40% aller Lohnempfänger kommen nicht über die Runden Skip to content
Reykjavík baby

40% aller Lohnempfänger kommen nicht über die Runden

Rund 40 Prozent der isländischen Lohnempfänger hat Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen, und ein ähnlich hoher Prozentsatz könnte eine unerwartete Ausgabe in Höhe von 80.000 ISK nicht zahlen, ohne Schulden zu machen, berichtet Heimildin.

Daten von 21.000 Befragten
Die Ergebnisse einer Studie des Arbeitsmarktforschungsinstituts Varða waren heute im Multikulturellen Zentrum vorgestellt worden. Unter anderem waren Islands Premierministerin, der Infrastrukturminister, der Präsident des Gewerkschaftsbundes und Vorsitzende der Gewerkschaft BSRB anwesend.
Die Studie umfasste Umfrageergebnisse von rund 21.000 Gewerkschaftsmitgliedern. Nach Angaben von Varða war die Zahl der Antworten ähnlich hoch wie im Jahr 2020, als zum ersten Mal eine Untersuchung zu Lebensbedingungen von Lohnempfängern durchgeführt worden war. Obwohl sich die finanzielle Situation der Lohnempfänger über die Jahre nicht wesentlich verändert hat, halten es die Autoren der Studie für notwendig, sich jetzt vor allem mit der Situation von Kindern, Frauen und Einwanderern zu befassen, deren finanzielle Lage sich im Laufe der Jahre deutlich verschlechtert hat.

Eltern, Alleinerziehende, Frauen unter finanziellem Druck
Der Anteil der Eltern etwa, die sich die Grundausstattung für ihre Kinder nicht leisten können, seit der letzten Befragung gestiegen. Mittlerweile geht man davon aus, dass Eltern sich verschulden müssen, um die vielfältigen Kosten der Haushaltsführung decken zu können.
Den Umfrageergebnissen zufolge lebt ein Viertel aller Alleinerziehenden mit materieller Not, und 20 Prozent der befragten Eltern gaben an, sie könnten es sich nicht leisten, ihren Kindern Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke zu machen.

Der Studie zufolge haben Menschen im Alter zwischen 31 und 40 Jahren deutlich häufiger höhere Wohnungskosten. Das hatte auch die Wohnungsbaubehörde kürzlich festgestellt: ihre Zahlen zufolge sind die Mietpreise für Mieter im Alter zwischen 35 und 44 Jahren in den letzten Jahren im Durchschnitt um 30.000 ISK gestiegen.
Weiter heisst es in der Studie, dass die finanzielle Lage von Frauen im Großen und Ganzen schlechter ist und dass Frauen stärker auf den Unterhalt ihres Ehepartners angewiesen sind als Männer. Rund 60 Prozent der alleinerziehenden Mütter konnten unerwartete Ausgaben in Höhe von 80.000 ISK nicht bezahlen.
Auch um das psychische Wohlbefinden von Lohnempfängern ging es in der Studie. Demnach haben 30 Prozent der Lohnempfänger einen schlechten psychischen Gesundheitszustand. Hier ist der Anteil alleinerziehender Müttern sogar noch höher, da mehr als die Hälfte von ihnen unter einer schlechten psychischen Gesundheit leidet.

Einwanderer stehen schlechter da
Die Lebensbedingungen von Einwanderern sind im vierten Jahr in Folge deutlich schlechter als die der Einheimischen. Ein größerer Prozentsatz als bisher hat Probleme, finanziell über die Runden zu kommen und den Lebensunterhalt ihrer Kinder zu finanzieren.
Auf dem Wohnungsmarkt stehen Einwanderer anders da als Einheimische. Der Anteil der Einwanderer, die in Wohneigentum leben, ist deutlich geringer. Wohnkosten stellen für Einwanderer eine größere finanzielle Belastung dar, und es ist wahrscheinlicher, dass diese Gruppe eine ungeeignete Wohnmöglichkeit findet. Die Studie weist ebenfalls darauf hin, dass rund ein Drittel der Einwanderer in den letzten zwei Jahren aufgrund ihrer Herkunft auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert worden ist.

 

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts