Quarantänebrecher im Restaurant, Grenzregeln könnten verschärft werden

beer bar

Die isländische Polizei ist in den vergangenen Tagen auf der Suche nach einer Gruppe Personen gewesen, die nach der Einreise gegen die geltenden Quarantäneregeln verstossen hat. Die Personen haben das Land heute verlassen, allerdings haben sie vermutlich dafür gesorgt, dass nun die Regeln an der Grenze weiter verschärft werden könnten, um weitere solcher Fälle zu verhindern.
Wie RÚV berichtet, hatten sich eine Person aus den USA und drei Europäer in einem Restaurant in Reykjavík am Sonntagabend damit gebrüstet, die Quarantäne nicht einzuhalten. Das Gespräch wurde von einem Restaurantmitarbeiter mitangehört, der daraufhin die Polizei benachrichtigte. Als Beamte im Restaurant erschienen, waren die Gäste bereits gegangen, doch das Rückverfolgungsteam konnte die Polizei mit den notwendigen Informationen wie Namen und Aufenthaltsort versorgen.
Beim Aufsuchen der in den Einreisedokumeten angegebenen Unterkunft stellte sich heraus, dass die Personen sich nicht dort aufhielten. Sie waren für ein Unternehmen angereist, und das hatte, als es Wind von der Angelegenheit bekam, die Leute sofort wieder ausser Landes geschickt.

“Das war sehr ernst. Wir haben diese Regeln, und wir möchten, dass sich daran gehalten wird, und eigentlich vertrauen wir den Leuten, dass sie sich daran halten. Wenn die Leute wissentlich die Regeln brechen, dann muss sich die Polizei der Sache annehmen,” kommentierte Jóhann Karl Þórisson von der Reykjavíker Polizei.

Nun ist es also so weit, und die Behörden prüfen, welche Schritte sie an den Grenzen einleiten. In den kommenden Tagen wird ein entsprechendes Memo des Chefepidemiologen an die Gesundheitsministerin gehen.
“Vor allem geht es darum, einzelne Abläufe detaillierter zu gestalten, und die Informationen der Touristen nachprüfbar zu machen, also ob sie die korrekte Telefonnummer angeben, die korrekte Adresse und den Wohnort, wo sie in Island bleiben wollen und so weiter.” sagte Þórólfur Guðnason am Abend.
Es sei aber auch denkbar, einen negativen COVID-Test zur Doppeltestung zu verlangen, oder, wenn Zweifel an der Einhaltung der Quarantäne bestehen, die Leute zwangsweise im Quarantänehaus unterzubringen.

In Island sieht die COVID-Lage dezeit sehr gut aus, gestern gab es einen weiteres Mal keinen positiv getesteten Fall. Þórólfur sieht Spielraum für ein vorzeitige Lockerung der Seuchenpräventionsmassnahmen im Land selber.

 

Ein Drittel aller Passagiere wurde am Flughafen abgeholt

COVID-19 Iceland

Fast jeder dritte Passagier, der am gerade vergangenen Wochenende in Island gelandet ist, wurde am Flughafen abgeholt, obwohl die aktuellen Seuchenschutzregeln genau dies verbieten. Auf der heutigen COVID-19 Pressekonferenz schilderte der Leiter der Grenzpolizei am Flughafen, Jón Pétur Jónsson, wie die Lage an der Grenze zur Zeit aussieht.

Seiner Aussage nach habe die verpflichtende Doppeltestung an der Grenze zusammen mit anderen Massnahmen im Land grosse Erfolge gebracht, um eine Ausbreitung des Virus zu hemmen.
Die Zahl der einreisenden Passagiere ist gesunken. Seit dem Jahreswechsel sind 292 Einreisende positiv getestet worden, bei 160 Passagieren hatte es sich um eine aktive COVID-19 Infektion gehandelt. Wie Jón Pétur auf der Konferenz angab, kamen die meisten infizierten Personen aus Polen und aus Spanien.

An diesem Wochenende trugen sich Jón zufolge 90 Fälle zu, wo die Einreiseregeln nicht eingehalten wurden. Er berichtete, dass nicht nur Leute abgeholt wurden, sondern auch, dass falsche Angaben zum Quarantäneort gemacht wurden, oder dass Leute sich nicht zum Quarantäneort begaben. Wie Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason sagte, gibt es zum jetztigen Zeitpunkt keine rechtliche Grundlage dafür, Personen zwangsweise ins staatliche Quarantänehaus zu verbringen.

