Bezirksgericht erlaubt den Vornamen Lúsífer Skip to content
Héraðsdómur Reykjavíkur Reykjavík District Court
Photo: Golli. Reykjavík District Court.

Bezirksgericht erlaubt den Vornamen Lúsífer

Das Reykjavíker Bezirksgericht hat eine Entscheidung des Namensausschusses zurückgerufen, nach der ein Mann nicht den Namen Lúsífer annehmen durfte. Der Mann, Ingólfur Örn Friðriksson, hatte im Dezember 2019 beantragt, seinen Zweitnamen in Lúsífer zu ändern. Der isländische Namensausschuss, der alle in Island vergebenen Namen genehmigen muss, hatte den Namen mit der Begründung abgelehnt, dass Lúsífer einer der Namen für den Teufel sei und dem Namensträger daher Unheil bringen könne.

Der isländische Staat darf nun für die Verfahrenskosten in Höhe von 900.000 ISK (6,130 EUR) aufkommen.

Nachdem sein Antrag abgelehnt worden war, hatte Ingólfur hatte den Staat mit der Begründung verklagt, die Entscheidung verletze seine religiöse Freiheit. Ingólfur gehört zur Gemeinschaft LaVeyan Satanism und ist ein Mitglied der Kirche des Satans seit 2001. Er argumentiert, dass Lúsífer “Träger des Lichts” bedeute, und dass der Name nicht der des Teufels sei, sondern der Name eines Erzengels, der später in die Hölle gestürzt wurde, wo er dann zum Teufel wurde. Den Namen Lúsífer benutzt Ingólfur seit 20 Jahren, erst jetzt hatte er ihn auch offiziell eintragen lassen wollen.

Modernen isländischen Wörterbüchern zufolge wird Lúsífer nicht als Name für den Teufel benutzt, sondern ist der isländische Name für einen Tiefseefisch, der als Atlantischer Fussballfisch bekannt ist. Dieser Fisch kommt in der Tat als eine Art Lichtträger daher: er ist nämlich mit einer Leuchtquelle ausgestattet, um seine Beute in den dunklen Tiefen des Ozeans auf sich aufmerksam zu machen.
In alten Zeiten war der Name Lúsífer auch für den Planeten Venus benutzt worden.

Der isländische Namensausschuss herrscht über eine Liste von akzeptierten isländischen Vornamen und entscheidet über die Aufnahme von neuen Namen in den Sprachschatz. Die Existenz des Ausschusses war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand politischer Debatten gewesen. Eltern, die ihrem Kind einen nicht gelisteten Namen geben möchten, müssen beim Ausschuss um eine Ausnahmegenehmigung ersuchen. Vornamen müssen den grammatikalischen Regeln folgen, sich also korrekt beugen lassen, und das Annehmen von neuen Familiennamen ist verboten.

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