Tourismusverband fordert mehr Kontrolle bei ausländischen Busunternehmen

Der isländische Tourismusverband (SAF) glaubt, dass das tschechische Reiseunternehmen Adventura sich nicht an die Gesetze hält, wenn es für bestimmte Zeiträume Reisebusse in Island betreibt. Ein solcher im Ausland registrierter Bus war vor dem Wochenende auf der Öxnadalsheiði von der Strasse gerutscht und hatte eine Ölpest im Wasserschutzgebiet verursacht.
Verbandsvorsitzender Jóhannes Þór Skúlason sieht es an der Zeit, die Kontrolle illegaler Gruppenreisen in Island strenger zu fassen. Bei dem schweren Unfall mit einem Spezialbus für Hochlandfahrten hatten 10 Personen ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, zwei von ihnen liegen immer noch auf der Intensivstation. Die Bergstrasse hatte zum Auftakt des langen Wochenendes die ganze Nacht über gesperrt müssen, die Reinigungsarbeiten hatten mit erheblichem Aufwand stattgefunden.

Gefährlicher Schrott im Hochland
Das tschechische Unternehmen Adventure betreibt den sogenannten Tatrabus, mit dem Gruppenreisen in die isländische „Wildnis“ veranstaltet werden. Tatra ist ein tschechischer Automobilhersteller, der Trucks für Industrie, Armee, Feuerwehr und andere Institutionen baut. Ein solches Fahrzeug war von Adventura in einen Bus für 20 Fahrgäste umgebaut worden. Der Werbung zufolge garantiere dieses Fahrzeug Bequemlichkeit und Reisefreiheit im isländischen Hochland.

Jóhannes kritisiert dass die Kontrolle mit solchen Fahrzeugen allzu lax gehandhabt wird. „Wir hatten hier in den letzten Jahren schon uralte Reisebusse etwa aus Osteuropa, wo nicht klar war, wie da die jährliche Inspektion gehandhabt und kontrolliert wird. Dann kann der Versicherungsstatus dieser Fahrzeuge in Bezug auf die Anforderungen in Island unzureichend sein. Und das kann damit enden, dass die Fahrgäste keinen Versicherungsschutz haben, wenn sie mit diesem Bus verunglücken,“ erklärt Jóhannes.
Schon im Jahr 2019 hatte sein Verband neun Verbesserungsvorschläge für mehr Kontrolle solcher Fahrzeuge vorgelegt.

10-Tage-Regel ausgeweitet
Seit dem Jahr 2021 gilt eine neue Regel, nach der Reiseveranstalter aus den EU-Mitgliedsstaaten Reisebusse während eines Zeitraums von 30 Tagen nur noch 10 Tage in Island fahren dürfen. Diese Fahrzeuge dürfen aber 12 Monate im Land bleiben und könnten demnach 12 Fahrten zu jeweils 10 Tagen anbieten. An diese Regel hält sich Jóhannes zufolge das tschechische Unternehmen Adventure jedenfalls nicht.
„Bei diesem Fahrzeug wird schon bei einem Blick auf die Buchungsseite klar, dass hier gesetzwidrig gehandelt wird.“ Die Islandreise mit dem Tatrabus dauert nämlich 15 Tage.

Doch obwohl der Tatrabus auch schon mal im Nationalpark Vatnajökull in einem See versunken war, scheinen die Kontrollinstanzen nur wenig Interesse daran zu haben, dem Unternehmen auf die Finger zu schauen. Das hat durchaus Gründe. Die Kontrolle ausländischer Tourismusunternehmen auf isländischem Boden gestaltet sich nämlich kompliziert und ist ein Gemeinschaftswerk gleich mehrerer Institutionen: Zoll, Steuerbehörde, Polizei und Arbeitsamt. Hier fehle es gerne mal an Kommunikation zwischen den Behörden.