Die derzeit geltenden Regeln verbieten es, einen Passagier am Flughafen abzuholen. Optionen für Einreisende sind auf Taxi und Mietwagen, sowie ein hinterlassenes Fahrzeug zur Benutzung beschränkt.
Víðir Reynisson, der Leiter des isländischen Zivilschutzes, sagte zum Ende der Pressekonferenz: “Das sind erschlagende Zahlen, dass fast ein Drittel der ankommenden Passagiere am Wochenende abgeholt wurde, und dass sich nicht an die Quarantäneregeln gehalten wurde.”

Gestern wurde eine Person im Land positv getestet, sie befand sich bereits in Quarantäne. An der Grenze gab es drei positive Tests, die noch auf Antikörper untersucht werden.

Reykjavík Helicopters wegen Flug ins Naturschutzgebiet angeklagt

Die Polizei der Westfjorde hat das Hubschrauberunternehmen Reykjavík Helicopters und dessen Sprecher wegen eines Fluges in das Naturschutzgebiet Hornstrandir im letzten Sommer angeklagt. Am Donnerstag findet die Verhandlung im Bezirksgericht der Westfjorde statt, die Klageschrift ist nach Aussage der Polizei jedoch noch nicht vollständig veröffentlicht und kann daher nicht eingesehen werden, berichtet RÚV.

Die isländische Umweltbehörde hatte bei der Polizei Anzeige erstattet, nachdem im vergangenen Sommer zwei Hubschrauber mit amerikanischen Touristen an Bord im Naturschutzgebiet in Hornstrandir gelandet waren.  Hubschrauber dürfen Naturschutzgebiete weder überfliegen noch dort landen, ausser es liegt eine Genehmigung der Naturschutzbehörden vor.

Kristín Jónsdóttir, eine Expertin bei der Behörde, hatte damals im Gespräch mit Vísir angegeben, dass Ranger der Umweltbehörde die Hubschrauber gehört hätten. “Wir haben Kontakt mit dem Unternehmen gehabt zum Thema, was in der Angelegenheit erlaubt ist und was nicht.”
Im Gespräch mit dem Fréttablaðið sagte Kristín, dies sei das erste Mal gewesen dass ein Hubschrauberflug und eine Landung in Hornstrandir angezeigt worden sei. Die Touristen seien von Reykjavík nach Fljótavík geflogen. Dort habe ein Boot die Gruppe abgeholt und zu einer Yacht gebracht, die in Hornvík vor Anker lag. Einige hätten den Tag mit Tauchen verbracht, andere seien auf der Yacht geblieben. Später habe der Hubschrauber die Leute wieder nach Fljótavík geflogen.

Strengere Regeln zum Schutz der Stille
Vor zwei Jahren waren strengere Regeln für die Naturschutzgebiete in Kraft getreten, die darauf abzielen, diese Regionen als unberührtes Land für kommende Generationen zu erhalten. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die Stille in den Naturschutzgebieten erhalten bleibt. In dem Zusammenhang wurde explizit klargestellt, dass Hubschrauberlandungen und Dronengebrauch verboten werden.

Der Fall ist nicht der erste – vor fünf Jahren war ein Hubschrauberpilot zur Zahlung von 200.000 Kronen verurteilt worden, nachdem er mit einem Passagier ins Sperrgebiet des damals aktiven Vulkanausbruchs in der Holuhraun geflogen war. Der Pilot landete zweimal und liess seine Passagiere aussteigen.
Bekannt geworden war der Fall, nachdem der eine Passagier, Goga Ashkenazi, ein kasachischer Milliardär, ein Video seines Ausflugs in die frische Lava auf Instagram veröffentlichte.

