Isländische Walrösser von den Wikingern ausgerottet?

In vergangenen Zeiten lebte in Island eine isländische Unterart des Walrosses, ihr Bestand wurde jedoch während der Besiedlungszeit vor 1100 Jahren vollständig ausgerottet.

Ein Team internationaler Wissenschaftler hat das Rätsel um die verschwundenen Walrösser nun gelöst, berichtet RÚV. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass der Walrossbestand und seine Ausrottung ein erstes denkbares Beispiel für die Übernutzung eines Meereslebewesens sein könnte.

Die Jagd auf die Tiere und der Handel mit Stosszähnen, Häuten, Fleisch und Tran gelten als hauptsächliche Verursacher für die Ausrottung des isländischen Walrosses, heisst es in einer Mitteilung des Forscherteams.

Zu Wikingerzeiten waren Walrösser beliebte Jagdbeute. Die Häute nutzte man für Kleidung und für Taue, die an den grossen Segeln der Wikingerschiffe Anwendung fanden, erklärte der Biologe Hilmar J. Malmquist vom Naturhistorischen Institut.

Der Tran war ebenfalls begehrt, er wurde sowohl als wasserfeste Abdichtung der Schiffsswand genutzt, als auch als Schutz gegen Muscheln, die sich in die Schiffswände hineinbohrten und diese zerstörten.

Die Stosszähne wurden damals Elfenbein des Nordens genannt und galten als echte Schätze. Künstlerisch begabte Menschen, Frauen wie Männer, schnitzten schöne Muster in die Zähne. “Könige erhielten Stosszähne als Geschenk, und auch ganze Schädel. Das galt als ausgesprochen bemerkenswerter Gegenstand, und das ist es bis heute.” sagt Hilmar.

Aber auch die Erderwärmung nach der kleinen Eiszeit und die grossen Vulkanausbrüche könnten am Verschwinden der Walrösser aus Island beteiligt sein, heisst es in der Mitteilung.

Hilmar zufolge nagen die globalen Veränderungen, wie etwa die Erwärmung der Erde am Bestand von Walrössern und anderen Arten. Zu der Zeit, wo das Walross in Island gelebt hatte, war es relativ warm gewesen und es hatte nur wenig Eis gegeben. Es hatten sich auch ungewöhnlich viele Vulkanausbrüche ereignet, besonders in den Regionen, wo sich die Walrösser bevorzugt aufhielten.

Die neuste These der Wissenschaftler zu Siedlungs- und Naturgeschichte vergangener Zeiten stützt sich darauf, dass die Nachfrage nach Produkten von Meerestieren und Vögeln hier in Island viel eher die treibende Kraft hinter der Landnahme war als das strenge Regime in Norwegen, oder politische Meinungsverschiedenheiten.” erklärt Hilmar. Das habe die Besiedlung weitaus mehr vorangetrieben als man bislang angenommen habe.

Das Vorkommen der Walrösser hier in Island und ihr Verschwinden hatten Wissenschaftlern lange Kopfzerbrechen verursacht.

Die neusten Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Molecular Biology and Evolution veröffentlicht. Beteiligt an dem Projekt waren Forscher aus Island, Dänemark und den Niederlanden, untersucht hatten sie Alter und Erbgut von Knochen, die vor allem im Südwesten, Westen und in den Westfjorden gefunden worden waren. Die meisten Knochen waren mit der Brandung auf der Halbinsel Snæfellsnes an den Strand gespült worden. Man hat, so heisst es in der Mitteilung des Naturhistorischen Institutes, jedoch auch Knochen in Hausfundamenten, bei Ausgrabungen und bei Hafenarbeiten gefunden.

Hier kann man in einem kurzen Film sehen, wie ein vermutlich 2000 Jahre alter Walrossschädel vermessen wird, der im Jahr 2015 in Snæfellsnes von deutschen Touristen am Strand gefunden worden war. Damals keimte zum ersten Mal der Verdacht auf, dass Walrösser einst wohl zur Fauna Island gehört haben.

Zur selben Zeit wurde auch darauf hingewiesen, dass es weitaus mehr Funde gegeben habe, die jedoch in Koffern von Touristen und Sammlern ausser Landes gereist seien.

