Köche protestieren gegen Zuchtlachs

Vierzehn Köche der isländischen Kochmannschaft haben das Nationalteam verlassen und protesteren damit gegen die Entscheidung der Mannschaftsleitung, eine Kooperation mit dem Fischzuchtunternehmen Arnarlax einzugehen, berichtet RÚV.

Der Zuchtfisch soll für Trainings und Wettkämpfe im Kochen genutzt werden.

Einer der Köche, Ylfa Helgadóttir, veröffentlichte gestern Abend auf ihrer Facebookseite einen entsprechenden Beitrag. Der ehemalige Trainer der Mannschaft, Sturla Birgisson, hatte sich gestern Morgen unter Protest aus dem Club verabschiedet. Sturla hatte vor einigen Tagen einen Zuchtlachs aus der Vatnsdalsá in Nordisland gefischt.

In ihrem Facebookbeitrag schreibt Ylfa, dass sie als Mitglied der Kochmannschaft, und die anderen 13 gegen die Entscheidung der Leitung protestiere, einen Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen einzugehen, welches Lachszucht in offenen Meeresbassins praktiziere.

“Derartige Produktionsmethoden stellen eine Gefahr für den wilden Lachs- und Forellenbestand dar und haben vielfältige negative Umweltauswirkungen auf die Fauna Islands,” schreibt Ylfa. “Ich verwende ausschliesslich Rohstoffe, die auf nachhaltige Weise und im Takt mit der Natur gewonnen werden, und ich kann mich nicht darn beteiligen, Waren für Island bekanntzumachen, welche auf diese Art und Weise produziert werden. Ich habe daher beschlossen, mich bis auf weiteres aus der Kochnationalmannschaft zurückzuziehen.”

Dem Beitrag folgt eine Liste der anderen 13 Köche, die sich ebenfalls aus dem Team losgesagt haben.

Sturla Birgisson zufolge sind bereits in vielen Restaurants in Island Schilder zu finden, auf denen zu lesen steht, dass in dem jeweiligen Lokal kein Fisch aus der Fischzucht angeboten wird.

Arion frá Eystra-Fróðholti nach Unfall eingeschläfert

Der Hengst Arion frá Eystra-Fróðholti ist heute nach einer Trittverletzung eingeschläfert worden, berichtet isibless. Arion war mit Stuten auf der Deckweide in Auðvatsholt und muss sich wohl in der vergangenen Nacht nach einen Tritt eine Fraktur im Schulterbereich zugezogen haben.

Der 2007 geborene Hengst war ein Sohn des Ehrenpreisträgers Sær frá Bakkakoti aus der Gletta frá Bakkakoti, die wiederum eine Tochter des Óður frá Brún und der Særós frá Bakkakoti war.

Vierjährig wurde Arion das erste Mal beim Landsmót in 2011 in Vindheimamelar vorgestellt, wo er die 9.0 für den Tölt, Charakter und Vorwärtsdrang, sowie Form unter dem Reiter erhielt. Sein bestes Urteil erhielt er siebenjährig, als er mit 9,25 die gleiche Note für Reiteigenschaften erhielt wie das damals am höchsten bewertetste Pferd der Welt, Spuni frá Vesturkoti. Für Tölt und langsamen Tölt gab es jeweils die 10,0.

Das Pferd wurde besonders für sein sanftes Gemüt gelobt. Bislang hat Arion frá Eystra-Fróðholti 300 eingetragene Nachkommen, die in diesem Sommer gezeugten sind nicht eingerechnet.

Hier gibt es ein Video des Hengstes. Im Sattel sitzt Daníel Jónsson.

Drei Zuchtlachse in den Westfjorden von Anglern gefischt worden

fish farming iceland

Drei Zuchtlachse sind in dieser Saison in den Westfjorden von Anglern gefischt worden, berichtet RÚV. Die drei Fische wurden in den Flüssen Laugardalsá und Selá gefangen, welche sich in den Ísafjarðardjúp ergiessen, sowie in der Staðará, welche in den Steingrímsfjörður fliesst.

