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Ausbruch der Hekla vor 75 Jahren

Heute vor 75 Jahren ereignete sich der grösste Vulkanausbruch des letzten Jahrhunderts, als die Hekla frühmorgens erwachte und zum 14. Mal seit der Besiedelung Islands Lava an die Erdoberfläche spuckte. Die Vorwarnzeit war sehr kurz, niemand hatte mit einem Ausbruch des Vulkans gerechnet, der 102 Jahre geschlafen hatte,

Der Ausbruch begann um 6.40 Uhr mit heftigen Erdbeben, dann öffnete sich eine vier Meter lange Spalte im Bergrücken. Das Dröhnen war im ganzen Land zu hören, von den Westfjorden bis hin nach Grímsey. Die Aschewolke stieg um etwa 30 Kilometer in den Himmel, die Lavaströme, die den Berg hinunterrannen, verursachten zusammen mit Schmelzwasser eine riesige Flut im Fluss Ytri-Rangá. Zeitgenössischen Berichten zufolge war es schwarz wie die Nacht in der Region.
Man geht davon aus dass an diesem ersten Tag des Ausbruchs 30 Millionen Kubikmeter Asche auf das umliegende Land gefallen waren. Auf den Westmännerinseln füllten sich die Dachrinnen noch am gleichen Abend mit Asche. Die meiste Asche fiel im oberen Rangátal, im Fljótshlíð und unter den Eyjafjöll. Elf Höfe in den Gebiet wurden unter einer fünf Zentimeter dicken Ascheschicht begraben. Alle bis auf zwei Höfe mussten in der Folge aufgeben und w
wurden verlassen.

Spektakel und Besucherandrang
Die Tageszeitungen sparten nicht mit Schlagzeilen, immerhin handelte es sich um den grössten Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts. Er dauerte etwa ein Jahr und als er im April 1948 endlich versiegte, bedeckte 48 Quadratkilometer Lava das Land.
Nur wenige Isländer konnten sich an den Ausbruch der Katla im Jahr 1918 erinnern, daher war der Heklaausbruch natürlich eine Sensation, und viele machten sich aus der Hauptstadt auf den Weg, das Spektakel von Nahem anzuschauen. Darin hat sich bis auf den heutigen Tag wohl nichts geändert. Ausserdem verfügten viele Landsleute nach dem Krieg über geländetaugliche Fahrzeuge, und es gab auch Flugzeuge, mit denen man das Ausbruchsgelände überfliegen konnte. Die neue Motorisierung war von unschätzbarem Wert für Vulkanologen.
Einer von ihnen, Steinþór Sigurðsson, drehte einen Film über den Ausbruch. Er starb in den Hängen des Vulkans, als er von glühender Lava getroffen wurden.
Hier kann man seinen Film über den Heklaausbruch sehen, den er selbst nicht hatte fertigstellen können.

Auch heute ist die Hekla einer der aktivsten und bekanntesten Vulkane Islands, und viele Geschichten ranken sich um unwiderbringliche Schäden durch Ausbrüche. Kein Wunder, dass die Menschen im Mittelalter glaubten, dort befinde sich das Tor zur Hölle.
Die beiden Naturkundler Bjarni Pálsson und Eggert Ólafsson wollten dem Aberglauben ein Ende bereiten, als sie sich im Jahr 1750 auf den Weg zum Gipfel machten. Heute wird Besuchern von einer Wanderung auf die Hekla aus Sicherheitsgründen abgeraten, denn eine Eruption sich kann ohne jede Vorwarnung ereignen. Jeder, der sich in das Gefahrengebiet begibt, erhält seit letztem Jahr vom Zivilschutz eine SMS mit Warnhinweisen.

Von 1970 an brach der Vulkan alle zehn Jahre aus, seit 2000 herrscht Ruhe. Vor 1947 geben Berichte Ausbrüche im 100 Jahrerhythmus an. Der Vulkan folgt also keinen Regeln und niemand kann sagen, was als nächstes passiert.

 

 

 

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