COVID-19: Lage am Landspítali entscheidet über nächste Massnahmen

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Bei der COVID-Pressekonferenz am Vormittag stellte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason klar, dass er Vorschläge für weitere Schutzmassnahmen abliefern werde, sobald sich die Lage am Universitätskrankenhaus zuspitze. Klinikleiter Páll Matthíason konnte jedoch nicht sagen, wann dieser Zeitpunkt erreicht ist.

“Das kann schneller passieren als erwartet,” sagte Þórólfur, “deswegen stehen wir in engem Kontakt mit dem Landspítali um die Situation dort, und mit dem Gesundheitsministerium.”
Für den Klinikleiter ist entscheidend, wie sich Personalsituation und Belegung auf der Intensivstation entwickeln.
Zur Zeit werden zwei Ambulanzstationen als COVID-Stationen genutzt, die Eröffnung einer dritten ist in Vorbereitung. Páll wies darauf hin, wie wichtig es ist, sich testen zu lassen. Es komme jetzt häufiger vor, dass Leute erst dann positiv getestet werden, wenn sie schon schwer erkrankt seien.
“Drei der neun Patienten, die in dieser Welle auf der Intensivstation gelegen haben, waren solche Patienten, die kamen von der Strasse und wurden sofort auf die Intensivstation verlegt,” erklärte Páll.

Der Chefepidemiologe hat auch ein Memo mit Vorschlägen für langfristige Seuchenpräventionsmassnahmen eingereicht. Seines Erachtens sind Massnahmen an den Grenzen wichtig, aber auch Massnahmen im Inland stehen zur Debatte. Den Mund-Nasenschutz sieht er als langfristiges Hilfsmittel, welches gekommen ist um zu bleiben.

Auch die Überprüfung von Impfatteste und Antikörperbescheinigungen an der Grenze müsse weiterhin mit grosser Sorgfalt bei jedem Passagier betrieben werden, sowohl beim Boarding im Abflugland als auch bei der Einreise nach Island. Tourismusministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir hatte zuvor angegeben, es stehe zur Debatte, die Überprüfung der Atteste nur noch stichprobenartig durchzuführen, um die Wartezeiten für die Einreisenden zu verkürzen.

Gestern sind mindestens 119 Personen positiv getestet worden, 27 Patienten liegen in stationärer Behandlung. Auf der Intensivstation befinden sich fünf Patienten, vier von ihnen liegen am Beatmungsgerät.

Impfstoff gegen Sommerekzem könnte möglicherweise auch dem Menschen nutzen

Bereits seit längerem sind Forscher an der Versuchsanstalt Keldur in Reykjavík dabei, einen Impfstoff gegen das Sommerekzem zu entwickeln. Dieser Impfstoff könnte möglicherweise auch dem Menschen gegen die sich immer weiter ausbreitenden Gnitzen helfen, berichtet RÚV.
Eine solche Waffe wäre in Island mehr als willkommen, denn die Insekten verursachen bei vielen empfindlichen Personen heftige Schwellungen und starken Juckreiz. Bis zu einer Nutzung in der Humanmedizin ist es allerdings noch sehr weit, die Entwicklung des Impfstoffs gegen das Sommerekzem hingegen ist weit gediehen.

Das Sommerekzem ist eine allergische Hautreaktion, die von den Bissen nicht in Island heimische Mückenarten verursacht wird. Islandpferde, die von der Insel exportiert werden, erleben oft ihr blaues Wunder, wenn sie am Zielort ankommen und schutzlos den dortigen Stechfliegenarten ausgeliefert sind, ihr Immunsystem hat keine Antwort auf die Proteine, die beim Biss in die Haut abgeladen werden.