COVID-19: Lockerungen ab Montag, neues Seuchenschutzgesetz liefert Grundlage für härtere Massnahmen

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir hat heute folgende Lockerungen der COVID-19 Einschränkungen angekündigt, die ab kommenden Montag in Kraft treten:
– Bars, Diskotheken und Spielhöllen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen geöffnet werden.
– Restaurants mit Alkoholausschank dürfen bis 22 Uhr geöffnet sein, ab 21 Uhr dürfen keine neuen Gäste mehr das Lokal betreten.
– Die Maximalzahl von Besuchern in Museen und von Kunden in grossen Supermärkten wird der Quadratmeterzahl entsprechend auf 150 Personen angehoben.
– Die Maximalzahl von Besuchern kultureller und religiöser Veranstaltungen sowie auf Beerdigungen wird auf 150 Personen angehoben.
– Fitnesscenter und Wellnesscenter dürfen ihre Umkleiden öffnen, in den Bodybuildingeinrichtungen darf unter bestimmten Voraussetzungen wieder trainiert werden, hier gilt die Obergrenze von 20 Personen zur selben Zeit. Jeder Nutzer muss sich vorher registrieren. Alle Geräte müssen nach Benutzung desinfiziert werden, die Gäste dürfen nicht zwischen den Sälen verkehren.
– Alle Regeln und Beschränkungen, die für das Sporttraining und für Wettkämpfe gelten, sind nun auch auf geistige Aktivitäten wie Bridge, Schach und Bingo anzuwenden.
– Weiterhin gilt für sonstige Veranstaltungen die Obergrenze von 20 Personen, sowie generell die Zweimeter-Abstandsregel und die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.

Anders als von Chefepidemiologen Þórólfur Guðnason gestern in den Bereich des Möglichen gezogen, sind Vorschläge zu Regelverschärfungen an den Grenzen bei Justizministerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir nicht eingegangen, berichtet mbl.is.

Gestern war im Parlament eine Gesetzesvorlage zur Generalrevision des Seuchenschutzgesetzes einstimmig verabschiedet worden. Das neue Gesetz soll unter anderem die rechtliche Grundlage für durchgreifende Massnahmen an den isländischen Landesgrenzen schaffen. Dazu gehören auch Punkte wie die zwangsweise Quarantäneverbringung von Personen, bei denen der Verdacht einer Infektion besteht, sowie die Möglichkeit, Personen des Landes zu verweisen, wenn sie sich nicht an die in Island geltenden Seuchenschutzregeln halten. Beides war bislang rechtlich nicht möglich gewesen.

Island ist das einzige “grüne” Coronaland in Europa

Island ist wie schon in der vergangenen Woche das einzige Land in ganz Europa, welches auf der EU-Coronawarnkarte die grüne Farbe trägt, berichtet Vísir.
Letzte Woche waren noch einige Mittelmeerinseln, darunter Kreta, mit grün bezeichnet worden, doch in der aktuellen Ausgabe ist dies wieder in orangefarben geändert worden. Nur der Nordteil Norwegens ist ebenfalls grün.

Das Farbcodesystem der Europäischen Seuchenschutzbehörde zeichnet mit drei Farben die Infektionslage in den einzelnen Mitgliedsstaaten nach. Ein Land wird grün gezeichnet, wenn die die Zahl der Neuinfektionen über 14 Tage auf unter 25 per 100.000 Personen sinkt und der Anteil der positiven Tests unter vier Prozent liegt.

Island hatte in den letzten zwei Tagen keine gemeldeten Neuinfektionen verzeichnet. Die Reproduktionszahl liegt bei 3,5, für den Grenzverkehr liegt sie bei 6,5. Da die europäische Seuchenschutzbehörde die Inlandszahl nicht von der Zahl des Grenzverkehrs unterscheidet, liegt die gesamte Reproduktionszahl Rechnungen der Behörde nach bei 10,5.

Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hat heute Morgen der Gesundheitsministerin ein Memo mit Vorschlägen zur vorsichtigen Lockerungen der Beschränkungen im Land vorgelegt. Es steht zu erwarten, dass die Vorschläge im Kabinett besprochen werden. Die jetzigen Beschränkungen sind bis 17. Februar gültig, könnten aber vorzeitig geändert werden.

Þórólfur äusserste sich ausgesprochen besorgt über die Entwicklung an der Grenze und über die einreisenden Personen, die mit der sogenannten britischen Virusvariante gefunden werden. Die Variante gilt als ansteckender und ist inzwischen in ganz Europa verbreitet.
Bei insgesamt 60 Personen wurde in Island die britische Virusvariante gefunden, darunter 14 im Land, doch standen diese 14 alle in Kontakt zu Personen, die jüngst eingereist waren und an der Grenze positiv getestet wurden. Bislang hat die Virusvariante sich innerhalb der isländischen Gemeinschaft nicht ausbreiten können.