Fischzucht ist eine wachsende Industrie in Island. Die in den Fjorden liegenden offenen Zuchtbehälter sind bereits seit einiger Zeit wegen ihrer Auswirkungen auf die marine Umgebung Gegenstand von Debatten und Protesten.

Das Meeresforschungsinstitut hatte am 31. August eine Erklärung veröffentlicht, in der es um die entkommenen Fische geht, die am Angelhaken gelandet waren.

“Diese Anzahl an Zuchtlachsen in den Flüssen dieser Region liegt ganz im Bereich dessen was die Risikobewertung für genetische Vermischung erlaubt, welche für die derzeitige Grösse von Meereszuchtanlagen im Land gilt,” heisst es in der Erklärung. “Die Proportion der Zuchtlachse in diesen Flüssen liegt in Anbetracht der Zahl der gefangenen Lachse unter der Grenze, wo eine erbliche Vermischung den Wildlachsbestand gefährden würde.”

Leó Alexander Guðmundsson vom Meeresforschungsinstitut sagte Vísir, dass dieser Fisch auch nur die Spitze eines Eisberges sein könnte. Zuchtlachse schwimmen die Flüsse später hoch als wilde Lachse, daher könnte es sein, dass die wahre Anzahl der Zuchtlachse gar nicht bekannt wird, weil die Angelsaison vorher endet.

Pétur Pétursson, der Angelrechte an der Vatnsdalsá in Nordwestisland hält, glaubt ebenfalls, dass er kürzlich einen entkommenen Zuchtlachs gefangen hat. Er lässt den Fisch derzeit beim Meeresforschungsinstitut untersuchen. Pétur ist der Ansicht, dass sich das Problem der entkommenen Zuchtlachse ausweiten wird, wenn keine Massnahmen ergriffen werden.

“Die werden im ganzen Land sein, und die Leute müssen sich klarmachen, dass wir das stoppen müssen. Wir haben Zeit, es jetzt zu stoppen, die Leute müssen nur eine Entscheidung dazu treffen,” sagt Pétur. “Züchtet an Land, dann ist alles gut.”

Gaming Unternehmen für 46 Milliarden verkauft

Das isländische Computerspielunternehmen CCP ist für 46,6 Mrd ISK an das koreanische Unternehmen Pearl Abyss verkauft worden, berichtet Kjarninn. CCP ist durch das EVE Online Spiel bekannt geworden.

“CCP Games wird seine Aktivitäten als Entwickler in den Studios in Reykjavík, London und Shanghai unabhängig weiter fortsetzen, während seine weitreichende Entwicklung und die Professionalität in Bezug auf Veröfffentlichung für alle aktuellen wie zukünftigen Projekte in den Betrieb von Pearl Abyss einfliessen werden,” heisst es in einer Pressemeldung auf der Webseite von CCP.

“Pearl Abyss ist ein schnellwachsendes Unternehmen, welches in Bezug auf Technologie, Kapazität und Visionen viel anzubieten hat,” kommentierte CCP Geschäftsführer Hilmar Veigar Pétursson. “Ich glaube, unsere beiden Unternehmen können viel voneinander lernen. Wir sind gespannt darauf, unsere Kräfte zu bündeln und neue Gipfel zu erklimmen, für unsere Unternehmen, unsere Spiele – und vor allem für unsere Spieler.”

Der Unternehmensverkauf war schon länger in Vorbereitung gewesen. Im Jahr 2016 war zum ersten Mal berichtet worden, dass die Mehrheitsaktionäre einen Verkauf erwägten. Auch wenn das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren gute Geschäfte gemacht hatte, war es für weitaus weniger Geld veräussert worden als in 2016 noch spekuliert.

Im vergangenen Oktober hatte es Restrukturierungspläne gegeben, welche 100 der weltweit 370 Beschäftigten betraf. Am Ende war die Filiale in Atlanta geschlossen worden, das Büro in Newcastle wurde verkauft, und die Entwicklungsabteilung für virtuelle Spiele war zeitweise stillgelegt worden.