Das Mitnehmen von solchen Funden, sei es in tierischer, pflanzlicher oder geologischer Form, ist dem isländischen Gesetz nach verboten.

 

 

Tag des Islandhundes wird gefeiert

Heute wird in Island der Tag des Islandhundes begangen. Zum vierten Mal wird die Hunderasse im ganzen Land mit besonderen Veranstaltungen gefeiert, um sie der Bevölkerung bewusst sichtbar zu machen, berichtet RÚV.

Die Rasse galt nämlich eine zeitlang als fast ausgestorben. Der Islandfreund Mark Watson hat grössten Anteil daran, dass sie vor der Ausrottung bewahrt wurde. Heute wird daher auch sein Geburtstag gefeiert, Watson wäre 113 Jahre alt geworden.

Eine Rassevorstellung findet um 14 Uhr im Volksmuseum Árbæjarsafn in Reykjavík statt, wo die Vorsitzende des Zuchtvereins, Stefanía Sigurðardóttir, einen Vortrag über die Geschichte des “Volkshundes”, seine Farbvielfalt und Eigenschaften halten wird, heisst es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Heute feiert auch der isländische Hundezuchtverband (HRFÍ) seinen 50. Geburtstag. Das Thema des diesjährigen Fotowettbewerbs ist natürlich der Islandhund.

Wie die vormalige Verbandsvorsitzende Þórhildur Bjartmarz verrät, hatte Mark Watson zu seiner Zeit einige Islandhunde gesammelt, um sie zu exportieren und im Ausland eine Reinzucht der Rasse zu beginnen und sie so vor dem Aussterben zu bewahren. Damals waren nämlich nur noch zwei Hündinnen in ganz Island übrig gewesen. Diese beiden Hündinnen gelten als die Stammmütter der heutigen Zucht.

 

Hafenparkplatz wird Freizeitgelände

Der vormalige Hafenparkplatz Miðbakkinn in Downtown Reykjavík ist am vergangenen Freitag in ein Freizeitgelände für Familien umgewandelt worden, berichtete Vísir.

Dort gibt es nun einen Fahrradparcours für Kinder, eine Skatebahn und ein Basketballspielfeld. Der Skatepark war in Zusammenarbeit mit dem Skater und Grafittikünstler Steinar Fjeldsted entworfen worden, der in Reykjavík eine Skateboardschule betreibt, Die Fahrradlehrerin und Aktivistin Sesselja Traustadóttir hatte den Zweiradparcours entworfen. Junge Künstler hatte den Boden bemalt, dort sieht man eine riesige Krabbe, einen Fisch und einen Seemannsknoten auf dem Asphalt.

Es hatte Musik und Strassenimbiss bei der Eröffnung gegeben, und beides wird auch vom 19. bis 21. Juli wieder vor Ort sein, wenn das erste isländische Strassenfest in Miðbakkinn stattfindet. Dort gibt es dann Verkaufsbuden, mobile Cafés und allerhand Veranstaltungen.

Das wird ein sehr lebendiges und lustiges Gelände, was einmal ein Parkplatz war und nun Teil des öffentlichen Geländes für Reykjavíker Bürger geworden ist,” sagte Sigurborg Ósk Haraldsdóttir, die Leiterin des Planungsbüros der Hauptstadt.

Weil es nämlich nicht mehr in einen Parkplatz zurückverwandelt wird … die Idee ist, dass das Gelände mit der Zeit dauerhafte Möglichkeiten für diese Sportarten und alle möglichen Aktivitäten am Hafen bieten soll.”

 

 

Der Jurtenkrieg in Strandir

Ein bemerkenswerter Kleinkrieg trägt sich dieser Tage in der abgelegenen Region Strandir in den Westfjorden zu.

Dort entsteht in der Gemarkung Seljanes, die sich im Besitz von sieben Landeigentümern befindet, eine 30 Quadratmeter grosse Jurte, in der in diesem Sommer Veranstaltungen und Kurse rund um die isländische Volkskultur stattfinden sollen. Im Herbst soll die Jurte dann wieder abgebaut werden.

Initiatorin und Veranstalterin ist Elin Agla Briem, eine alleinerziehende, besitzlose Mutter in Saisonarbeit, wie Stundin schreibt, und Volkskulturbäuerin, die für das Sommerprojekt Fördergelder unter anderem von der Initiative Brotthættir byggðar (Zerbrechliche Siedlungen) erhalten hat.