Seit Mitte Januar ist der Doppeltest mit fünftägiger Quarantäne für alle Einreisenden verpflichtend. Die Einhaltung der Quarantäne wird von den Behörden überwacht. Mehr Informationen gibt es auf Covid.is.

Tödlicher Unfall im Eyjafjörður: Taucherkrankheit durch zuviele Tauchgänge

Ein Amerikaner um die 70 Jahre, der im September 2019 beim Tauchgang im Eyjafjörður ums Leben kam, ist Obduktionsergebnissen zufolge an der Taucherkrankheit gestorben. Er hatte sich zusammen mit anderen Tauchern unter Leitung von erfahrenen Tauchlehrern und Guides auf dem Tauchgang befunden.
Der Unfall war vom Untersuchungsausschuss der Verkehrsbehörde geprüft worden. Als Ursache für den tödlichen Unfall gilt dem Untersuchungsbericht zufolge, dass die Regeln für sicheres Tauchen nicht genaustens befolgt wurden. Der Ausschuss fordert die Tauchunternehmen auf, ihren Kunden klarzumachen, dass eine realistische Einschätzung des Gesundheitszustandes vorliegen muss, um ihre Sicherheit garantieren zu können.

Taucher ging zu früh an die Wasseroberfläche
In dem Boot hatten sich sechs Taucher befunden, die von Hjalteyri aus aufgebrochen waren, um submarine Geysire zu besuchen, berichtet RÚV.
Der Amerikaner verliess zusammen mit einem weiteren Hobbytaucher und einem Taucherguide das Boot als Erster. Zunächst wurde auf 17 Metern Tiefe getaucht, dann auf 32 Metern Tiefe, dort verweilten die Taucher etwa 20 Minuten. Alle drei Taucher begaben sich dann an der Leine wieder nach oben, auf fünf Metern Tiefe wurde regelkonform ein Sicherheitsstopp zur Druckentlastung eingelegt.

In dem Bericht heisst es, dass der Mann jedoch nach bereits zwei bis drei Minuten wieder aufgetaucht sei. Der andere Tauchgast wartete die vorgeschriebenen fünf Minuten. Er gab an, es habe so ausgesehen, als ob der Amerikaner kein Wasser mehr getreten habe und die Oberfläche fast bewegungslos schwebend erreicht hätte. Der Bootsguide hingegen gab an, der Mann sei an die Wasseroberfläche gekommen und habe Zeichen gegeben, dass alles in Ordnung war. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass da doch etwas nicht stimmte, und der Taucher wurde bewusstlos an Bord gezogen. Die Wiederbelebungsversuche zeigten keine Wirkung, der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Taucherausrüstung, Weste und Tauchmaske waren entfernt worden, als der Mann an Bord gezogen wurde, die Gegenstände sanken ins Wasser und konnten bis heute nicht gefunden werden.

Sieben Tauchgänge in neun Tagen
Als Todesursache wurde per Obduktion die Taucherkrankheit festgestellt, in deren Folge der Mann verstarb. In dem Bericht heisst es, der Mann sei in neun Tagen siebenmal getaucht, davon die letzten drei Tauchgänge an zwei Tagen und zwei Tauchgänge an einem Tag.
Medizinischer Expertenmeinung zufolge sollen immer 24 Stunden zwischen zwei Tauchgängen liegen. Die Zeit zwischen den Tauchgängen des Mannes sowie die Tiefe des Tauchganges erklärten, warum ihn die Taucherkrankheit ereilte. Zudem sei er zu schnell aufgetaucht. Es bestehe der Verdacht, dass er da die Symptome der Taucherkrankheit bereits verspürte und nicht zurechnungsfähig war.

Die Küstenwache schrieb in ihrem Expertengutachten, dass den Tauchdaten nach nichts auf Unregelmässigkeiten hinwies, ausser einer möglichen Müdigkeit des Tauchers.
Der Ausschuss vermutet die Unfallursache darin, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Sicherheitsregeln nicht auf das Genauste befolgt wurden. Alles deute darauf hin, dass der Tod des Mannes durch die Taucherkrankheit verursacht wurde, die darauf zurückzuführen sei, dass zuwenig Zeit zwischen den Tauchgängen vergangen war, und die Zeit beim Druckentlastungsstopp zu kurz ausfiel. Sicherheitsvorschriften müssten auf das genauste befolgt werden, und die Angaben der Kunden zu Gesundheit und Vorgeschichte müssten realistisch sein, um ihre Sicherheit und die der anderen nicht zu gefährden.

