Der “Aðalsteinsdóttir”, benannt nach isländischer Turnerin

Aðalsteinsdóttir, áhaldafimleiki

Eine neues Element am Stufenreck hat im Aufgabenbuch des Internationalen Turnverbandes den Namen „Aðalsteinsdóttir“ erhalten, benannt nach der Turnerin Thelma Aðalsteinsdóttir, die das Element in der vergangenen Woche bei den Europameisterschaften im Geräteturnen zum ersten Mal ausgeführt hat.

Im internationalen Turnsport ist es üblich, dass Elemente nach der ersten Person benannt werden, die diese Figur ohne Fehler oder Stürze ausführt.
Thelma hatte die komplexe Kombination aus Weilerring und Comanecisprung selbst erdacht.

Die isländische Frauennationalmannschaft beendete die Europameisterschaft mit Platz 22 und 143.527 Punkten. Zum Team gehören die Sportlerinnen Hildur Maja Guðmundsdóttir, Thelma Aðalsteinsdóttir und Lilja Katrín Gunnarsdóttir. Die vierte im Bunde, Margrét Lea Kristinsdóttir, hatte sich kurz vor dem Wettbewerb verletzt und ihre Teilnahme zurückgezogen. Thelma erzielte mit 49.064 Punkten das höchste Ergebnis.

Ausbeutung in der Pferdebranche immer noch Thema

Menschenhandel und Ausbeutung sind wachsende Probleme in der isländischen Gesellschaft, und liegen oft näher als man denkt.
Ein Radiobeitrag über die moderne Sklaverei beschreibt, wie Unternehmer aller Art sich in den Wintermonaten sozialer Medien bedient haben, um Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben. Was da so romantisch, nett und familiär rüberkam, endete für so manchen mit Tränen. RÚV berichtet, die größte Gruppe, die dieser Gewaltform zum Opfer fällt, seien Ausländer.

Traumjob Pferd
Das dänische Pferdemädchen Metta hatte einen Traumjob bei einem Pferdeverleih im Süden des Landes erhalten, leider erwies der Traum sich als Albtraum.
„Ich hab mindestens zehn Stunden am Tag gearbeitet, sechs Tage die Woche. Der Arbeitgeber hatte nicht erwähnt, dass wir von morgens um 7 oder 8 bis 17.30 Uhr arbeiten mussten, und nach der Heimkehr dann noch Pferde füttern. Frei hatten wir nie,“ erzählt Metta von ihrem ehemaligen Job. „Wir waren quasi in einem Gefängnis auf dem Hof, wo wir mit den Pferden lebten.“ Menschenhandel wird oft als Sklaverei ohne Ketten beschrieben. Auch wenn allein die Idee weit hergeholt scheint, so existiert diese Form der Ausbeutung, und sie wächst im Ausland wie auch in Island. Sie kann wo auch immer, wann auch immer, und mit wem auch immer betrieben werden, denn die Opfer befinden sich in einer schwierigen und sensiblen Lage, die von den Tätern weidlich ausgenutzt wird.

Metta hatte beschlossen, eine Pause zwischen Studium und Arbeitsleben einzulegen und den Sommer mit Pferden in Island zu verbringen, immerhin ritt sie schon seit vielen Jahren. „Ich dachte, das wäre eine tolle Gelegenheit, einen Sommerjob in Island zu bekommen, mit Pferden zu arbeiten, viele neue Leute kennenzulernen und als Reiter mehr Erfahrung zu sammeln.“