Elin hatte die Erlaubnis für den Bau der Jurte auf einem Holzrahmen von all jenen Landeigentümern eingeholt, die vor Ort leben. Die Jurte hinterlässt so gut wie keine Spuren der Bautätigkeit.

Ich habe alles gegeben, um das Material zu kaufen und das Projekt auf den Weg zu bringen,” sagt sie. Das Zelt soll den Betrieb der Volkskulturwirtschaft und eine Volkskulturschule beherbergen, sowie das Leben an sich pflegen. “Das ist seit vielen Jahren mein Traum gewesen, in Árneshreppur solch ein Zelt zu errichten,” erklärt Elin.

Einer jedoch ist gegen das Zelt, und macht der Volkskulturbäuerin nun die Hölle heiss. Der in Reykjavík ansässige pensionierte Kellner Gísli Baldur Jónsson ist nämlich einer der sieben Landeigentümer der Gemarkung Seljanes zwischen dem Ófeigsfjörður und dem Ingólfsfjörður in Strandir, und er hat mit Jurten und Volkskultur absolut nichts am Hut, stattdessen hat er Elin Agla in einem Brief mit Massnahmen gedroht, die sie “Millionen” kosten würden. Überdies sei sein Land in Seljanes von jeglichem Müll wie kaputten Autos, Maschinen und Schrott der Bewohner von Dranga zu reinigen.

Der Brief war auch an die Bezirksleitung, den Bauausschuss und den Bauamtsvertreter gegangen. In einem weiterem Brief drohte er Elin Agla mit ernsten rechtlichen Schritten und einem Abrisstrupp.

Jurtengegner Gísli Baldur hat sich den Schrieb an die Behörden von der Tochter von Pétur Guðmundsson im Ófeigsfjörður und deren Ehemann bezeugen lassen. Jener Pétur Guðmundsson hatte es im vergangenen Jahr in die Medien geschafft, nachdem er die Wasserrechte auf seinem Land an die Betreiber des umstrittenen Wasserkraftwerks Hvalárvirkjun verkauft hatte.

Gísli Baldur zufolge sei die Hälfte der Landeigentümer gegen die Jurte.

Elin Agla kann jedoch die Erlaubnis von Sveinn Kristjánsson stellvertretend für alle Landeigentümer der Gemarkung vorweisen.

Die eine Hälfte der Landbesitzer (die Leute von Dranga) will zudem das Gebiet nördlich und westlich der Drangaskörð unter Naturschutz stellen, damit dem Kraftwerksbau ein Riegel vorgeschoben wird. Die andere Hälfte unterstützt den Kraftwerksbau – auch der 81-jährige Reykjavíker Gísli Baldur, dessen Grossvater in der Region geboren wurde und dessen Vater als Kind die Sommer dort verbrachte. Er selber, Gísli, sei “immer hin und wieder” vor Ort.

Mit dem Kraftwerksbau und den dazugehörigen Trassenbauarbeiten habe er kein Problem. Nördlich und westlich von Seljanes müssen die Wege in den Ingólfsfjörður verbreitert und aufgeschüttet werden, damit die Bagger sich ihren Weg in eine Region bahnen können, wo zur Zeit niemand ganzjährig lebt.

Er sei vor 40 Jahren dahin gefahren und habe sich das [Kraftwerksgebiet] angeschaut, sagt Gísli. Er habe keine Sorge, dass Wasserfälle zerstört werden und verschwinden, wie es im Umweltgutachten angemerkt wird.

Vor einigen Tagen hatte sich, wie Stundin berichtet, ein Einwohner der Gemeinde vor den Bagger gestellt und es geschafft, dass die Denkmalbehörde die Trassenbauarbeiten offiziell stoppte, weil völlig unklar war, ob sich auf der anvisierten Strecke nicht vielleicht unentdeckte archäologische Stätten befinden.

Währenddessen baut Volkskulturbäuerin Elin Agla unverdrossen weiter an ihrer Jurte, die, wenn sie im Herbst abgebaut wird, keinerlei Spuren in der Natur hinterlassen wird. Viele freiwillige Helfer sind nach Seljanes geeilt, denn am 12. Juli soll das Kursprogramm für isländische Volkskultur beginnen.

