Geldstrafe: MAST verhängt 2650 Euro für langen Todeskampf eines Finnwals

Im September letzten Jahres vergingen 29 Minuten zwischen dem ersten und dem zweiten Harpunengeschoss aus der Kanone der Hvalur 8-Walfänger auf den ersten erbeuteten Finnwal der Saison. Das bedeutet, dass dieser Wal mehr als 30 Minuten brauchte, um zu sterben. Die isländische Veterinäraufsichtsbehörde (MAST) hat dem Walfangunternehmen Hvalur hf. heute eine Geldstrafe von 400.000 ISK (2,650 EUR) wegen Verletzung des Tierschutzgesetzes auferlegt, berichtet Heimildin. “Der Walfangverordnung zufolge muss ein Zweitschuss unverzüglich erfolgen, wenn das Tier nicht nach dem ersten Schuss verendet.”

Neue Lizenz über 10 Jahre beantragt
“Wir haben auf dem Video gesehen, dass 29 Minuten vergehen zwischen dem ersten Schuss auf das Tier, bis zum Abfeuern des zweiten Schusses. Das ist diese Verzögerung des Zweitschusses, die wir als sehr schwerwiegend betrachten,” hatte MAST-Direktorin Hrönn Ólina Jörundsdóttir im September in einem Gespräch mit Heimildin angegeben. MAST stoppte die Waljagd des Schiffes Hvalur 8 am 14. September. Als Grund wurde dieser Verstoss gegen das Tierschutzgesetz während der Jagd auf Finnwale angegeben.

Hvalur hf. hatte Ende Januar einen Brief an das Ministerium für Fischerei und Landwirtschaft geschickt, in dem um Erneuerung der Fanglizenz für Finnwale ersucht wurde. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Kristján Loftsson, sah es als “richtig und normal” an, dass die neue Lizenz auf fünf Jahre ausgestellt werde und sich automatisch zum Jahresende erneuere, “oder aber dass die Lizenz für mindestens 10 Jahre” ausgestellt werde. Damit sei eine “normale Vorhersehbarkeit” im Betrieb von Hvalur gewährleistet.

Weitere Strafen wegen Tierwohlvergehen
Hvalur war nicht das einzige Unternehmen, das heute zur Kasse gebeten wurde. „Ein Schlachthof in Südwestisland erhielt eine Strafe über 160.000 ISK (1070 EUR) dafür dass ein Schwein mit gebrochenem Bein ein ganzes Wochenende in der Halle liegen gelassen wurde, bevor es geschlachtet wurde.” Das Schwein hatte sich das Bein während des Transportes gebrochen und hätte daher sofort nach der Ankunft geschlachtet werden müssen.
Ein anderer Schlachthof im Südland muss 145.000 ISK (970 EUR) zahlen, weil es ein Schwein aus Versehen vor der Schlachtung nicht betäubt hatte und bei lebendigem Leibe hat ausbluten lassen.
Im Sommer 2023 waren auf drei Höfen im Westen des Landes Rinder für insgesamt acht Wochen im Stall gehalten worden, obwohl das Tierschutzgesetz Weidegang vorsieht. Die Höfe müssen zwischen 350.000 und 540.000 ISK (2340-3610 EUR)  Strafe zahlen. Die Höhe der Summe bemisst sich unter anderem an der Zahl der eingesperrten Rinder.