In Arbeit ist nun seit längerem eine Allergiebehandlung, die sowohl vorbeugend in Form einer Impfung, als auch heilend für bereits an Sommerekzem erkrankte Pferde wirken soll.
Im weiteren Verlauf des Projektes könnte dann ein Impfstoff für den Menschen entwickelt werden. Sigurbjörg Þorsteinsdóttir, eine Allergiespezialistin an der Versuchsanstalt, berichtet, die Untersuchungen seien weit fortgeschritten, und dieser Sommer sei der zweite in Folge, wo man ene Gruppe von exportierten zuvor geimpften Islandpferden in der Schweiz beobachte.
“Das könnte besser aussehen, manche geimpfte Pferde haben trotzdem Sommerekzem entwickelt,” gibt Sigurbjörg zu. “Die Lage ist noch unklar, wir werden im kommenden Sommer wohl mehr wissen.”
Ob man die selbe Formel aus dem Pferdeimpfstoff für den Menschen verwenden könne, oder wann solch ein Impfstoff bereitstehe, sei schwierig zu sagen. Bislang gibt es keinen Impfstoff für Allergien beim Menschen.

Sie erinnert jedoch daran, dass in Bezug auf den COVID-Impfstoff wahre Wunder in kürzester Zeit passiert seien, auch wenn das natürlich die Ausnahme war.
“Dennoch kann man mit Recht sagen, dass es viele Daten aus den Untersuchungen [mit den Pferden] gibt, mal abgesehen vom Impfstoff selber. Das sind Informationen, die für alles mögliche genutzt werden können.”

Grabsteinsammlung des Bildhauers Páll á Húsafelli wird nicht abgerissen

Die Grabsteinsammlung des Bildhauers Páll Guðmundsson á Húsafelli im Borgarfjörður bleibt an ihrem Ort, und das Gebäude über der Sammlung wird nicht abgerissen. Ein entsprechendes Urteil des zuständigen Bezirksgerichtes hatte den Künstler zuvor dazu verdonnert, das Gebäude heute um 14 Uhr abzureissen, weil sein Nachbar sich damit nicht abfinden konnte. LKW und ein Kran waren bereits in Stellung und das Dach schwebte den ganzen Vormittag über in der Luft, während sich die Gegner mit Vermittlern der Gemeinde in allerletzer Minute auf einen Kompromiss einigten. Nach einer Stunde Aufschub war es um 15 Uhr so weit, ein Abkommen war unterzeichnet, und der Kran setzte das Dach wieder aufs Gebäude über den berühmten Grabsteinen. Fotos von der Aktion gibt es im Nachrichtenlink.

Der medienscheue Bildhauer, der berühmt für seine behauenen Natursteine und die einzigartige Steinharfe ist, hatte seinen Nachbarschaftsstreit zuletzt ausführlich in Facebook-Beiträgen beklagt, als es ganz danach aussah, dass sein Lebenswerk zerstört werden würde.

Die Vorgeschichte des eigentümlichen Rechtsstreits geht auf das Jahr 2015 zurück. Pallis Nachbar Sæmundur Ásgeirsson betreibt das Gästehaus Gamla Bæ in Húsafell 1, südlich der Húsafellskirche, der Bildhauer lebt auf Húsafell 2, nördlich der Kirche. Páll besitzt auch das Landstück Bæjargil, südlich der Kirche.
Im Jahr 2015 stimmte die Gemeinde Borgarbyggð dem Teilflächennutzungsplan zu, nach welchem es gestattet war, das Pakkhús in die Gemarkung Bæjargil umzuziehen, ausserdem wurde eine Baugenehmigung für ein Gebäude über der Grabsteinsammlung in der Bæjargil ausgestellt. Damit war Sæmundur überhaupt nicht einverstanden, denn Bæjargil und sein Gästehaus teilten sich den gleichen Zufahrtsweg.

Er wandte sich an den Entscheidungsausschus für Umwelt und Resourcenfragen, damit die Genehmigungen der Gemeinde zurückgezogen werden, seiner Ansicht nach sei nämlich ein falscher Teil des Grundstücks angegeben worden. Der Ausschuss kam 2018 zu dem Ergebnis, dass der Teilflächennutzungsplan rechtlich nicht in Kraft getreten und daher ungültig sei.
Zu dem Zeitpunkt war das Gebäude bereits fertiggestellt und hatte um die 40 Millionen Kronen gekostet.

