WOW-Aufkäuferin Ballarin besitzt angeblich auch Icelandair

Ballarin introduces WOW asset purchase.

Die US-amerikanische Geschäftsfrau Michelle Ballarin behauptet, es gebe Anteilseigner an der isländischen Fluglinie Icelandair, deren Aktienn eigentlich sie besitze. Ballarin kaufte im Jahr 2019 die Aktien der bankrotten Billigfluglinie WOW air. Sie gab RÚV gegenüber an, die bankrotte Fluglinie mit Icelandair vereinigen zu wollen.

WOW air war 2019 unspektakulär bankrott gegangen, als der Service einfach eingestellt wurde und tausende von Passagieren auf beiden Seiten des Atlantiks strandeten. Der Pleite folgte eine der grössten Entlassungswellen in der isländischen Geschichte. Ballarin erwarb die Aktien der Fluglinie und kündigte auf einer Pressekonferenz in Reykjavík an, sie wolle WOW air zu neuem Leben erwecken.
Eineinhalb Jahre später ist davon immer noch nichts zu sehen, nichtsdestotrotz scheint Ballarin weiterhin grosse Pläne für die Marke selbst und für die isländische Flugbranche zu hegen.

Icelandair, die einzige kommerzielle Fluglinie nach dem Fall von WOW air, indes hatte durch den COVID-bedingten Niedergang des internationalen Tourismus im vergangenen Jahr genug selbst zu kämpfen und schaffte die Kurve nur durch grosszügige Unterstützung des Staates und eine Restrukturierung der Finanzen, zum Teil durch einen Aktienverkauf im September 2020.

Bei diesem Aktienverkauf schlug Icelandair ein Angebot über 7 Mrd. ISK (231,961 Mio EUR) von Michelle Ballarin ab, die mit dem Kauf ein Viertel des Unternehmens übernommen hätte. Ballarin behauptet nun, dass andere Aktienäre in ihrem Namen gekauft hätten. Sie plane, noch mehr Aktien von Icelandair zu kaufen und die beiden Fluglinien zusammenzulegen.

Das Investigativmagazin Kveikur beschäftigt sich heute Abend mit der Angelegenheit.

Pferdeexporte werden kommende Woche wieder aufgenommen

Icelandic horse

Der Export von Islandpferden zum Flughafen Liège in Belgien soll in der kommenden Woche wieder aufgenommen werden. Die Flüge waren ausgesetzt worden, nachdem sich im vergangenen Monat ein Unfall ereignet hatte, der auf menschliches Versagen zurückzuführen war. Ein Container mit Pferden stürzte von einer Plattform, dabei verletzten sich drei Pferde. Zwei von ihnen mussten noch vor Ort euthanasiert werden, ein drittes erlitt leichtere Verletzungen.

Zwei Exportunternehmen haben auf Facebook angegeben, dass der Export von Islandpferden nach Belgien am 20.Januar wieder aufgenommen wird.

In der vergangenen Woche hatte Mikael Tal Grétarsson, Export Manager bei der Icelandair Cargo, bekannt gegeben, dass die belgischen Behörden die Pferdeexporte aus Island ausgesetzt hätten, und dass von Icelandair Cargo verlangt werde, die Arbeitsabläufe den erst kürzlich revidierten Importregularien anzupassen. Er bestätigte nun, dass man den Pferdetransport in der kommenden Woche wieder aufnehmen wolle, auch wenn es noch einige Details gebe, die es mit den belgischen Behörden zu klären gebe.

Keine Pferdeexporte mehr nach Belgien

Der Export von Islandpferden zum Flughafen Liège in Belgien ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden, nachdem es im letzten Monat dort einen Unfall gegeben hatte, der auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Damals war ein Transportcontainer mit Pferden von einer Plattform gestürzt, zwei Pferde hatten sich bei dem Unfall schwer verletzt und mussten eingeschläfert werden, ein drittes Pferd erlitt leichtere Verletzungen, berichtet das Bændablaðið.

Exportboom im COVID-Jahr
Die Entscheidung, den Export nach Belgien auszusetzen, dürfte isländische Pferdezüchter und Islandpferdefreunde auf dem Kontinent schwer treffen. Der grösste Markt für die Inselpferde ist in Deutschland zu finden, und so gut wie alle dorthin exportierten Pferde werden in Liège gelandet und abgefertigt. Der Export von Islandpferden war im Jahr 2020 um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Um die 2000 Pferde sind letztes Jahr von der Insel exportiert worden, die meisten von ihnen fanden in Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen ein neues Zuhause. Für Islandpferde wird im Ausland gut gezahlt: der Landsmótsieger von 2018 etwa, Kveikur frá Stangarlæk 1, ging im vergangenen Jahr für eine “Rekordsumme” nach Dänemark, die so hoch war, dass die Vorbesitzer sie nicht angeben wollten. Sie trauerten Kveikur jedoch nach, schreibt Vísir.

