Masernverdacht im Nordosten des Landes

Gas station in Vopnafjörður, Northeast Iceland

Die Gesundheitsbehörden vermuten einen zweiten Masernfall im Nordosten des Landes, der in Verbindung zu einem Fall von letzter Woche steht, berichtet RÚV. Bei dem bestätigten Fall handelt es sich um einen Erwachsenen, der nicht schwerkrank ist. Beschäftigte einer Firma in Þórshöfn und Teilnehmer einer Veranstaltung in Vopnafjörður wurden gebeten, sich von anderen fernzuhalten und in den kommenden drei Wochen auf mögliche Symptome bei sich zu achten.

Masern ist eine hochansteckende Erkrankung, die zumeist harmlos mit erkältungsartigen Symptomen beginnt. Später gesellen sich die typischen roten Flecken hinzu. Geimpfte laufen weniger Gefahr, sich anzustecken als Ungeimpfte, aber besonders gefährlich sind die Masern für Kinder.
Daher hat das Gesundheitszentrum damit begonnen, in Þórshöfn und Vopnafjörður Impfungen durchzuführen, um die Wahrscheinlichkeit eines grösseren Ausbruchs zu mindern. Vor allem Kinder, die noch keine Masernimpfung erhalten haben, aber das Alter bald erreichen, sollen geimpft werden.

In Island werden Kinder zum ersten Mal mit 18 Monaten gegen Masern geimpft, die Auffrischimpfung erfolgt mit 12 Jahren. Diskutiert wird momentan, ob man die Auffrischimpfung nicht früher verabreicht, weil die Masern in Europa und auch in Island dank der Impfmüdigkeit wieder auf dem Vormarsch sind. Die Chefepidemilogin Guðrún Aspelund gab an, im Nordosten des Landes sei die Impfrate generell gut.

Im Februar war die erste Masernerkrankung seit fünf Jahren bei einem erwachsenen Urlauber diagnostiziert worden. Einer aktuellen Studie des Gesundheitsamtes zufolge ist die Impfrate in den letzten Jahren von 93-95% auf 90% gesunken. Diese Rate gilt als zu niedrig, um eine Herdenimmunität zu gewährleisten.

Walfang: Lizenzerneuerung weiterhin unentschieden

Bjarkey Gunnarsdóttir Olsen, minister of food, agriculture and fisheries

Die neue Ministerin für Fischerei und Landwirtschaft, Bjarkey Olsen Gunnarsdóttir, lässt sich in Bezug auf eine mögliche neue Walfanglizenz für Islands einziges kommerzielles Walfangunternehmen nicht in die Karten schauen. Gestern hatte sie dem Morgunblað gegenüber angegeben, sie werde der Presse ihre Pläne nicht mitteilen, überdies verfüge sie nicht über alle notwendigen Informationen.

Gründliche Prüfung aller Fakten
Heute gab sie in einer Fragestunde im Parlament an, die Sache gründlich prüfen zu wollen, bevor sie eine Entscheidung treffe.
”Dabei gibt es einiges zu beachten. Neben der Stellungnahme zu diesen vorliegenden Anträgen ist es auch notwendig, einen Anhang zur Walfangverordnung über die zulässige Gesamtfangmenge für das Jahr zu erlassen,“ präzisierte die Ministerin. Dieser Anhang basiere auf der Empfehlung des Meeresforschuingsinstitutes, die zeitgleich mit der Fanglizenz zum Jahresende ausgelaufen sei.
Bjarkey sagte, sie könne nicht versprechen dass die Sache bis zu einem bestimmten Datum entschieden werde, aber sie werde so schnell wie möglich entscheiden.

Wenig Hoffnung auf Walfang
Hvalur-Chef Kristján Loftsson hatte in der vergangenen Woche angegeben, so wie die Dinge stünden, gebe es „keine Hoffnung auf Walfang in diesem Sommer.” Der Antrag auf eine neue Lizenz – nach Kristjáns Wunsch sollte die für mindestens zehn Jahre gelten – war im Januar eingegangen, aber bis Ende März nicht bearbeitet worden. Danach verlangte das Ministerium Informationen über die Befolgung von bestimmten Regularien.
Kristján beschuldigt die Linksgrüne Bewegung, aus deren Reihen Bjarkey und ihre Vorgängerin Svandís Svavarsdóttir stammen, die Walfangindustrie systematisch zu zerstören. Svandís hatte vor ihrem Amtswechsel in das Ministerium für Infrastruktur über eine einjährige Fanglizenz nachgedacht, die Kristján aus betriebswirtschaftlichen Gründen aber für unpraktikabel hält. Und jetzt, Ende April, so Kristján, könne man eh kaum noch Leute anwerben und Material für die Fangsaison bestellen.
Bjarkey hatte betont, die Sache werde auf korrekte bürokratische Weise bearbeitet, und es gebe keine Klausel im Walfanggesetz, die für die Ausstellung einer Lizenz einen bestimmten Zeitrahmen vorschreibe.

Die frisch im Amt eingesetzte Ministerin stand auch beim Thema Lachszucht heute im Parlament unter Beschuss. Icelandreview berichtete, dass derzeit ein Gesetzentwurf zur Lachszucht im Parlament zur Debatte vorliegt, wonach die Lachszuchtkonzerne ihre Betriebslizenzen dauerhaft erhalten sollen, und ohne Gefahr zu laufen, bei Betriebsunfällen ihrer Quote verlustig zu gehen. Die Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Kristrún Frostadóttir, warf der Regierung vor, Islands Fjorde an die Lachskonzeren zu verschenken.

Ein Toter im Sommerhaus, vier Verhaftungen

Cabins in South Iceland, Biskupstungur

Vier Männer sind am vergangenen Samstag in Zusammenhang mit einem Todesfall in einem Sommerhaus in Grimsnes festgenommen worden. Die Rettungssanitäter, die den Toten fanden, vermuteten gleich einen kriminellen Hintergrund und alarmierten die Polizei.

Zwei der Männer sind bereits wieder aus der U-Haft entlassen worden, die anderen beiden bleiben bis kommenden Dienstag in U-Haft. Alle vier und der Tote stammen aus Litauen. RÚV berichtet, die Männer hätten im Sommerhausgebiet Kidjaberg in Grimsnes ein neues Haus errichtet. Hinter dem Bau stand die Firma Reir verk, drei der Litauer waren im Auftrag der Subunternehmerfirma Nord Hús mit den Dacharbeiten beschäftigt.
Neben dem Grundstück befand sich ein weiteres Haus, das an die Bauunternehmung vermietet wurde. Dort konnten die Arbeiter die Toilette benutzen, essen und übernachten. In diesem Haus wurde der Tote aufgefunden.
In einer Mitteilung der Polizei hiess es, die Ermittlungen seien umfangreich, gingen aber gut voran.