Lohndumping aus dem Ausland
Dabei schädigt der Betrieb ausländischer Busunternehmen auch den Inlandsmarkt, unter anderem weil die Löhne der ausländischen Mitarbeiter viel niedriger liegen als in Island.
„Die Busfahrer und Reiseleiter verdienen viel weniger als was auf dem isländischen Arbeitsmarkt vorgeschrieben ist.“ Und so mancher erhalte zwar den in Island üblichen Lohn, müsse dafür aber den Reiseabschnitt im Ausland bis zur Fähre für Gotteslohn fahren.
Damit könnten die ausländischen Agenturen Löhne bieten, die bis zu 40% unter den isländischen Gehältern liegen.

Erdbebentätigkeit im Hofsjökull nimmt zu

Im Gletscher Hofsjökull hat sich die Erdbebenaktivität in den vergangenen 10 Jahren verzehnfacht. Es scheint daher klar, dass der auffällige Berg im Herzen des Landes zum Leben erwacht. Allerdings wissen die Fachleute nicht, was das nun genau bedeutet, denn seit der Besiedelung hat es aus dem Hofsjökull keinen Ausbruch gegeben, und davor auch nur fünf Ausbrüche in 10.000 Jahren. Páll Einarsson, Professor emeritus am Geoinstitut der Universität Islands, sagt, die Aktivität habe sich seit 2020 deutlich erhöht.

Der Hofsjökull ist mit rund 1800 Metern bei gutem Wetter überall im Hochland zu sehen. Er hat einen Durchmesser von 35 bis 40 Kilometern und ist Ursprung von vier Gletscherflüssen: Þjórsá, Hvítá, Blanca und die Héraðsvötn. Durch Messungen hat man herausgefunden, dass der Gletscher während der obengenannten fünf Ausbrüche weitaus kleiner gewesen ist als heute zu sehen.

Bis zum Jahr 1970 war allerdings nicht einmal bekannt gewesen, dass sich unter der bis zu 700 Meter dicken Eisschicht ein Vulkan mit riesigem Krater verbirgt. Páll Einarsson macht sich jedoch wenig Sorgen.
„Das ist ein aktiver Vulkan, aber sicher einer der faulsten unter seinesgleichen in Island. Kein grosser Ausbruch ist aus diesem Vulkan bekannt, nur in der letzten Eiszeit sind ein paar kleine Lavafelder geflossen,“ erklärt der Professor.

Hofsjökull wurde in Anlehnung an den Bergabschnitt Arnarfell Hið Mikla früher Arnarfellsjökull genannt. Seinen heutigen Namen trägt er nach dem verlassenen Landnahmsgut des Siedlers Eiríkur Hróaldsson in Goðdalir, Hof im Vesturdal, das zu seiner Zeit der grösste zusammenhängende Landbesitz in Island war und bis an den markanten Berg heranreichte.

Ölpest nach Busunfall auf der Öxnadalsheiði

Öxnadalsheiði, oil accident

Bei dem Busunglück auf der Öxnadalsheiði ist eine grosse Menge Öl ausgelaufen und hat ein Wasserschutzgebiet verschmutzt. Der regionale Wasserversorger Norðurorka gab an, es handle sich um die grösste Umweltkatastrophe, die sich je in dem Gebiet ereignet hat.

Umfangreiche Säuberungsmassnahmen
Das Wasserschutzgebiet befindet sich an der Wasserscheide der Öxnadalsheiði. Schnell war klar, dass ausgedehnte Massnahmen nötig sind, um die Katastrophe einzudämmen. Norðurorka hatte sofort aus Sicherheitsgründen das Trinkwasser in Vaglar abgestellt. Ölbarrieren wurden ausgelegt, und der Fluss Árkvísl, der der Strasse am nächsten liegt, wurde oberhalb des Unfallortes gestaut, damit das Wasser nicht in den verschmutzten Uferbereich geraten konnte.

Nachdem das verschmutzte Erdreich abgegraben worden war, sammelte sich Öl in dem Loch. Hier gab es keine andere Lösung als dieses Öl abzubrennen. Der Rest wurde von einem Pumpfahrzeug abgepumpt. Norðurorka geht davon aus, dass man das Schlimmste habe verhindert werden können. In einer Mitteilung wurde der Unfall als die schwerste Umweltkatastrophe in dem Gebiet bezeichnet.

