Rekordsommer am Flughafen Keflavík erwartet

Für diesen Sommer erwartet Islands Reisebranche 8,5 Millionen Gäste am internationalen Flughafen in Keflavík. Dazu zählen natürlich auch reiselustige Isländer, die über die Sommerferien das Land verlassen.

Die Passagierprognose des Flughafenbetreibers Isavia rechnet mit 2,4 Millionen ausländischen Besuchern, die Island bereisen. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, dürfte der Sommer 2024 der drittgrösste in der Geschichte des Flughafens sein und der grösste Touristensommer überhaupt, berichtet mbl.is.
Ganze 28 Fluggesellschaften fliegen Keflavík in diesem Sommer an, pro Tag sind durchschnittlich 178 Starts gebucht.

82 Destinationen im Ausland
In einer Mitteilung der Isavia heisst es dass man von Keflavík aus 82 Destinationen anfliegen kann, rekordverdächtige 28 Fluggesellschaften bieten Direktflüge an. Davon bieten 25 Fluggesellschaften Linienflüge, und drei haben eine begrenzte Anzahl an Verbindungen im Angebot. Und so manches Unternehmen hat speziell für diesen Sommer Destinationen ins Programm genommen.
„Wir freuen uns darauf, noch mehr Gäste in diesem Sommer begrüssen zu können. Die Passagierprognose sieht für die Sommermonate, April bis Oktober, einen Anstieg der Fahrgastzahlen um je 391.000, das sind 7,2% mehr als im Vorjahr,“ schreibt Greta Már Garðarsson, der Vorsitzende für Fluggesellschaften und Destinationsentwicklung bei der Isavia in der Mitteilung.

Icelanda­ir bedient über die Hälfte aller Flüge
Starts und Landungen werden sich in diesem Sommer auf 37.000 belaufen, das sind 5% mehr als im Vorjahr und 36% mehr als im Jahr 2019. Dabei entfallen 58% aller Flugbewegungen auf die isländische Luftlinie Icelandair, Play betreibt 18,8% aller Starts und Landungen, auf andere Fluggesellschaften entfallen zusammen 23,3%.
Das Gesamtplatzangebot beträgt 6,7 Millionen, das sind 4% mehr als im Vorjahr und 26% mehr als im Jahr 2019.
Die isländische Fluggesellschaft Icelandair wird in diesem Sommer voraussichtlich alle Rekorde schlagen und ihre Flüge um 8% im Vergleich zum Vorjahr und um 20% im Vergleich zu 2019 steigern. Auch die Fluglinie Play hat ihr Angebot ausgeweitet und kann 5% mehr Flüge als im Vorjahr anbieten.

 

Lachszucht: 450.000 tote Lachse nach besonders kaltem Winter

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Rund 300.000 Zuchtlachse sind im März diesen Jahres in Meereszuchtgehegen des Lachskonzerns Arnarlax in den Westfjorden verendet. Unter anderem werden Wintergeschwüre für das Massensterben verantwortlich gemacht. Im gesamten Land verendeten im letzten Monat etwa 450.000 Zuchtlachse, das ist doppelt soviel wie im gleichen Zeitraum des letzten Jahres und etwas weniger als im Jahr 2022, berichtet Heimildin.

Qualvoller Tod in eisigem Wasser
Wintergeschwüre entstehen in besonders kalten Wintern mit entsprechend niedrigen Meerestemperaturen, die sich negativ auf den Zuchtlachs auswirken. Von den 450.000 verendeten Zuchtfischen im Land hatten sich zwei Drittel im Besitz des Arnarlax Konzerns befunden. Die meisten toten Lachse (290.000) verendeten im März im Arnarfjörður. Ende Februar schwammen 18 Millionen Zuchtlachse in den Meeresgehegen rund um die Insel, 2,5 Prozent des Gesamtbestandes sind im letzten Monat verendet.
Diese Zahlen stammen aus einer Mailantwort der Veterinäraufsichtsbehörde (MAST) an Heimildin. Der Behörde ist es nicht gestattet, die Verluste nach Unternehmen aufzuteilen. Allerdings sei das Massensterben besonders gross bei Arnarlax gewesen. „Hauptgrund des Verlustes sind Moritella viscosa, Parvicapsulose und Tenacibaculum.“
Moritella verursacht Wintergeschwüre und ist verursacht besonders schwere Schäden in der isländischen Fischzucht, weil das Meer hier so kalt ist. Parvicapsulose ist eine Parasitenerkrankung, die hierzulande zum ersten Mal im Jahr 2019 diagnostiziert wurde. Die Bakterie Tenacibaculum verursacht Geschwüre an den Flossen und führt zum Tod des Fisches.

Sensible Daten nicht kommentiert
Die Fischzuchtstatistiken bei MAST sind wegen eines Systemfehlers derzeit deaktiviert, daher hatte Heimildin die Informationen per Email direkt von der Behörde erhalten. Arnarlax Direktor Björn Hembre wollte sich auf Anfrage des Magazins nicht äussern, weil es sich um wirtschaftlich sensible Daten handle. Sein Unternehmen werde den Schaden im Vierteljahresbericht Mitte Mai behandeln, liess er wissen.