Hatari: “Wir hoffen auf ein Ende der Besatzung”

Hatari

Die Band Hatari, Islands Beitrag zum Eurovision Song Contest 2019, wünscht sich ein Ende der israelischen Besatzung in Palästina. Das äusserten die beiden Sänger und Performer Matthías Tryggvi Haraldsson und Klemens Nikúlasson Hannigan bei ihrer ersten Eurovisions Pressekonferenz auf die Frage von Reportern. “Naja, wir hoffen natürlich sobald wie möglich ein Ende der Besatzung zu sehen, und dass der Frieden kommt. Wir sind voller Hoffnung,” sagte Matthías Tryggvi Haraldsson.

Auf die Frage, ob sie während ihres Aufenthaltes in Israel eine politische Aussage treffen wollen, vor allem im Hinblick auf die Ereignisse der letzten Tage, als 23 Personen während kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Israel und Palästina getötet wurden, sagte Matthías: “Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, ist einer, den wir in den isländischen Medien geäussert haben. Was wir gesagt haben, war, dass wir thematischen Einfluss nehmen wollen, der durch unsere Teilnahme entsteht, oder durch jegliches Spektakel, welches das öffentliche Interesse weckt. Durch diesen thematischen Einfluss würden wir versuchen, eine kritische Diskussion zu dem Kontext aufrecht zu erhalten, in welchem dieser Wettbewerb stattfindet. Und das ist es, was wir in unseren Unterhaltungen mit verschiedenen Medien versucht haben und auch weiterhin tun wollen. In Bezug auf die Frage, was auf der Bühne selber geschehen wird – wir sind entschlossen, an dem Wettbewerb teilzunehmen und die Regeln zu befolgen, wie jeder andere auch.”

Der Moderator der Pressekonferenz versuchte daraufhin, jegliche weitere Fragen und Kommentare zum Thema abzublocken, doch Hatari-Mitglied Klemens Nikúlasson Hannigan bat den Reporter, seine Frage abzuschliessen. Nachdem das Duo sich miteinander beraten hatte, antwortete Matthías: “Naja, wir hoffen natürlich sobald wie möglich ein Ende der Besatzung zu sehen, und dass der Frieden kommt. Wir sind voller Hoffnung.”

Die gesamte Diskussion kann in diesem Video angeschaut werden, in Minute 17.45 geht es um die israelische Besatzung.

Hatari wird Island am 14. Mai in Tel Aviv beim Eurovision Song Contest vertreten. Sollte die Band sich für das Finale qualifizieren, wird sie auch am 18. Mai in der Expo Tel Aviv Arena auftreten.

Als der isländische TV-Sender RÚV Hatari nach der Pressekonferenz fragte, sagten die beiden: “Es gab eine Pressekonferenz, wo uns eine Menge guter Fragen gestellt wurden, zugegebenermassen versuchte der Moderator jedoch, uns zu zensieren. Aber wir haben ihr nicht die Kontrolle überlassen.”

Matthías sagte, man hätte sie vorher gewarnt, dass dies passieren könne. “Wir haben versucht, unser Anliegen vorzutragen und über die Tatsache geredet, dass es besser wäre wenn die Besatzung beendet würde. Es wäre besser gewesen, noch tiefer in diese Angelegenheit zu dringen, aber wir versuchen das vielleicht in Gesprächen mit Reportern.” sagte Matthías RÚV gegenüber.

 

Hinter den Kulissen von Game of Thrones

Das Wetter in Island war der Hauptgrund für die Entscheidung, einen Grossteil der Dreharbeiten für die TV-Serie Game of Thrones auf der Insel abzuhalten, berichtet RÚV. Den Produzenten war es sehr wichtig, dass bei den Dreharbeiten keine Selfies aufgenommen wurden.

Eine Stunde lang hatte es heute Mittag in der Universität in Reykjavík Hintergrundinformation zu der beliebten TV-Serie gegeben. Brynhildur Birgisdóttir, die Produzentin der Filmgesellschaft Pegasus, berichtete von der Arbeit hinter den Kulissen. Pegasus hatte die Dreharbeiten in Island betreut, die in den Jahren zwischen 2011 und 2018 stattgefunden hatten. Game of Thrones gehört zu den beliebtesten Serien der vergangenen Jahre und hat möglicherweise grossen Anteil daran, dass die Insel zu solch einem beliebten Reiseziel geworden ist. 

