Rollstuhlrampe Nr. 1100 errichtet

Die 1100. Rollstuhlrampe ist am vergangenen Freitag im Freizeit- und Sportzentrum Vogar eingeweiht worden. Sie gehört zu einem Projekt des Unternehmers Haraldur Þorleifsson, der, selbst auf den Rollstuhl angewiesen, sich vorgenommen hatte, bis zum 11. März 2025 in ganz Island 1500 Rollstuhlrampen zu errichten. Mit seinem Projekt Römpum up will Haraldur Menschen mit körperlichen Behinderungen besseren Zugang zu öffentlichen Gebäuden ermöglichen. Finanziert wird das Projekt nur durch Spenden.
Ursprünglich waren 1000 Rampen geplant, die erste von ihnen war im Mai 2021 errichtet worden. Später wurde die Zahl auf 1500 erhöht.

Die Rampe in Vogar auf der Halbinsel Reykjanes wurde mit einer Zeremonie gefeiert. Eggert N. Bjarnason aus Vogar zerschnitt das rote Band, und Bürgermeister Gunnar Axel Axelsson begrüsste die Rampeninitiative.
„In Vogar möchten wir natürlich gleichen Zugang für alle zu unseren öffentlichen Einrichtungen und Dienstleistungen sicherstellen, daher begrüssen wir diese Förderung und unterstützen das Rampenprojekt,“ sagte Gunnar Axel. „Hoffentlich werden wir den Tag erleben, an dem Zugang für Menschen mit Behinderungen ein Standard und so allgegenwärtig sein wird, dass wir solche Anstrengungen nicht mehr unternehmen müssen, und ich denke die Rampeninitiative hat uns diesem Ziel schnell näher gebracht.

 

Tierschutz: Tauziehen um vernachlässigte Lämmer im Borgarfjörður

Die Auseinandersetzung zwischen Tierschützern und einem der Vernachlässigung beschuldigten Schafzüchter im Borgarfjörður ist gestern in einem Eklat geendet. Die Tierschützer hatten Heu über den Zaun geworfen, daraufhin hatte der Schafzüchter den Tierschützern erst den Weg versperrt und sie dann massiv bedroht.  Die herbeigerufene Polizei wies die Tierschützer an, das Heu von der Weide zu beseitigen, da es sich um Privatland handle. Die möglicherweise schlechte Haltung der Tiere spiele dabei keine Rolle.

DÍS wirft MAST Untätigkeit vor
Die Haltungsbedingungen auf dem Hof Höfði im Borgarfjörður beschäftigen inzwischen Tierschützer im ganzen Land. Der isländische Tierschutzbund (DÍS) hatte vor einigen Tagen der zuständigen Veterinäraufsichtsbehörde MAST schriftlich vorgeworfen, das Wohlergehen dieser Tiere nicht zu gewährleisten. Verbandsvorsitzende Linda Karen Gunnarsdóttir war mit einer Journalistin von Vísir vor den Zäunen der Schafweide zusammengetroffen und hatte auf abgemagerte, ungeschorene Auen, verhungernde und verendete Junglämmer und einen Schafskadaver hingewiesen. Keins der Lämmer trage eine vorgeschriebene Ohrmarke, viele seien krank oder mangelernährt.
In seinem Schreiben erklärte der Verband, die schlechten Haltungsbedingungen seien seit Jahrzehnten bekannt und ein offenes Geheimnis. Die Behörde komme ihrer gesetzlichen Aufgabe, das Wohlergehen der Tiere zu sichern, nicht nach. Daher habe der Verband eine Beschwerde an den parlamentarischen Ombudsmann geschickt.
Hier lesen Sie mehr über den Fall.

MAST: Abhilfe wurde geschaffen
MAST antwortete auf das Schreiben, die Behörde habe sich in den vergangenen Monaten in die Tierhaltung des Hofes eingemischt. Ein Inspektor sei dort gewesen und habe allerlei Zustände moniert. Manches sei entsprechend geändert worden. Für die Umsetzung der Forderungen habe es eine Frist gegeben, sowie die Androhung von Zwangsmassnahmen, wenn die Umsetzung nicht „akzeptabel“ war. In der Erklärung von MAST heisst es: „Die Hofbetreiber wurden aufgefordert, sich Hilfe für den Betrieb zu beschaffen, insbesondere während der Lammzeit, was auch durchgeführt wurde, indem die Ablammung überwacht, Lämmer markiert und Medikamente verabreicht wurden. Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Schafe innerhalb der Zäunung bleiben, bis die Lämmer gross genug sind. Es wurde sichergestellt, dass den Tieren jederzeit ausreichend sauberes Wasser und Futter zur Verfügung steht.“ Die Behörde bearbeite den Fall und verfolge die Entwicklungen. MAST-Direktorin Hrönn Ólína Jörundsdóttir verwahrte sich gegen Vorwürfe, die Behörde komme ihren Verpflichtungen nicht nach.

Ministerin will Tierschutzgesetz überprüfen
Immerhin haben es die Lämmer aus dem Borgarfjörður bis ins Parlament geschafft: am vergangenen Mittwoch sprach die Fraktionsvorsitzende der Volkspartei, Inga Sæland, bei einer parlamentarischen Fragestunde die Ministerin für Landwirtschaft und Fischerei, Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir, auf den Fall an und erkundigte sich, was das Ministerium zu unternehmen gedenke.
In einer Tonaufnahme des Parlamentes bezeichnet Bjarkey die Lage als unerträglich. Sie habe gleich bei Amtsantritt eine Arbeitsgruppe einberufen, um das inzwischen 10 Jahre alte Tierschutzgesetz zu prüfen und Lücken im Tierschutz zu finden. Dort bearbeite man zudem Hinweise, die zu dem Fall aus der Öffentlichkeit eingegangen seien. Bjarkey erwähnte auch den Bericht des Rechnungshofes zur mangelhaften Tierschutzkontrolle der Behörde MAST.

Auf erneute Nachfrage von Inga, was denn nun im Fall der Schafe konkret unternommen werde, versprach die Ministerin eine zügige Stärkung der Verwaltung, damit bereits vorhandene behördliche Massnahmen besser greifen als bisher. Sie wolle hier nicht, so Bjarkey, die Verantwortung auf die Allgemeinheit übertragen, aber wenn man an so einem Fall vorbeikomme, sei ein jeder verpflichtet, Tieren oder Menschen zu helfen.

Nikotin- und Energydrinks: isländische Jugendliche konsumieren am meisten in Europa

Isländische Jugendliche konsumieren mehr Energydrinks und Oraltabak als ihre europäischen Altersgenossen. Beide Produkte enthalten anregende Substanzen, die nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen sollten, berichtet RÚV.

Vor allem der Konsum von Oraltabak, dem in kleinen Päckchen verpackten ‘Snús’, den man sich unter die Oberlippe schiebt, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Und die Energydrinks gehören bei sehr vielen Jugendlichen zum täglichen Standardgetränk, obwohl die in den Produkten enthaltenen Stimulanzien allerlei Auswirkungen auf den Körper haben.

Junge Menschen konsumieren reines Nikotin
Der 19-jährige Róbert Laufdal Arnarson sagt dem Abendmagazin Kastljós gegenüber, er konsumiere Oraltabak seit etwa zwei Jahren, acht bis zehn Päckchen am Tag. „Ich hab versucht, damit aufzuhören,“ sagt er, „aber als ich unkontrolliert in Tränen ausbrach, hab ich aufgegeben. Das ist sehr schwer, damit aufzuhören. Ich bin davon abhängig.“
Die kleinen Nikotinpäckchen, die sich in Island grosser Beliebtheit erfreuen, enthalten eins der stärksten bekannten Nervengifte, und nicht gerade in geringer Konzentration. Beide Produkte wirken blutdrucksteigernd und haben Auswirkungen auf den Verdauungstrakt. „Am schlimmsten beim Nikotin ist das Suchtpotential,” sagt Þórhallur Ingi Halldórsson, ein Professor für Ernährungswissenschaften an der Universität Islands. „Die Hersteller sichern sich da ein Leben lang feste Kunden, und allein schon das ist in Bezug auf junge Leuten und Kinder schwerwiegend.“ Dabei wisse man nicht mal, was für Langzeitwirkung der Konsum von Oraltabak mit sich bringe.
„Zum ersten Mal haben wir hier Leute, die reines Nikotin konsumieren, und wir wissen nicht, wie sich das auf längere Zeit auswirkt.“ Oraltabak gelte zwar als weniger schädlich als die Zigarette, dennoch sei bekannt, dass das Nikotinpäckchen nicht ohne Gefahren daherkomme.

