Bronzestatue der Guðríður auf dem Weg ins Weltall Skip to content
Photo: Screenshot Stöð2.

Bronzestatue der Guðríður auf dem Weg ins Weltall

Die Bronzestatue der Guðríður Þorbjarnadóttir, die in der vergangenen Woche von ihrem Podest auf der Halbinsel Snæfellsnes gestohlen worden war, ist in einem anderem künstlerischen Zusammenhang wiederaufgetaucht: seit dem Wochenende befindet sie sich in einer Rakete vor dem Museum für Moderne Kunst, Nýlistasafn. Die Urheber dieser Installation bezeichnen die Statue als rassistisch, sie habe es verdient, ins All befördert zu werden.

Rassistisches Werk auf Abschussrampe montiert
Die aus dem Jahr 1939 stammende Statue des Bildhauers Ásmundur Sveinsson trägt den Namen “Die erste weisse Mutter in Amerika”. Die beiden Künstlerinnen Bryndís Björnsdóttir und Steinunn Gunnlaugsdóttir haben die Statue nun in eine Weltraumrakete gesteckt, die auf einer Abschussrampe befestigt wurde, und das Werk in “Gepäckerlaubnis: Die erste weisse Mutter im All” umbenannt.
Guðríður auf dem Weg ins All soll hinterfragen, welchen Interessen es diene, ihre Fahrten zu feiern und die Siedlerin als “erste weisse Mutter in Amerika” zu bezeichnen.

Geschlechterklischee aus Bronze
“Wir begrüssen es, dass dieses rassistische Machwerk endlich von seinem Podest genommen und an den richtigen Ort in der Rakete gelangt ist, auf dem Weg ins All. Sie wird ins All geschossen und und dort hoffentlich zu Weltraummüll, der um die Erde kreist,” erklärt Steinunn auf Stöð2.
Alleine der Titel der Bronzestatue weise darauf hin, dass es sich um ein Kunstwerk handle, welches auf Geschlechterklischees beruhe.
“Man kann ja nicht darüber hinwegsehen, immerhin war das Werk im Jahr 1939 aufgestellt worden, und wir wissen, was für ein Zeitpunkt das war, und wir wissen auch, welche Richtung Island da einschlug, etwa im Bezug auf jüdische Flüchtlinge.” führt Bryndís aus.

Statue soll zurückgeholt werden
Die Museumsleiterin der Nýlistasafn, Sunna Ástþósdóttir, hatte zuvor angegeben, die Statue habe am Freitag vor dem Museum gestanden, und sie sei nicht in Absprache mit dem Museum entwendet worden. Kristinn Jónasson, der Bürgermeister von Snæfellsbær, wo Guðríður zuvor gestanden hatte, liess wissen, man sei froh, dass sie gefunden sei, und bereite ihre Heimholung vor.
Guðríður Þorbjarnadóttir stammte aus Laugarbrekka und galt zu ihrer Zeit als eine der weitgereisteten Frauen der damals bekannten Welt. Sie zog als junges Mädchen nach Grönland und von dort mit ihrem Ehemann auf eine Expedition nach Amerika, dem damaligen Vinland. Dort soll sie als erste Christin ein Kind zur Welt gebracht haben.
Von der Statue existieren Kopien in Glaumbær, in New York und im Garten der päpstliche Privatbibliothek in Rom.

 

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