Grindavík: Risikoanalyse nennt Gasentwicklung und sehr grosse Gefahr

grindavík evacuation

In ihrer heute veröffentlichen Risikoanalyse für Grindavík sieht die isländische Wetterbehörde „sehr grosse Gefahr¨ für den Ort. Die Gefahr ist nicht nur durch Erdbeben, Spalten, Lavaströme, Spaltenbewegung und unvorhersehbare Krateröffnungen gekennzeichnet, sondern jetzt auch durch Gasentwicklung, von der man befürchtet, dass sie in Verbindung zu dicht unter der Erdoberfläche liegenden Magma steht, berichtet Heimildin.
Die Risikoanalyse gilt von heute 17 Uhr bis Freitag um 17 Uhr.

„Bei Arbeiten an Brunnen der Wasserversorgung im Ortsinneren von Grindavík ist gestern Gas gemessen worden. Es bedarf der näheren Prüfung, ob diese Gasentwicklung in Verbindung zu dicht unter der Erdoberfläche liegender Magma steht. Es muss betont werden, dass gefährliche Gasentwicklung einer der Faktoren ist, der in der derzeit gültigen Risikoanalyse für Grindavík genannt werden.“ heisst es in der Analyse. Gefahren können sich auch ausserhalb der genannten Gebiete verbergen.

Auch weiterhin sammelt sich Magma unter dem Svartengi Gebiet, nördlich von Grindavík und nahe der Blauen Lagune. Man geht davon aus, dass diese Akkumulation in den kommenden Wochen zu einer weiteren Eruption führen wird.
Die Bebentätigkeit über dem Magmatunnel ist seit gestern nur gering ausgefallen. Modellen zufolge liegt die Magma am Südende des Tunnels dicht unter der Oberfläche, und gerade dort ist das Land in zahllose Spalten und Risse geborsten. Experten gehen davon aus, dass die Magma hier leichtes Spiel haben wird, an die Erdoberfläche zu kommen. Laut Wetterbehörde gilt es daher als wahrscheinlich, dass sich neue lavafördernde Spalten ohne Vorwarnung öffnen.

Grindavík: Färöerinseln sammeln Spenden für Betroffene

Das Rote Kreuz der Färöerinseln hat eine Sammlung zur Unterstützung der Grindavíker gestartet, die durch den Vulkanausbruch ihr Zuhause verloren haben. Der Pressesprecher des isländischen Roten Kreuzes sagte, die Färinger hätten ihn kontaktiert und ihren Wunsch ausgedrückt, helfen zu wollen. Die Spendensammelaktion des isländischen Roten Kreuzes verläuft sehr gut.

“Wie kannst du helfen?”
Auf der Nachrichtenplattform in.fo war von der Spendenaktion in Island berichtet worden, daraufhin hätten sich „Unternehmen und Einzelpersonen“ zusammengetan und beschlossen, ihren Nachbarn in Island ebenfalls zu helfen.
Wie kannst du helfen?“ heisst die Spendenaktion der Färinger.
Oddur Freyr Þorsteinnsson vom isländischen Roten Kreuz ist gerührt. “Die haben uns kontaktiert und fragten, wie sie helfen können. Sie kamen selbst mit der Idee, eine eigene Sammlung zu veranstalten.” Die Inselnachbarn seien so unglaublich warmherzig und hilfsbereit. Es sei wunderbar, solche Nachrichten zu bekommen und zu hören, dass andere Länder einen unterstützen, sagt Oddur. Isländer und die Leute von den Färöerinseln seien Brüder, so Oddur, und man kümmere sich um den anderen. „Wir sind so dankbar.“

Spenden direkt an Betroffene
Auch die seit November laufende Spendenaktion in Island sei gut unterwegs, sagt Oddur. „Wir waren überrascht, wie stark und gut die Unterstützung ist.“
Zunächst war anlässlich der ersten Evakuierung am 10. November für die Arbeit des Roten Kreuzes in Auffanglagern und Noteinsätzen gesammelt worden. Weil die Sammlung so erfolgreich verlaufen war, entschied man, das Geld direkt weiterzuleiten. Bislang konnten fünf Millionen Kronen ausgezahlt werden, und so soll es auch weitergehen. Ein speziell eingesetzter Ausschuss kümmere sich darum, wofür das Geld verwendet wird. Einziger Zweck ist die Unterstützung der Grindavíker, beispielsweise für psychologische Behandlung oder als Beihilfe für Wohnraumfinanzierung, denn viele zahlen ja jetzt Miete und zusätzlich den Kredit für ihr unbewohnbares Haus. Manche Banken haben die Zahlungen eingefroren, doch längst nicht alle Geldgeber sind dazu bereit.

Noch keine Hilfslösung in Sicht
In den vergangenen Tagen hatte es von Regierungsseite allerhand Absichtsbekundungen gegeben, wie man den Betroffenen helfen wolle, echte Fakten wurden allerdings noch nicht geschaffen. Ein Bewohner kritisierte nach einem Treffen der Bürger mit Regierungsvertretern gestern Abend, der Ausbruch sei zwar erst vor drei Tagen passiert, die Leute befänden sich aber schon seit dem 10. November durch die Evakuierung im Ausnahmezustand. Immer mehr Bewohner wollen gar nicht mehr nach Grindavík zurückkehren und fordern, dass die Regierung die Leute aus dem Ort herauskauft.

Heimaey: Katastrophenfonds und Spenden
Beim Vulkanausbruch auf den Westmännerinseln im Jahr 1973 hatte die isländische Regierung einen Katastrophenfonds geschaffen, der einzig den Interessen der Bewohner von Heimaey dienen sollte. Er sollte Schutz und Wiederaufbau des Ortes finanzieren, die Kosten von Rettungsaktionen, Umzügen und Schäden decken, Einkommensverluste und Sachschäden decken, und die Auswirkungen auf das Alltags- und Arbeitsleben mindern. Eins der wohl wichtigsten Projekte war der Wiederaufbau des Hafens. Ausserdem wurden von dem Geld Häuser für die Bewohner gekauft und in Heimaey und auf dem Festland aufgestellt.

Zusätzlich zu dem Fonds waren grosszügige Spenden aus dem In- und Ausland eingegangen, die erste Spende war schon damals von den Färöerinseln gekommen, aber auch aus Japan, Norwegen und Kanada trafen Schecks ein. Gelder kamen von alten Seeleuten, von reichen Schwestern, schwedischen Falknern und einer Kirchengemeinde. Auch Staaten schickten Unterstützung, nicht nur die nordischen Länder, sondern sogar Nord- und Südkorea schickten Geld zum Wiederaufbau der Insel.

Wer sich an der Spendenaktion beteiligen will, kann das unter dieser Kontonummer tun:
IBAN: IS460342260000125302692649
SWIFT: ESJAISRE