vorhanden sind.

Auf acht eng beschriebenen Seiten steht alles, was man über das Marijuanageschäft im heimischen Wohnzimmer wissen muss, inklusive Tipps, wie man den Stoff am besten an den Mann bringt.

Ich fand bemerkenswert, dass das Heftchen hinter dem Ofen klemmte. Er hat es dort versteckt, um es entweder mitzunehmen, oder wegzuwerfen,” vermutet Alexandra. Ob das Heftchen nun von ihrem Vormieter stammte oder von jemandem anderen, weiss sie natürlich nicht.

Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Anbau von Cannabis und Marijuana in Island streng untersagt ist, hat Alexandras Wohnung an der Hallgrimskirche nun quasi Seltenheitswert.

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