Verletzte und Strassensperrung
Bei dem Busunglück waren 22 Fahrgäste betroffen gewesen, fünf mussten nach Reykjavík in die Uniklinik geflogen werden. Zwei von ihnen liegen auf der Intensivstation. Nach Angaben der Polizei waren einige Fahrgäste aus dem Bus geschleudert worden, unter anderem weil sie keinen Sicherheitsgurt benutzt hatten. Die Öxnadalsheiði hatte am Abend des langen Wochenendes bis in die frühen Morgenstunden gesperrt werden müssen, der Verkehr war über Siglufjörður umgeleitet worden
Die Polizei und der Ermittlungsausschuss für Verkehrsunfälle untersuchen den Unfallhergang.

Bekannter Unfallsünder
Bei dem Bus handelt es sich um einen Spezialtruck aus der Tschechei. Das Unternehmen Tatrabus war nicht zum ersten Mal in einen Unfall verwickelt. Im Jahr 2011 war der Bus auf der Route Fjallabaksleið nyðri in den See Blautulón gestürzt und hatte dort eine Ölpest verursacht. Umfangreiche Bergungsaktionen waren notwendig, um das schwere Gefährt aus dem See zu holen. Seinerzeit berichtetet RÚV, dass der Tatrabus zuvor in einen Unfall im Hochland verwickelt gewesen und mehrfach von Augenzeugen beim Offroad Fahren beobachtet worden war.

Kein öffentlicher Bus für Fluggäste in Keflavík

Der Busfahrplan am internationalen Flughafen Keflavík ist nicht auf die Bedürfnisse von Fluggästen zugeschnitten. Die isländische Straßenverwaltung, die mit Strætó den Busverkehr im Land betreibt, hat Flughafenbetreiber Isavia wiederholt gebeten, die öffentlichen Verkehrsmittel am Terminal besser auszuschildern, berichtet RÚV.

Keine Hinweise im Flughafengebäude
Viele Touristen, die in Keflavík ankommen, wissen gar nicht, dass sie auch den öffentlichen Bus in die Hauptstadt nehmen können, denn Informationen zu Abfahrtsort oder Fahrplan sucht man im Flughafengebäude vergeblich. Die Abfahrtsstelle liegt ausserdem auf der anderen Seite der Ankunftshalle in einiger Entfernung zum Gebäude.
Die Strassenverwaltung hat vom Flughafenbetreiber mehrfach verlangt, diese Umstände zu ändern. Allerdings kommt der Busfahrplan von der Strassenverwaltung, und der passt nicht zum Flugplan. Eine Busverbindung gibt es morgens erst ab halb sieben, wenn die meisten Flugzeuge bereits abgehoben haben.

Bus für Bedürfnisse der Einwohner
Bei der Strassenverwaltung hat man dafür eine Erklärung. „Die Busverbindung der Linie 55 so wie sie heute besteht, ist vor allem für die Bedürfnisse der Bewohner von Suðurnes geschaffen worden. Daher sind Anbindung und Fahrplan nicht im Hinblick auf Fluggäste gestaltet worden,“ sagt Bergþóra Kristinsdóttir, die Geschäftsführerin der Dienstleistungsabteilung bei Vegagerðin.

Flughafenbetreiber Isavia bietet den privaten Busunternehmen Kynnisferðir und Airport direct Parkbuchten direkt vor dem Gebäude. Bergþóra zufolge habe man bislang nicht in Wettbewerb mit diesen Unternehmen treten wollen, dazu müsste ein Parkplatz dort vor dem Gebäude angemietet werden. Es sei eine Entscheidung, ob der Staat als Busbetreiber mit bereits vorhandenen Dienstleistern in Wettbewerb treten wolle und zu welchen Voraussetzungen.
Seit vergangenem Sommer ist eine Arbeitsgruppe des Innenministeriums mit einer Analyse der Verkehrssituation am Flughafen befasst, auf Ergebnisse dieser Studie wird derzeit gewartet.