Páll schreibt in seinem Facebook-Beitrag, Sæmundur habe zuletzt von ihm verlangt, dass er pro Tag nur 200 Besucher empfange und bei Zuwiderhandlung alle Lizenzen zurückgeben müsse. Ausserdem solle er ihm ein Stück von seinem Land abtreten, damit Sæmundur einen Parkplatz für 10 Fahrzeuge bauen kann. Des weiteren sollte Páll einen Weg von seinem Parkplatz zum geplanten Sommerhausgebiet des Sæmundur bauen.
Páll schreibt, der Weg zu Sæmundurs Gästehaus verlaufe über sein Land, und die Klärgrube liege ebenfalls auf seinem Land.
Von der Gemeinde verlangte der Gästehausbetreiber eine provisorische Betriebsgenehmigung für sein Gästehaus, ausserdem solle Páll sich nicht über die Gäste beschweren dürfen. Schliesslich verlangte Sæmundur einen Schadensersatz von 22.500.000 Kronen wegen Schäden, Unannehmlichkeiten, Verdienstausfalls und wegen der Arbeitsweise der Gemeinde seit 2016.
Páll beschreibt in seinem Betrag seinen Kampf gegen die Behörden um Baugenehmigungen, die ihn Geld und Nerven gekostet habe.

Nun also ist der Streit beigelegt, doch wie RÚV schreibt, hatte Nachbar Sæmundur noch versucht, sich davonzumachen, als es an die Unterschriften ging, und musste von den Vermittlern zum Füllfederhalter zurückgebracht werden.

Nach 10 Jahren neuer Titelverteidiger im Stärksten Mann Islands

Am vergangenen Wochenende errang Stefán Karel Torfason den Titel des Stärksten Mannes in Island, nachdem Hafþór Júlíus Björnsson den Titel über 10 Jahre lang hatte verteidigen können, berichtet RÚV.
Das Turnier in Selfoss brachte spannende Momente. Gekämpft wurde in verschiedenen Disziplinen wie das Ziehen eines LKW, Bauernspaziergang, das Heben von Gewichten und Fahrzeugen und andere schwergewichtige Spässe. Doch erst im Finale zeigte sich, wer in diesem Jahr gewinnen würde.
Am Ende blieben Eyþór Melsteð Ingólfsson und Stefán Karel Torfason übrig, um mit dem 186 Kilogramm schweren Húsafellsstein vorwärtszulaufen, dabei zählt jeder Schritt. Stefán Karel schaffte eine längere Strecke mit dem Felsblock und sicherte sich Sieg und Titel des Jahres 2021.

Screenshot RÚV

Damit wurde zum ersten Mal seit zehn Jahren jemand anderes als Hafþór Júlíus Björnsson aus dem Berufjörður zum stärksten Mann Islands gekürt. Der Schafzüchter, der in der Rolle des Mountain in Game of Thrones bekannt geworden war, hatte zum ersten Mal im Jahr 2011 auf dem Siegerpodest gestanden, und seitdem ungeschlagen über 10 Jahre lang in Folge.
Stefán Karel, stärkster Mann des Jahres 2021, sicherte sich die Teilnahme am World’s Ultimate Strongman Wettbewerb, der im kommenden September in Jacksonville im Bundestaat Florida stattfindet.
Stefán Karel ist ehemaliger Basketball-Nationalspieler und Sohn von Torfi Ólafsson, der im Jahr 1997 stärkster Mann Islands geworden war. Die beiden sind das einzige Vater-Sohn Paar, die den Titel beide errungen haben.
“Das ist der Titel den man gewinnen muss. Das ist der Titel, den Jón Páll Sigmarsson, Magnús Ver und Papa über die Jahre errungen haben. Das ist einfach grossartig, in diese Gruppe gekommen zu sein,” freut sich Stefán Karel.