 

‘Ski heil’ mit Abstand und Maske auf Islands Pisten

skiing ski lift Iceland

Den Betreibern der isländischen Skigebiete ist es gelungen, Pisten und Lifte seuchenschutzkonform in Betrieb zu nehmen, und RÚV meldet, dass heute morgen nach nur einer halben Stunde alle Pistenkarten im vor den Toren der Hauptstadt gelegenen Skigebiet Bláfjöll ausverkauft waren. Von Betreiberseite hiess es, alle Gäste hielten sich an die geltenden Präventionsregeln, am Berg pulsiere das Leben und aus den Gesichtern strahle einem die Freude entgegen. Die Gruppe der Langläufer habe sich in kürzester Zeit vervielfacht. Das einzige was zur Windstille und moderaten Kälte noch fehle, sei ein bisschen mehr Schnee, sagt Betriebsleiter Einar Bjarnason.

Die Leute hielten sich an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Das Restaurant vor Ort ist geschlossen, es gibt aber Zugang zu den Toiletten. Die Wartezeit am Lift beträgt maximal vier Minuten. Erlaubt waren 500 Personen in dem Skigebiet, die Halbtageskarten sind im Internet erhältlich. Heute morgen war nach nur 30 Minuten alles ausverkauft.

Besonders zufrieden ist Einar mit dem Zuwachs bei den Langläufern. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte die Gruppe sich vergrössert, im letzten Herbst explodierte sie dann. “Ich hörte Verkaufszahlen aus den Geschäften, da hiess es, sie hätten mehr als 1000 Paar Langlaufskier verkauft. Das ist unglaublich, dass das passiert. Hier kommen an die 100 Leute jeden Tag auf Langlaufskiern.” begeistert er sich.

Auch im Skigebiet in Akureyri geniessen die Leute das ruhige Winterwetter. Um die 800 Skifahrer tummelten sich heute an den Hängen vom Hlíðarfjall, auch hier werden Halbtageskarten verkauft. Die Betreiber loben die Bereitschaft der Leute, Abstand zu halten und Masken zu tragen. Gut die Hälfte der Skifahrer kommt aus der Hauptstadt und aus anderen Regionen des Landes.

In Island waren die COVID-Infektionszahlen zuletzt bis auf Einzelfälle zurückgegangen, von denen sich fast alle bereits in Quarantäne befanden. An der Grenze finden sich weiterhin positive Fälle, doch da sich nun jeder Einreisende verpflichtend testen lassen muss, besteht Hoffnung, dass keine Infektionen mehr unerkannt eingeschleppt werden.

Die derzeit geltenden Präventionsmassnahmen gelten bis zum 17. Februar, doch will der medizinische Krisenstab an diesem Wochenende beraten, ob vorzeitige Lockerungen im Land möglich wären.

Eisstau an der Jökulsá á Fjöllum, Ringstrasse nachts gesperrt

Die Ungewissheitsstufe des Zivilschutzes gilt am Fluss Jökulsá á Fjöllum im Norden des Landes, nachdem ein Eisstau im Fluss Überschwemmungsgefahren mit sich brachte. Die Ringstrasse zwischen dem Mývatnssveit und Egilsstaðir ist zur Zeit nur zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr geöffnet.Der Ringstrassenverkehr wird dort durch die Polizei geregelt.

Zeitgleich zur starken Eisschollenbildung ist auch der Wasserstand in dem Gletscherfluss hoch, am Mittwoch hatte dies dazu geführt, dass die Jökulsá Eismassen auf die Ringstrasse schob und sie versperrte. Bislang hat die Brücke keine Schäden davongetragen. Noch am gleichen Abend schaufelten sich Bagger der Strassenverwaltung durch die Eismassen, die in dieser Menge noch niemand in der Region erlebt hatte. Der Eisstau reichte nach Aussage des Baggerführers drei Kilometer den Fluss hinauf.

ice jam Jökulsá á Fjöllum

Nach Angaben des Wetterdienstes liegen die Temperaturen im Norden des Landes auch in den kommenden Tagen weit unter dem Gefrierpunkt, daher bleibt die Gefahr von Eisschollen bestehen.
Seit gestern ist der Wasserpegel unter der Brücke gefallen, doch immer noch liegt er nur etwa einen Meter unter dem Brückenboden. Die Brücke wird ständig vor Ort überwacht, der Wasserstand täglich ermittelt. Die nächtliche Sperrung bleibt vorerst weiterhin bestehen, wer nach 18 Uhr dort reisen muss, kann die Strasse 85 durch den Nordosten benutzen.