Menschliches Versagen liegt dem Unfall zugrunde
Mikael Tal Grétarsson, Exportmanager bei der Icelandair Cargo, sagte, der Vorfall in Liège sei nicht auf technisches sondern auf menschliches Versagen zurückzuführen.

“Wir transportieren seit 1995 Pferde in speziell ausgerüsteten Containern mit gleichartigem Equipment, und das mit grossem Erfolg,” sagte Mikael dem Bændablaðið. “Wir haben ganz bestimmte Arbeitsabläufe, nach denen wir und auch unsere Subunternehmer vorgehen. Dann passierte es, dass ein Angestellter in Belgien sich nicht an diese Vorgehensweise hielt, er hat den Container nicht ausreichend fixiert, sodass der Container etwa 50 Zentimeter von der Plattform stürzte, und dieser Unfall passierte. Das ist menschliches Versagen und wir mussten zwei Pferde in Absprache mit ihren Besitzern und einem Tierarzt noch vor Ort einschläfern. Ein weiteres Pferd erlitt leichtere Verletzungen und musste nicht eingeschläfert werden.”

Mikael zufolge haben die belgischen Behörden alle Pferdeimporte aus Island ausgesetzt. Icelandair Cargo muss seine Arbeitsabläufe an die kürzlich überarbeiteten Importregeln anpassen.
“Wir müssen besser verstehen, wie wir die Anforderungen erfüllen können und haben uns unter anderem mit der isländischen Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde hier zuhause getroffen, um die Arbeitsabläufe zu überprüfen. Hier geht es um die Interessen der Pferdezüchter, und wir nehmen Unfälle wie diesen sehr ernst, weil wir Sicherheit und Wohlergehen immer an erste Stelle setzen.”

 

Futterponton gesunken, Gefahr von auslaufendem Öl im Reyðarfjörður

Bíldudalur Arnarfjörður

In Reyðarfjörður ist in der Nacht zum Sonntag ein 25 Meter langer und 12 Meter breiter Futterponton des Lachszuchtunternehmens Laxá gesunken, nachdem Meeerwasser in den Maschinenraum eingedrungen war. Auf dem Ponton befand sich Fischfutter für die Lachszuchtbecken im Fjord. Zum Zeitpunkt des Unglücks war niemand an Bord gewesen.

Laxá-Geschäftsführer Jens Garðar Helgason vermutet, dass starke Vereisung zu einer Schieflage des Pontons geführt habe. Nun liegt das Gefährt in 40 Metern Tiefe des Fjords, nicht weit vom Land entfernt. Jens zufolge stelle das Wrack keine Gefahr für andere Schiffe dar.
Das Küstenwachschiff Þór war zum Bergungseinsatz angerückt, hatte aber wetterbedingt nicht viel ausrichten können.

Mbl.is berichtet, dass Öl aus dem Wrack ausgetreten sei, man habe einen Ölfilm und Ölgeruch auf dem Wasser entdeckt. An Bord hatten sich 10.000 Liter Öl befunden. Jens Garðar zeigte sich deswegen nicht besorgt. Falls Öl austrete, so Jens, verteile es sich schnell im Meer, weil es sich um leichtes Dieselöl handle und der Wind bei der Verteilung helfe.
Zur Stunde sind RÚV zufolge Taucher auf dem Weg nach Reyðarfjörður, um das Leck zu untersuchen und ein weiteres Auslaufen von Öl zu verhindern.

Auch im Fáskrúðsfjörður war gestern Morgen gegen sieben Uhr ein Futterponton in Schieflage geraten. Dort hatte die Feuerwehr jedoch das Wasser abpumpen und so ein Kentern verhindern können.

Tröllaskagi wird sechster Scrapie-Infektionsbezirk

Nach dem Aufkommen der Riða-Erkrankung (Scrapie) auf mehreren Höfen auf der Halbinsel Tröllaskagi im Norden Islands ist der Bezirk offiziell für die kommenden 20 Jahre zum Scrapiebezirk erklärt worden. Insgesamt gibt es jetzt sechs solcher Infektionsbezirke in Island, schreibt Vísir.

Wie es auf der Webseite der Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST heisst, greifen beim Aufkommen von Scrapie verschiedene Massnahmen, um eine weitere Ausbreitung der unheilbaren und ansteckenden Schafkrankheit zu vermeiden. Unter anderem ist es verboten, lebende Schafe zwischen einzelnen Höfen zu transportieren. Geschorene Wolle darf nur mit einer Genehmigung des Bezirkstierarztes vom Hof gebracht werden. Alles was den Keim transportieren könnte, wie Heu, Heupellets und Stroh, Stall- und Haustiergegenstände, Grasplatten und Erdreich, aber auch landwirtschaftliches Gerät, muss für den Transport explizit genehmigt werden. Sämtliches Gerät, welches auf verschiedenen Höfen benutzt wird wie Schergeräte u.ä., muss desinfiziert werden.

Scrapie war zuletzt auf fünf Höfen im Skagafjörður festgestellt worden, zuletzt auf dem Hof Minni Akrar, wo um die 100 Schafe gehalten werden. Insgesamt sind bislang mehr als 2000 Schafe getötet und ihre Kadaver vernichtet worden.
Die sechs Infektionsbezirke sind folgende (s. Karte):
– Vatnsneshólf (Vatnsnes)
– Húna- og Skagahólf (Húnaþing, Skagafjörður)
– Tröllaskagahólf (Tröllaskagi)
– Suðurfjarðahólf (südlicher Bezirk der Ostfjorde)
– Hreppa- Skeiða- og Flóahólf (Hrunamannahreppur, Skeiða-og Gnúpverjahrepur, Flóahreppur)
– Biskupstungnahólf (Biskupstungur)

Der Transport von lebenden Tieren innerhalb dieser Bezirke und aus diesen Bezirken über die Seuchenschutzgrenzen hinweg ist verboten. Landwirte innerhalb dieser Bezirke, die lebende Tiere zukaufen wollen, brauchen eine Genehmigung der Veterinäraufsichtsbehörde.

 

Pilotprojekt: Holzmehl als Fischfutter in der Aquakultur

In Grindavík ist derzeit ein Pilotforschungsprojekt des isländischen Marineforschungsinstituts für Matís im Gange: hier werden Zuchtlachse mit einem umgewandelten Abfallprodukt aus der Holzindustrie gefüttert, berichtet mbl.is.
“Natürlich gibt es im Holz nicht viel Protein, welches die Fische verdauen könnten, aber es wird eine Methode entwickelt, bei der Sägespäne aus der Verarbeitung von Laubbäumen in Einfachzucker umgewandelt werden, welche bestimmte Hefepilze dann wiederum in Einzellerprotein umwandeln (single cell protein). Dieses Einzellerprotein hat eine günstige Aminosäurenzusammensetzung, welche der im Fischmehl gleicht,” erklärt Ragnar Jóhannsson, der Bereichsleiter für Aquakultur und Fischaufzucht beim Marineforschungsinstitut Hafro.

Das Projekt läuft über vier Jahre. Es ist Teil des Europaprojektes Sylfeed, welches sich damit befasst, Proteine aus Abfallprodukten der Holzindustrie herzustellen. Hafro füttert derzeit eine ansehnliche Menge an Zuchtfisch mit diesem Futter und misst das Wachstum der Fische und die Futterausnutzung.

Fischmehl basiert auf knapper Resource
“Um Fisch und auch andere Tierarten wie Geflügel und Schweine aufzuziehen, braucht es proteinreiches Futter. Ein grosser Teil des Futters heute stammt aus dem Pflanzenreich, oft Sojamehl. Der Lachs kann jedoch nicht allein von Pflanzen leben, er braucht auch Proteine aus dem Tierreich, und da wird Fischmehl benutzt. Fischmehl wird aus pelagischen Fischen gewonnen und ist daher eine begrenzte Resource, zudem gehen pelagische Fische in zunehmendem Masse in den menschlichen Konsum. Das Mehl welches bei diesem Projekt hergestellt wird, kann den wachsenden Bedarf für tierische Proteine in der Aquakultur und anderer Lebensmittelproduktionen decken,” sagt Ragnar weiter. Die Konkurrenz um Proteine steige weltweit an.

Methoden wie diese Futterherstellung sollen die Nahrungssicherheit in Europa gewährleisten, weil es Möglichkeiten gibt, eine grosse Menge dieser Einzellerproteine herzustellen.

So ist das Projekt in Grindavík denn auch ein internationales, denn ausser Matís, dem isländischen Institut für Lebensmittelforschung, sind insgesamt zehn Institutionen an der Versuchsfütterung beteiligt, darunter Arbiom (USA, Frankreich), Norske Skog (Norwegen)m Golbey (Frankreich und der isländische Futtermittelhersteller Laxá.

 

COVID-infizierte Crew verlangt Rücktritt des Kapitäns

Die Mannschaft der Júlíus Geirmundsson hat einen Brief an die Reederei geschickt und verlangt, dass der Kapitan des Schiffs seinen Posten verlässt, berichtet RÚV. Kapitän und Management waren dafür kritisiert worden, wie sie mit dem Ausbruch einer COVID-19 Clusterinfektion an Bord umgegangen waren, bei dem 23 von 25 Crewmitgliedern erkrankt waren. Kapitän muss sich in der kommenden Woche einer seerechtlichen Befragung unterziehen müssen, ausserdem liegen in der Sache Strafanzeigen von fünf Gewerkschaften gegen ihn vor.

Die Júlíus Geirmundsson war drei Wochen auf See geblieben, obwohl COVID-19 an Bord ausgebrochen war. Crewmitglieder haben angegeben, dass es nicht genügend Medikamente an Bord gegeben habe, um die erkrankten Mannschaftsmitglieder zu behandeln, und dass manche gezwungen worden waren, trotz Erkrankung weiterzuarbeiten.

Misstrauensvotum gegen den Kapitän
Der Brief, in dem der Rücktritt des Kapitäns gefordert wird, wurde von der Mehrheit der Wechselcrew geschrieben und signiert, welche zum Zeitbruch des COVID-Aubruchs nicht an Bord war. Die Crew hinter dem Brief ist diejenige, die am häufigsten unter dem Kapitän arbeitet.
Der Brief wird als Misstrauensvotum beschrieben und verlangt seinen Rücktritt. Unter anderem heisst es darin, dass sein Verhalten und seine Entscheidungen einen Unterton erzeugt hätten, der nun offenbar geworden sei. Das Management des Gefrierhausses Gunnvör, welches den Trawler betreibt, lehnte jeden Kommentar zu dem Brief ab.

Die Ermittlungen der Polizei der Westfjorde zu dem Fall stehen kurz vor dem Abschluss. Am vergangenen Freitag hatte das Bezirksgericht von Reykjanes eine seerechtliche Untersuchung in dem Fall angeordnet, am Montag sollen die ersten Zeugen geladen werden.
Gegen Kapitän und Reederei liegen in der Angelegenheit Strafanzeigen von fünf Gewerkschaften vor.

Icelandic Tweed kehrt nach 50 Jahren in die Mode zurück

Die verarbeitete Wolle von isländischen Schafen erlebt dieser Tage auch COVID-bedingt ein Revival, das Stricken ist so populär wie lange nicht mehr, und auch Meterware aus isländischer Wolle ist wieder aktuell.
Der Reykjavíker Herrenausstatter Kormákur&Skjöldur hatte im vergangenen Frühjahr eine neue Kollektion aus isländischem Webstoff vorgestellt. Jackett, Weste und Schirmmütze aus “Icelandic Tweed” sind inzwischen feste Bestandteile der Tuchschneiderei, zum ersten Mal seit etwa 50 Jahren wieder, berichtet das Bændablaðið.

Gunnar Hilmarsson, Chefdesigner in der Schneiderei, der sich auch um die Produktion der Tuchware kümmert, freut sich darüber, dass die Maschinen nun so richtig surren. “Wir stellen Kleidungsstücke und Accessoires her, aber wir verkaufen auch Meterware, vor allem für Polstermöbel.” erklärt er.

Die Wolle kommt von Schafzüchtern aus dem ganzen Land, gesponnen wird sie in der Grossspinnerei Ístex, dann wird sie zum Weben nach Österreich geschickt. Gunnar zufolge fehlt es in Island leider an Gerät und Erfahrung im Weben von Meterware, sonst wäre es möglich, das Tuch von Anfang bis Ende im Land herzustellen. Die Schneiderei ist mit Exponaten auch in der Ausstellung 100% ull vertreten, welche im isländischen Designmuseum zu sehen ist (zu Zeit nur im Video).

Isländischer Tweed ist in den vier Naturgrundfarben erhältlich, braunrot, weiss, grau und schwarz. Aus diesen vier Farben wird eine Auswahl an Mustern geschaffen, von denen jedes seine eigene Liniengebung hat.

