Beginn der Waljagdsaison 2022 könnte Touristen abschrecken Skip to content

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Photo: Hybridwal. (Foto: Hard to Port).

Beginn der Waljagdsaison 2022 könnte Touristen abschrecken

Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes bedauert Nachrichten über eine Wiederaufnahme der Waljagd in diesem Sommer. Die Tourismusunternehmen bekämen die negativen Auswirkungen zu spüren, sobald solche Nachrichten an die Öffentlichkeit gerieten, berichtet Vísir.
Im Morgunblaðið wird der Geschäftsführer von Hvalur ehf., Kristján Loftsson, zitiert, dass in diesem Juni wohl wieder zur Waljagd geblasen werde. Sollte das Wetter es zulassen, werde man die Meeresriesen bis in den September hinein jagen. Der ehemalige Minister für Fischerei und Landwirtschaft, Kristján Þór Júlíusson, hatte im Februar 2019 eine Jagdlizenz für Finnwale und Zwergwale ausgestellt, die bis 2023 gültig ist. Seine Amtsnachfolgerin, Svandís Svavarsdóttir, hatte jedoch angegeben, sie sehe nur wenig, was die Waljagd heutzutage noch rechtfertige. Weltweit betreiben nur drei Länder die kommerzielle Waljagd, neben Island sind dies Norwegen und Japan.

Furcht vor ausländischen Artikeln zum Walfang
In diesen Tagen versucht der isländische Tourismus nach pandemiebedingter Pause wieder in Fahrt zu kommen. Bei einer Jahreskonferenz der Branche ging es heute um Zukunftsvisionen, doch nach Worten von Geschäftsführer Jóhannes Þór Skúlason gehöre die Waljagd ganz sicher nicht dazu.
“Das ist natürlich bekannt und oft zitiert, dass die Waljagd nach Ansicht der Tourismusindustrie dem Image Islands als touristisches Ziel immensen Schaden zufügt. Da muss man nicht um den heissen Brei reden. Man muss sich nur die Artikel zur isländischen Waljagd in den ausländischen Medien anschauen, da gibt es in den grossen Zeitungen oft leidenschaftliche Beiträge.”
An die 80 Prozent aller Islandtouristen kämen, um die Natur zu erleben. Die Branche bemerke sofort, wenn Nachrichtenmagazine über die Waljagd der Isländer berichteten. Und dabei gehe es nicht einmal nur um die Walbeobachtungstouristen, die Waljagd schrecke so manchen insgesamt ab, die Insel zu besuchen.
Natur erleben und Waljagd, das passe einfach nicht zusammen, meint Jóhannes.
Zur Zeit befindet sich eins der Walfangschiffe zur Überholung auf der Werft.

Ministerin will Waljagd verbieten
Anders als ihr Vorgänger hat die neue Ministerin für Fischerei und Landwirtschaft in den sechs Monaten ihrer Amtszeit eine ganz andere Geisteshaltung in Bezug auf Tierschutz an den Tag gelegt.
In einem offenen Brief im Morgunblaðið hatte sie Anfang Februar geschrieben, es werde nach Ablauf der Lizenz ab 2024 keine Waljagd mehr geben. Vielmehr müsse erst mal bewiesen werden, dass eine Erneuerung der Jagdlizenz wirtschaftlich zu rechtfertigen sei. Die Gefahr der Rufschädigung für Island, die einer Fortführung der Waljagd unweigerlich folge, sei wesentlich, wenn auch schwer zu messen.

Auch in Bezug auf die Blutstutenwirtschaft befürchtet Svandís die Gefahr einer Rufschädigung Islands, sollte ein von ihr einberufenes Gremium zu dem Ergebnis kommen, dass weiterhin tragenden Islandstuten pro Sommer bis zu 40 Liter Blut auf teilweise brutale Weise entnommen werden darf, um daraus ein in der Schweinezucht verwendetes Hormon zu gewinnen. Das Gremium hat bis zum 1. Juni Zeit, ein Gutachten zu der international umstrittenen Industrie abzuliefern. Ausser Island betreiben nur Argentinien, Uruguay und China das einträgliche Geschäft mit dem Stutenblut.
Ähnlich wie bei der Waljagd, wo sowohl fragwürdige Tötungsmethoden als auch die Zerteilung der Kadaver unter freiem Himmel von Branchengegnern kritisiert wurden, stehen auch beim Blutgeschäft wirtschaftliche Interessen gegen Tierwohl und einzelne Artikel des Gesetzes zum Schutz der Pferde.

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