Minister verlangt Informationen zu Wasseraufkäufern in Ölfus

Bis heute gibt es keine zufriedenstellenden Antworten seitens des Wasserflaschenabfüllers Icelandic Water Holdings dazu, wer denn eigentlich hinter dem Kauf der Wasserabfüllanlage im südisländischen Ölfus steht, berichtet RÚV. Die zuständige Ministerin sagte, es sei wichtig, dass ganz klar hervorgeht, wer in isländisches Land und Resourcen investiere.

Die Icelandic Water Holdings in Ölfus, die sich im Besitz des Geschäftsmanns Jón Ólafsson befunden hatte, verkauft isländisches Trinkwasser unter dem Namen Icelandic Glacial. Vor kurzem war das Unternehmen veräussert worden. Die Unternehmensleitung sollte offenlegen, wer eigentlich hinter dem Kauf stehe.
“Die Antworten waren nicht ausreichend, daher haben wir weitere Fragen an die für das Unternehmen tätigen Anwälte geschickt,” sagte die Ministerin für Kultur und Wirtschaft, Lilja Alfreðsdóttir.
Dem Gesetz nach kann der Minister den Verkauf aussetzen, wenn er etwa die Sicherheit des Landes in Gefahr bringt. Die Ministerin hatte in der Kabinettssitzung am Freitag ein Memo zur Angelegenheit vorgelegt. Das Wissen um die wahre Eignerschaft eines Unternehmens sei wichtig, weil “es da um Transparenz und Vertrauen in der isländischen Gesellschaft geht,” so die Ministerin, “Es geht darum, dass hier in unser Land und unsere Resourcen investiert wird.”

Schon vor einem Monat hatte Lilja nähere Informationen zu Kauf und Käufern angefordert, dazu ist sie berechtigt, wenn es sich um eine ausländische Investition handelt, die potenziell die nationale Sicherheit oder die öffentliche Gesundheit gefährdet.
Die isländische Verfassung enthält keine Ressourcenklausel. Lilja Alfreðsdóttir hatte seinerzeit angegeben, es sei dringend notwendig, dieses Problem zu beheben.
Es gibt Präzedenzfälle, bei denen ausländischen Parteien der Erwerb von Immobilien in Island verwehrt wurde. Beispielsweise durfte der chinesische Tycoon Huang Nubo seinerzeit den Hof Grímsstaður á Fjöllum in Nordisland weder kaufen noch auf 99 Jahre pachten.

Lilja gab an, sie wisse nicht, ob jetzt chinesische Geschäftsleute an dem Wassergeschäft beteiligt seien.

Lachsflucht: Risikobewertung 2023 muss überarbeitet werden

Bíldudalur Arnarfjörður

Aufgrund veränderter Bedingungen hat das Marineforschungsinstitut beschlossen, die Risikobewertung der genetischen Vermischung von Lachsen zu überarbeiten, berichtet RÚV. Im August waren etwa 3.500 Lachse aus einem Meereszuchtgehege des Unternehmens Arctic Fish im Patreksfjörður in die freie Natur entkommen, und viele dieser Zuchtlachse waren Sportanglern an die Angel gegangen.

Risikobewertung aus 2020 und 2023 veraltet
Eine der Aufgaben des Marineforschungsinstituts besteht darin, in regelmäßigen Abständen Risikobewertungen für die Fischzucht durchzuführen. Dabei wird analysiert, wie viel Zuchtlachs in einem Jahr die Flüsse hochwandern kann, ohne dem Wildbestand genetischen Schaden zuzufügen. Die letzte Risikobewertung stammt aus dem Jahr 2020. Damals war vereinbart worden, dass die maximale inländische Produktion von Zuchtlachs in offenen Meeresgehegen 106.500 Tonnen betragen würde. Das ist etwa doppelt so viel, wie bereits jetzt im Land produziert wird.

Das Marineforschungsinstitut hat Anfang des Monats seine aktuelle Risikobewertung an den Beratenden Ausschuss für Fischzucht geschickt. In der Bewertung ging man nicht davon aus, dass viele ausgewachsene Zuchtlachse in die Lachsflüsse eindringen. Die Realität sah jedoch anders aus, und inzwischen ist auch klar geworden, dass ein beträchtlicher Teil der aus den Meeresgehegen von Arctic Fish entkommenen Zuchtlache die Geschlechtsreife erreicht hat: Anfang dieses Monats hatte nämlich die Fischereibehörde norwegische Taucher ins Land geholt, um in Flüssen der Westfjorde nach Fluchtlachsen zu jagen. Bei Untersuchung der erbeuteten Fische stellte sich heraus, dass 40 von 42 Zuchtfischen geschlechtsreif und damit fruchtbar waren.

Defekte Beleuchtung schuld an der Frühreife
Ein Grund für die frühe Geschlechtsreife der Fische (die laut Zuchtplan eigentlich noch nicht hätten fortpflanzungsfähig sein sollen) ist bislang nicht angegeben worden, als wahrscheinliche Erklärung gilt jedoch eine defekte Lichtsteuerung. In einer Bekanntmachung von Hafro hiess es, wegen dieser veränderten Bedingung müsse die Risikobewertung überprüft werden. Der Verband der Fischereiunternehmen hat diese Entscheidung akzeptiert.