Hier gibt es einen Nachrichtenfilm zur Lage vor Ort.

133 Schneelawinen in zehn Tagen

avalanche

Eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Schneelawinen hat sich in den vergangenen Tagen im Osten Islands, im Norden und in den Westfjorden ereignet. Einer Mitteilung des Wetterdienstes zufolge wurden in den vergangenen zehn Tagen 133 gemeldete Schneelawinen gezählt, die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher. Für die nördlichen Westfjorde, den Norden und Osten des Landes gilt daher auch weiterhin die Unsicherheitsstufe des Zivilschutzes.

Die meisten der 133 Lawinen ereigneten sich in den Westfjorden (52) und im Nordosten (41), an dritter Stelle stehen die Ostfjorde mit 24 Lawinen.
“Es ist klar, dass manche Lawinen abgegangen sind, ohne dass sie gemeldet wurden. Manche gehen in abgelegenen Regionen nieder, andere werden nicht bemerkt, und längst nicht alle Schneelawinen werden dem Weterdients gemeldet,” heisst es in der Mitteilung des Wetterdienstes.
In den genannten Regionen hatten sich zuvor schwere Schneefälle ereignet, und die Schneedecke an steilen Hängen wird als instabil bewertet. Dem Wetterdienst zufolge sind manche Lawinen sogar bei Windstille abgegangen.

Auch grössere Strassen waren diesmal betroffen und mussten gesperrt werden, wie etwa die Öxnadalsheiði am 23. Januar. Die Strassenverwaltung informiert über lawinenbedingte Sperrungen, der Wetterdienst ist für das Lawinenrisiko zuständig.
Niemand wurde bislang verletzt, allerdings hat eine der Lawinen im Kolbeinsdalur (Skagafjörður) drei Pferde getötet und eine Hütte zerstört. Die Lawine im Skarðsdalur richtete grosse Schäden im Skigebiet von Siglufjörður an, in Eskifjörður wurde unter anderem ein Schiessgelände schwer beschädigt.

 

Erdrutsch in Seyðisfjörður: Evakuierung beendet, Gefahrenstufe gesenkt

Eine ganze Reihe von Einwohner in Seyðisfjörður kann in ihr Zuhause zurückkehren, nachdem die Evakuierung von einzelnen Häusern im Bereich Múli in der Hafnargata aufgehoben worden ist. Zur Zeit besteht keine Gefahr weiterer Erdrutsche, daher haben Zivilschutz und Polizei in Ostisland die Warnstufe von Gefahr auf Ungewissheit gesenkt.
Seit dem 20. Dezember hatte die Gefahrenstufe gegolten, nachdem zwei Tage zuvor ein riesiger Erdrutsch mit Schlamm und Geröll auf den Ort abgegangen war.
Mehr als ein Dutzend Gebäude wurden durch diese und weitere Lawinen zerstört, sowohl Wohnhäuser als auch Gewerbegebäude, und viele von ihnen mit historischem Hintergrund. Die Häuser unterhalb des Múli waren gleich nach dem Erdrutsch am 18. Dezember evakuiert worden.

In einer Mitteilung des Zivilschutzes hiess es, die Aufräumarbeiten der letzten Wochen seien erfolgreich verlaufen. In einigen Bereichen habe man die Lawinenschutzvorrichtungen fertigstellen können. Die Lage werde auch weiterhin engmaschig überwacht, doch zum jetzigen Zeitpunkt und in den kommenden Tagen sehe man keine Gefahr. Die Schutzvorrichtungen sind provisorischer Natur und verbleiben, bis eine endgültge Entscheidung zu bleibenden Bauwerken getroffen worden ist.

Vier Wohnhäuser am Teich Stöðvarlækur bleiben auch weiterhin für den Zutritt gesperrt Zur Zeit wird ein Risikogutachten für den Bereich erstellt, mit Ergebnissen ist in einigen Tagen zu rechnen. Die Bewohner von Seyðisfjörður sind gewarnt worden, dass es in den kommenden Monaten zu weiteren Evakuierungen kommen könnte “wenn die Wetterbedingungen ungünstig werden oder schwere Regenfälle zu erwarten sind.”