Facebookinserate unter dem Radar
Ihren Job fand sie in einer Facebookgruppe, in der Sommerjobs für Pferdeleute und Rittführer inseriert waren. Im Einstellungsgespräch via Internet versprach der zukünftige Arbeitgeber ihr 400.000 ISK Bruttomonatslohn und eine 40-Stundenwoche, ausserdem freie Unterkunft. Metta fand das ganz in Ordnung.
Schnell stellte sich heraus, dass der Pferdetraum etwas anders ablief als sie gedacht hatte, und das obwohl sie wusste dass die Arbeit mit Pferden anstrengend und arbeitsreich ist. „Ich hätte nie gedacht dass ich so schlecht bezahlt werde. Ich hab meinen Stundenlohn ausgerechnet und kam auf 750 Kronen pro Stunde,“ sagt sie. „Das ist Wahnsinn. Der helle Wahnsinn.“
„Ich hab mindestens zehn Stunden pro Tag gearbeitet, sechs Tage die Woche, und keinen freien Tag,“ beschreibt sie das „Gefängnis“ wo sie nach eigener Aussage lebte. Von den versprochenen 400.000 ISK vor Steuern erhielt sie alle zwei Wochen 100.000 ISK. Als sie sich nach der fehlenden Summe beim Arbeitgeber erkundigten, sagte der, 100.000 seien für die Miete und den Autogebrauch berechnet worden, die anderen 100.000 seien an das Finanzamt gegangen. Allerdings fand Metta durch eigene Recherchen heraus, dass der Fiskus nicht eine einzige Krone erhalten hat.
Das Unternehmen habe nur junge Mädchen unter 20 Jahren eingestellt, Metta war die älteste unter ihnen. Der Chef sei ein furchteinflössender Typ gewesen, der mit schlechten Umgangsformen und Kommunikationsproblemen glänzte. Ausserdem seien überall Kameras angebracht gewesen, nicht nur im Stall sondern auch im Wohnhaus, angeblich aus Sicherheitsgründen.

Kein sicheres Land für solche Jobs
Viereinhalb Monate hielt sie es dort aus. „Die Pferde und wir wurden schlecht behandelt,“ sagt sie. Als eine verängstigte Kollegin, der es sehr schlecht ging, fristlos vor die Tür gesetzt wurde, war das Mass für Metta voll. Sie kündigte zu gleichen Bedingungen wie der Kollegin gekündigt worden war – eine Woche. Der Chef sei ausgeflippt, erzählt sie, er habe alle Pferdemädchen gleichsam bedroht. Daraufhin sei sie auf Empfehlung von wohlmeinenden Isländern zur Gewerkschaft gegangen. Obwohl sie längst wieder nach Dänemark zurückgekehrt ist, liegen dem Unternehmen immer noch die Lohnforderungen der Angestellten des letzten Sommers vor. Metta sagt, der Mann bedrohe nun sie und ihre Familie. „Ich will sagen, dass das nicht richtig ist, dass Island ein sicheres Land ist, jedenfalls nicht in der Tourismusbranche,“ erklärt Mette RÚV gegenüber. „Ich bin von meinem früheren Arbeitgeber bedroht worden, weil er wegen dieser Sache wütend ist, weil wir viel Geld von ihm verlangen. Ich habe versucht, die isländische Polizei zu kontaktieren, aber die nehmen die Drohungen nicht ernst, weil ich in Dänemark bin.“

Mettas Fall fällt unter Ausbeutung und schlechte Behandlung. RÚV schreibt, dieser Pferdeverleih sei kein Einzelfall, immer wieder gebe es Hinweise auf Ausbeutung in der Branche, doch bis heute arbeiten zahlreiche junge Mädchen schwarz für ein Taschengeld und ohne jede Absicherung in den sogenannten Traumjobs der Pferdebranche.

Icelandreview hatte 2018 über das Thema eingehend berichtet.

Hier und hier findet man Gehaltstabellen für Jobs in Landwirtschaft und Tourismus.

 

Staatlicher Tourismusfonds finanziert Projekte im Osten des Landes

Sechs Projekte im Osten Islands haben Gelder aus dem staatlichen Tourismusfonds ausgezahlt bekommen. Von den 162 Mio. ISK ging die höchste Summe an die Schlucht Stuðlagil, berichtet austurfrett.
Die Ministerin für Kultur und Wirtschaft, Lilja Dögg Alfreðsdóttir, hatte die Ausschüttung in der letzten Woche bekanntgegeben. Insgesamt hatten sich rund 539 Millionen ISK im Topf befunden. Daraus entfielen 30% der Gelder auf den Osten des Landes, finanziert werden dort Aufbau, Unterhalt und der Naturschutz von touristischen Orten. Ein weiteres Ziel ist die gleichmässigere Verteilung von Besucherströmen über die ganze Insel.