Die Flucht der Zuchtlachse in den Westfjorden wird derzeit von der örtlichen Polizeidirektion untersucht. Ebenso prüft man, ob Arctic Fish gegen das Fischzuchtgesetz 71/2008 verstossen hat, dort sieht Art. 22 vor, dass Manager und Vorstandsmitglieder eines Lizenzinhabers mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren belegt werden können, wenn es sich um schwerwiegende Verstöße handelt.
Als schwerwiegender Verstoss würde etwa die Flucht eines Zuchtfischs aus einer betrieblichen Zuchteinrichtung gelten, wo die Ausrüstung aufgrund vorsätzlicher oder fahrlässiger Handlungen oder Unterlassungen unzureichend war.

 

Weniger Lämmer, Fleischvorräte fast aufgebraucht

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Die Zahl der Schafe in Island ist seit dem Jahr 2017 stetig gesunken, und damit auch die Zahl der Lämmer, die im Herbst geschlachtet werden.
In diesem Herst werden es um die 426.000 Lämmer sein, in 2017 waren es noch 560.000 gewesen. Der Vorsitzende der Abteilung Schafzucht beim Bauernverband sagt, zum Ende des Sommers sei das Lammfleisch in den Lagern fast aufgebraucht gewesen, berichtet RÚV.

Für die Produktion sind 6900 Tonnen Lammfleisch geplant, das sind 2300 Tonnen weniger in den vergangenen sechs Jahren. Trausti Hjálmarsson sieht den Rückgang im Preisverfall der Ware begründet. “Im Jahr 2017 fiel der Preis, den die Schafbauern für ihr Fleisch bekamenm um 30%, davor waren wir, so kann man sagen, in einer Phase der Höchstproduktion, danach ist die Zahl der Schafbauern stetig zurückgegangen, und zum letzten Jahreswechsel war ein Rückgang von 23% bei den Schafen im Winterfutter zu verzeichnen.”

Trausti sagt, der Rückgang betreffe sowohl die in der Landwirtschaft tätigen Schafzüchter als auch ihre Produktion, denn viele müssten sich Arbeit ausserhalb ihres Hofes suchen. “Das ist so als ob keiner versteht, dass wir unsere Rechnungen bezahlen müssen, und unseren Verpflichtungen nachkommen, wenn wir Lammfleisch herstellen, und damit das möglich ist, muss man uns mit einem fairen Preis entgegenkommen, und der Staat muss seinen Verpflichtungen bei Agrarproduktverträgen und -gesetzen ebenfalls nachkommen. Denn es ist klar festgelegt, dass es die landwirtschaftlichen Produktverträge gibt, um den Bauern unter anderem ein Gehalt ähnlich wie anderen Berufsständen im Land zu sichern.”
Die Produktion reiche für den Inlandsbedarf so gerade aus, allerdings haben nicht viel gefehlt, dass die Lager geräumt seien.
“Zu Beginn der Schlachtsaison Ende August befanden sich nur noch 180 Tonnen Fleisch im Land, und das bedeutet, dass die Lammfleischvorräte so gut wie leer waren.”

Lammfleisch wichtig im nationalen Plan für Lebensmittelsicherheit
Dafür konnte man im Sommer in den Supermärkten Lamfleisch aus Neuseeland und Portugal oder Spanien kaufen, und manche Packung war sogar als isländisch gekennzeichnet, was nicht wenige Landwirte erzürnte.
In der im Jahr 2021 im Auftrag der Regierung erschienenen Studie zur Nahrungsmittelsicherheit Islands wurde das Schaf als die Nutztierart gerühmt, die als einzige keine Zusatzfuttermittel benötigt und auf Flächen weidet, die anderweitig nicht für die Lebensmittelproduktion genutzt werden kann, und daher wichtig für die Inlandsversorgung ist. Ähnliches gilt übrigens auch für das Pferd, weswegen die eigentlich zu hohe Zahl an Equiden auf der Insel nicht reduziert wird.

Gemüsebauern wünschen sich mehr Unterstützung
Eine anderer landwirtschaftlicher Berufsstand, der sich über mehr staatliche Hilfe gefreut hätte, ist der Verband der Gemüsebauern. Das Bændablaðið berichtet, im Haushaltsentwurf für 2024 seien lediglich der Getreideanbau und die Krankheitsprävention bei Nutztieren (hier vor allem für die Forschung und Aufzucht von Scrapie-freien Schafbeständen) mit zusätzlichen Summen bedacht worden. Die Gemüsebauern hingegen hätten auch weiterhin mit hohen Strompreisen für den Betrieb ihrer Gewächshäuser und mit hohen Lohnkosten zu kämpfen, der den Wettbewerb mit billigen Importwaren erschwert, obwohl im Koalitionsvertrag der Regierung stehe, dass der Gemüseanbau im Land mit festen Subventionen beim Strompreis und besonderer Unterstützung des Ackergemüseanbaus durch den Agrarproduktvertrag gefördert werde. Seitens der Gemüsebauern heisst es, offenbar erinnere man sich in der Regierung nicht mehr an dieses Versprechen.