In der Vorlesung gab es bislang nicht veröffentlichtes Bildmaterial zu sehen, sowie einen Kurzfilm, wo Location Manager Einar Sveinn Þórðarsson Drehorte vorstellt und wie sie ausgewählt wurden. Den Film findet man im Nachrichtenlink.

Brynhildur zufolge fiel die Wahl auf Island als Drehort, weil einer der Produzenten mit einer Isländerin verheiratet sei und schon zuvor hier gearbeitet habe. Von Belfast, wo die beiden lebten, sei es nur ein Katzensprung nach Island gewesen.

Man habe vor allem Schnee gesucht, der erste Besuch des Drehteams habe daher im Winter 2011 stattgefunden. Die Dreharbeiten in jenem Winter waren umfangreich, und eine Unterbringung der vielen Mitarbeiter kein Problem, weil der Tourismusboom ja noch nicht begonnen hatte.

Im Folgewinter drehte man dann am Mývatn, und dort musste extra ein Hotel für die Crew geöffnet werden, weil die meisten Unterkünfte im Winter geschlossen hatten. Ein Jahr später, 2013, kam das Drehteam im Sommer nach Island. “Und da gerieten wir dann in Schwierigkeiten wegen der Touristen,” berichtet Brynhildur.

In den darauffolgenden Jahren gab es nur kurze Drehaufenthalte für Landschaftsaufnahmen, erst 2017 reisten die Darsteller wieder an, um an verschiedenen Orten zu drehen.

Anfang 2018 hatte es einen geheimnisvollen Drehaufenthalt mit lediglich zwei Darstellern, Kit Harrington und Emilia Clarke, gegeben.

Die beiden erlebten nun live und in Farbe wie beliebt die Serie geworden war – eigentlich sollte nicht bekannt werden dass sie zusammen unterwegs waren, doch bei einem Besuch am Seljalandsfoss wurden sie erkannt und Fotos der beiden gingen wie ein Lauffeuer durch die sozialen Netzwerke. Wie Brynhildur sagt, seien die Produzenten darüber gar nicht amüsiert gewesen. Es habe ein striktes Verbot gegeben, Bilder von den Drehorten zu veröffentlichen.

Grösstes Problem für das Drehteam sei die Suche nach dem Schnee gewesen, denn der sei in Island ja nicht immer vorhanden.

Aber wir hatten echt Glück und haben irgendwie immer all das gefunden was wir gesucht haben. Aber sie hatten natürlich auch immer einen Ersatzplan.”

Das Wetter sei nicht immer perfekt gewesen, und manchmal hätte sogar der Schnee geräumt werden müssen. “Und einmal war es so kalt, dass die Darsteller am Ende vor lauter Kälte nicht mehr sprechen konnten.”

Sie lobte die Produzenten der Serie, alles sei wie am Schnürchen gelaufen. “Sie hatten natürlich viel Geld zur Verfügung, aber man schaute mmer darauf dass sich alle auf der Leinwand wiederfanden.”

Im Nachrichtenlink gibt es zwei Kurzfilme zu den Dreharbeiten.

Duran Duran spielt in Reykjavík

Die britische Band Duran Duran wird Ende Juni ein Konzert in Island abhalten, berichtet RÚV. Damit tritt die legendäre Popband zum zweiten Mal in Island auf – das letzte Mal besuchte sie die Insel im Jahr 2005.

Mit Ohrwürmern wie “Hungry Like the Wolf,” “Rio,” “Notorious,” und “A View to a Kill,” hat Duran Duran über vier Jahrzehnte zuverlässig gute Popmusik komponiert, dabei mehr als 100 Millionen Platten verkauft, zwei Grammys gewonnen, zwei Brit Awards, und ist für sieben Preise für ihr Lebenswerk nominiert worden.

Die Show, die Duran Duran in 2005 in Island geliefert hat, sei nur ein müdes Vorspiel von dem, was die Band am 25. Juni abhalten will, wird Sänger Simon Le Bon in einer Pressemitteilung zitiert. “Das wird eine riesige Party, ein Knaller! Ich freue mich darauf, die ganze Nacht aufzubleiben, wie beim letzten Mal.”