Schweres Busunglück auf der Öxnadalsheiði

Icelandic coast guard

Gestern nachmittag gegen 17 Uhr ist auf der Öxnadalsheiði ein Reisebus verunglückt. Die Bergstrasse musste wegen Bergungsarbeiten bis in die frühen Morgenstunden gesperrt werden, der Verkehr war über die Halbinsel Tröllaskagi umgeleitet worden.

Fünf Schwerverletzte
Der Reisebus aus der Tschechei mit 22 Fahrgästen an Bord war von der Strasse abgekommen und einen Hang hinabgestürzt. Zwei Insassen wurden aus dem Bus geschleudert. Fünf Personen wurden schwer verletzt, zwei von ihnen liegen im Universitätskrankenhaus am Beatmungsgerät.
Die Ersthelfer waren schnell am Unfallort. Alle Verletzten wurden zunächst ins Krankenhaus nach Akureyri gebracht, die fünf Schwerverletzten wurden dann nach Reykjavík in die Universitätsklinik geflogen.

Polizeiliche Ermittlungen, Asphaltbluten möglich
Öxnadalsheiði musste für die Bergungsarbeiten gesperrt werden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen, ein Sachverständiger des Unfallausschusses arbeitet vor Ort. Es gilt zum jetzigen Zeitpunkt als wahrscheinlich, dass Asphaltbluten den Bus ins Rutschen gebracht hat. Ausserdem gibt es nach Angaben der Polizei Hinweise darauf, dsss ein grosser Teil der Businsassen keinen Sicherheitsgurt getragen hat.
Die Strassenverwaltung hatte früher am Tag vor Asphaltbluten auf der Öxnadalsheiði gewarnt und einige Streckenabschnitte auch mit Sand bestreut, um für besseren Grip zu sorgen. Asphaltbluten bereitet Autofahrern im Norden des Landes beinahe jedes Jahr Probleme, wenn die Temperaturen schnell ansteigen und länger Trockenheit herrscht. Überall dort wo es auf der trockenen Strasse glänzt, sind dann Öle an die Asphaltoberfläche getreten, auf denen man ins Rutschen geraten kann.

Umleitung durch die Berge
Der Feiertagsverkehr – am Montag ist Nationalfeiertag und halb Island war ins lange Wochenende unterwegs – musste über die Halbinsel Tröllaskagi durch Hofsós und Siglufjörður umgeleitet werden. Auf der engen und schlechten Strasse, die streckenweise nur Schotterbelag aufweist, herrschte die ganze Nacht über in beide Fahrtrichtungen erhöhtes Verkehrsaufkommen. Hinzu kam, dass die Einfahrtssteuerung einer der beiden einspurigen Tunnels bei Siglufjörður defekt war und Fahrzeuge aus beiden Richtungen in den Tunnel fuhren. Trotz der Zustände verlief der Verkehr auf der Strecke jedoch unfallfrei.

Die Webseite umferdin.is informiert Autofahrer stets aktuell über Sperrungen und Umleitungen, auf safetravel.is findet man ebenfalls Warnhinweise.

Blaue Lagune wegen Gasbelastung geschlossen

Blue Lagoon, bláa lónið

Die Blaue Lagune musste heute morgen bis zum Mittag wegen schlechter Luftqualität geschlossen werden. In der vergangenen Nacht hatte Wind aus Südost geherrscht und die Gasverschmutzung aus dem Vulkanausbruch an den Sundhnúkagígar nach Nordwesten über die Halbinsel Reykjanes und die Blaue Lagune getragen.
Heute kommt der Wind aus Ost und trägt die Gasverschmutzung über den Westteil der Halbinsel. Die Geschäftsführerin der Blauen Lagune, Helga Árnadottir, sagte Vísir gegenüber, gegen Mittag werde die Lage geprüft und entschieden, ob eine Öffnung heute möglich wird.