 

Walfang: Hvalur 8 wegen Tierschutzverletzung stillgelegt

Whale

Die isländische Veterinäraufsichtsbehörde MAST hat den Betrieb des Walfangschiffes Hvalur 8 vorübergehend stillgelegt, weil bei der Jagd auf Finnwale die Tierschutzbestimmungen nicht eingehalten worden sind. Die Stilllegung bleibt solange bestehen, bis korrigierende Massnahmen von MAST und der Fischereibehörde abgenommen worden sind, berichtet Vísir.

Einer Pressemitteilung von MAST zufolge hatte das Überwachungsvideo der aufsichtsführenden Person zutagegefördert, dass bei der ersten Jagdfahrt am 7. September der erste Harpunenschuss aus der Hvalur 8 ausserhalb des markierten Zielbereichs traf und das Tier nicht sofort tötete, wie es die neuen Walfangverordnung vorschreibt. Der notwendige Zweitschuss wurde erst nach 30 Minuten abgegeben, worauf der Wal nach wenigen Minuten verendete.
Die 30 Minuten Todeskampf zwischen den beiden Schüssen stellen eine Verletzung von Tierschutzrichtlinien und Fischereibestimmungen dar, schreibt MAST. Die Stilllegung des Walfangschiffes wird erst dann aufgehoben, wenn Hvalur hf die Behörden mit Korrektivmassnahmen überzeugen kann.

Der Vorfall trug sich, wie gesagt, vor einer Woche zu. Auch der zweite erbeutete Wal trug zwei Harpunen im Körper, zum Hergang wurde bislang nichts veröffentlicht. Trotz des Gesetzverstosses konnte das Unternehmen jedoch weitere 13 Wale erbeuten, bevor heute zumindest eins der beiden Fangschiff stillgelegt wurde.

Neue Verordnung ist wirksames Werkzeug
Valgerður Arnadóttir, die Sprecherin der Walschutzorganisation Hvalavinir, sagte Heimildin gegenüber, sie finde es eigenartig, dass nicht der gesamte Fangbetrieb des Unternehmens stillgelegt wird, sondern nur eins der beiden Schiffe. Allerdings habe die neue Verordnung den Behörden jetzt Werkzeug an die Hand gegeben, was es für Kristján Loftsson schwer machen würde, seine Jagdsaison wie geplant zu beenden. Mit der nächsten “Abweichung” ist auch bei der Hvalur 9 Schluss, die Saison ohnehin fast zuende, das Wetter wird nicht besser, und die Jagdlizenz läuft zum Jahresende aus. Fischereiministerin Svandís Svavarsdóttir hatte schon mehrfach angedeutet, dass es mit ihr eine Lizenzverlängerung nicht geben werde.

Drei weitere Wale auf dem Weg
Derzeit befinden sich beide Schiffe mit heute geschossenen Walen auf dem Weg in den Hafen von Hafnarfjörður. Die seit Mittag stillgelegte Hvalur 8 wird in der Nacht mit einem Finnwal im Schlepp am Kai erwartet, der vor dem Mittag geschossen worden sein soll, die Hvalur 9 läuft morgen früh mit zwei Walen ein.
Damit sind seit letzter Woche 14 Finnwale erbeutet worden. Die ersten drei Wale waren gleich am 7. September geschossen worden, die nächsten vier am vergangenen Sonntag, und weitere vier am Dienstag. Erst heute reagierte die Veterinäraufsichtsbehörde. Man habe nicht schneller arbeiten können, gab Behördenleiterin Hrönn Jörundsdóttir Heimildin gegenüber an.
Wie es mit der Hvalur 9 weitergeht, entscheidet erst mal das Wetter, sie wird voerst nicht auslaufen können, weil für Samstag sehr schlechtes Wetter aus Südost erwartet wird.

Síldarvinnslan schliesst Fischbetrieb in Seyðisfjörður

first capelin in two years arriving in Eskifjörður

Der Fischereikonzern Síldarvinnslan hat gestern angekündigt, seinen Betrieb im ostisländischen Seyðisfjörður zu schliessen. Die Gemeindeverwaltung bezeichnete den Schritt als schwere Enttäuschung und will das Unternehmen bitten, die Schliessung zu verschieben, damit auf den Verlust von 30 Arbeitsplätzen reagiert werden kann, berichtet RÚV.

Vor neun Jahren hatte Síldarvinnslan die Quote samt Fischfang und Fischverarbeitung in Seyðisfjörður gekauft. Jetzt ist alles zu klein geworden, als dass sich notwendige Investitionen amortisieren würden, daher will man den Fisch zukünftig in der modern ausgestatteten Fischfabrik in Grindavík verarbeiten. In Seyðisfjörður werden dadurch 30 Leute ihren Arbeitsplatz verlieren. Síldarvinnslan will sich jedoch an Gegenmassnahmen beteiligen und auch in den Aufbau von Arbeitsplätzen in Seyisfjörður investieren. Trotz Gesprächen mit Gemeindevertretern schliesst das Unternehmen am 30. November seine Tore.

Bürgermeister Björn Ingimarsson ist mehr als unzufrieden mit der Entscheidung. “Das ist eine kurze Zeit für die Leute, um vernünftig darauf reagieren zu können.” findet er.
Eine Lösung steht bereits im Raum, allerdings schmeckt sie den wenigsten: sollte es die gewünschte Genehmigung für eine Lachszucht im Seyðisfjörður geben, dann hätte man da 14 Arbeitsplätze im Angebot. Die Mehrheit der Anwohner hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Fischzucht in Fjord ausgesprochen, zudem gab es Sicherheitsbedenken, weil die Zuchtbecken die ohnehin schmale Schiffahrtsrinne zusätzlich verschmälern würde. Auch in Seyðisfjörður legen immer mehr grosse Kreuzfahrtschiffe an.

In Frage komme, dass die Gemeinde Múlaþing eine besondere Regionalquote fordert, um die Fischverarbeitung und den Fischfang aufrechtzuerhalten.
„Es wird auf jeden Fall eine der Optionen sein, die geprüft werden.“ so Björn. Man wolle betonen, dass der Ort mehr Vielfalt im Arbeitsleben brauche. Es gebe noch mehr Möglichkeiten, auch Optionen rund um den Tourismus seien im Gespräch.

Zwei Finnwale mit mehreren Harpunen im Leib angelandet

Der erste Wal der diesjährigen Jagdsaison, der am Morgen angelandet worden war, trug eine Harpune im oder am Kopf und eine weitere in der Seite. Kurz darauf lief die Hvalur 9 mit zwei Walen im Schlepptau ein, einer von ihnen wurde um die Mittagszeit angelandet und zeigte ebenfalls Wunden von zwei Harpunen, was bedeutet, dass auch dieses Tier nicht beim ersten Schuss verendet ist, berichtet Heimildin. Die Harpune hatte erneut geladen und abgeschossen werden müssen.

Jagdmethoden nicht gebessert
Der dritte Finnwal befindet sich noch im Wasser und wird erst angelandet, wenn die zwei anderen an Land zerteilt worden sind. Die Zerteilung passiert unter freiem Himmel, nachdem der ehemalige Fischereiminister dem Unternehmen Hvalur hf. seinerzeit eine verlängerte Ausnahmegenehmigung erteilt hatte, ansonsten hätte man nämlich wie alle anderen fleischverarbeitenden Betriebe eine Halle für die Schlachtung errichten müssen.
“Damit ist klar und für mich überhaupt nicht überraschend, dass sich die Jagdmethoden von Hvalur hf. in keinster Weise gebessert haben,” kommentierte Arne Feuerhahn, der Geschäftsführer der Meeresschutzorganisation Hard to Port, die den zweite Sommer in Folge die Geschehnisse in der Zerteilstation verfolgt und bildlich dokumentiert.

Bei Nebel und schlechtem Wetter gejagt
Die beiden Walfangschiffe hatte sich vorgestern auf den Weg in die Fanggründe gemacht, und “trotz dichten Nebels und sehr schlechtem Wetter”, so der Leiter der Walfangstation, sei die Jagd “gut verlaufen.” Schlechte Sicht erschwere hingegen die Jagd.
Fischereiministerin Svandís Svavarsdóttir hatte den Walfang zum 1. September hin wieder erlaubt, allerdings mit strengeren Regeln, die für mehr Tierwohl bei der Jagd sorgen sollen. Die neue Verordnung überprüft die Bedingungen, die bei der Jagd vorliegen müssen, und verlangt, dass „äußere Bedingungen“ so gestaltet sein müssen, dass „die Möglichkeit einer sofortigen Tötung besteht.” Dabei seien Wellenhöhe, Wetterbedingungen und Sichtverhältnisse zu berücksichtigen.
Den Beschreibungen des Stationsleiters zufolge waren die Sichtverhältnisse jedoch schlecht gewesen.
Die Aufsichtspersonen von Fischereibehörde und Veterinäraufsichtsbehörde (MAST) können der Verordnung zufolge verlangen, dass die Arbeitsweise verbessert wird, wenn die vorgenannten Voraussetzungen nicht erfüllt werden.

Vorfallbericht innerhalb von zwei Tagen
Die MAST-Fachtierärztin Þóra Jóhanna Jónasdóttir sagte Vísir gegenüber, das Unternehmen müsse bei einem Vorfall wie diesem spätestens zwei Arbeitstage nach Ende der Fahrt einen Vorfallbericht einreichen, in dem der Vorfall beschrieben und seine möglichen Ursachen analysiert werden müssen.
Anschließend beurteile die Behörde, ob Verbesserungen erforderlich seien, bevor Hvalur erneut auslaufen darf. Þóra weist darauf hin, dass das Tierschutzgesetz es erlaubt, den Jagdbetrieb einzuschränken oder einzustellen, sollten schwerwiegende Vorfälle oder wiederholte Verstöße vorliegen, oder wenn der Betreffende festgelegte Fristen nicht einhalte.

Diesjährige Fangquote liegt bei 161 Walen
In diesem Sommer darf Hvalur hf 161 Finnwale erlegen. Im letzten Jahr waren 148 Wale erlegt worden, die Jagdsaison hatte um die 100 Tage gedauert und war am 28. September zuende gegangen.
MAST hatte schwere Einwände gegen die Jagd erhoben, unter anderem weil viele der Wale mehrfach harpuniert worden waren, weil Sprengstoffladungen nicht detoniert waren und manche Tiere einen stundenlangen Todeskampf und schlimme Qualen erleiden mussten.

Die isländische Naturschutzorganisation hat am Mittag mit einem Brief an die Veterinäraufsichtsbehörde MAST einen sofortigen Stopp des Walfangs mit der Begründung gefordert, dass einer der Wale mindestens zweimal harpuniert wurde und der Walfang bei schlechten Wetterbedingungen stattgefunden hat.

 

Walfang in Island wieder erlaubt, aber mit strengen Regeln

whaling Hvalur hf

Die kommerzielle Jagd auf Wale wird in Island wieder erlaubt. Allerdings muss das einzige Walfangunternehmen, Hvalur hf, dabei strengere Bestimmungen befolgen und sich noch mehr Überwachung gefallen lassen. Die Entscheidung war am Vormittag von Ministerin Svandís Svavarsdóttir nach einer Kabinettssitzung in Egilsstaðir verkündet worden. Am 20. Juni hatte Svandís ein zeitlich befristetes Jagdverbot erteilt, einen Tag bevor die alljährliche Jagdsaison hatte losgehen sollen.

Bestimmungen von 2022 reichten nicht aus
Im vergangenen Jahr hatte die Ministerin bereits die Bestimmungen verschärft, nachdem kritisches Bildmaterial von Aktivisten eingegangen war.  Sie entschied, dass es künftig der Veterinäraufsichtsbehörde MAST in Zusammenarbeit mit der Fischereibehörde obliegt, während der restlichen Jagdsaison 2022 an Bord der Walfangschiffe Bildmaterial zu sammeln und einen Abschlussbericht anzufertigen. In den später veröffentlichten Videos war zu sehen, dass die Wale bis zu viermal beschossen werden mussten, manche brauchten zwei Stunden, bis sie endlich tot waren, ein Wal quälte sich mehrere Stunden. Es wurden auch tragende Walkühe erlegt, eine Walkuh musste fünf Stunden lang verfolgt werden, weil sie mit der Harpune im Leib zu entkommen versuchte.

Der Fachrat für Tierwohl fand heraus, dass die Jagd- und Tötungsmethoden nicht mit den isländischen Bestimmungen zum Tierwohl in Einklang zu bringen sind, und der Bericht einer von der Ministerin im Juni diesen Jahres eingesetzten Arbeitsgruppe schlug nun Wege vor, die Zahl der „Abweichungen“ während der Jagdsaison zu senken. Die Arbeitsgruppe übermittelte ihren Bericht am 28. August und endete das Papier mit den Worten, es gebe „Möglichkeiten für Änderungen der Jagdmethode, die dazu beitragen können, die Zahl der Abweichungen bei der Jagd zu verringern und dadurch das Tierwohl zu erhöhen,“ wie es in einer Notiz des Ministeriums heisst.
„Die neue Walfangbestimmung wird daher detaillierte und strengere Anforderungen für die Jagdausrüstung, die Jagdmethode und vermehrte Aufsicht beinhalten“, so die Regierungsnotiz. Die Anforderungen beziehen sich auf Training, Ausbildung, Jagdausrüstung und Jagdmethoden“. Die Bestimmung gestattet nicht die Verwendung von Stromstössen während der Tötung der Beute, weil „verschiedene Fragen unbeantwortet bleiben in Bezug auf die mögliche Effektivität und auf die Auswirkung des Stromstosses während der Tötung.“, schreiben die Experten der Arbeitsgruppe. MAST und die Fischereibehörde tragen auch weiterhin die Verantwortung für die Aufsicht beim Walfang und müssen gegen Ende der Jagdsaison einen Bericht an das Ministerium übersenden..

Strenge Bestimmungen rund um Jagd und Schützen
Am Nachmittag sind die neuen Bestimmungen veröffentlicht worden. Demnach darf unter anderem nur noch bei Tageslicht gejagt werden, und die Harpune nur abgefeuert werden, wenn sichergestellt werden kann, dass der Schuss tödlich endet.  Sprengladungen ohne Leine dürfen nicht abgefeuert werden, die Schussentfernung darf nicht mehr als 25 Meter betragen, ausserdem muss ein bestimmter Schusswinkel eingehalten werden. Die Jagd auf Walkühe mit Kalb ist verboten, zudem dürfen anvisierte Wale eine vorgegebene Körperlänge nicht unterschreiten. Jeder Wal muss so rasch wie möglich getötet werden, um so wenig Qualen wie möglich zu erleiden. Der Schütze muss einen Kursus in Walbiologie absolviert haben, in dem es auch um Schmerzempfinden und Stress der Wale, sowie um ihre Stellung im Ökosystem gehen muss.
Diese und zahlreiche andere Vorgaben sind nicht nur einzuhalten, sondern auch im Logbuch einer jeden Fangfahrt in allen Einzelheiten zu dokumentieren. In den Jahren 2014, 2015 und 2018 hatten die Kapitäne der Walfangschiffe keine Logbücher über ihre Aktivitäten abgeliefert, doch trotz mehrerer Anzeigen war vom damaligen zuständigen Minister Kristján Þór Júlíusson keine Konsequenz gezogen worden.