Das Konzert findet am 25. Juni in der Laugardalshöll in Reykjavík statt. Eintrittskarten gibt es ab dem 24. April um 10 Uhr morgens bei Tix.is.

 

Rinderhöhle in Oddi als älteste Höhle Islands bestätigt

Die menschengemachte Höhle, die in Oddi im südisländischen Rangávellir gefunden wurde, ist die älteste Höhle, die bislang in Island bekannt ist. Dies haben nun archäologische Untersuchungen im vergangenen Sommer bestätigen können, berichtet RÚV.

Die Forschungsarbeit des Archäologischen Institutes in Zusammenarbeit mit dem Verein Oddafélag zeigte auf, dass die langen und tiefen Löcher in den Hellirsdalir in Oddi von Menschen geschaffen wurden.

Zwei Forschungsgräben waren dazu angelegt worden, der eine in eine grosse, eingestürzte Höhle, der andere in eine kleinere Höhle, die noch intakt war und eine Art Eingang hatte.

Archäologin Kristborg Þórsdóttir bezeichnet es als einzigartig, eine intakte Höhle zu finden, die vor 800 Jahren gegraben worden ist. Hier gebe es die Möglichkeit, ein solches menschliches Bauwerk zum allerersten Mal zu untersuchen. Die Bodenfläche sei unberührt, und man könne daher genau sagen, wie alt das Gebäude sei und wie es genutzt worden sei.

Man könne sehen, ob dies ein Kuhstall gewesen sei, oder ein Stall für anderes Vieh, ob es ein Lagerraum war, oder eine Speisekammer.

Der Fund dieser Höhle gebe Hinweise darauf, dass überall intakte menschengemachte Höhlen vorhanden seien, die verschlossen sind. Sie sieht Anlass, sich damit im Hinterkopf weiter in der Region umzuschauen.

Alles weist darauf hin dass die Höhlen untereinander verbunden waren und dass man zwischen ihnen hin- und hergehen konnte. Die kleinere der beiden gefundenen Höhlen ist nachweislich die ältere, und auch die älteste im ganzen Land.

Sie ist Kristborg zufolge eine Art Seitenhöhle zur grossen Höhle. Gegraben wurde sie vermutlich im 10. Jahrhundert, nachdem die Asche aus dem Vulkanausbruch der Katla im Jahr 920 zur Erde fiel. Die Höhlen sind im 10. und 11. Jahhrhundert in Gebrauch gewesen. Im 12. Jahrhundert stürzte die grössere Höhle ein, und die Wohnstatt wurde aufgegeben.

Bislang weiss man nicht, ob die beiden Höhlen zur selben Zeit gegraben wurden, oder welche zuerst geschaffen wurde, hier fehlen weitere Untersuchungen.

Der Fund ist auch deshalb bemerkenswert, weil es sich bei den beiden Höhlen um die sogenannten Rinderhöhlen (natutahellir) handeln könnte, die in der Jarteinabók von Bischof Þorlákur dem Heiligen aus dem Jahr 1199 erwähnt werden.

Bei dem in der Jarteinabók beschriebenen Ereignis stürzte die Höhle ein und begrub 12 Kühe unter sich. Alle Tiere starben, bis auf einen Ochsen, der sich unter einem riesigen Felsbrocken bewegte, sodass man ihm zu Hilfe eilte. Nachdem man den Felsbrocken von seinem Kopf gewälzt hatte, soll der Ochse sich dann aus eigener Kraft aus dem Schutt befreit und keinen Knochenbruch davongetragen haben.

Die nachgewiesene Zeit des Einsturzes der grösseren Höhle würde in die Geschichte aus der Jarteinabók passen. Die Höhle ist riesengross, etwa um die 50 Meter lang, sie könnte daher durchaus eher als Kuhstall gedient haben, denn als Stall für kleineres Vieh.

Volkssagen zu den Rinderhöhlen stehen oft im Zusammenhang mit dem Gebiet in den Wiesen von Oddi.

Kristborg zufolge könne man dies jedoch erst bestätigen, wenn man Knochen von Rinder gefunden habe, die dort den Annalen nach unter dem Schutt begraben worden sind.