Bemerkenswert sei, so schreibt Heimildin, dass diese Zahlen verendeter Zuchtlachs in isländischen Meeresgehegen zwar hoch seien, doch trotz des bakteriellen Hintergrunds seien sie nicht ungewöhnlich hoch. Im März 2022 seien rund 470.000 Zuchtlachse in Meeresgehegen verendet, damals hatte sich der Gesamtbestand auf 15 Millionen Zuchtfische belaufen. Der Anteil verendeter Zuchtfische hatte demnach bei 3,1 Prozent gelegen.

Insel der Winde: Computerspiel mit älterer Heldin aus den isländischen Volkssagen

Gamer dürfen sich schon mal freuen: ein Computerspiel vor dem Hintergrund isländischer Volkssagen wird zu Beginn des kommenden Jahres auf den Markt stossen. Es sei ein grosser Erfolg gewesen, das Unternehmen am Leben zu halten, sagt die Produzentin von Eyja vindanna, der Insel der Winde.
Das Spiel wird in sieben Sprachen erhältlich sein, berichtet RÚV.

Kleines Unternehmen kommt gross raus
Hintergrund von Insel der Winde ist Islands wilde, einsame Natur, wie sie früher einmal gewesen ist. Inspiration holten die Designer sich dazu aus den Westfjorden und hier besonders dem Ísafjarðardjúp. Die Gründerin und Leiterin des Gamingunternehmens Parity Games, María Guðmundsdóttir, erklärt, man habe seit 2019 an der Entwicklung des Spiels gearbeitet. Ein zu Jahresbeginn geschlossener Vertrag mit dem Herausgeber ESDDigital Games  wird für Insel der Winde den Weg auf den internationalen Markt ebnen.
„Das hat alles für uns geändert,“ sagt María, „wir sind ein kleines Unternehmen mit rund 15 Mitarbeitern, und wir wollten das Spiel zuerst selbst herausgeben, aber jetzt bekommt es das Marketing und die Verbreitung, die es verdient hat,“ freut sie sich.

Frau mittleren Alters erhält endlich eine Bühne
Heldin des Spiels ist Brynhildur Hansdóttir, eine Zauberin mittleren Alters aus dem 17. Jahrhundert, die allerlei Abenteuer bestehen und Aufgaben lösen muss. Brynhildur, die Hüterin des Gleichgewichts, muss sich auf eine Entdeckungsreise begeben, als ihr kleiner Hof angegriffen und ihr Mentor entführt wird, heisst es auf der Webseite. Das Kernspiel beinhaltet eine reichhaltige Geschichte, umfangreiche Hintergrundstories und faszinierende Rätsel, sowie Kreaturen der isländischen Volkssagen und Zaubersprüche.

Gleichverteilung der Geschlechterrollen
Und natürlich ist es auch kein Zufall, dass die Heldin eine Frau ist, sagt María. Parity Games ist nämlich eines der wenigen Gamingunternehmen weltweit, wo die Geschlechterrollen gleich verteilt sind. Besonderen Wert legt man auf den weiblichen Anteil. Sowohl Kinofilme als auch Computerspiele zeigten oft mutige junge Mädchen, die mit 15 Jahren schon weise sind und alles schaffen, oder junge Frauen mit viel Sexappeal, meint María.
Man habe sich daher entschieden, einer tollen Frau im mittleren Alter das Szepter zu überreichen. Weitere Spiele seien in Vorbereitung, und dabei habe der Vertrag mit dem internationalen Partner geholfen, auch wenn Parity Games auf Unterstützungsfinanzierung aus dem Inland habe bauen können.

Atli Örvarsson erhält BAFTA-Preis für beste Filmmusik

Composer Atli Örvarsson

Der isländische Komponist Atli Örvarsson hat am vergangenen Sonntag den BAFTA Preis für die Musik zur TV-Serie Silo verliehen bekommen. RÚV berichtet, dass dies Atlis erste BAFTA Nominierung gewesen ist.
Die auf Apple TV+ gestreamt Serie zeigt eine dystopische Zukunftsvision über eine Gemeinschaft von rund 10.000 Menschen, die in einem unterirdischen Silo mit hunderten von Stockwerken nach Regeln leben, die angeblich zu ihrem Schutz geschaffen wurden. In der Hauptrolle ist die schwedische Schauspielerin Rebecca Ferguson zu sehen.

Atli Örvarsson nannte seine Arbeit an dem Projekt einen Traumjob. In seiner Rede dankte er Regisseur Morten Tyldum, der für das Projekt an ihn herangetreten war. Tyldum habe erkannt, dass die Serie jemanden brauchte, der in der Dunkelheit und mit den klaustrophobischen Wintern des isländischen Nordwestens aufgewachsen sei.

Atli hatte die Filmmusik in London komponiert und in Grossbritannien und in seiner Heimatstadt Akureyri aufgenommen. Vor seiner Karriere in der Filmbranche war er mit der Popband Sálin hans Jóns míns bekannt geworden. Aber er hat auch Filmmusik für Piraten der Karibik, für Angels&Demons und für Man of Steel geschrieben.
Weitere Nominierte in der Kategorie “Best Original Music Fiction” waren Adiescar Chase für Heartstopper, Blair Mowat für Nolly und Natalie Holt für Loki.