Sportausschüsse verteilen Dosen
Auch der Konsum von Energydrinks bereitet den Gesundheitsexperten grosse Sorge, unter anderem, weil die Drinks als gesundheitsfördernde Produkte beworben werden. Die Jugendliche geben bereitwillig Auskunft: bis zu 10 Dosen konsumiert so mancher, und ihnen ist auch klar, dass der süsse Saft abhängig macht. Der 16-jährige Balthasar Yogi etwa trinkt bis zu vier Dosen am Tag, und manchmal bekommt er Herzstiche, wenn er seine Drinks nicht über den Tag verteilt.  Aber die Dose am Morgen bereite sie für den Tag vor, erzählt Ronja. Die allermeisten die sie kenne, konsumierten Energydrinks, sagt Þóra Fanney, und auch Nikotin, wie man an den vielen herumliegenden Päckchen unschwer erkennen könne. Das sei eine Art Routine oder Gewohnheit. Svanhildur Sif erklärt, der Sportausschuss verteile die Energydrinks, gerne auch wenn eine neue Sorte auf den Markt komme.

Kein Regelwerk für Umgang mit Energydrinks
Dass Energydrinks mehr Energie für den Sport liefern, habe bislang wissenschaftlich nicht bewiesen werden können, erklärt Jóhanna Eyrún Torfadóttir, eine Ernährungswissenschaftlerin beim isländischen Gesundheitsamt.
Dafür wisse man, dass die Drinks den Schlaf negativ beeinflussen, und Schlaf sei nun mal das wichtigste bei sporttreibenden Jugendlichen.
Sie hält es für katastrophal, dass junge Menschen als Zielschreibe bei Marketingkampagnen benutzt werden, und dass diese Drinks in Schulen und Sporthallen verkauft werden, noch schlimmer, wenn die Drinks frei erhältlich seien.
„Bei Umfragen konnten wir sehen, dass ein grosser Teil der Mittelstufenschüler im Gruppensport die Drinks umsonst erhalten haben. Wir möchten, dass die Kinder so weit wie möglich ins Erwachsenenalter hineinkommen, ohne diese Drogen zu konsumieren, und man fragt sich, warum diese Produkte den Kindern aufgedrängt werden. Vielleicht damit sie davon abhängig werden?“
Es fehle an Regelwerk, und solange dies nicht geschaffen sei, renne man immer nur der Entwicklung hinterher, sagt Eyrún. Vor allem arbeite man mit Schulen und Sportvereinen zusammen, die grossen Einfluss darauf hätten, ob Energydrinks vor Ort zu kaufen seien oder nicht.

 

Handball Nationalmannschaft der Herren für WM qualifiziert

Iceland crowd

Die isländische Handball Nationalmannschaft der Herren hat sich heute für die Weltmeisterschaft 2025 qualifiziert. Die WM wird in Kroatien, Dänemark und Norwegen stattfinden.
Heute hatte die Mannschaft in Tallinn gegen Estland gespielt und ihren Gegner locker schlagen können, berichtet mbl.is. Am Ende stand es 37-24, obwohl das Spiel zu Beginn für die Isländer nicht so gut aussah. Doch schon bald konnten sie einen Vorsprung erringen und diesen in der zweiten Halbzeit auf 12 Tore ausbauen. Neun Tore gingen am Ende auf das Konto von Orri Freyr Þorkelsson Ómar Ingi Magnússon schoss sieben und Óðinn Þór Ríkharðsson sechs Tore.
Schon im ersten Spiel hatte Island Estland in einem Heimspiel mit 50-25 besiegt und sich damit ein dickes Polster angelegt.

Handball ist in Island ein sehr beliebter Sport, und vor allem das Nationalteam der Herren ist seit vielen Jahren erfolgreich. Unter anderem gewannen sie die Silbermedaille bei den olympischen Spielen in China.
Die Nationalmannschaft der Damen hatte schon im vergangenen Jahr an der WM teilgenommen und sich in diesem Jahr für die Europameisterschaft qualifiziert.
Die Qualifikation ist eine doppelte Ehre, denn in 2031 findet die WM nicht nur in Dänemark und Norwegen statt, sondern auch daheim in Island. Für das Ereignis soll eine neue Arena in Reykjavík errichtet werden.