Screenshot RÚV

Der Húsafellstein ist ein Felsbrocken, der seit mehr als 200 Jahren im westisländischen Húsafell zuhause ist, wo er den Ziegenpferch des Pfarrers Snorri Björnsson verschloss. Schon immer war der Stein ein Wettkampfinstrument gewesen und Männer jeden Alters wetteiferten darum, wer ihn am weitesten um den Ziegenpferch herumschleppen konnte. Schaffte man die 186 Kilogramm bis zu den Knien, war man ein Schlappschwanz, bis zur Hüfte gilt man als Halbstarker, für einen echten Starken muss man es schon bis zur Brust und damit natürlich einmal um den Pferch herum schaffen.

 

Umweltbehörde: Laufen und Spielen auf der Lava ist verboten

Geldingadalir eruption lava

Die isländische Umweltbehörde hat in einem Facebookbeitrag Besucher dringend gebeten, sich im Ausbruchsgebiet in den Geldingadalir mit der gebotenen Vorsicht zu bewegen.
Das Klettern und Laufen auf der Lava, Steinewerfen und Hinterlassen von eingeritzten Kunstwerken in der Lava ist verboten, es kann ausserdem lebensgefährlich sein, heisst es in einem Text auf der Webseite der Behörde.
Die Lava ist extrem heiss, und es kann eine lange Zeit dauern bis sie abgekühlt ist. Auch wenn man im Krater keine Aktivität erkennen kann, so ist der Ausbruch doch weiter im Gange. Unter der erhärteten Oberfläche befindet sich heisse Lava, die unter Umständen noch fliesst. Die Oberfläche kann unter dem Gewicht einer Person einbrechen. Das Laufen auf der Lava kann auch das geologische Monument zerstören.

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Die Lava in den Geldingadalir ist ein einzigartiges Monument, welches respektiert und geschützt werden muss. Es ist daher verboten, Steine auf die Lava zu werfen (um zu gucken was passiert) oder Inschriften in den Stein zu ritzen. Lava steht nach Art. 61 des Naturschutzgesetzes unter besonderem Naturschutz und muss vor Schäden durch Zertrampeln, Steinwurf oder Ritzereien bewahrt werden.
Mitarbeiter der Umweltbehörde sind an den Wanderwegen im Ausbruchsgebiet zugegen, um Besucher zu informieren und darüber zu belehren wie sie in sicherer Weise die Schönheit der Natur im Einklang mit dem Naturschutz geniessen können.

Gestern hatte Vísir berichtet, dass eine grosse Gruppe von Lavatouristen einen weiten Weg auf der vermeintlich erkalteten Fläche zurückgelegt hatte, um dicht an die frische Lavazunge zu gelangen. Der Augenzeuge, der auch die Fotos im Nachrichtenlink aufnahm, sagt, erst nachdem eine Person sich auf den Weg gemacht habe, seien ihr immer mehr gefolgt, es habe sich offenbar um keine Reisegruppe gehandelt.
Schon mehrfach hatten die Behörden dringend davor gewarnt, die Lava zu betreten, weil ein Unfall in der Lava die Rettungskräfte in eine “hoffnungslose Lage” bringen würde – sie müssten ihr eigenes Leben riskieren, oder könnten möglicherweise einem Drama vor ihren Augen nur beiwohnen. Einsatzkräfte hatten in der Vergangenheit geäussert, sie würden sich nicht auf die Lava begeben, um Verunfallte zu bergen.

COVID-19: Landsleute verspüren trotz Impfrate immer mehr Angst und Sorge

Die Angst der Isländer vor der COVID-19 Erkrankung hat mit Zunahme der Fallzahlen stark zugenommen. Inzwischen fürchtet sich einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup nach ein Viertel aller Landsleute vor der Pandemie, berichtet Vísir. Die Wartelisten beim Zentrum für Psychotherapie sind noch nie so lang gewesen wie zur Zeit.

Die Gallupumfrage von Ende Juli zeigte dass 30 Prozent der Landsleute sich sehr vor COVID-19 fürchten. Bei einer Umfrage zu Anfang Juli waren dies nur 12 Prozent gewesen.
Mehr als die Hälfte aller Befragten gab an, sich grosse Sorgen wegen der gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie in Island zu machen. Anfang Juni hatten 30 Prozent der Befragten solche Sorgen geäussert. Trotz der hohem Impfrate ist diese Zahl niemals höher gewesen.
Ein Viertel der Befragten oder 25 Prozent verspürt allgemeine Angstzustände in Bezug auf COVID-19, zuletzt waren es 11 Prozent gewesen.