 

 

Kanadisches Unternehmen will “Öko-Gold” in Island schürfen

Vopnafjörður

Roboter und geothermale Energie sollen einem kanadischen Unternehmen helfen, “ökofreundliches” Gold in Island zu schürfen, berichtet Mining Weekly. Das Unternehmen St-Georges Eco-Mining, welches sich kürzlich alle nötigen isländischen Mineralschürfrechte gesichert hatte, prüft derzeit an mehreren Orten in Island die Möglichkeit, Gold zu schürfen, darunter auch im Þormóðsdalur etwa 20 Kilometer ausserhalb von Reykjavík.
“Wir werden Wert darauf legen, das ökofreundlichste und sozialverträglichste Gold der Welt zu schürfen,” kündigte St-Georges Chef Vilhjálmur Þór Vilhjálmsson in einem Interview über die Pläne seines Unternehmens an. “Wir sehen voraus dass unser Gold sich zum Höchstpreis verkaufen wird.”

Jahre der Erforschung vonnöten
Erst mal muss jedoch herausgefunden werden, ob Islands Goldrourcen überhaupt gross und konzentriert genug sind, um geschürft zu werden. Vilhjálmur zufolge wird St-Georges in den kommenden Jahren 500 Mio ISK (3,1 Mio EUR) in die Erforschung investieren. Der Geschäftsführer des kanadischen Unternehmens gibt an, dass der gesamte Schürfbetrieb minimalinvasiv erfolge werde.
“In unserer Ideologie geht es darum, minimale Störungen im Erdreich zu verursachen,” erklärte er. “Im Þormóðsdalur wird man kaum etwas sehen, wenn das Schürfen beginnt.” Das Unternehmen will alle Materialien nutzen, die dem Boden während des Schürfvorgangss entnommen werden. Nach Entnahme des Goldes soll das verbleibende Material für die Produktion von Baustoffen und Beton verwendet werden.

Kanadisches Unternehmen hält sämtliche Schürfrechte in Island
In einer Pressemitteilung kündigte St-Georges im vergangenen Monat an, dass man alle nötigen Schürfrechte in Island erhalten habe. Damit hat das kanadische Unternehmen die volle Kontrolle über alle Abbaurechte in Island. Dies mache St-Georges zu “einzigen Junior Explorationsunternehmen, welches alle Mineralrechte in einem westlichen Land besitze.” heisst es in der Pressemitteilung. Neben den Schürfrechten für Gold hält das Unternehmen auch die Rechte für den Abbau von Silber und Kupfer.

St-Georges hat “direkte und indirekte Kontrolle über alle ausgegebenen und in Bearbeitung befindlichen Schürfrechte in Island”, wobei es um ein Gebiet von 4600 Quadratkilometern an Orten im ganzen Land geht, darunter Vopnafjörður, das Öxnadalur, und das Þormóðsdalur. Letzteres Tal hat bereits eine Gold-rush Geschichte: der Dichter und Geschäftsmann Einar Benediktsson hatte dort einst eine Goldader gefunden, die zwischen 1908 und 1925 abgebaut worden war.

Grant Sporre, ein Experte für Metalle und deren Abbau bei Bloomberg Intelligence, ist eher skeptisch, dass St-Georges isländisches Gold besonders teuer verkaufen könne, weil es keinen universalen Standard dafür gebe, was “grünes Gold” eigentlich ist.

Isländischer Whisky soll gesetzlich geschützt werden

FLóki Whisky

Die isländische Destillerie Eimverk hat einen Antrag auf Schutzstatus für das Produkt “Isländischer Whisky” gestellt. Wie das Bændablaðið berichtet, war der Antrag bei der isländischen Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde im September eingegangen und befindet sich derzeit in Arbeit. Wenn der Schutzstatus gewährt wird, dann dürfen nur noch Spirituosen “Isländischer Whisky” genant werden, die in Island mit isländischen Produkten hergestellt werden.

Die Destillerie Eimverk war im Jahr 2009 gegründet worden und produziert Spirituosen aus lokalen Erzeugnissen. Der Singlemalt Whisky Floki wird nur in kleinen Mengen hergestellt, verwendet werden dabei ausschliesslich isländische Gerste und isländisches Quellwasser.

Im Dezember 2014 hatte Islands Parlament Alþingi ein Gesetz zum Schutz von Produktnamen verabschiedet, welches in Island hergestellte Produkte aufgrund ihrer Herkunft, Terroir und traditioneller Einzigartigkeit unter Schutz stellt. Solche Gesetze sind in Europa weit verbreitet und werden oft für handwerklich hergestellte Lebensmittel wie Champagner, Käsesorten oder Schinkenerzeugnisse verwendet.

Wenn dem Antrag auf Schutzstatus stattgegegen würde, dann wäre der Whisky nach isländischem Lammfleisch (2019) und isländischem Wollpullover (dieses Jahr) das dritte Produkt in Island, welches gesetzlichen Schutz geniesst.