Jarðböðin lockt mit erweiterter Badelagune

Jarðböðin, Mývatn, lagoon

In der Badelagune Jarðböðin im nordisländischen Mývatnsveit sind derzeit umfangreiche Bauarbeiten im Gange. Die Lagune wird jährlich von rund 180.000 Gästen aufgesucht, berichtet RÚV.
Im Sommer 2022 hatten die Erweiterungsarbeiten begonnen. Die Badelagune soll erhalten und erweitert werden, hinzu kommen nun neue Servicegebäude.
Geschäftsführer Guðmundur Þór Birgisson sagt, nach den Umbauten habe der Badegast einen weitaus besseren Zugang zum Schwimmbad, ausserdem gebe es funkelnagelneue und geräumigere Umkleiden, aus denen man dann bequem und direkt ins heisse Wasser gelange.

Der gesamte Betrieb wird dann in das neue, 2700 Quadratmeter grosse Gebäude verlegt. Das alte Gebäude soll nicht weiter genutzt werden, für eine Umnutzung gibt es derzeit keine Pläne.
Bei den Bauarbeiten hatte man eine Zwangspause einlegen müssen, als im letzten Jahr per Zufall eine unterirdische Höhle entdeckt wurde, dort, wo das neue Gebäude entstehen sollte.  Wegen seltener Quellsalze, die empfindlich auf Feuchtigkeit reagierten, hatte man die Höhlen schnell wieder geschlossen.
Bevor der Betreiber die Bauarbeiten fortsetzte, hatte er prüfen lassen, ob es weitere Höhlen auf dem Baugrundstück gebe, und ob der Boden über der vorhandenen Höhle tragfähig genug sei.

Mit jährlich steigenden Touristenzahlen steigt auch die Zahl der Badegäste. Ein Ausbau der Lagune war daher notwendig. Guðmundur ist zuversichtlich, dass man die neuen Gebäude im Frühjahr 2025 wird einweihen können.
Das heisse, schwefelreiche Wasser der Jarðböðin stammt aus einem Bohrloch des Erdwärmekraftwerks Bjarnaflag, die Lagune selbst ist künstlich angelegt.

 

Statistisches Amt sucht nach Karteileichen

Das isländische Statistische Amt veröffentlicht alljährlich zu Jahresbeginn die aktuelle Einwohnerzahl des Landes. Nun hat sich herausgestellt, dass diese Zahl von derzeit angeblich 399.402 Einwohnern offenbar nicht der Realität entspricht. Eine neue Zählmethode soll korrektere Zahlen liefern, berichtet Heimildin.

Suche nach “Lebenszeichen”
Bei der Methode will man bei mehr Behörden und Institutionen als zuvor nach sogenannten “Lebenszeichen” suchen, unter anderem danach, ob die betreffende Person auf einer Gehaltsliste steht oder Mehrwertsteuer zahlt. Neben Daten aus dem Steuerregister wird man auch die Registrierung von Kindern ab dem Kindergarten über Schule bis zur Universität prüfen, sowie familiäre Verbindungen aus dem Einwohnermelderegister untersuchen.

“Wenn innerhab von sechs Monaten kein “Lebenszeichen” oder keine sonstige Bewegung in diesen Registern für die Person oder ihre Familie zu verzeichnen ist, betrachten wir die Person als im Ausland ansässig,” heisst es in einer schriftlichen Antwort von Steinn Kári Steinsson, einem Analytiker beim Statistischen Amt.

Wegzug ohne Abmeldung wird nicht geahndet
Mögliche Gründe dafür, dass Leute sich nicht abmelden, wenn sie aus Island wegziehen, können mit dem stärkeren Anreiz zusammenhängen, sich bei Zuzug im Land zu registrieren, als den Wegzug zu melden. Denn die Personenkennziffer (kennitala) ist notwendig, um verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Für jemanden, der das Land verlässt, entstünden keine negativen Folgen, wenn er sich nicht abmeldet, so Steinn Kári.
Personen, die sich zum Studium im Ausland befinden, aber im Sommer und an Weihnachen zuhause arbeiten, gelten als Einwohner, obwohl sie die meiste Zeit des Jahres im Ausland leben. Ein Isländer, der nachweislich im Ausland studiert, kann seinen Erstwohnsitz in Island behalten.

Im März werden Karteileichen entfernt
Nun also soll die aktuelle Einwohnerzahl im März verkündet werden, und dann anhand der neuen Zählmothoden hoffentlich mit richtigen Zahlen. Die Zahlen müssten 100% korrekt sein, so Þorsteinn Þorsteinsson, der Informationsbeauftragte des Statistische Amtes.
“Wir schauen uns Personen an, die über mehrere Monate nicht im System vorkommen. Die nehmen wir dann raus, weil es hochwahrscheinlich ist, dass die sich gar nicht im Land befinden.”
Im März wird man also endlich wissen, ob die Insel im Nordatlantik die 400.000er Grenze bei der Einwohnerzahl geknackt hat.

 

Grindavík: Monteure stellen Infrastruktur wieder her

Reykjanes peninsula eruptions

Um die 100 Leute arbeiten in diesen Tagen unermüdlich daran, die Wasserversorgung und Heizung im von Erdbeben beschädigten Grindavík zu reparieren. Dafür war auch die Beseitigung von frischer , 700 Grad heisser Lava nötig. In einem Facebookbeitrag der Rettungseinheit Þorbjörn hatte es gehiessen, bei all diesen Arbeiten habe man Wert auf allergrösste Sicherheit der Beteiligten gelegt.