Der beliebte Touristenpool mit Hotelanlage ganz in der Nähe des Ausbruchsgebietes war im Frühjahr mit mehreren Gasometern auf dem Badegelände, sowie mit Sirenen ausgestattet worden. Schon mehrfach hatte aus Sicherheitsgründen evakuiert werden müssen, das verlief nach Angaben der Betriebsleitung jedoch jedesmal problemlos.

Die Feuerwehr der Halbinsel hatte in den vergangenen Tagen immer wieder gegen aufflammende Grasbrände ankämpfen müssen, die sich in der trockenen Vegetation durch Funkensprung entzündet hatten. Gestern regnete es in der Region, und auch für heute ist Regen angekündigt – Zeit für die Feuerwehr, sich auszuruhen, bevor am Wochenende die nächste Trockenperiode Grasbrände wieder anfachen dürfte.

Schwarzbrauenalbatross verirrte sich nach Island

Ein ausgesprochen seltener Gast von der Südhalbkugel ist in den vergangenen Tagen an der isländischen Küste beobachtet worden: der Schwarzbrauenalbatros, und er hat sich in diesem Jahrhundert zum dritten Mal nach Island verirrt.
Schwarzbrauenalbatrosse ähneln den Mantelmöwen, sind jedoch viel grösser und bringen es auf eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie verbringen bis auf die Brutzeit am Kap Horn und den Falklandinseln ihr gesamtes Leben in antarktischen Gewässern, – Island liegt da nicht auf der Route.

Nicht der erste Irrgast
„Der erste ist hier im Jahr 1966 in der Basstölpelkolonie auf der Hellisheiði der Westmännerinseln beobachtet worden, und dann noch mal 1968. Dann gab es einen in Suðurnes im Sommer 1990. Danach hat man Vögel im Sommer 2018 und 2019 in der Bucht Faxaflói gesehen,“ zählt der Biologe Yann Kolbeinsson von der nordisländischen Naturbehörde auf.
Offenbar haben Vogelkundler auch Schwarzbrauenalbatrosse in der Bucht Skjálfandi und vor der Küste der Westfjorde gesehen.
Yann zufolge hält sich ein Schwarzbrauenalbatross, der sich in die Arktis verirrt hat, gerne bei den Basstölpeln auf. Allerdings fliegt er sehr schnell und sei daher nur schwer zu verfolgen. Der im Skjálfandi gesichtete Vogel sei intensiv gesucht worden, aber man hat ihn nicht mehr finden können.
Aber auch wenn er sich bei den Eissturmvögeln aufhält, könne man ihn aufgrund seiner Grösse erkennen.

Berühmte Langzeitgäste
Auf den Färöerinnen wird der Vogel súlukongur genannt, der König der Basstölpel, offenbar benannt nach einem Albatrossweibchen, dass zwischen den Jahren 1860 und 1894 auf der Insel Mykines bei den Basstölpeln lebte. Der Vogel wurde nach 34 Jahren von einem Einheimischen geschossen.
Auch in Schottland hat es zwischen 1967 und 2007 einen solchen Gast gegeben, ‘Albert’ war im Jahr 2007 um die 47 Jahre alt und hat 40 Jahre davon auf der Nordhalbkugel bei den Basstölpeln gelebt.
Schwarzbrauenalbatrosse können bis zu 70 Jahre alt werden und sind ihrem Partner treu. Viel verlieren ihr Leben allerdings, wenn sie Trawlern folgen und sich in Netzen verfangen oder Haken verschlucken. Daher steht die Spezies auf der Liste der gefährdeten Tiere.

Ministerin erteilt Genehmigung zur Jagd auf 128 Wale

Die isländische Ministerin für Fischerei, Landwirtschaft und Lebensmittel, Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir, hat Islands einzigem kommerziellen Walfangunternehmen Hvalur hf eine Genehmigung für die Jagd auf 128 Finnwale erteilt. Die Lizenz ist auf ein Jahr beschränkt. In der Region Grönland/Westisland dürfen 99 Wale, in der Region Ostisland/Färöer dürfen 29 Wale gejagt und erlegt werden.
Die Entscheidung über die Quote basiert auf Empfehlungen des Meeresforschungsinstitutes (Hafró) aus dem Jahr 2017 und berücksichtigt konservatorische Ökosystemfaktoren der Internationalen Walfangkommission. Die Entscheidung basiert ausserdem auf einem Vorsorgeansatz und spiegelt den verstärkten Fokus der Regierung auf eine nachhaltige Resourcennutzung wider, heisst es in einer Erklärung der Regierung.

