Bankraub in Island: auch beim aktuellen Raub keine Spur Skip to content

Bankraub in Island: auch beim aktuellen Raub keine Spur

Die beiden Diebe, die am Montagmorgen vermutlich rund 30 Millionen Kronen aus einer Spielhölle gestohlen haben, befinden sich immer noch auf freiem Fuss. Die sieben Taschen, in denen das Geld aufbewahrt wurde, sind aufgefunden worden, das Geld bleibt verschwunden. Der Raub gehört zu den am besten organisierten, die jemals in Island ausgeführt wurden, und er hat auch so einige Vorbilder.

30 Millionen in 40 Sekunden
Für eine ausgesprochen professionelle Tat spricht, dass die Täter nicht einmal 40 Sekunden dafür benötigten. Videoaufnahmen der Sicherheitskameras zeigen, dass die beiden einen Toyota Yaris rückwärts an das Fahrzeug der Securityfirma vor dem Spielsalon Catalina heranfuhren. Die Mitarbeiter der Securityfirma befanden sich im Spielsalon, um das Geld abzuholen. Zuvor hatte sie im Videomarkt in Hamraborg Geld abgeholt. Die Diebe schlugen dann das Rückfenster des Geldtransporters ein und griffen sich die Geldtaschen, bevor sie davon fuhren.
Die leeren Taschen waren in der Nähe der Esja gefunden worden, in einigen Taschen fanden sich Farbspritzer, die darauf hinweisen, dass das Geld farbverschmutzt ist, weil diese Taschen mit Gewalt geöffnet wurden. Auch nach dem Yaris wird noch gefahndet. Nach Angaben der Polizei trägt das Fahrzeug zwei unterschiedliche gestohlene Nummernschilder.

Bank in der Fischfabrik
Der Fall hat berühmt Vorbilder, auch wenn die schon etwas länger zurückliegen. Drei von ihnen konnten bis heute nicht aufgeklärt werden. Einer davon ereignete sich am Kaufmannswochenende des Jahres 1991 in der Landsbanki im Borgarfjörður eystra. Die Bankfiliale befand sich im gleichen Gebäude wie die Fischfabrik. Der Dieb betrat das Haus durch die Fischfabrik und brach einen 200 Kilogramm schweren Safe auf.
Für die Tat hatte es keine Zeugen gegeben, obwohl im Nachbarhaus eine Feier stattgefunden hatte. Der Dieb entkam unerkannt mit einer Millionen Kronen, heute sind das rund 3,9 Mio Kronen.

Skeljungsraub: 21,5 Millionen
Im Jahr 1995 gab es gleich zwei weitere Fälle, die grosse Ähnlichkeit mit dem Catalina-Raub tragen: der Skeljungsraub und der Raub der Bauernbank. In beiden Fällen wurden gestohlene Autos und Autonummern verwendet. Die Skeljungsdiebe entledigten sich der Geldkoffer und anderer Beweise im Kjós, die Catalinadiebe warfen die Tasche am Fuss der Esja aus dem Wagen.

Der Skeljungsraub fand am Montagmorgen den 27. Februar, als die Mineralölfirma ihre Wochenendkasse mit sechs Mio Kronen (heute 21,5 Mio) in der Íslandsbanki abgab. Drei Vermummte in blauen Arbeitsoveralls griffen die Bankmitarbeiter an, einer von ihnen wurde mit einem Feuerwehrlöscher niedergeschlagen.
Die Täter flohen mitsamt den Geldkoffern in einem weissen Saab, der in der Vonarstræti auf sie gewartet hatte. Das Fluchtfahrzeug wurde später in der Ásvallagata gefunden, offenbar hatte man dort versucht, das Auto in Brand zu setzen. Später am Tag wurde ein Feuer bei Hvammsvík im Kjós gemeldet. Dort brannten die leeren Geldkoffer, Kleidung, Schuhe und anderes Beweismaterial der Diebe.

Die Polizei widmete dem Fall keine grosse Energie, und erst im Jahr 2003 gab es Hinweise durch die ehemalige Lebensgefährtin eines der Diebe, die die Polizei auf die richtige Spur führte. Stefán Aðalsteinn Sigmundsson wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der zweite Dieb war bereits verstorben, der dritte wurde nie gefunden. Vor Gericht stellte sich heraus, dass diese Tat hervorragend vorbereitet war. Die Diebe waren von der Ásvallagata aus per Fahrrad in alle Himmelsrichtungen geflüchtet, und hatten sich an einem verabredeten Ort getroffen, wo ein neues Fluchtauto bereitstand, das sie zu der Brandstelle im Kjós brachte.

Bauernbankraub: sieben Millionen
Am Morgen des 18. Dezember 1995 drangen drei Vermummte in die damalige Bauernbank in der Vesturgata ein. Der Raub ähnelte dem Skeljungsraub, und lange ging man davon aus, dass es sich um die gleichen Diebe handelte. Letztere waren jedoch bewaffnet. Der Bankraub hat rund eine Minute gedauert. Die Diebe entkamen mit etwa zwei Millionen Kronen Bargeld (heute sieben Mio.) Zeugenberichten zufolge rannten sie auf die Nýlendugata, Spürhunde konnten die Spur bis zur Garðastræti verfolgen, wo sich die Spur verlor.
Beide Fahrzeuge, das Fluchtfahrzeug sowie das Auto, welches die Diebe zur Hinfahrt benutzt hatten, waren gestohlen gewesen, die Autonummern stammten aus einem Autohandel in Selfoss.

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