Filmpremiere von Laxaþjóð – Eine Lachsnation

fish farming iceland

Morgen Abend findet im Reykjavíker Kino Gamla Bíó die Premiere des DokumentarfilmsLaxaþjóð – A Salmon Nation” statt. Der Film war vom US-amerikanischen Outdoorausrüster Patagonia produziert worden und behandelt die Situation der Lachszucht in offenen Meeresgehegen in Island.

Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftswerk von Patagonia, dem Fjordschutzverein Vá, der NASF und des isländischen Naturschutzfonds. Vor der Filmpremiere wird die Kayakerin und Aktivistin Veiga Grétarsdóttir einen Vortrag halten und Bildmaterial aus dem Zuchtbecken zeigen. Ausserdem gibt es eine Podiumsdiskussion und live-Musik.

Dreharbeiten just als Lachse entkamen
Der Film war im vergangenen Herbst aufgenommen worden, just als beim Fischkonzern Arctic Fish im Patreksfjörður rund 3500 geschlechtsreife Zuchtlachse in die Natur entkamen und in der Folge von Anglern in isländischen Flüssen gefunden wurden.
“Wir sind eigentlich mitten in dem Theater gelandet und haben dadurch ein grossartiges Kapitel im Film erhalten, das wir gar nicht geplant hatten, weil die Drehtage in Island schon lange vorher durchgeplant waren, bevor der Fisch entkam,” liess Regisseur Arthur Neumeier wissen.
“Das war so als ob man an den Tatort eines Verbrechens kommt, wo die Beweise davon- und an die Oberfläche schwimmen. Die norwegischen Taucher mit Harpunen kamen gleich nach uns ins Land,” erzählt er.

Hier gibt es Informationen zur Veranstaltung.

Umweltschutz im Fokus
“Seit 50 Jahren konzentrieren wir uns auf den Umweltschutz und sind uns darüber im Klaren, dass die Gesundheit der Natur und unsere Wirtschaft miteinander verknüpft sind,” erklärt Patagonia-Direktor Ryan Gellert sein grosses Interesse an Island. Im November 2019 hatte er der Regierung eine Liste mit 180.000 Unterschriften aus aller Welt ausgehändigt, mit der Aufforderung, die Lachszucht in offenen Meeresgehegen zu beenden. An dem Tag habe er Seite an Seite mit isländischen Angelvereinen und Naturschutzverbänden gestanden und man habe gehofft, dass noch Zeit genug sei, den Schaden an Islands Biodiversität zu mindern.
Heute hält er die Situation, der Islands Fauna und der wilde Lachsbestand ausgesetzt sind, für immer schwieriger. “Aber ich hoffe, weil ich Vertrauen in die Vision und den Mut der isländischen Politiker und der Isländer im Allgemeinen habe, dass da reagiert wird, um eure Natur, den Stolz der Nation, zu schützen, und dass man die Zucht in offenen Meeresgehegen verbietet, bevor es zu spät ist.“

Eurovision: die Hälfte aller Isländer ist gegen eine Teilnahme

Eurovision Söngvakeppnin 2020 Daði Freyr Dimma

Etwa die Hälfte aller Isländer ist einer Umfrage zufolge dagegen, dass Island beim Eurovision Song Contest 2024 teilnimmt, wenn Israel ebenfalls antritt, berichtet RÚV.

Die Teilnahme beim Eurovision Song Contest war in den letzten Woche Streitthema gewesen. In der Öffentlichkeit hatte es Kritik dafür gehagelt, dass Israel trotz des Krieges in Gaza an dem Gesangswettbewerb teilnehmen darf. Aus verschiedenen Richtungen war die Forderung gekommen, dass Island sich deshalb aus dem Wettbewerb zurückziehen sollte. Und in der Bevölkerung ist rund die Hälfte aller Befragten dieser Ansicht – nur drei von 10 Befragten finden, Island sollte teilnehmen. Ein Fünftel der Befragten äusserte keine Meinung.

80 und 76 Prozent wollen Ausschluss von Israel
Männer sprechen sich eher für eine Teilnahme aus als Frauen. Menschen über 50 sind ebenfalls eher für eine Teilnahme als jüngere Menschen. Bei den politischen Parteien sind es eher die Unterstützer der Unabhängigkeitspartei, die eine Teilnahme befürworten, am meisten dagegen sind Unterstützer der Piratenpartei. Etwa 80 Prozent der Befragten gaben an, sich für eine Teilnahme Islands auszusprechen, wenn Israel vom Wettbewerb ausgeschlossen werde.
Eine gleichlautende Umfrage von Prósent aus dem Dezember 2023 hatte ergeben, dass etwa 76 Prozent der Bevölkerung der Ansicht war, dass Israel vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen werden sollte. Und rund 60 Prozent sprach sich dafür aus, dass Island sich aus dem Wettbewerb zurückziehen sollte, wenn Israel teilnehmen dürfe.

Druck aus der Musikerszene
Nicht nur in Island ist der diesjährige ECS ein heisses Eisen. Rund 1000 schwedische Musiker hatten in einem offenen Brief an den Verband der europäischen Sendeanstalten (EBU) darauf gedrängt, Israel von dem Wettbewerb auszuschliessen. Ihrer Ansicht nach verstosse Israels Teilnahme gegen das erklärte Ziel des Song Contest, Frieden und Vereinigung zu unterstüutzen. Trotz des Drucks deutet jedoch kaum etwas darauf hin, dass die EBU sich eines Besseren besinnt. Auch in Finnland, Grossbritannien, Irland und Spanien hatte sich Widerstand geregt.
In Norwegen hatte die Band Gåte den norwegischen Wettbewerb gewonnen und sich für Malmö qualifiziert. Die Bandmitglieder hatten angekündigt, beim ECS teilzunehmen. Sie wollten sich eher dort auf der grossen Bühne zum Krieg in Gaza äussern als den Wettbewerb boykottieren.