Walfang nach gleichen Regeln
Die Ministerin betonte nach Ende der Kabinettssitzung, dass die Entscheidung, den Walfang in diesem Jahr zu erlauben, weder ihren eigenen Überzeugungen noch denen ihrer Partei entspreche. Sie sei dem Gesetz gefolgt, gibt aber zu, dass die Entscheidung durchaus Auswirkungen auf die Unterstützung ihrer Partei haben könnte. Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir ist Mitglied der Linksgrünen Bewegung. Premierminister Bjarni Benediktsson zeigte sich mit der Entscheidung seiner Ministerin zufrieden.
Eine Änderung des Walfanggesetztes aus dem Jahr 1949, das schon Amtsvorgängerin Svandís Svavarsdóttir als völlig veraltet bezeichnet hatte, müsse Bjarkey zufolge im Parlament erfolgen. RÚV gegenüber sagte sie, Island als Land und Nation müsse darüber nachdenken, ob es mit dem Walfang wirklich weitermachen wolle.

Für die Jagd auf Finnwale gelten die gleichen Regelungen wie im vergangenen Jahr, die von Amtsvorgängerin Svandís Svavarsdóttir seinerzeit verschärft worden waren. Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte Vorschläge zu einer weiteren Verschärfung vorgelegt. Nach Bjarkeys Angaben werden diese Vorschläge im Ministerium geprüft, einen Einfluss auf die Erteilung der Jagdlizenz hätten sie jedoch nicht.

Tierquälerei auf offiziellem Video
Seit im letzten und vorletzten Jahr Videoaufnahmen von stundenlangen Todeskämpfen erlegter Wale öffentlich wurden, war der Druck auf die Regierung von beiden Seiten – Walfanggegner und Walfangunterstützer – gewachsen. Bjarkeys Vorgängerin Svandís Svavarsdóttir hatte für die Saison 2022 verfügt, dass sich an Bord eines jeden Walfangschiffes eine Aufsichtsperson der Fischereibehörde befinden muss, die alle Jagden bildlich dokumentiert.
Auf Grund dieser Dokumentation stellte sich heraus, dass längst nicht jeder Harpunenschuss den erbeuteten Wal sofort tötet, und so mancher Wal quälte sich stundenlang oder musste bis bis zu viermal beschossen werden, bis er endlich verendete. Nachdem im vergangenen September bewiesen werden konnte, dass das Tierschutzgesetz verletzt wurde, hatte MAST eins der beiden Walfangschiffe stillgelegt. Das andere Schiff durfte weiterjagen.
Heimildin hatte im letzten Jahr herausgefunden, dass das Walfangunternehmen Hvalur hf. dauerhaft mit Verlusten betrieben wird und dass ein grosser Teil der Walfleischprodukte in isländischen Gefrierkammern lagere.

Bevölkerung gegen Walfang
In einer Umfrage von 22. Mai hatten sich 49 Prozent der Bevölkerung gegen den Walfang ausgesprochen, 35 Prozent waren dafür, und 16,5 Prozent hatten keine Meinung.
Eine Beschwerde die der isländische Naturschutzbund der EFTA-Regulierungsbehörde ESA vorgelegt hatte, war mit der Begründung abgelehnt worden, eine Lizenzerteilung verstosse nicht gegen europäisches Recht. Die geäusserten Tierschutzbedenken wurden abgeschmettert, weil sich Verordnungen des EU-Vertrages nicht auf grosse Meeressäuger beziehen, also auch nicht auf Wale. Ausserdem liege die Angelegenheit ausserhalb des EU-Gültigkeitsbereichs.

