Flugverkehr in Keflavík: Tarifeinigung erzielt, Streiks abgewendet

Die angekündigten Streiks am Flughafen in Keflavík sind in letzter Minute mit einem Tarifabkommen zwischen dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften der Flughafenmitarbeiter und Sameyki abgewendet worden. Ende Mai soll über den Tarifvertrag abgestimmt werden

Die Verhandlungen liefen bereits seit letztem September, am 8. April war der staatliche Schlichter dann eingeschaltet worden. Ástráður Haraldsson drückte seine Zufriedenheit über die Einigung aus. Über die Verhandlungsergebnisse bei den Gehältern seien die Tarifparteien nicht sonderlich erfreut gewesen, aber er hoffe, jedermann sei jetzt „vernünftig unzufrieden“. Als nächste Hürde ist die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder zu nehmen.

In einem Interview mit Vísir sagte der Sameyki-Vorsitzende Þórarinn Eyfjörð, man habe das gewünschte Gleichgewicht der Interessen erreicht. Die Gewerkschaften seien mit dem Ergebnis zufrieden gewesen, obwohl „man nie zufrieden ist, wenn man Tarifverträge unterzeichnet“. Der Tag gestern sei ein „harter Arbeitstag“ gewesen, mit vielen positiven Entwicklungen, selbst wenn man seine Ziele doch niemals ganz erreiche.

Þórarinn legt seinen Gewerkschaftsmitgliedern den Tarifvertrag dennoch mit Zuversicht vor. Man wolle sogleich eine Informationskampagne starten, damit die Leute bis zum Abstimmungstag am 20. Mai alle Fakten beisammen haben. Er schaut optimistisch auf die Abstimmung, auch wenn es, wie er sagt, für nichts eine Garantie gebe.

Marathon durch Reykjavíks Gärten: neuer Rekord mit 382 Kilometern

Mari Järsk crosses the finish line at the Backyard Ultra

Die Läuferin Mari Järsk hat beim Reykjavík Backyard Ultramarathon am vergangenen Wochenende mit 382 Kilometern einen neuen isländischen Rekord aufgestellt. Als Mari die Ziellinie erreichte, war sie 57 Stunden wach gewesen. Und hätte nach eigener Aussage auch noch länger laufen können.

Der “durch die Gärten” Backyard Ultra Lauf fand am letzten Wochenende am Reykjavíker Stadthügel Öskjuhlíð statt. Bei dem Ultramarathon muss ein Läufer einmal pro Stunde eine Runde von sechs bis sieben Kilometern laufen, und solange Runden drehen, bis von allen Läufern nur noch ein Teilnehmer übrig ist.
In diesem Jahr war das die 36-jährige Mari Järsk, die ihren Sieg am Montagabend gebührend feierte. Noch bemerkenswerter ist ihr Sieg angesichts der Tatsache, dass Mari in diesem Jahr das Rauchen aufgegeben hat. Von ihrem Lauf in 2022 gibt es ein Foto das sie mit Zigarette in einer Pause zeigt. Auch den Ultramarathon hatte sie übrigens gewonnen.

Ein wenig hat Maris Körper aber dann doch protestiert, zur Entgegennahme der Trophäe hatte Mari nämlich nicht aufstehen können. „Ich habe geschwollene Knöchel, ringsum und auch Schwellungen in den Knien. Ich hab das gekühlt und Salben aufgetragen, und es ist schon besser geworden. Ich kann laufen und beugen und alles machen was ich muss,“ sagte Mari Vísir am Montag. Am Dienstag waren die Schwellungen abgeklungen.

Mari ist Hart im Nehmen. Sie wäre noch weiter gelaufen, wenn man sie gelassen hätte (der Marathon ist beendet, sobald nur noch ein Läufer übrig ist) „Ich hätte gerne 400 Kilometer erreicht. Die drei Stunden hätte ich noch gemeistert,“ meinte sie.

Mari war nicht die Einzige, die einen neuen Rekord gesetzt hat: Elisa Kristjánsdóttir schaffte es mit 56 Runden auf den zweiten Platz, Andri Guðmundsson landete mit 52 Runden auf Platz drei. Bei Runde 51 überquerten die drei die Zielllinie gemeinsam, um den isländischen Rekord des Läufers Þorleifur Þorleifsson aus dem Jahr 2023 zu brechen.