Waljäger schon seit gestern in den Jagdgründen
Hvalur-Chef Kristján Loftsson befindet sich bereits seit gestern in den Jagdgründen und darf heute um Mitternacht den ersten Schuss abfeuern. Islands einziger Waljäger war sich seiner Sache offenbar sehr sicher gewesen, auch wenn er nicht besonders viel Zeit hat, um die veröffentlichten neuen Bestimmungen zu lesen und die verlangten Anforderungen für Training und Ausbildung seiner Mannschaft, sowie die neuen Jagdregeln umzusetzen.
Unklar ist, ob sich bereits eine behördliche Aufsichtsperson zu Dokumentationszwecken an Bord der Schiffe befindet.

Proteste und Gesetzentwurf zum Walfangverbot
In Reaktion auf die Entscheidung der Ministerin haben mehrere Tierschutzorganisationen eine Protestaktion für den Nachmittag angekündigt. Die Piratenpartei kündigte einen Gesetzentwurf zum Verbot des Walfangs an und verlangt, dass das isländische Parlament sich mit dem Walfang auch unter Umwelt- und Klimagesichtspunkten auseinandersetzt.
Der Ethikprofessor Henry Alexander Henrysson, der mit Sitz im Fachrat für Tierwohl an der Studie mitgearbeitet hatte, nach der es nicht möglich scheint, einen Wal auf humane Weise zu töten, zeigt sich ebenfalls unzufrieden mit der ministeriellen Entscheidung, berichtet Heimildin.  Anders als noch im Juni, so Henry, habe der Tierschutz jetzt keine Rolle mehr gespielt, als die Ministerin das Walfangverbot aufhob, denn mit den neuen Verordnungen sei es auch weiterhin nicht möglich, Wale auf humane Weise zu töten. Henry verlangt ausserdem, dass die Stromstossausrüstung von den Walfangschiffen entfernt werde, ein Anwendungsverbot von Stromstössen reiche nicht aus. Die Ministerin habe in der Zeit des Fangverbots sicher 100 Walen das Leben gerettet, für die verbleibende Zeit der Fangsaison könne man jetzt nur noch auf richtig schlechtes Wetter und hohen Wellengang hoffen.

Kontroverse bis in die Koalition hinein
Die kommerzielle Jagd auf Wale ist in Island in den vergangenen Jahren sehr kontrovers aufgenommen worden. Öffentliche Personen, Aktivisten und zuletzt auch internationale Prominente hatten die isländischen Behörden dazu aufgerufen, mit der umstrittenen Praktik endlich Schluss zu machen. Befürworter hatten mit dem wirtschaftlichen Wohlergehen der 150 Mitarbeiter argumentiert, die während der Saison weitaus mehr verdienen als andere in einem Jahr.
Im Februar 2022 hatte Ministerin Svandís Svavarsdóttir in einem Zeitungskommentar geschrieben, sie sehe nur wenig Berechtigung, den kommerziellen Walfang weiter zu betreiben, wenn die derzeit bestehende Lizenz für Hvalur hf. Ende des Jahres ausläuft.
Das heute auslaufende Walfangverbot hatte heftige Spannungen innerhalb der Reierungskoalition aus Linksgrünen, Unabhängigkeitspartei und Fortschrittspartei verursacht, einzelne Politiker hatten gar einen Misstrauensantrag gegen die Ministerin in Aussicht gestellt. Svandís hatte Vísir gegenüber angegeben, dass dies ihre Entscheidung nicht beeinflusst habe.

Entkommene Zuchtlachse in mehreren Flüssen, Angelverband sieht Umweltkatastrophe

aquaculture farm iceland

Die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde MAST hat bei Zählungen herausgefunden, dass die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Anzahl von Zuchtlachsen in den offenen Meeresgehegen von Arctic Seafarm und geschlachteten Fischen bis zu 3.462 Tiere betragen könnte. Dies ist die Zahl an Fischen, die möglicherweise aus den Gehegen in die Natur entkommen sind, berichtet RÚV.

Rechenexempel für geflüchtete Lachse
Im Kvígindisdal in Patreksfjörður sind Lachse aus einem Gehege geschlachtet worden, wo vor über einer Woche zwei Löcher im Netz gefunden worden waren. Zählungen zufolge könnten dort bis zu 3.462 Zuchtlachse entkommen sein.
Dies geht aus der Mitteilung von MAST hervor. Während des Zeitraums, in dem das Loch vermutlich entstanden ist, befanden sich 83.672 Fische in dem Gehege. Berücksichtigt man die Ausgangszahl der Jungfische, die zuvor erfassten Rückwürfe und die Zahl der bereits aus dem Gehege geschlachteten Fische, beträgt die Differenz zwischen der Zahl der ursprünglich im Gehege befindlichen Fische und der Zahl der geschlachteten Fische 2,6 Prozent. Damit befinden sich 3.462 Zuchtlachse nicht mehr im Meeresgehege, sondern voraussichtlich auf dem Weg in die Flüsse. Nach Angaben von MAST ist allerdings mit einer Schwankung von zwei bis vier Prozent zu rechnen.