Die Beschwerde, dass die Verarbeitung des Walfleischs nicht den Verordnungen zur Lebensmittelsicherheit entsprechen – Hvalur darf seine Beute auch weiterhin unter freiem Himmel schlachten und muss keine überdachte Halle dafür bereitstellen – falle in die Verantwortung der nationalen Behörden, die sich an EU-Regeln zu halten hätten.

 

Reykjanes: Kein Ende der vulkanischen Aktivität in Sicht

crater

Die derzeitige vulkanische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes ähnelt in vielen Aspekten den Vulkanausbrüchen an der Krafla, nur auf einer anderen Zeitschiene, meint der Geophysiker Magnús Turi Guðmundsson. In einem Interview mit dem Regionalmagazin Víkurfréttir sagt er, bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass der unterirdische Magmazustrom sich verringere. Solange dies der Fall sei, habe man nichts in den Händen, um über eine Dauer des Ausbruchs zu spekulieren.

100 Mio Kubikmeter Magma vorhanden
Am 10. November waren beim ersten Ausbruch dieser Serie rund 100 Millionen Kubikmeter Magma in den Intrusionsgang geflossen, der sich durch die tektonischen Erdbeben in den Wochen zuvor gebildet hatte. Seitdem sei es fünfmal in der alten Kraterreihe Sundhnúkaröð zu einem Lavaausbruch gekommen, sagt Magnús Tumi. Die Gesamtmenge aus diesen fünf Ausbrüchen wird auf 70 bis 80 Millionen Kubikmeter Lava geschätzt, wobei mit jedem Ausbruch mehr Lava geflossen sei. Das sei so wie bei den Kraflafeuern, nur in kürzerer Zeit.
„Dieser Ausbruch verhält sich ähnlich wie der letzte, fulminant zu Beginn, dann verebbt er schnell, danach verringert sich der Lavafluss. Deswegen fliesst die Lava eine kürzere Strecke von den Kratern als zu Beginn. Die Lava baut sich nicht weit von den Kratern entfernt auf. Man kann damit rechnen, dass diese Entwicklung so weiter anhält,“ erklärt Magnús. Eine Dauer des Ausbruchs sei davon allerdings nicht abzulesen, auch der veränderte Wechsel von Landhebung und Senkung im Magmakammergebiet Svartsengi biete da keinen brauchbaren Hinweis.
Solange weiter Magma in die Kammer fliesse, gebe es nichts, was auf ein mögliches Ende der Aktivität hindeute.

Mittelalterausbrüche zum Vergleich
„Wir wissen dass es im 13. Jahrhundert mindestens drei Vulkanausbrüche gegeben hat, in der Illahraun, in der Eldvörp und Arnarsetur, jeweils im Abstand von etwa 15 Jahren. Die jetzt aufgestiegene Magmamenge ist immer noch viel geringer als die der drei Ausbrüche.“ Man müsse daher damit rechnen, dass es noch eine Weile weitergehen könne. Es könne auch sein, dass die Aktivität am Fagradalsfjall muteingerechnet werden muss, dann komme man immerhin auf die halbe Magmamenge, die im 13. Jahrhundert geflossen ist.
„Die derzeitige vulkanische Aktivität könnte im Sommer aufhören, aber sie könnte auch noch ein Jahr lang andauern. Wir haben einfach nichts in den Händen, um ein Ende dieser Ereignisse vorauszusagen.

Kein explosiver Ausbruch
Für die Tatsache dass die Ausbrüche von Mal zu Mal stärker werden, hat Magnús Tumi jedoch eine Erklärung. Jeder Ausbruch sei von einem kleinen Auseinandergleiten der Erdschichten begleitet, daher müsse jetzt mehr Druck als zu Beginn aufgebaut werden, und die Ausbrüche werden stärker. Die Explosivität, die zuletzt beobachtet worden war, sei auf die Kontakt der Lava mit dem Grundwasser zurückzuführen. Ein explosiver Ausbruch sei nur zu erwarten, wenn Lava im Meer emporsteige, davon sei derzeit aber nicht auszugehen.