200 Mann suchten Wanderer auf Fjallabak

Gestern Abend haben sich rund 200 Mitglieder der freiwilligen Rettungsorganisation Landsbjörg aus der Hauptstadtregion, Suðurnes und dem Westland aufgemacht, den Absender eines Notrufs auf der Fjallabakroute in Südisland zu suchen.

Das Wetteramt hatte Sturm und heftigen Regen für den Süden des Landes und das zentrale Hochland vorhergesagt und vor Wanderungen in der Region gewarnt. Nach Angaben von Landsbjörg hatte es dort den ganzen Tag über heftig geregnet, geschneit und gestürmt, und die Flusspegel waren beträchtlich gestiegen. In den Bergen des südlichen Hochlands liegt bereits Schnee.

Der ausländische Wanderer wurde gegen zwei Uhr in der Nacht gefunden, er hielt sich durchnässt und ausgekühlt in seinem Zelt in der Schlucht Jökulgil auf, die von Landmannalaugar aus in Richtung Torfajökull reicht.

Jón Hermannsson, der Leiter der Suchaktion, sagte RÚV gegenüber, man sei wegen des sehr schlechten Wetters besorgt gewesen. Wenn der Wanderer nicht im Zelt gesessen hätte, wäre er noch weiter ausgekühlt.

“Da liegt Schnee in den Bergen. Da bleibt nichts anderes übrig als alle Kräfte zu versammeln, um den Mann so schnell wie möglich zu finden,” sagte Jón.

Der Wanderer konnte selbstständig zum Fahrzeug seiner Retter laufen, die ihm das Gepäck hinterhertrugen.

“Er war alleine unterwegs und hatte die Wetterwarnungen nicht mitbekommen. Er hatte vielleicht kein Empfangsgerät oder konnte die Sprache nicht,” vermutet Jón.

Die Retter wusste zu Beginn ihrer Suche auch nicht, nach wievielen Personen sie suchten, als der Notruf empfangen wurde. Es gibt drei vergleichbare Sender im Land, erst nachdem man Kontakt zu den anderen Sendern aufnehmen konnte, wurde klarer, nach wem man zu suchen hatte.

“Wir sind technisch in der Lage, den Sender zu orten. Es war aber so schlechtes Wetter, dass es eine ganze Weile gedauert hat, bis wir den Mann in der Umgebung gefunden hatten. Er war in einem grünen Zelt, das vielleicht nicht das leichteste in der Landschaft zu finden ist. Das schmiegt sich so in die Umgebung,” beschreibt Jón Hermannsson die Schwierigkeiten der Retter.

Wetterwarnung für das Hochland

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Der isländische Wettterdienst hat für das zentrale Hochland eine Warnmeldung herausgegeben, berichtet RÚV.

Von heute Mittag an bis etwa 3 Uhr kommende Nacht gilt die gelbe Warnstufe, gerechnet werden muss mit Windgeschwindigkeiten von 15 bis 20 m/s im südlichen Teil des Hochlandes, dazu kommen kräftige oder auch schwere Regenfälle, die Sicht ist extrem eingeschränkt.

Auch an der Südküste können an Berghängen Windböen von bis zu 30 m/s entstehen. Wohnmobile und Wohnanhänger laufen Gefahr, im Graben zu landen.

Wanderern und Radfahrern im Hochland wird heute dringend empfohlen, bei dem Wetter nicht unterwegs zu sein.

Die aktuelle Wetterlage finden Sie hier, Warnmeldungen gibt es stets bei safetravel.is.

NATO-Übung könnte Grund für Walstrandungen sein

Unterwasserübungen der NATO im Nordatlantik könnten der Grund für die zahlreichen gestrandeten Wale des gerade vergangenen Sommers sein, berichtet Vísir. Bislang gibt es keine gesicherten Ergebnisse, doch die Biologin und Walexpertin Edda Elísabet Magnúsdóttir von der Universität Islands sieht in den wiederholten Strandungen Hinweise darauf, dass die NATO-Übungen dahinterstecken könnten.

