Aktien der Íslandsbanki mit Profit weiterverkauft Skip to content
Bjarni Benediktsson
Photo: Bjarni Benediktsson.

Aktien der Íslandsbanki mit Profit weiterverkauft

Von den 207 Investoren, die im März bei einer für die Allgemeinheit nicht zugänglichen Auktion Aktien der Íslandsbanki erworben hatten, haben 132 bereits einige oder alle Aktien wieder verkauft, berichtet Kjarninn. Die Verkäufer konnten dadurch einen Gewinn von insgesamt 1,6 bis 2,1 Mrd ISK (11,4 bis 15 Mio EUR) erzielen. Finanzminister Bjarni Benediktsson hatte zuvor angegeben, man wolle mit dem Aktienangebot vor allem Langzeitinvestoren in die Bank holen.

Íslandsbanki hatte sich bis zum letzten Jahr zu 100 Prozent in Staatsbesitz befunden. Im Oktober wurde ein jahrelang gehegter Plan in die Tat umgesetzt und die ersten 45 Prozent verkauft. Diese erste Auktion war noch öffentlich gewesen, die Auktion im gerade vergangenen März fand jedoch hinter verschlossenen Türen und nur für geladene Investoren statt. Nach der Auktion besitzt der Staat jetzt noch 42,5 Prozent Anteile. Wegen eines Mangels an Transparenz und den fünf Prozent Rabatt für die handverlesenen Käufer hatte die Regierung sich zuletzt massive Kritik gefallen lassen müssen.

Ausländische Aktionäre verkauften sofort
Unter anderem waren sechs ausländische Investmentfonds zur Auktion geladen worden, sie alle verkauften ihre gesamten Aktienpakete in den der Auktion folgenden drei Tagen mit satten Profiten. Diese Investmentfonds hatten schon im letzten Jahr an der Auktion teilgenommen, und damit den schnellen Gewinn zum zweiten Mal ungehindert an sich raffen können. Unter diesen Fonds befinden sich die Silver Point Capital, Fiera Capital, Lansdowne Partners und Key Square Partners.
Einer dem Nachrichtenmagazin Kjarninn vorliegenden Aktionärsliste zufolge haben die meisten der “kleineren” Investoren ebenfalls ihre Aktienpakete bereits weiterverkauft.
Insgesamt hatten 59 Aktionäre die Erlaubnis erhalten, Aktienpakete für unter 30 Mio ISK zu erwerben, und weitere 79 Aktionäre Pakete für unter 50 Mio ISK. Unter diesen Kleinaktionären befinden sich Angestellte und Besitzer der Beratungsfirma, die für die Regierung den Aktienverkauf managte.

Auch einige grössere Investoren, die Aktienpakete im Wert von mehreren 100 Millionen ISK erworben hatten, haben ihre Pakete verkauft. Einer von ihnen ist die Steinn Holding Company, im Besitz von Samherji-Chef Þorsteinn Már Baldvinsson und seiner Ex-Frau, ein weiterer Investor ist die Fischereigrossunternehmerin Guðbjörg Matthíasdóttir von den Westmännerinseln. Innherji hingegen will von den beiden Grossaktionären persönlich erfahren haben, dass sie ihre Aktienpakete nicht verkauft hätten.

Vater des Finanzministers hat seine Aktien noch
Ein besonders kontroverser Aktionär war das Unternehmen Hafsilfur, im Besitz von Benedikt Sveinsson, dem Vater von Finanzminister Bjarni Benediktsson. Als Finanzminister zeichnete Bjarni dem Gesetz entsprechend verantwortlich für den Verkauf der Íslandsbanki. Hafsilfur steht weiterhin auf der Liste der Aktionäre, aber auch das hat sich gelohnt, denn sein Aktienpaket ist inzwischen fünf Millionen ISK mehr wert als bei Aktienausgabe.

Isländische Rentenfonds und andere institutionelle Investoren haben einen grossen Teil der Aktienpakete aufgekauft, die von den kleineren Investoren mit Profit abgestossen worden. Zuvor war bekannt geworden, dass die Pensionsfonds gebeten worden waren, weniger Aktienpakete zu kaufen als beantragt.
Die Finanzaufsicht der isländischen Zentralbank hat inzwischen angegeben, den Aktienverkauf zu untersuchen.
Ein Teil der Aktienkäufer, so berichtet Vísir, habe nach Angaben der isländischen Bankenverwaltung Darlehen aufgenommen, um ihre Aktienkäufe zu finanzieren. So sei es zu erklären dass zB Arion Banki und Landsbanki in der Aktionärsliste zu finden seien. Man könne anhand der Liste jedoch nicht sagen, wer von den Aktionären seinen Anteil wieder verkauft habe, heisst es aus der Bankenverwaltung.

 

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts