Ärzte verlangen Hubschrauberlandeplatz direkt an der neuen Klinik Skip to content

Ärzte verlangen Hubschrauberlandeplatz direkt an der neuen Klinik

Eine Gruppe von Medizinern hat ihre Besorgnis darüber geäusserrt, dass am neuen nationalen Krankenhaus Þjóðarsjúkrahús an der Schnellstrasse Hringbraut kein Hubschrauberlandeplatz geplant ist. Dieser soll in der Bucht Nauthólsvík entstehen. Die Ärzte halten diesen Landeplatz für viel zu weit weg vom Krankenhaus, vor allem für Fälle, bei denen jede Minute zählt, berichtet Vísir.
Ursprünglich war ein Landeplatz am Krankenhaus geplant gewesen, auch wenn ein Allergiefacharzt im Jahr 2021 vor dem aufwirbelndem Staub warnte, der Patienten wie Hochpräzisionsgeräte beeinträchtigen könnte.

Schwere Hubschrauber brauchen mehr Platz
Vor dem Wochenende schrieben dann vier Klinikärzte einen offenen Brief, in dem sie sich über die neuen Krankentransportpläne äusserten.
„Dann hat sich da etwas geändert,“ schreibt Viðar Magnússon, „möglicherweise durch Umrüstung bei der Küstenwache, die jetzt mit grösseren Hubschrauber als vorher unterwegs ist. Zuvor wogen die Hubschrauber 8,6 Tonnen, jetzt wiegen sie 11 Tonnen, da braucht es einen grösseren Landeplatz und einen besseren Zugang, der Landeplatz muss gross und stark genug für diese grossen Hubschrauber sein, die einen viel grösserem Luftdurchsatz mitbringen, und dann muss man ja auch die Leute am Boden schützen,“ erklärte Viðar.

Komplizierte Krankentransporte
Man habe die ausführenden Stellen auf Knien um einen Hubschrauberlandeplatz an der neuen Klinik gebeten, doch herrsche da grosse Ungewissheit. Und das, obwohl vor allem bei Schwerverletzten jede einzelne Minute zähle. Die Fahrt im Krankenwagen vom Landeplatz in Nauthólsvík in die Klinik könne sich um 15 bis 20 Minuten verlängern, obwohl Ingenieure einen Transportweg von 90 Sekunden geplant hätten. Schon jetzt dauere die Fahrt vom Reykjavíker Inlandsflughafen in die Herzklinik, die über keinen Landeplatz verfügt, im Durchschnitt 28 Minuten – auch für Infarktpatienten.

„Aber wir, die wir damit arbeiten, die Notärzte im Hubschrauber, die mit Patienten gleich neben der Notaufnahme landen, oder am Flugplatz und von dort aus in die Kliniken fahren, wir wissen, wenn wir mit unseren Schwerstkranken unterwegs sind, die an die meisten Schläuche und Geräte angeschlossen sind, Beatmungsgeräte, Defibrillator, Monitore und alle möglichen Perfusoren, dass das hochkomplizierte Transporte sind, die brauchen immer mehr Zeit, mehr Zeit, den Patienten aus dem Hubschrauber zu holen, und in den Krankenwagen zu verladen, und aus dem Krankenwagen ins Krankenhaus zu bringen,“ präzisiert Viðar.

Schon jetzt lange Transporte
“Island ist das am dünnsten besiedelte Land Europas.” schrieben die vier Ärzte in ihrem Brief.  “Wir verfügen über nur ein multidisziplinäres High-Tech-Krankenhaus. Bei der Dauer des Patiententransports liegen wir weit hinter unseren Nachbarländern zurück. Die durchschnittliche Dauer eines Patiententransports per Hubschrauber ist in Island etwa doppelt so lang wie bei vergleichbaren Transporten in Norwegen. Wenn es an der Klinik keinen Hubschrauberlandeplatz gibt, verlängert sich die Zeit erheblich. Auf einen Hubschrauberlandeplatz direkt an einer Klinik zu verzichten, das in den nächsten Jahrzehnten Islands nationales Krankenhaus werden soll, wäre eine schlimme Entscheidung und ist in der Tat völlig undenkbar, denn das Leben und die Gesundheit der beteiligten Menschen stehen auf dem Spiel.”


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