Lawinengefahr in Westfjorden und Nordland

Avalanche in Iceland February 2014.

Für den nördlichen Teil der Westfjorde gilt auch am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag immer noch die Ungewissheitsstufe. Reisende, die dort schneewandern gehen wollen, werden um äusserste Vorsicht gebeten, damit sich unter ihren Füssen keine Lawine losreisst, berichtet RÚV.

Für die Westfjorde und das Nordland war wegen erhöhter Lawinengefahr gestern die Ungewissheitsstufe ausgerufen worden. Viele Strassen der Region hatte man vorsichtshalber gesperrt, ausserdem hatte das Küstenwachschiff Freyja vor Ísafjörður geankert, um im Notfall zur Stelle zu sein. Gestern Abend lösten sich dann zwei Schneelawinen zwischen Ísafjörður und dem Hnífsdalur, zwei weitere gingen auf den Strassenabschnitt Siglufjarðarvegur auf der Halbinsel Tröllaskagi herab.

Schneewanderer lassen Vorsicht walten
Heute sieht die Lage im Norden schon etwas besser aus, und die Ungewissheitsstufe für das Nordland konnte aufgehoben werden. Allerdings verspricht die Wettervorhersage nicht unbedingt Gutes, sodass ab morgen unter Umständen wieder Gefahr von den Berghängen droht.
In den nördlichen Westfjorden bleibt die Ungewissheit weiter bestehen, gab die wachthabende Lawinenspezialistin beim Wetterdienst, Minney Sigurðardóttir, RÚV gegenüber an.
Das Wetter sei launisch, so Minney, und alle, die sich zum Wandern in die Berge begeben, seien zu erhöhter Vorsicht aufgefordert. Jeder Wanderer könne eine Lawine lostreten, auch wenn für heute keine natürliche Lawinengefahr bestehe. Für morgen sehe das schon wieder anders aus, weil Tiefdruckgebiete auf dem Weg nach Island seien. Man überwache die Lage engmaschig.

Die meisten Abschnitte der Ringstrasse sind inzwischen wieder geöffnet. Gestern hatten Holtavörðuheiði, Brattubrekka und die westfirdische Strasse Súðavíkurhlíð gesperrt werden müssen. Die Bergstrassen der Westfjorde wie etwa die Dynjandisheiði, Steingrímsfjarðarheiði und Þröskuldar sind derzeit noch unbefahrbar.
Wer unterwegs ist, sollte unbedingt die Wetterkarte und die Strassenzustandskarte im Auge behalten.

 

 

“Weihnachtsangst” bei Isländern auf dem Vormarsch

christmas cat

Im isländischen Volksglauben frisst die Weihnachtskatze alle, die keine neuen Kleider zu Weihnachten bekommen haben. Als ob das nicht schon genug Anlass zur Sorge bereitet, gibt es auch noch das Riesenweib Grýla, das unartige Kinder in ihrem Topf kocht. Ihre 13 Söhne ärgern seit Generationen die Bewohner der Insel, indem sie in den langen Nächten vor dem Heiligen Abend mit Türen knallen, Milch, Fleisch und Skyr aus den Bottichen klauen und ähnliche Heinzelmännerscherze verüben.

“Weihnachtsangst” ist wohlbekannt
Das Konzept der „Weihnachtsangst“ ist daher ein wohlbekanntes auch auf der Insel, wo man in den Wochen vor Weihnachten gestresst die Tage damit verbringt, das Haus auf Vordermann zu bringen, Geschenke zu kaufen und das perfekte Weihnachtsmenü auf die Beine zu stellen. Der Terminus Weihnachtsangst hat damit sowohl eine soziale als auch eine wirtschaftliche Note. In einer Umfrage von Maskína hatten 15,3 Prozent der Befragten angegeben, sich vor dem Weihnachtsfest zu fürchten, berichtet Heimildin. Im letzten Jahr waren es noch 13,7 Prozent gewesen, im Jahr 2019 mit 7,5 Prozent der Befragten nur halb soviele Befragte. Allerdings hat auch die Zahl der Personen abgenommen, die sich überhaupt keine Sorgen um Weihnachten machen, und zwar von 71,3 Prozent im letzten Winter auf 64,4 Prozent in diesem Jahr.
Am meisten über Angst vor den Festtagen klagen Leute mit dem niedrigsten Einkommen, ein Drittel aller Haushalte mit weniger als 400.000 ISK (2700 EUR) pro Monat fürchten sich vor Weihnachten. Nur einer von zehn Haushalten mit einem Monatseinkommen von 1,2 Mio ISK (8000 EUR) gab an, dass er Angst vor den Feiertagen hat.

Wenig Angst in wohlhabenden Häusern
Die momentane wirtschaftliche Situation spielt Heimildin zufolge durchaus eine Rolle, denn die Kaufkraft ist im vergangenen Jahr inflationsbedingt immer weiter gesunken. Momentan liegt die Inflationsrate in Island bei 7,7%, dazu gibt es hohe Zinsen, was vielen Haushalten immens steigende Kosten bei der Abzahlung ihrer Immobilie beschert.
Leute aus dem oberen Einkommensdrittel freuen sich der Befragung zufolge eher auf Weihnachten. Mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung, oder 52,3 Prozent, freute sich, sowie 63,5 Prozent aller Befragten mit hohem Einkommen.

Dabei spielt auch die politische Ausrichtung offenbar eine Rolle, denn Unterstützer der Linksgrünen und der Unabhängigkeitspartei, beides Mitglieder der Regierungskoalition, schauen mit Zuversicht auf das Weihnachtsfest. Unterstützer von Piratenpartei, Volkspartei und Sozialdemokratischer Allianz sind eher pessimistisch gestimmt, wenn es um das „Fest aus Licht und Frieden“ geht, wie Weihnachten in Island gerne genannt wird.

Frohe Weihnachten aus der Redaktion

Laufabrauð.

Weihnachten ist auch in Island ein Fest, an dem man sich mit seinem Lieben trifft und ein paar gute Stunden miteinander verbringt. Gutes Essen, alte Traditonen und viele Kerzen spielen eine grosse Rolle, um die dunklen Stunden der Jahreszeit mit Licht und Wärme zu erfüllen.

Wo auch immer Sie, liebe Leser, in diesen Tagen sind, und wie auch immer Ihr Weihnachtsfest aussieht, wir hoffen, dass es für Sie eine friedvolle und heitere Zeit sein kann, und wir wünschen Ihnen ein Frohes Weihnachtsfest!