Schutzwälle und neue Strassenführung
Magnús ist der Ansicht dass die Schutzwälle, die den Lavafluss aufhalten und umleiten sollen, ihren Nutzen unter Beweis gestellt haben. Weitere heftige Ausbrüche mit grosser Lavamenge könnten zwar dazu führen, dass sich Lava auftürme und die Wälle überfliesse, aber dann müsse man den Kampf weiterführen, um grössere Schäden zu vermeiden. Wie in den letzten Tagen bereits von anderen laut überlegt, sieht auch er eine Möglichkeit darin, die Zufahrtsstrasse nach Grindavík etwa auf die andere Seite des Berges Þorbjörn zu verlegen, nicht zuletzt weil die neue Lava Naturschutz geniesst, aber auch, um eine dauerhaft sichere Verbindung zu dem Küstenort zu halten.
Grindavík ist zwar evakuiert und gilt als nicht sicher für einen. dauerhaften Aufenthalt, und ein Grossteil der Bevölkerung hat seine Häuser bereits an den Staat veräussert, aber immer noch wird von Grindavík aus Hochseefischerei betrieben und die Fischfabriken wie zahlreiche damit verbundene Unternehmen versuchen, ihren Betrieb trotz der Gefahren aufrecht zu erhalten.

Andere Ortschaften oder Infrastrukturen auf der Halbinsel Reykjanes sind durch die vulkanische Aktivität nicht bedroht, und auch der Luftverkehr ist in keiner Weise betroffen. Lediglich die vulkanische Luftverschmutzung kann empfindlichen Personen Probleme bereiten, über Belastung und Verbreitung der Gase informiert die Webseite loftgaedi.is.

Erstes Kreuzfahrtschiff an Landstrom angeschlossen

An diesem Sonntag ist in Island zum ersten Mal ein Kreuzfahrtschiff vom Land aus mit Strom versorgt worden. In diesen Genuss kam die norwegische Fritjof Nansen, und die Prozedur dauerte nach Angaben von Hafenmarketingleiter Sigurður Jökull Ólafsson gerade mal zehn Minuten: „Um die Maschinen abzustellen, während das Schiff weiter läuft und die Batterie lädt,“ sagte Sigurður RÚV gegenüber.

Spart Abgase, Lärm und Geld
Der Obermaschinist der Fritjof Nansen, Jan Robin Pettersen, sagt, damit spare das Schiff während seines 12-stündigen Aufenthalts im Reykjavíker Hafen rund 8000 Liter Schiffsdiesel. „Normalerweise verbrauchen wir das alles, und das kostet Reykjavík und die Erde Abgase. Die sparen wir jetzt auch.“

Aber nicht nur die Abgase bleiben weg, auch die Lärmbelästigung, die von den dauerhaft laufenden Schiffsdieseln ausgehen, bleibt aus. „Zum ersten Mal ist es still im Maschinenraum, das kommt uns schon ein bisschen komisch vor,“ meint der Maschinist.

Wichtig für die Energiewende
Aus Anlass der neuen Stromverbindung hatte es am Hafen eine kleine Feierstunde gewesen, an der auch die ehemalige Präsidentschaftskandidatin und nun ihr altes Amt zurückgekehrte Direktorin der Energiebehörde, Halla Hrund Logadóttir zugegen war. Die Elektrifizierung der anderen Häfen liege zwar noch in weiter Ferne, so Halla, doch sei sie für die weltweite Energiewende wichtig, und auch wenn dies nicht der grösste Schritt sei, so sei es doch ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg.
In Reykjavíks altem Hafen können jetzt alle Kreuzfahrtschiffe mit Strom vom Land aus versorgt werden. Die Stromversorgung für Schiffe soll in ganz Europa bis 2030 eingeführt sein, doch bis dahin, so Sigurður Jökull, sei noch viel Arbeit zu erledigen. Bis dahin müssen wir alle Kreuzfahrtschiffe, alle Containerschiffe und überhaupt alle größeren Schiffe mit Landstrom versorgen. Und das gilt auch für die Häfen Seyðisfjörður und Westmännerinseln, da müsse wir uns hier in Island also ein bisschen ranhalten.“