Von dieser Entwicklung können Psychotherapeuten ein Lied singen, denn die Wartezeiten für einen Gesprächstermin beim Zentrum für Psychotherapie betragen zur Zeit vier bis fünf Wochen.
Der Psychotherapeut Tómas Pál Þor­valds­son sagt, das sich verschlechternde psychische Befinden der Bevölkerung sei deutlich zu spüren, es habe sich im vergangenen Monat in den steigenden Anfragen für Psychotherapie wegen Angstzuständen und anderen psychischen Störungen niedergeschlagen.
“Mit der steigenden Ungewissheit kommt auch mehr Angst.” erklärt Tómas Páll. “Und dann sehen wir in dieser neusten Welle, dass der Impfstoff nicht ganz das bewirkt, was wir wollten, und dann kommt diese grosse Ungewissheit. Und die Leute sehen nicht, wie sich das alles löst und besser wird. Mit mehr Ungewissheit wie in dieser neusten Welle kommen dann oft mehr Angst und mehr Gefühle hoch.”

Gestern meldete die Universitätsklinik, dass 26 Patienten stationär wegen COVID-19 behandelt werden. Vier befinden sich auf der Intensivstation, zwei von ihnen liegen am Beatmunsgerät. Vísir schreibt dass von den acht Patienten, die in dieser Welle auf der Intensivstation hatten betreut werden müssen, vier vollständig geimpft waren. In ambulanter Betreuung befanden sich gestern 1435 COVID-Patienten, davon 309 Kinder.
Insgesamt sind bei Beginn der vierten Welle 58 Patienten stationär behandelt worden, 40 Prozent von ihnen waren nicht geimpft.
Die Impfrate der Bevölkerung ab 16 Jahren beträgt in Island 86,3 Prozent, 6,6 Prozent haben eine Impfdosis erhalten.

 

Regenbogenflaggendieb darf gestohlene Flaggen mit Segen der Kirche behalten

“Wir hoffen, der Betreffende geht in sich und überlegt sich die Sache noch einmal,” lautet der Kommentar von Pastor Dagur Fannar Magnússon, nachdem eine ungenannte Person, die sich offenbar vom Kampf der Homosexuellen um öffentliche Anerkennung gestört fühlte, eine ganze Anzahl von gehissten Regenbogenflaggen in Ostisland gestohlen hatte, berichtet RÚV.

Am vergangenen Wochenende war in Island der Tag der Homosexuellen und LGBT begangen worden, und im ganzen Land hatte man dazu in Regenbogenfarben geflaggt. Damit waren offenbar nicht alle Bürger einverstanden, denn an vielen Orten im Osten des Landes waren die Fahnen entfernt worden, darunter an den Kirchen von Reyðarfjörður, Eskifjörður und Fáskrúðsfjörður, und vor den Grundschulen von Fáskrúðsfjörður und Reyðarfjörður.

“Das ist ziemlich ärgerlich, dass da jemand der Sache keine Unterstützung gewähren will, und eigentlich nicht nur die Unterstützung verweigert, sondern gegen die Sache agiert,” sagt Pfarrer Dagur Fannar Magnússon, der überregionale Geistliche im Ostland. Es scheine sogar so, als ob die Aktion am hellichten Tag stattgefunden habe, während niemand hinsah.

Der Übeltäter ist inzwischen gefunden, Dagur möchte sich zu der Person nicht äussern. “Wir haben entschieden, das so zu regeln, dass er die Fahnen behalten darf, und wir einfach neue Fahnen anschaffen.” meint Dagur. Im Lukasevangelium stehe immerhin zu lesen, dass jeder, der etwas von dir nimmt, es nicht noch einmal verlangen darf.

