Blinder muss Einfuhrkosten für seinen Blindenhund nicht tragen Skip to content
Photo: Screenshot Vísir. Max and Már.

Blinder muss Einfuhrkosten für seinen Blindenhund nicht tragen

Gestern gab das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel bekannt, dass ein blinder Mann nicht die hohen Kosten zu tragen habe, die entstehen, wenn er seinen Blindenhund mit auf Heimaturlaub nach Island bringen will. Damit scheint ein monatelanger Kampf für den Sänger Már Gunnarsson zuende zu gehen, berichtet Vísir. Már hatte vor einigen Tagen sein Leid auf Facebook geklagt und seinen Kampf gegen das System beschrieben, wenn es darum geht, seinen Blindenhund Max nach Island zu bringen.

Már ist blind und befindet sich in der Gesangsausbildung in London. Er ist auf seinen Blindenhund Max angewiesen, aber Heimaturlaub bei der Familie in Island stellt ein Problem dar, denn Einfuhr und Quaratäneunterbringung für den Hund haben um die 600.000 ISK gekostet: Már hatte einen um ein Vielfaches teureren Flug zu Büroöffnungszeiten der Veterinäraufsichtsbehörde MAST buchen müssen, damit die Behördenmitarbeiter den Fall bearbeiten konnten, er hatte Medikamente und Untersuchungen für Max bezahlen müssen, und schliesslich war ihm der Hund am Flughafen in Keflavík einfach abgenommen worden. Und für die speziell genehmigte Quarantäneaufsicht im Haus der Familie hatte Már selbst einen Tierarzt beauftragen und bezahlen müssen, MAST hatte keinen Veterinär dafür abgestellt. Schnell war klar, dass bei solch hohen Kosten aus dem nächsten Heimaturlaub nichts werden würde.

Ministerium rät zu Spendenaufruf
„Ich habe monatelang versucht, Kontakt zum Ministerium aufzunehmen, aber die haben mich einfach ignoriert,“ erzählt Már. „Das Sozialministerium hat mir dann geraten, bei Wohlfahrtsverbänden wie dem Lions Club um eine Spende zu bitten, was ich eine ausgesprochen traurige Denkweise finde. Lions hat damals geholfen, Geld für den Kauf des Blindenhundes zu sammeln, und ich finde es eine unglaubliche Frechheit, zu erwarten, dass die immer auf den Zug springen und alles finanzieren sollen.“

Ungleichbehandlung Behinderter
Im Gesetz zu den Dienstleistungen für Blinde und Sehbehinderte heisst es unter anderem, dass der Nutzer eines Blindenhundes nicht die Kosten tragen müsse, die durch Erwerb und Training solcher Hunde, oder jedesmal durch den Transport solcher Hunde von und in das Land entstehen.“ Már sagt, vor dem Gesetz sei der Hund ein „Hilfsmittel“, der im übrigens im Besitz des Staates stehe. Dennoch habe er als Nutzer des „Hilfsmittels“ die Einfuhrkosten tragen müssen.
Mbl.is gegenüber sagte er, er habe vollstes Verständnis für die Seuchenschutzbestimmungen, auf die Ministerium und MAST sich berufen. Aber der Hund sei sein Augenpaar und man dürfe ihn nicht einfach wegnehmen, wie es gerade am Flughafen geschehen sei. “Ich fühle mich, als ob man von mir erwartet, dass ich meine Augen in London zurücklasse.” klagt Már.
Er befinde sich für die nächsten fünf Jahre in Ausbildung im Ausland und frage sich nun, ob er als behinderter Mensch jedesmal ungleich behandelt werde, wenn er in sein Heimatland einreisen wolle. Rollstuhlfahrer könnten einreisen, ohne Extrakosten tragen zu müssen.

Auch für Vísir hatte niemand beim Ministerium zu einem Kommentar zur Verfügung gestanden, aber gestern Nachmittag wurde dann bekanntgegeben, dass man innerhalb des Ministeriums eine Lösung gefunde habe, und dass Már die Kosten für den Hundetransport nicht zu zahlen habe.

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