“Wir wissen, dass diese Unterwasserübungen im östlichen Nordatlantik und vor der Küste Norwegens stattgefunden haben, und dass die Vorfälle vor allem im östlichen Nordatlantik passiert sind. Es war vor allem auf den Britischen Inseln und Schottland, wo diese Tiefseewale gestrandet sind. Hier in Island haben wir vor allem Entenwale und Grindwale, das sind unsere am häufisten vorkommenden Tiefseewale,” erklärte Edda.

Auch auf den Färörinseln sind in diesem Sommer einige Wale gestrandet. Die Sonargeräusche der U-Boote stören das Innenohr der Wale, die darauf ihren Richtungssinn verlieren und eher Gefahr laufen, an den Strand zu schwimmen.

“Das Phänomen ist intensiv erforscht worden. Man weiss dass wenn der Wal die Sonarschallwellen beim Tieftauchen hört, er zu schnell wieder auftaucht, und schlicht und ergreifend die Taucherkrankheit bekommt, und die kann für ihn lebensgefährlich werden.”

Das isländische Meeresforschungsinstitut ist von den vielen Fällen gestrandeter Wale in Kenntnis gesetzt worden, schreibt Vísir. In diesem Jahr hatte es 30 Fälle gegeben, das ist die höchste Zahl seit 2008, als dem Institut 38 Wale gemeldet wurden. Schon länger nimmt man an dass die erhöhte militärische Aktivität in den Gewässern des Nordatlantik damit zu tun hat.

“Wir haben auch bemerkt, dass einige Arten in erhöhtem Maße an Land schwimmen, und andere dafür weniger, das könnte also ein Grund sein. Wenn man mehr Tiefseewale an einer Stelle hat, dann ist natürlich auch die Chance grösser, dass mehr von ihnen stranden. Dennoch wirft es die Frage auf, warum so vielen von ihnen in diesem Sommer so nah am Strand entlang schwimmen,” fragt sich Edda.

In einem Interview mit mbl.is denkt sie laut über weitere Gründe nach. Für denkbar hält sie eine verzweifelte Futtersuche der Meeressäuger. Das vor einer Woche gestrandete und verendete Entenwalweibchen war ganz offenbar einem Makrelenschwarm in den Faxaflói gefolgt und an Land getrieben. Eine Obduktion hatte ergeben, dass sich im Magen Reste von Makrelen befanden, einer Fischart, die Entenwale normalerweise nicht jagen. “Die letzte Mahlzeit der Walkuh hat lange zurückgelegen,” sagte Edda, “die hatte sicher schon länger gehungert.”

Für eher unwahrscheinlich hält sie vergiftete Algen. “Dann müssten wir mehr Walgruppen stranden und auch sterben sehen. Es scheint aber eher so zu sein, dass sie etwas aus dem Weg gehen oder in Furcht vor etwas sind, oder Not sind, dass sie aus ihrem gewohnten Bereich herauskommen und leicht in seichterem Meer den Richtungssinn verlieren.”

Die NATO-Übungen in diesem und im vergangenen Sommer hatten unter dem Codenamen Dynamic Mongoose im Nordatlantik stattgefunden, schreibt das Alliierte NATO Meereskommando. Sie umfassten Kriegsstrategieübungen zur Ortung und Verfolgung von U-Booten unter Wasser, vom Schiff aus, sowie aus der Luft.

Tornado wütet auf Hof in Skaftafell

Ein schwerer Geländewagen mit Anhänger lag im Graben, als die Bewohner vom Hof Norðurhjáleiga im Bezirk Skaftafell gestern nach Hause kamen. Gitter und Zäune hatte es auf die Seite gedrückt, und Dachplatten waren in alle Richtungen geweht worden, berichtet RÚV.

Ein Unwetter hatte den Hof in kürzester Zeit verwüstet, und es war nicht nur ungewöhnlich, wie heftig es gewütet hatte und von welch kurzer Dauer es war, sondern auch, dass es am Nachbarhof vorbeigezogen war.