 

Sónar Festival nach WOW-Pleite abgesagt

Sónar Reykjavík 2013

Das Musikfestival Sónar, welches in drei Wochen in Reykjavík stattfinden sollte, ist abgesagt worden, berichtet RÚV. Die Veranstalter geben als Grund die Insolvenz der Fluglinie WOW Air an, da viele Helfer und Künstler ihre Flüge dort gebucht hatten. Bislang ist unklar, ob das Festival im kommenden Jahr stattfinden wird.

Sónar Reykjavík hätte vom 25. bis 27. April in der Konzerthalle Harpa stattfinden sollen. Angekündigt hatten sich Musiker wie Jon Hopkins, GDRN, und Fatima Al Qadiri.

Das erste Sónar Festival fand im Jahr 2013 statt, als “Ableger” des berühmten Sónar Barcelona, welches seit 1994 jährlich Musikliebhaber anzieht.

Auch wenn auf der Webseite und der Facebookseite des Festivals noch keine Informationen zu finden sind, wurden Musiker und Medien diekt benachrichtigt.

 

Einziger bekannter isländischer Naziausweis ausgestellt

An diesem Wochenende wird zum ersten Mal in Island der Parteiausweis eines isländischen Nazis öffentlich ausgestellt, berichtet RÚV. Bislang ist solch ein Ausweis, der die Zugehörigkeit zur isländischen Nationalsozialistischen Partei dokumentiert, nicht gezeigt worden.

Der isländische Numismatikverein war im Jahr 1969 gegründet worden, und aus Anlass seines 50 jährigen Bestehens hatte eine ganz besondere Ausstellung im Gebäude des isländischen Wandervereins Ferðafélag Íslands ihre Tore geöffnet.

In dieser Ausstellung gibt es viele wertvolle Exponate zu sehen, ihr Gesamtwert beträgt um die 200 Mio ISK. Eins der Exponate aus dem Jahr 1934 ist besonders bemerkenswert.

Dies ist der Parteiausweis von Gísli Guðmundsson von der Nationalsozialistischen Partei Islands,” erklärt Ausstellungsleiter Gísli Geir Harðarsson. “Er war Schiffshandwerkslehrling und schloss sich der Partei an, als er 19 Jahre alt war, und er war eine der tragenden Figuren der Partei in den späteren Jahren. Er arbeitete zum Beispiel in einem hochgeheimen Zirkel der Partei, der bis zum Kriegsende aktiv war.”

Die isländischen Nazis formten nur eine kleine, aber deutlich sichtbare Gruppe, die Hitlers Weltsicht etwas schräg auslegte. Die Partei stellte sich in Reykjavík zur Wahl, jedoch ohne Erfolg, und sie löste sich so gut wie auf als die Briten das Land besetzten und absehbar war, dass die Deutschen den Zweiten Weltkrieg verloren.

Es gab 200 bis 300 Mitglieder, aber dies ist sicher der einzige Parteiausweis, der erhalten geblieben ist. Das ist ein historisches bedeutsames Dokument.”

Ein derartiger Ausweis ist in Island noch nie öffentlich ausgestellt worden, wohl auch, weil die Gefolgsleute der Nazis nach dem Krieg ihre Parteizugehörigkeit verheimlichten. Es ist bekannt, dass Parteimitglieder ihre Ausweise vernichteten, und auch Erben vernichteten Parteidokumente, die sich in Nachlässen fanden. Der hier ausgestellte Ausweis befindet sich im Besitz eines Sammlers.

Ein weiteres Ausstellungsstück ist eine Medaille, die Gísli zugeschrieben wird.

Das ungewöhnliche an dieser Medaille ist, dass auf der Vorderseite ein Hakenkreuz eingraviert ist, auf der Rückseite wurde unser altes Nationalwappen benutzt, und statt der dänischen Krone ein Hakenkreuz graviert.”

Auf die Frage, ob dies nicht ziemlich plump sei, antwortet Gísli, es handle sich hierbei ganz klar um ein Plagiat.

Die Ausstellung ist nur an diesem Wochenende geöffnet, im Nachrichtenlink gibt es jedoch einen Kurzfilm, wo der Ausweis und weitere Exponate, sowie alte Filmaufnahmen gezeigt werden.