Tulpen aus Mosfellsdalur: 95 Sorten und Farben

Tulips

Der Blumenzüchter Gísli Jóhannsson baut in seinem Gewächshaus Dalsgarður in Mosfellsdalur 95 verschiedene Tulpensorten an, berichtet Vísir.
Tulpen erfreuen sich in Island wachsender Beliebtheit, auch wenn isländische Tulpen mit 2500 ISK (17 EUR) ganz schön teuer sind.
Das hält Gísli und seine Mitarbeiter nicht davon ab, das ganze Jahr hindurch Blumen zu züchten, nicht nur Tulpen, auch Rosen, Sommerblumen und Erdbeeren. Die Dalsgarður Tulpen sind jedoch wegen ihrer Vielfalt und der Farben besonders beliebt.

Am ersten Sommertag, den wir in der vergangenen Woche gefeiert haben, stellt Gísli seine Blumenpracht alljährlich in der Gartenbauschule in Hveragerði aus. Auch für Muttertag am 12. Mai hat er sich gut vorbereitet, um Kunden seine Blumen anbieten zu können.
„Ich will rote Tulpen für Weihnachten, gelbe für Ostern und was rosafarbenes für den Frauentag im Februar,“ erklärt Gísli sein Farbschema.
Dalsgarður ist einer von drei Tulpenzüchtern in Island. Gísli zufolge ist sein Unternehmen sogar der grösste Tulpenzüchter, und er erwartet, dass in naher Zukunft rund drei Millionen Blumen aus seinen Gewächshäusern in den Verkauf gelangen.

Keuchhusten: 55 Erkrankte in allen Altersklassen

Die in Europa sich ausbreitende Keuchhusten-Epidemie hat inzwischen auch Island erreicht. Insgesamt 55 Personen haben sich mit der Krankheit infiziert. Das Gesundheitsamt bittet alle Erkrankten um Vorsicht, die Inkubationszeit kann nämlich bis zu fünf Wochen betragen.

Seit Anfang April haben sich in Island 55 Personen mit Keuchhusten angesteckt, zwei mussten stationär behandelt werden.
Die Krankheit taucht ins Schnitt alle drei bis fünf Jahre auf, in diesem Jahr scheint sie sich allerdings mehr auszubreiten als sonst. Möglicherweise hängt dies mit der geringeren Fallzahl während der COVID-19 Pandemie zusammen.

Per PCR-Test ist Keuchhusten bei 35 Personen festgestellt worden, 20 Fälle wurden beim Arzt diagnostiziert. Die Dunkelziffer könnte höher liegen.
Die Krankheit ist bei Personen zwischen zwei Jahren und 60 Jahren im ganzen Land aufgetaucht, die meisten Fälle gibt es im Hauptstadtbereich. Symptome wie Erkältung, sich verschlimmernder Husten und nächtliche Hustenanfälle können bis zu 10 Wochen anhalten, die Inkubationszeit kann bis zu fünf Wochen dauern. Besonders gefährdet sind ungeimpfte kleine Kinder und Säuglinge. Die Gesundheitsbehörden bieten eine Pentavac Auffrischungsimpfung an.

Lachszucht: Jungfische aus Landzuchtanlage entkommen

two farmed salmon of a Norwegian breed and one wild salmon, native to Fífustaðadalsá river.

Der Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST ist ein Zwischenfall in der landgestützten Lachszuchtanlage des Fischereikonzerns Samherji im Öxarfjörður gemeldet worden. Dabei sind offenbar Jungfische ins Meer entkommen, berichtet Vísir. Der Zwischenfall hat sich am Montag den 6. Mai ereignet. In einer Mitteilung von MAST heisst es, der Zwischenfall sei bemerkt worden, als Fischbrut im Absetzteich der Anlage gesehen wurde.

Jungfische über den Teich entkommen
„Die Fischbrut war zwischen 70 und 80 Gramm schwer und noch nicht geschlüpft,“ schreibt MAST, aber man könne nicht ausschliessen dass sie in dem Absetzteich dann doch geschlüpft und ins Meer entkommen sei.
„Geschätzte 868 Jungfische sind aus einem Container entkommen, zu diesem Zeitpunkt ist die Anzahl der Jungfische unbekannt, die in das Absetzbecken gelangt sind. Der Lizenzinhaber arbeitet daran, die Fische aus dem Absetzbecken herauszuholen und sie zu zählen, um den Umfang der Fischflucht schätzen zu können.“
MAST hat nach eigenen Angaben weitere Daten und Informationen von dem Unternehmen angefordert. Der Fall werde bei der Behörde näher untersucht.
Der Fischereikonzern Samherji macht in einer Bekanntmachung einen Fehler im Steuerungssystem der Zuchtanlage für die Fischflucht verantwortlich. Die entkommene Fischbrut sei noch nicht meerestauglich gewesen. Der Vorfall sei noch am gleichen Tag an die Behörden gemeldet worden.

Genetische Vermischung vernichtet wildes Erbgut
In die Natur entkommene Zuchtfische richten dort grossen Schaden an. Wenn der Zuchtlachs in die Flüsse hochschwimmt und sich mit dem dortigen Wildlachs paart, gelangt sein Erbgut in den wilden Bestand und vernichtet diesen langfristig. Dabei ist es inzwischen möglich, die Geschlechtsreife des Industrielachses mit einer genetischen Manipulation zu verhindern. Der sogenannte triploide Lachs hat einen zusätzlichen Satz an Chromosomen. Diese Fische bilden keine Keimzellen aus und werden nicht geschlechtsreif. Die Methode wird im Dokumentarfilm Laxaþjóð erwähnt und dort als tierschutzrelevant bezeichnet, weil die Fische durch die Temperaturbehandlung körperlichem Stress ausgesetzt sind.

Triploider Lachs kostet Umsatz
Gunnar Örn Petersen, der Vorsitzende des isländischen Angeldachverbandes, hatte Vísir gegenüber angegeben, die Technik (des Sterilisieren) sei vorhanden, und in Island sei auch eine Lizenz dafür erteilt worden, das einzige was fehle sei die Bereitschaft der Konzerne, ihre wirtschaftlichen Erwartungen ein wenig zurückzuschrauben, weil die triploiden Lachse nicht so schnell wachsen wie die geschlechtsfähigen, und weil sie sensibler auf Umweltreise wie etwa volle Zuchtbecken reagierten. Am Ende drehe sich alles ums Geld, und wie man am billigsten produziere, so Gunnar Örn.

Ein Entwurf für ein Rahmengesetz zur industriellen Fischzucht liegt derzeit dem Parlament zur Debatte und Abstimmung vor. Einzelheiten des Rahmengesetzes, wie der Wegfall des Quotenverlustes bei Zuchtunfällen oder die Erteilung einer dauerhaften Betriebslizenz sorgen in Politik und Öffentlichkeit für heftige Kritik. Icelandreview hatte berichtet.

Eurovision: Einschaltquote um 41% zurückgegangen

A screenshot from RÚV. Hera Björk during the Söngvakeppnin final, March 2, 2024

Die durchschnittliche Einschaltquote in Island für die Vorrunde beim Eurovision Song Contest in Malmö am Abend des 7. Mai hat 35% betragen, die kurzen Zuschaltungen lagen bei 56%. Die Einschaltquote ist damit im Vergleich zu den Vorjahren massiv zurückgegangen. Im letzten Jahr hatte die durchschnittliche Einschaltquote noch bei 60% gelegen, die Zuschaltungen bei 69%, in 2022 waren 57% Zuschauer und 68% kurzfristige Zuschaltungen registriert worden.

Bei der durchschnittlichen Einschaltquote wird die gesamte Sendezeit registriert, bei der Zuschaltung müssen es mindestens fünf Minuten sein.
Insgesamt sank die Einschaltquote damit um 41%. Die isländische Teilnehmerin am ESC, Hera Björk, hatte es mit ihrem Song Scared of Heights nicht ins Finale geschafft. Auch der Anzeigenverkauf der nationalen Sendeanstalt RÚV lief viel schlechter als im letzten Jahr, und längst nicht alle Werbeflächen hatten belegt werden können.

Im Vorfeld des Eurovision Song Contest hatten zahlreiche Stimmen in der isländischen Öffentlichkeit Zuschauer und Unternehmen zu einem Boykott des Wettbewerbs aufgefordert, weil Israel trotz des Genozids im Gazastreifen teilnehmen durfte.

Reykjanes: Vulkanausbruch offiziell beendet, Warten auf den nächsten Ausbruch

Geldingadalir Reykjanes eruption

Die Eruption in der Kraterreihe Sundhnúkagígarröð nördlich von Grindavík gilt seit heute offiziell als beendet. Gestern Abend hatten Fachleute des isländischen Zivilschutzes das Eruptionsgebeit überflogen und keinerlei Hinweise auf vulkanische Aktivität in dem zuletzt nur noch schwach aktiven Krater gefunden. Auch der vulkanische Tremor war gestern zurückgegangen. In der Nacht konnte kein Glühen von frischer Lava entdeckt werden. Die isländische Wetterbehörde sieht den Ausbruch daher als beendet an.

Drittlängster Ausbruch des 21. Jh.
Der Ausbruch hatte am 16. März begonnen und 54 Tage angedauert. Er war damit der drittlängste Ausbruch in diesem Jahrhundert, nur die Eruptionen in den Geldingadalir im Jahr 2021 und in der nordisländischen Holuhraun im Jahr 2014-15 hatten länger angedauert.
Allerdings sind die Fachleute sich auch einig, dass ein neuer Ausbruch der Reykjanesserie unmittelbar bevorsteht. Die Magmasammlung unter Svartsengi wächst nämlich weiter, und die 13 Millionen Kubikmeter Magma, die sich bereits in der unterirdischen Kammer angesammelt haben, übersteigen die Magmamenge vor den letzten drei Ausbrüchen. Auch das Land hebt sich stetig weiter, und Bebenschwärme weisen auf steigende Spannung hin, die sich nun nicht mehr an die Oberfläche entladen kann.

Neuer Ausbruch wahrscheinlich
Am wahrscheinlichsten halten Experten eine erneute Magmaintrusion in die alte Kraterreihe Sundhnúkagígaröð sowie eine Eruption entlang dieser Spalte, auch wenn die Magma theoretisch an jedem anderen Ort hervorbrechen kann.
Die Behörden warnen davor, dass sich ein solcher Ausbruch mit entsprechender Gasentwicklung jederzeit und ohne Vorwarnung ereignen kann. Beim letzten Ausbruch war der Lavastrom so schnell unterwegs, dass für Lavatouristen ein Entkommen unmöglich gewesen wäre.

Alle Besucher sind daher aufgefordert, sich mit äusserster Vorsicht in der Region zu bewegen. Für den Küstenort Grindavík und das umliegende Gelände gilt weiterhin die derzeit aktuelle Risikobewertung.

 

Flugverkehr in Keflavík: Tarifeinigung erzielt, Streiks abgewendet

Die angekündigten Streiks am Flughafen in Keflavík sind in letzter Minute mit einem Tarifabkommen zwischen dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften der Flughafenmitarbeiter und Sameyki abgewendet worden. Ende Mai soll über den Tarifvertrag abgestimmt werden

Die Verhandlungen liefen bereits seit letztem September, am 8. April war der staatliche Schlichter dann eingeschaltet worden. Ástráður Haraldsson drückte seine Zufriedenheit über die Einigung aus. Über die Verhandlungsergebnisse bei den Gehältern seien die Tarifparteien nicht sonderlich erfreut gewesen, aber er hoffe, jedermann sei jetzt „vernünftig unzufrieden“. Als nächste Hürde ist die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder zu nehmen.

In einem Interview mit Vísir sagte der Sameyki-Vorsitzende Þórarinn Eyfjörð, man habe das gewünschte Gleichgewicht der Interessen erreicht. Die Gewerkschaften seien mit dem Ergebnis zufrieden gewesen, obwohl „man nie zufrieden ist, wenn man Tarifverträge unterzeichnet“. Der Tag gestern sei ein „harter Arbeitstag“ gewesen, mit vielen positiven Entwicklungen, selbst wenn man seine Ziele doch niemals ganz erreiche.

Þórarinn legt seinen Gewerkschaftsmitgliedern den Tarifvertrag dennoch mit Zuversicht vor. Man wolle sogleich eine Informationskampagne starten, damit die Leute bis zum Abstimmungstag am 20. Mai alle Fakten beisammen haben. Er schaut optimistisch auf die Abstimmung, auch wenn es, wie er sagt, für nichts eine Garantie gebe.