Schutzwall für Grindavík beschlossen

grindavík evacuation

Islands Regierung hat den Bau eines Schutzwalls um den Küstenort Grindavík genehmigt. Erste Vorbereitungen für den Wall nördlich des Ortes haben bereits begonnen, zum Jahrenbeginn sollen die Bauarbeiten dann richtig losgehen.
Die Kosten für den ersten Teil des Bauwerks werden zunächst auf eine halbe Milliarde ISK geschätzt, der gesamte Schutzwall dürfte am Ende sechs Milliarden ISK kosten.

Der erste Teil des Walls soll dort errichtet werden, wo nördlich des Ortes die meiste Gefahr für einen Lavafluss aus dem Norden besteht. Weitere Schritte werden dann nach möglichen Fliessrichtungen entschieden. Mit einer Fertigstellung wird im Frühjahr gerechnet.
„Das ist ein großer Wall und er wird Auswirkungen haben.“ sagte Justizministerin Guðrún Hafsteinsdóttir RÚV gegenüber. „Er wird das Gesicht von Grindavík verändern. Aber wir glauben, dass dies die beste Option ist, um mit aller Kraft zu versuchen, die Werte in Grindavík zu schützen.“

Auch weiterhin bleibt der Ort weitestgehend evakuiert. Nach dem Aufkommen von Diebstählen dürfen jetzt nur noch Einwohner durch die Sperrposten in den Ort, die sich mit ihrer Personenkennziffer ausweisen können, ausserdem werden alle Autokennzeichen aufgenommen, um zu verhindern, dass Gaffer oder Diebe nach Grindavík gelangen.

Letzter Zeitgenosse des Dichters Einar Ben verstorben

Der Landwirt Þórarinn Snorrason auf Vogsós in Selvogur an der Südküste der Halbinsel Reykjanes ist im Alter von 92 Jahren nach einer Oberschenkelhalsfraktur im Krankenhaus verstorben. Bis zuletzt hatte er sich daheim um seine Schafe gekümmert.

Þórarinn war der letzte Bürgermeister der Gemeinde Selvogshreppur, bevor diese im Jahr 1989 mit Ölfus zusammengelegt wurde. Er war bekannt als Wohltäter der Strandarkirkja und ist dort als Glockenwart und Küster tätig gewesen. Seine in Deutschland geborene Ehefrau Johanna starb in 2018. Johanna war im Jahr 1952 nicht alleine nach Island gekommen, sondern mit ihren Eltern und Geschwistern. Ihr Grossvater, ein Pastor, war des Isländischen mächtig gewesen und hatte das Psalmenbuch von Hallgrímur Helgason ins Deutsche übersetzt. Jóhannas Vater ergriff die Gelegenheit zum Umzug nach Island beim Schopf, als in Mósfellsbær ein Gutsverwalter gesucht wurde.
Das deutsch-isländische Paar baute den Schafhof in Vogsós auf. Johanna pflanzte dort die ersten Bäume und bewies ihren Zeitgenossen, dass man in der wilden Lavalandschaft des Südwestens durchaus einen Ziergarten betreiben kann.

Þórarinn ist auch einer der Letzten, der Islands Volksdichter Einar Benediktsson getroffen hat. Er konnte sich an dessen Besuche auf dem elterlichen Hof erinnern, und an den Transport des Verstorbenen durch das weitgehend strassenlose Gelände.
Einar Ben hatte seine letzten Jahre mit seiner Lebensgefährtin Hlín Jónsdóttir auf Herdísarvík verbracht.