Die Gesellschaft Jökuldalur elf. erhielt mit 90 Mio. ISK den grössten Batzen, um die Sicherheit von Besuchern zu verbessern und den Naturschutz der immer beliebter werdenden Schlucht Stuðlagil voranzutreiben. In den vergangenen vier Jahren waren rund 244 Mio. ISK aus dem Tourismusfonds für Ausbauzwecke an dieses touristische Highlight im Osten der Insel gezahlt worden.

Die Kommune Múlaþing erhielt 28 Mio. ISK, um Wanderwege zu den Graniteiern des Künstlers Sigurður Guðmundsson in Gleðivík ín Djúpavogur anzulegen, an den Fljótsdalshreppur gingen rund 15 Millionen für Naturschutzprojekte und den Ausbau von Wanderwegen zum Wasserfall Hengifoss, und auch das Fjarðarbyggð ging nicht leer aus: 25 Mio ISK gab es für Wanderwege in Breiðdalsvík, und 2,5 Mio ISK für Designarbeiten am Wasserfall Bleiksárfoss im Eskifjörður. Der Torfhof Burstarfell erhielt 900.000 Kronen, um den Parkplatz auszubauen und einen behindertenfreundlichen Zugang anzulegen.

 

Feuerwehr schickt Brandverursachern Rechnung für Löscheinsatz

Die Feuerwehr des südisländischen Bezirks Árnessýsla hat von der Befugnis Gebrauch gemacht, einem Brandverursacher die Kosten für den Löscheinsatz in Rechnung zu stellen, berichtet Vísir. „Der reine Arbeitslohn für so einen Löscheinsatz kann bis zu eine Million ISK betragen,“ gab der Leiter der Feuerwehreinheit an.

Auf Regen warten
In der vergangenen Woche hatte nur wenig gefehlt, dass ein ganzes Sommerhausgebiet ausserhalb von Borgarnes einem Feuer zum Opfer gefallen wäre, als ein Sommerhausbesitzer mit einer Motorsäge Bäume fällte und sich ein Feuer im trockenen Gras entwickelte. Der Feuerwehr gelang es gerade noch, den Brand zu löschen, bevor die Hausbesitzer davon eingeschlossen wurden.
Und das war nicht der einzige derartige Einsatz, sagt Löschmeister Pétur Pétursson. Leute auf dem Land hätten trotz der Trockenheit Gartenabfälle oder Holz verbrannt und dadurch Flächenbrände verursacht.
„Persönlich finde ich das vollkommen unverständlich, dass die Leute nicht mal warten können, bis es regnet,“ sagte Pétur in einem Radiointerview.
Bei dem Brand in Munaðarnes habe es sich um ein Unglück gehandelt, wo die Leute vor lauter Schaffensfreude alles vergessen. Die Verantwortung trage schlicht immer der, der das Feuer verursacht. Offenbar könne man nicht auf den gesunden Menschenverstand zählen und müsse sich überlegen, wie man die Leute abschrecke.

Teure Löscheinsätze
Das Gesetz erlaubt der Feuerwehr, die Einsatzkosten vom Brandverursache zahlen zu lassen, und Péturs Mannschaft hat davon schon Gebrauch gemacht. Da kommt schnell eine Million Kronen zusammen. Nur noch wenige Löschmannschaften beschäftigen Feuerwehrleute in Vollzeit, die meisten sind in Teilzeit dabei. Teilzeitkräfte werden für mindestens vier Stunden bezahlt, selbst wenn der Einsatz kürzer ist.
Die Brandgefahren werden jedoch nicht weniger. Pétur sagt, es sei eigentlich nur Glück, dass bislang noch kein Sommerhausgebiet vollständig abgebrannt ist, weil Gestrüpp und trockenes Gras leichte Beute für Feuer sind. Im Ausland komme das oft vor, und dort koste es auch Menschenleben. „Tödliche Realität,“ sagt er.
Er rät Häuslebesitzern daher, das Erdreich zu befeuchten, bevor man Arbeiten beginnt, bei denen Funken überspringen können. Auch nach Abschluss der Arbeiten sei es gut, noch einmal mit dem Gartenschlauch loszuziehen. Man könne nicht jeden Brand verhindern, aber gegen verantwortungsloses Verhalten könne man durchaus etwas unternehmen.