Warten auf genetische Ergebnisse
Die offenen Zuchtbecken gehören der Firma Arctic Seafarm. MAST untersucht die Angelegenheit – die Flucht der Lachse und den Grund, warum Löcher im Netz entstanden sind. Momentan wartet man auf die genetische Analyse gefangener Lachse mit Zuchtmerkmalen, um deren Herkunft bestätigen zu können.
Schon zuvor waren Berichte von möglichen Zuchtlachsen in Flüssen im Westen und Nordwesten eingegangen, nachdem in Patreksfjörður ein Loch entdeckt wurde.
Die Fischereibehörde sucht derzeit Lachse in den Flüsssen Ósá im Patreksfjörður und Mjólká im Arnarfjörður. In der Ósá waren Zuchtlachse gesehen worden, und es liegen auch Berichte vor, dass in der Mjólká Zuchtlachse unterwegs sind. Fischereibehörde und das Marineforschungsinstitut arbeiten in der Sache eng zusammen und überwachen die Fortschritte genau.

Guðni Magnús Eiríksson, der Direktor der Abteilung für Lachs- und Forellenfische sagte in den Mittagsnachrichten, dass man Proben aus mehr als einem Fluss erhalten habe. Ausserdem wisse man bereits dass Zuchtlachse gesehen und gefangen worden seien, einige seien auch in Wildkameras zu sehen gewesen.
Gunnar Örn Petersen, Geschäftsführer des nationalen Angeldachverbandes sagt, bei seinem Verband seien in den letzten Tagen Berichte über Zuchtlachse in mindestens acht Lachsflüssen im Nordwesten eingegangen. Dies sei die Umweltkatastrophe, vor der seit Jahren gewarnt werde.

 

Walfang hat kaum wirtschaftliche Auswirkung in Island

hvalur whaling in iceland

Der Walfang in Island hat nur einen geringen direkten Einfluss auf die Wirtschaft. Islands einziges kommerzielles Walfangunternehmen, Hvalur hf., hat in den vergangenen Jahren keinen Gewinn aus seinen Aktivitäten ziehen können. Allerdings ist auch die indirekte Auswirkung auf die Wirtschaft gering: zwar wirft der Walfang in den Augen ausländischer Beobachter ein negatives Licht auf Island, er hat jedoch keinen messbaren negativen Einfluss auf die Wirtschaft des Landes: weder sind Exporte zurückgegangen, noch hat Island als touristisches Ziel an Attraktivität verloren.

Das sind die Ergebnisse einer Studie über die wirtschaftliche Auswirkung des Walfangs in Island, den das Beratungsunternehmen Intellecon für das Ministerium für Fischerei, Lebensmittel und Landwirtschaft angefertigt hat. Die Studie bezieht sich ausschliesslich auf die wirtschaftliche Auswirkungen, um biologische, regionale oder politische Faktoren geht es nicht, und auch der ökologische Gesichtspunkt ist nicht Gegenstand der Studie.

Weniger als 1% des Gesamtexportvolumens im Fisch
Der Studie nach hat der Export von Walfleischprodukten niemals mehr als 0,6% des Gesamtexportvolumens an Fischerzeugnissen ausgemacht – dieser Rekord wurde einmalig im Jahr 2016 erzielt. Obwohl der Walfang keine ökonomisch wichtige Branche ist, so hat er doch eine Bedeutung für die Beschäftigten, die beim Walfang auf See und in der Schlachtung und Verarbeitung an Land weitaus höhere Löhne erzielen als in den meisten anderen Branchen. Arbeit in der Walfangbranche bedeutet Schichtarbeit, und zwar für nicht mehr als vier Monate pro Jagdsaison. In der vergangenen Jagdsaison waren um die 120 Personen bei Hvalur hf beschäftigt, der Durchschnittsslohn auf See und an Land betrug zwischen 1,7 bis 2 Mio ISK (11.800 EUR), pro Monat.

Die Studie beschreibt verschiedene Schwierigkeiten beim Verkauf von Walerzeugnissen, die durch Beschränkungen und andere Faktoren zustande kommen. „Es war schwierig, eine Genehmigung für den Verkauf von Walmehls zu bekommen, z.B. in Futtermitteln für Schweine, da es die Voraussetzungen für eine solche Verwendung nicht erfüllt.“ heisst es in der Studie. Hvalur hf. hat auch Walöl auf seinen Schiffen verbrannt, aber „Es hat sich als unmöglich erwiesen, das Öl für andere Zwecke zu verkaufen, teilweise aufgrund von Handelsbeschränkungen für Walprodukte.“

