Arbeitskampf: Streik bis Sonntag für Verhandlungen unterbrochen Skip to content
Photo: Ástráður Haraldsson. Golli.

Arbeitskampf: Streik bis Sonntag für Verhandlungen unterbrochen

Der Streik der Gewerkschaft Efling, bei dem mehrere hundert Reykjavíker Hotelangestellte, grösstenteils Zimmermädchen und Servicepersonal im Niedriglohnbereich, sowie 70 Tanklastwagenfahrer seit letzter Woche bzw gestern die Arbeit niedergelegt hatten, ist am Abend unterbrochen worden, und zwar bis Sonntag um Mitternacht, berichtet Vísir. Ab morgen früh gilt auch ein Pressebann, während die Tarifverhandlungen zwischen Efling und dem Arbeitgeberverband weiterlaufen. Vertretern beider Verhandlungsparteien ist es gelungen, eine gemeinsame Plattform zu finden, um die Gespräche am Laufen zu halten, hatte der neue staatliche Vermittler, Ástráður Haraldsson, am Abend bekanntgegeben.

Der Streik ist mit sofortiger Wirkung unterbrochen. Der Pressebann soll einen Arbeitsfrieden zwischen den Verhandlungsparteien gewährleisten.
In einer Mitteilung der Gewerkschaft hiess es, die Gewerkschaftsmitglieder sollten nach den geltenden Tarifbestimmungen zur Arbeit erscheinen, bzw sich mit ihrem Arbeitgeber absprechen, wann sie zum Dienst erscheinen sollen.

Ragnar Árnason, der Verhandler auf Arbeitgeberseite, gab an, eine Unterbrechung der Streiks sei notwendig gewesen, um die Gespräche fortführen zu können. Bislang sei man noch nicht ans Eingemachte gegangen, aber man versuche, eine gemeinsame Grundlage für Verhandlungen zu finden.
“Meine Gedanken sind bei den ausländischen Touristen, die sich schon im Bushäuschen übernachten sahen. Sie haben nun ein Dach überm Kopf,” sagte Ragnar.
Gewerkschaftsführerin Sólveig Anna Jónsdóttir hatte noch am Morgen angekündigt, eine Verschiebung der Streikmassnahmen käme nur in Frage, wenn vom Arbeitgeberverband etwas richtiges geliefert werde. Der Verband hingegen hielt es für normal, dass die Streiks unterbrochen werden.

Benzinhamstern und Panikmache
Der heutige Tag hatte ganz im Zeichen des Benzins gestanden, die Nachrichten überschlugen sich, welche Tankstelle in Reykjavík bereits an Tag 1 des Streiks ihre Zapfsäulen sperrten, weil die Tanks leer waren. Autofahrer füllten sämtliche verfügbaren Behältnisse mit Kraftstoff, obwohl die Feuerwehr dringend davor warnte, Benzin und Diesel zu hamstern. Insgesamt 70 Ausnahmegenehmigungen waren von Efling gewährt worden, darunter für den städtischen Busbetrieb Strætó, Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Beschäftigte im Gesundheitswesen, und auch das Milchauto sollte ungestört weiterfahren können.

Die Tourismusbranche hingegen sah all ihre Felle schwimmen, Verbandsvorsitzender Jóhannes Pór Skúlason hatte am Morgen die kommenden Tage in den düsterten Farben gemalt und tausende Touristen mangels Hotelzimmer obdachlos in den Strassen der Hauptstadt herumirren sehen. Der Vorsitzende des Arbeitnehmerverbandes sah für diesen Fall die Notwendigkeit, Auffangstationen zu eröffnen.

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