“In diesem Geiste hoffen wir, dass der Betreffende in sich geht und sich die ganze Sache noch einmal überlegt. Und vielleicht dann am Kampf der Homosexellen um Anerkennung teilnimmt.” In seinem Facebookbeitrag schreibt Pastor Dagur: “Wir beten für den Betreffenden, dass sich seine Augen für die Regenbogenfarben öffnen und dass seine Engstirnigkeit zur Weitsicht werde. Wir beten dafür, dass Herz und Geist des Betreffenden zu Verständnis, Toleranz und Liebe für die homosexuelle Gemeinschaft finden, zur kostbaren Schöpfung Gottes und der Menschheit in allen Regenbogenfarben. Wir wollen in dieser Angelegenheit nicht den Rechtsweg beschreiten, sondern werden dem Betreffenden die Regenbogenfahnen schenken.”

Diebesgut nach 50 Jahren an das Museum zurückgeschickt

Glaumbær museum turf house

Fünfzig Jahre nach ihrem Diebstahl aus dem Freilichtmuseum Glaumbær in Nordisland sind nun drei Gegenstände per Post an das Museum zurückgeschickt worden, berichtet RÚV. Das Museumspersonal staunte nicht schlecht über den Inhalt des Paketes, dem im Übrigen weder Brief noch Nachricht beigefügt war. Der Absender in Deutschland hatte bei Kontaktaufnahme dann eine reichlich merkwürdige Erklärung parat.
Das Museum erhält des öfteren Pakete geschickt, doch in der Regel liegen Briefe bei der Sendung.

“Drei Gegenstände befanden sich in dem Paket: ein Milchkännchen, eine Butterdose und ein kleiner Spielstein, wie ein Spielgeld für Backgammon,” erklärte Museumsleiterin Inga Katrín D. Magnúsdóttir von der Byggðasafn Skagfirðinga, die das Museum Glaumbær mitbetreut. “Wir haben nichts verstanden, aber je mehr wir darüber nachdachten, desto mehr Informationen fanden wir hier im Museum, und desto spannender wurde die ganze Sache.”

artefacts Glaumbær turf house museum
Screenshot aus RÚV. Diese Gegenstände wurden 1970 gestohlen und im August 2021 an Glaumbær zurückgegeben.

Eine Suche in der Datenbank brachte ans Tageslicht, um was für Gegenstände es sich da handelte. “Das Milchkännchen, das kam uns so bekannt vor, dass auf einmal der Verdacht aufkeimte, es könnte möglicherweise von hier stammen, und so schauten wir in unserer Datenbank sarpur.is nach, und suchten nach ähnlichen Gegenständen. Und da stellte sich heraus, dass es für dieses Milchkännchen einen Eintrag gab, mit einem Kommentar darunter: ‘Aus dem Museum verschwunden am 23. Juli 1970.’

Das Museumspersonal beschloss, den Absender zu kontaktieren, der eine ausgesprochen interessante Erklärung für die Rückgabe lieferte: “Er erzählte uns, dass er diese Gegenstände auf einem Flohmarkt vor vielen Jahren gefunden habe, und mit der Beschreibung, dass sie aus Glaumbær im Skagafjörður stammten. Und jetzt sei er alt und seine Erben wollten die Sachen nicht haben, daher habe er sich entschieden, sie zurückzuschicken.”
Aber könnte es sein, dass der Mann die Gegenstände selber gestohlen und nun aus Schuldgefühlen zurückgegeben habe? Inga Katrín meint dazu nur trocken: “Das kann gut sein.”

COVID-19: Schutzmassnahmen im Inland gelten für weitere zwei Wochen

Minister of Agriculture, fisheries and food Svandís Svavarsdóttir

Die derzeitig gültigen Seuchenpräventionsmassnahmen im Inland bleiben für weitere zwei Wochen in Kraft. Zu den Massnahmen gehören unter anderem eine Beschränkung auf 200 Personen an einem Ort, sowie die Einmeter-Abstandsregel.