Exportmarkt schrumpft, Transport schwierig
Hvalur hf. hat in den letzten Jahren ausschließlich Finnwale gejagt, und dieses Fleisch wurde nur nach Japan verkauft. Der Verzehr von Walfleisch ist dort jedoch rapide zurückgegangen, von 233.000 Tonnen im Jahr 1962 auf nur noch 1000-2000 Tonnen in den Jahren 2021 und 2022. Auch der Transport von Walerzeugnissen hat sich in den letzten Jahren aufgrund des Drucks von Organisationen, die sich gegen den Walfang einsetzen, als schwierig erwiesen, aber auch, weil Regierungen den Transport von Walfleisch durch ihre Landesgrenzen nicht mehr so gerne genehmigen. Daher musste Hvalur sein Walfleisch über die Nordroute nördlich von Russland und Sibirien nach Japan transportieren. Die Seefahrtbedingungen auf dieser Strecke sind sehr schwierig und erfordern die Zusammenarbeit mit russischen Eisbrechern.

Zukunft des Walfangs entscheidet sich bald
Während der isländische Walfang im Ausland negativ gesehen wird, kam der Bericht nicht zu dem Schluss, dass diese Ansichten messbare negative Auswirkungen auf die isländische Wirtschaft hatten. Weder erschwerten sie den Verkauf isländischer Produkte im Ausland, noch schmälerten sie die Beliebtheit Islands als Touristenziel. Islands Ministerin für Fischerei, Svandís Svavarsdóttir, hatte am 20. Juni, einen Tag vor Beginn der diesjährigen Jagdsaison, ein vorübergehendes Fangverbot erlassen. Das Verbot läuft Ende August aus. Svandís hatte erklärt, dass eine Entscheidung über die Fortsetzung der umstrittenen Praxis noch in diesem Monat veröffentlicht wird.

Finnafjörður: isländischer Wind erzeugt Kraftstoff für deutsche Stahlindustrie

Im ostisländischen Finnafjörður hat sich der Schwerpunkt der industriellen Entwicklung offenbar von der Idee eines Containerumschlaghafens auf die Kraftstoffproduktion mit isländischer Windenergie verlagert. Der Bauherr, die deutsche Bremenport, arbeitet weiter an dem Projekt, obwohl die isländische Regierung sich derzeit zurückhält, berichtet austurfrett.
Bremenport hatte vor 10 Jahren angekündigt, im Finnafjörður einen Industriehafen bauen zu wollen, der zum Tragen kommen würde, sobald die Nordwestpassage am Nordpol entlang eisfrei und ganzjährig befahrbar wäre. Dabei war es unter anderem um die Verschiffung von Erzen und anderen Rohstoffen aus Minen eines dann eisfreien Grönand gegangen.

Windenergie statt Container
Doch nun schaut man mehr auf die Windenergie, mit der Wasserstoff erzeugt werden kann, den man wiederum für industrielle Zwecke ins Ausland exportieren kann. Dabei ist Arcelor Mittal zu nennen, der zweitgrösste Stahlhersteller der Welt, der in Bremen ein Werk betreibt und grosses Interesse am isländischen Wind hegt. Der Stahlmulti plant offenbar eine entsprechende Produktion im abgeschiedenen Finnafjörður, um grüne Energie statt Kohle nutzen zu können.

Bei Bremenport ist man allerdings der Ansicht, mit all den Plänen in Island vor verschlossenen Türen zu stehen. Nach einer Absichtserklärung aus dem Jahr 2016 hatte man gehofft, dass es nun konkret weitergehe, aber Islands Regierung meint, allen Pflichten aus der Erklärung nachgekommen zu sein.
Im Jahr 2019 war der Entwicklungsverein Finnafjörður gegründet worden, in dem Vopnafjarðarhreppur, Langanesbyggð, Bremenport und das Ingenieurbüro Efla je einen Sitz halten. COVID verzögerte die ganze Sache, aber im vergangenen Jahr war die Bremer Senatorin für Wissenschaft und Häfen nach Island gereist, um das Projekt wiederzubeleben. Ein Echo hätte kaum geringer ausfallen können.

Wenig Interesse bei Regierung und Kommunen
Begraben ist das Projekt damit zwar keineswegs. Allerdings hat Islands Regierung mit genug anderen schwierigen Themen zu kämpfen, darunter auch die Kontroverse bei der Windenergie. Das Interesse an einem weiteren Thema dieses Ausmasses ist daher eher dünn, obwohl eine Großindustrie im Finnafjörður der Region wirtschaftlich gut tun würde. Hinzu kommt, dass die regionalen Kommunen alle sehr klein sind und genug mit dem Tagesgeschäft zu tun haben.
In diesen Tagen wird daher schon mal von hinten gearbeitet –  Verträge mit Landbesitzern im Finnafjörður sollen geschlossen werden. Das könnte dann so aussehen, dass am Ende isländische Pensionskassen mit ausländischen Grossinvestoren im Hintergrund das Land besitzen.
Von Bremenport hiess es, man hoffe, die Verhandlungen noch in diesem Jahr abschliessen zu können. Danach könne man den nächsten Schritt tun und versuchen, den Staat wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen.
„Das ist ein langwieriger Prozess und wir arbeiten weiter an dem Projekt,“ gab Sprecher Holger Bruns austurfrétt gegenüber an