Grindavík: Suche nach Frostschäden, Stromversorgung wiederhergestellt

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In Grindavík wird derzeit rund um die Uhr daran gearbeitet, die Stadt wieder mit Strom und Wasser zu versorgen. Allerdings gibt es Rückschläge: in der letzten Nacht gegen halb vier fiel eine Hauptstromleitung aus, die unter der neuen Lava vom vergangenen Wochenende begraben lag, berichtet RÚV.

Ersatzaggregat und Überlandleitung
Einer Mitteilung des Versorgungsunternehmens HS Veitur zufolge begann man sofort damit Ersatzaggregate des nationalen Stromversorgers Landsnet aufzustellen. Innerhalb von zwei Stunden war die Stromversorgung wieder hergestellt. Von den zwei Aggregaten fiel eins aus, und Grindavík hängt nun an einem Aggregat, bis Ersatz vor Ort eingetroffen ist. Heute verlegt eine Mannschaft von Landsnet eine Überlandstromleitung über das neue Lavafeld, die im Notfall zum Einsatz kommen kann.

Hier sieht man in einem Video, wie ein Hubschrauber der Küstenwache das Stromkabel durch die Luft über die immer noch heissen Lavamassen an die Masten fliegt.

Suche nach Frostschäden
Ebenfalls grosses Kopfzerbrechen hatte die Beheizung der Wohnhäuser bereitet, die meisten von ihnen werden ja mit heissem Wasser beheizt. Am Freitag hatte ein Team von Heizungsmonteuren von 1200 Häusern um die 900 besucht und überprüft, gestern dann 350. Heute will man die Überprüfung abschliessen.
In den bisher besuchten Häusern sind bislang zwei Frostschäden bestätigt worden, doch angesichts der extrem kalten Temperaturen der letzten Tage dürften mehr Schadensmeldungen hinzukommen. In Häusern, wo es nicht gelang die Heizung in Gang zu bekommen, sind Elektroöfen aufgestellt worden.
Die Arbeit der Monteure laufe hervorragend, betont die Gemeindeleitung, nicht zuletzt, weil die Einwohner bereitswillig ihre Schlüssel ausgehändigt hatten, was die Organisation erleichterte.

Spalte öffnet sich unter dem Auto
Ungefährlich war der Einsatz der Monteure und Handwerker jedoch nicht.
Der Installateur Benedikt G. Jónsson erfuhr gestern den Schreck seines Lebens, als sich unter seinem Fahrzeug die Erde öffnete. RÚV berichtet, er habe das Auto auf einen Parkplatz gefahren, von dem er wusste, dass sich dort eine ältere Erdspalte befand, die jedoch aufgefüllt worden war. Als er die Autotür aufdrückte, öffnete sich unter ihm ein Loch. Er schickte seinen Enkel, der mit ihm arbeitete, zur anderen Autotür hinaus, damit der sich in Sicherheit bringe, und bereute die Entscheidung sofort, weil sie ja nicht wissen konnten, wo sich die Erde als nächstes öffnet. Doch am Ende ging alles gut und beide konnten in Sicherheit gebracht werden. Geologen hatten immer wieder davor gewarnt, dass sich in dem Ort jederzeit Erdspalten öffnen können.

Vor etwa zehn Tagen war ein Arbeiter mitsamt einem Erdverdichter in eine 20 Meter tiefe Spalte gestürzt. Er wurde mit grossem Rettungsaufgebot tagelang gesucht, konnte jedoch nicht gefunden werden. Die Spalte verbreiterte sich nach unten hin und mündete in ein 20 Meter tiefes, den Gezeiten folgendes Wasser.