Bei der heutigen COVID-Pressekonferenz gaben Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason an, dass strengere Massnahmen zum jetztigen Zeitpunkt als nicht notwendig erachtet würden. Auch wenn das Land derzeit eine Rekordzahl von Neuinfektionen erlebt, verhindere die hohe Impfrate doch weitgehend schwere Krankheitsverläufe und Klinikeinweisungen.

Die am 24. Juli beschlossenen Massnahmen, darunter die 200-Personen-Regel, die Abstandsregel, das Tragen von Mund-Nasenschutz überall dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, wie in Friseursalons oder in Bussen, wären am kommenden Freitag ausgelaufen. Der Chefepidemiologe hatte in einem Memorandum an Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir empfohlen, die Massnahmen für zwei weitere Wochen beizubehalten. Sie sind nun bis zum 27. August gültig.

Ländereien kaufen als Naturschutzprojekt

Zwei Brüder und Doktoranden der Künstlichen Intelligenz in Grossbritannien wollen ihre Technikkenntnisse nutzen, um ein völlig neues Naturschutzprojekt in ihrem Heimatland Island ins Leben zu rufen: sie planen die Gründung einer Stiftung, die kleine und mittelgrosse Ländereien aufkauft, um unberührte Natur für kommenden Generationen zu bewahren, berichtet Kjarninn.

Die Idee dazu kam Arinbjörn und Benedikt Kolbeinsson bei einer Islandreise. “Nachdem wir viele Jahre im Ausland studiert haben, sind wir uns der Besonderheit der isländischen Natur erst so richtig bewusst geworden. Es ist so gut wie unmöglich, eine derartige Weite in Europa zu finden. Es ist dringend notwendig, die unberührte Weite zu schützen, damit kommende Generationen sie ebenfalls erleben dürfen. Wenn in Island eine Länderei in den Verkauf geht, sind die möglichen Käufer fast ausnahmslos Parteien, die aus der Länderei Gewinn ziehen wollen. Leider wird die Natur dabei oft dem Gewinn geopfert. Wir reagieren auf diese Entwicklung und bauen diese Stiftung auf, um Ländereien aufzukaufen und zu schützen, bevor es zu spät ist.”

Die Stiftung operiert unter dem Namen Ice Trust, “náttúruvernd í þínu nafni” (Naturschutz in deinem Namen). Die Stiftungsgründer möchten, dass Spender eine persönliche Bindung zu der von ihnen geschützten Länderei bekommen. Für den Gegenwert einer Restaurantmahlzeit erhält man eine Ehrenbesitzurkunde über einen Quadratmeter Land (oder mehr, je nach Spendensumme). Im Gegenzug erhält der Spender die Geodaten seines Quadratmeters und darf ihn jederzeit besuchen.

Die Stiftung fungiert als Wohltätigkeitsprojekt, niemand verdient daran. Die Brüder sammeln Geld, damit ihre Stiftung dereinst alle erworbenen Höfe auch besitzen kann. Im nächsten Schritt sollen die Ländereien dann unter Naturschutz gestellt werden (das allerdings nicht ist nicht so einfach wie es klingt).
Gekauft werden sollen kleine und mittelgrosse Ländereien, die sich durch ihre besondere und unberührte Natur auszeichnen. “Wir spielen mit, stehen aber nicht im Wettbewerb mit den Nationalparks. Man kann nicht für jeden kleinen Hof einen Nationalpark gründen. Ice Trust ist eine kleine und flexible Institution, die schnell auf Veränderungen reagieren kann, um kleine Höfe mit Sonderstellung in Bezug auf ihre natürliche Umgebung zu schützen.”

Sobald die erste Länderei gekauft ist, können die Spender ihre Quadratmeter auswählen. Sie erhalten per Email ein Dokument mit den Geodaten, damit sie “ihr Land” besuchen können. Später sollen die “Landbesitzer” dann auch mit Bildern und Videos versorgt werden, um die Bindung zu ihrem Land zu stärken.
Die Sammelaktion bei Karolina Fund ist bereits beendet, das Projekt hat genügend Spenden erhalten, um in die Tat umgesetzt zu werden. Nun fehlen eigentlich nur noch Höfe.