Leitungen und Lava schaufeln
„Sanitär- und Elektroteams, begleitet von Einsatzkräften, durchquerten die Stadt und arbeiteten hart daran, die Heizung in den Häusern wiederherzustellen. Der Umfang der Arbeiten variiert je nach Standort, es wurde jedoch alles versucht, um so viele Häuser wie möglich zu reparieren. Diese Arbeit ist zum Zeitpunkt der Niederschrift fast abgeschlossen.“
Elektriker von Landsnet und dem Versorgungsunternehmen HS Veitur haben die Hauptstromleitung zwischen dem Erdwärmekraftwerk Svartsengi und Grindavík wiederhergestellt.
Ausserdem wurde mit Hilfe schwerer Baumaschinen die Kaltwasserleitung erneuert. Dazu war es notwendig gewesen, eine erhebliche Menge an frischer, 700 Grad heisser Lava zu bewegen. Diese Arbeit verläuft nach Angaben der freiwilligen Retter sehr gut, und man hofft, dass bald wieder Wasser aus allen Hähnen kommt.

Zäune schützen vor Erdspalten
Mehrere hundert Meter Zaun ist im Ort errichtet worden, um Gebiete abzuzäunen, wo Erdspalten oder mögliche Einsturzkrater lauern könnten, vor allem im offenen Gelände, wo bislang keine Auffüllmassnahmen gegeben hatte, oder wo die Spalten sichtbar sind.
„Jeder der in diesen Tagen in Grindavík arbeitet, muss sich an strengste Sicherheitsvorkehrungen halten und erhält entsprechende Anweisungen. Jeder muss etwa eine Schutzweste und einen Helm tragen und von Einsatzkräften begleitet sein, die ein Gasmessgerät und Funkgeräte mitführen. In den Industriegebieten im Ostteil von Grindavík müssen die Leute mit Sicherheitsleinen ausgerüstet sein, während sie dort arbeiten.“

Mobile Stahlbrücke für mehr Sicherheit
Auch eine mobile fünf Meter lange Stahlbrücke ist nach Grindavík gebracht worden, um Spalten zu überbrücken und die Sicherheit der Anwesenden zu gewährleisten. Eine weiter Brücke ist geplant, damit mehrere Strassen gleichzeitig offengehalten werden könen.
„Alle diese Massnahmen sollen die Sicherheit der Leute in Grindavík verbessern, damit die Bergung von Wertgegenständen starten kann, sobald sich die Gelegenheit bietet.“ heisst es in dem Beitrag. Die Abholung von Wertgegenständen ist lange ein schwelendes Thema gewesen, konnte aber erst in Angriff genommen werden, nachdem die Risikoanalyse des Wetterdienstes für das Gebiet ein Betreten des Orts ermöglichte.

„Abschließend möchten wir allen, die in letzter Zeit an den Projekten in Grindavík teilgenommen haben, unseren tiefsten Dank aussprechen. Einigkeit und Zusammenarbeit zeichnen die Arbeit aus, wobei täglich bis zu 100 Personen an den Einsätzen beteiligt sind.”

Totale Sonnenfinsternis in 2026 dürfte Tausende anlocken

Die nächste totale Sonnenfinsternis wird am 12. August 2026 in Island zu sehen sein. Islands bekanntester Astronom erwartet tausende von Besuchern für das denkwürdige Ereignis.

Schaffen die Strassen den Andrang?
Auch wenn diese Sonnenfinsternis erst in zwei Jahren stattfindet, besteht doch Anlass, jetzt schon über Vorbereitungen nachzudenken. Man schätzt nämlich dass die Sonnenfinsternis am besten von den Klippen der Latrabjarg im Nordwesten der Westfjorde zu sehen sein wird. Latrabjarg ist bereits ein sehr beliebtes Reiseziel, wenn auch etwas weit ab vom Schuss. Der Parlamentsabgeordnete der Piratenpartei, Andrés Ingi Jónsson hatte daher eine formale Anfrage an den Minister für Infrastruktur gestellt: „Welche Massnahmen werden ergriffen, damit das Strassennetz die grosse Zahl an Besucherstrom tragen kann, die voraussichtlich am 12. August 2026 in Látrabjarg die totale Sonnenfinsternis erleben möchten?” Bislang ist die Anfrage nicht beantwortet worden.

Hoher Besucherstrom
Der Astronom Sævar Bragi Bragason, Isländern auch als Stjörnu-Sævar bekannt, hatte mbl.is gegenüber gesagt, er glaube, dass man mit vielen Besuchern zu rechnen habe.
“Eine totale Sonnenfinsternis ist eins der schönsten natürlichen Ereignisse, die man sehen kann,” sagte er. “Leute von überall auf der Welt reisen zu tausenden, nur um sie zu erleben.” Er glaubt daher, dass Anlass besteht, kurz vor der Sonnenfinsternis mit einer steil ansteigenden Besucherzahl in Island zu rechnen.  Im August ist Hochsaison, dann befinden sich ohnehin schon sehr viele Touristen auf der Insel. Es ist also wichtig, sich jetzt schon Gedanken über fehlende Infrastruktur zu machen

Die letzte totale Sonnenfinsternis liegt schon etwas länger zurück, sie war im Jahr 1954 zu sehen. Auch wenn Latrabjarg natürlich aufgrund seiner abgeschiedenen Lage ein hervorragender Ort zum Erleben der Sonnenfinsternis ist, gibt es eine Reihe weiterer guter Orte, wo man das Ereignis sehen kann, wenn vielleicht auch ein wenig kürzer.
Nach der Finsternis von 2026 muss man dann etwas länger warten, kommende Generationen dürfen sich im Jahr 2196 auf das Naturspektakel freuen.