Die Landwirtin Sæunn Káradóttir auf Norðurhjáleiga hat sowas noch nie zuvor erlebt.

“Das war unbeschreiblich. Da waren Dachplatten und Zeug einfach überall verstreut. Das hatte den Zaun umgehauen und riesige Wellblechplatten sind einfach davongeflogen,” erzählt. “Wir waren nicht zuhause, als das passierte, aber unsere Nachbarin rief uns an und sagte, was geschehen war. Wir riefen daraufhin einen anderen Nachbarn an, der nicht weit von uns entfernt wohnt, und der wusste gar nicht, dass sowas passieren konnte.”

Ein derartiges Unwetter sei in der Region noch nie vorgekommen, sagt Sæunn. Jetzt geht es ans Aufräumen.

“Das müssen wir erst mal verdauen, und dann die Versicherung anrufen, von wegen, was man darf und was nicht. Und dann das ganze Zeug zusammenräumen. Das ist alles weit verstreut und hat die Zäune niedergerissen, das Auto im Graben und all sowas. Ganz schön was zu tun.”

Þorsteinn V. Jónsson vom isländischen Wetterdienst sagt, dort habe ganz lokal an einer Stelle ein Tornade gewütet. Er sei mehrere Dutzend Meter hoch und sehr stark gewesen. Es sei ein sehr ungewöhnliches Phänomen in Island.

In der Region hatten sich um die Kaffeezeit schwere Wolkenbänke gebildet, dann hatte es Blitz, Donner und Hagelschauer gegeben. Der Wetterdienst hatte für die Region schlechtes Wetter vorhergesagt. Es ist jedoch sehr schwierig, einen ortsgebundenen Tornado vorherzusagen.

Trotz guter Wettervorhersagen kann sich das Wetter in Island im Handumdrehen ändern. In Landmannalaugar ist der erste Schnee gefallen, der Herbst stellt sich in diesem Jahr möglicherweise früher ein.

Allen die, die derzeit zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, seien die Dienste von Wetteramt und Strassenverwaltung ans Herz gelegt. Auf safetravel.is findet man jederzeit aktuelle Warnhinweise.

Polizist schlägt Hochlandführerschein vor

Der Polizist und Reiseleiter Páll Jónsson schlägt einen speziellen Hochlandführerschein vor, um die Fälle von Fahren ausserhalb befestigter Wege zu begrenzen, berichtet RÚV. Seiner Ansicht nach tun die Behörden zuwenig, um das Offoradfahren im isländischen Hochland einzudämmen. Die Fahrspuren sind nicht nur ein hässlicher Anblick, sie zerstören auch die Umwelt, weil sie für noch mehr Erosion im ohnehin kargen und windreichen Land sorgen.

Páll findet, man müsse das gesamte Hochland in einen Nationalpark umwandeln. Alle, die dort fahren wollen, müssen einen speziellen Führerschein machen. Dazu gehöre, ein Ausbildungsvideo anzuschauen und eine Gebühren von 5000 Kronen zu entrichten.

Auch in diesem Sommer hatte es wieder viele Berichte von Offroadfahren gegeben, alleine im Monat Juni waren 10 Fälle gemeldet worden. Viele Vorfälle werden jedoch gar nicht erst gemeldet. Die Strafen für Offroadfahren gehören zu den höchsten im Bussgeldkatalog.

“Mir persönlich tut es in den Augen weh, nach Landmannalaugar zu fahren, so wie es da derzeit aussieht – in dieser wunderbaren Landschaft tut es weh zu sehen, wie sich die Dinge dort entwickelt haben. Und wenn du mal nach Skeiðarársandur fährst, dort ist überall kreuz und quer gefahren. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Zustand jemals schlimmer war entlang der Strasse,” berichtet Páll.

Die Isländer seien irgendwie vollkommen ratlos in Bezug auf das Thema. “Wir kleben Schilder in die Mietwagen, und manchmal haben wir auch Mitarbeiter, die den Mietern sagen, dass sie nicht ausserhalb befestigter Wege fahren sollen. Das ist Unsinn und es funktioniert ganz klar nicht.”

Seine Pläne sehen vor, dass angehende Hochlandfahrer einen 15-minütigen Ausbildungsfilm anschauen müssen, wenn sie ein Auto mieten wollen und damit ins Hochland fahren wollen.

In diesem Video sollen ein Nationalparkranger und ein Polizist die Verkehrsregeln und Verhaltensmassregeln im Hochland für die Touristen verständlich erklären. Wenn der Tourist das Video angeschaut hat, zahlt er einmalig die Gebühr, welche in ein Überwachungssystem und Rettungsnetz für das Hochland einfliessen würde, Toiletten finanzieren, sowie ein Gehalt für Nationalparkranger zahlen würde.

“Das derzeitige System reicht nicht aus. Es wurde ausprobiert, und es funktioniert einfach nicht,” findet Páll Jónsson.

Tunnel durch den Hvalfjörður bald kostenlos

Gegen Ende September wird die Gebührenerhebung am Strassentunnel durch den Hvalfjörður aller Voraussicht nach abgeschafft, berichtet das Regionalmagazin Skessuhorn. Der Tunnel, der am 11. Juli 1998 eröffnet worden war und Entfernungen für Autofahrer bedeutend verkürzen konnte, hat seinerzeit 70 Mio. US Dollar gekostet.

Das private Unternehmen Spölur beendet derzeit letzte Projekte, wie etwa Reiningsarbeiten und Instandhaltungsarbeiten im Tunnel. Wenn alles glatt läuft, soll der Tunnel Ende September dann offiziell an die isländische Strassenverwaltung übergeben werden.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass es 20 Jahre dauern würde, bis sich die Kosten des Tunnelbaus durch die Gebühren amortisiert haben. Spölur hatte die Kassenhäuschen betrieben und sich auch um alle Arbeiten rund um den Tunnel gekümmert.

Das Verkehrsaufkommen durch den Tunnel ist weitaus höher ausgefallen als angenommen, daher war es schon seit einigen Jahren klar, dass eine Durchfahrtgebühr erhoben werden muss. Es hatte auch Pläne für einen zweiten Tunnel durch den Fjord gegeben, welcher dann den Verkehr in die Gegenrichtung aufnehmen würde.

Nun soll die isländische Strassenverwaltung den Tunnel übernehmen. Die bemannten Kassenhäusschen sollen leerstehen, um die Sicherheit kümmern sich dann Angestellte der Strassenverwaltung.

“Der einzige Unterschied wird darin bestehen, dass die Sicherheitsüberwachung nicht mehr von den Kassenhäusschen am Tunnel aus erfolgen wird, sondern von der Überwachungszentrale der Strassenverwaltung in Borgartún in Reykjavík oder in Ísafjörður,” erklärte G Pétur Matthíasson, der Pressesprecher der Behörde.

Der Tunnel durch den Hvalfjörður nördlich von Reykjavík erleichterte Autofahrern und Pendlern die Reise im Westen beträchtlich. Wer heute den Weg durch den Fjord nimmt, ist dort fast alleine unterwegs und kann die kurvige und abenteuerliche Strasse in grossartiger Landschaft geniessen. Mit vermehrtem Verkehrsaufkommen wird sie jedoch gefährlich, im Winter ist sie durch Schnee und Eis oft unpassierbar.

Spölur wird bald damit beginnen, die Abonnementskonten (bei Pendlern) zu tilgen. Eine Fahrt durch den Tunnel kostet im Einzelfahrschein 1000 Kronen, Abonennten zahletn weniger.

Der Tunnel verkürzte die Reise durch den Fjord von einer Stunde auf sieben Minuten. Er ist Teil der Ringstrasse und 5770 Meter lang. An seiner tiefsten Stelle misst er 165 Meter unter der Wasseroberfläche.