Vulkanausbruch: Fluglotsen sagen Streik für morgen ab

Keflavík airport Icelandair

Der für morgen früh geplante Streik der Fluglotsen wird wegen des Vulkanausbruchs auf der Halbinsel Reykjanes nicht stattfinden. Das bestätigte Gewerkschaftschef Arnar Hjálmarsson mbl.is gegenüber. Die Streikrunde hatte am 12. Dezember begonnen und jeweils zweimal pro Woche die Morgenflüge von Icelandair und Play betroffen.

Der Vulkanausbruch, der in der vergangenen Nacht nördlich von Grindavík begonnen hatte, sorgt durch seine Gase zwar für schlechte Luft in der Region, hat aber keine Auswirkungen auf den Luftverkehr, und der internationale Flughafen Keflavík bleibt trotz seiner Nähe zum Ausbruchsort geöffnet.
„Die Sicherheit unserer Fluggäste und Mitarbeiter hat stets oberste Priorität und alle Entscheidungen werden in diesem Sinne getroffen,“ heisst es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft Icelandair. Sollte es Änderungen durch den Vulkanausbruch geben, werde man Passagiere kontaktieren. Auch Play bittet darum, jetzt ein besonderes Auge auf Emails zu haben.

Der für morgen geplante Fluglotsenstreik war der letzte in diesem Jahr. Am 1. Oktober war der Tarifvertrag der 152 Fluglotsen ausgelaufen, und bislang hatten die Verhandlungsparteien sich auf keinen neuen einigen können.
Die Arbeitsniederlegung hatte Notfälle und Flüge der isländischen Küstenwache ausgenommen.

 

Vulkanausbruch: Blaue Lagune nach zwei Tagen Betrieb wieder geschlossen

Das beliebte Touristenbad Blaue Lagune hatte am Sonntag nach einer erdbebenbedingten Zwangspause von einem Monat seine Türen für den Publikumsverkehr wieder geöffnet. Heute musste es erneut schliessen, nachdem sich gestern Abend ganz in der Nähe die Erde geöffnet und Lava gespieen hatte. In einer Mitteilung des Unternehmens hiess es, dass man alle Gäste mit einer Reservierung in den kommenden Tagen kontaktieren werde.

Die Blaue Lagune ist ein künstliches Schwimmbad, das seine Existenz den Naturgewalten der Halbinsel verdankt. Es liegt in einem Lavafeld und wird aus dem Erdwärmekraftwerk Svartsengi gespeist. Am 9.November waren Schwimmbad, Hotel und Restaurant geschlossen worden, nachdem ein heftiger Erdbebenschwarm die Region erschütterte und ein Vulkanausbruch in Kraftwerksnähe immer wahrscheinlicher schien. In der gleichen Nacht war auch der Küstenort Grindavík evakuiert worden.

Die Wiedereröffnung war in Abstimmung mit den Behörden durchgeführt worden, und nachdem eine Räumung des Geländes geprobt worden war. Als der Ausbruch in der Nacht begann, hatte sich niemand in der Lagune befunden. Bislang besteht keine Gefahr dass Lava in Richtung Lagune oder Kraftwerk fliesst.

Vulkanausbruch nördlich von Grindavík

Reykjanes eruption Iceland eruption

Der Vulkanausbruch der gestern Abend kurz vor Mitternacht zwischen den Bergen Sýlingafell und Hagafell losgegangen war, ist der grösste derer, die sich auf der Halbinsel Reykjanes seit 2019 ereignet haben. Doch schon am Vormittag konnte beobachtet werden, wie die Aktivität nachliess, liess der isländische Wetterdienst wissen. Dies lasse jedoch nicht darauf schliessen, wie lange der Ausbruch andauert, eher darauf, dass er einen Zustand des Gleichgewichts erreicht habe, heisst es in einer Mitteilung der Behörde. Diese Entwicklung habe man bei allen Ausbrüchen in der Region der letzten Jahre beobachten können.

Grindavík ausgespart
Das Südende der Spalte befindet sich fast drei Kilometer von Grindavík entfernt. Erst gestern war überlegt worden, den knapp 4000 Einwohnern zu erlauben, über Weihnachten nach Hause zu gehen. Das Nordende der Spalte liegt östlich des Stóra-Skógfell, das Südende östlich des Sundhnjúkur. Der Lavafluss aus dieser Spalte ist weitaus kräftiger als bei den vorangegangenen Ausbrüchen, vor allem in den ersten sieben Stunden war mehr Lava geflossen als während des gesamten Ausbruchs am Litli-Hrútur in diesem Sommer.
Die Lava fliesst nicht in Richtung Grindavík. Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson sagte RÚV gegenüber, der Standort des Ausbruchs sei vorteilhaft, weil keine Bauwerke in Gefahr seien. „Heute Nacht kann jeder ruhig bleiben,“ hatte er RÚV gegen drei Uhr letzte Nacht erklärt. „Wenn alles normal verläuft, wird die Intensität schon morgen nachmittag abklingen und in der Spalte werden sich Krater bilden. Der Ausbruch könnte eine Woche bis 10 Tage dauern.“

Region aus Sicherheitsgründen gesperrt
Am Morgen gab Ármann an, der Lavafluss könne bei anhaltender Aktivität durchaus die Strasse nach Grindavík erreichen. Auch die Verschmutzung durch den Ausbruch ist schon jetzt beträchtlich, wer in der Region empfindlich auf die Gase reagiert, sollte Fenster und Türen geschlossen halten und sich nicht im Freien aufhalten.
Sämtliche Zufahrten in die Region und nach Grindavík sind gesperrt, und die Polizei bittet Schaulustige, sich nicht zum Ausbruchsort zu begeben, weil die Gase gefährlich sein können. Nach Angaben der Polizei kann es ein paar Tage dauern, bis Wissenschaftler ein Gesamtbild der Lage erstellt haben. Der Ausbruch wird intensiv überwacht, es gibt stündliche Aktualisierungen, und noch kann niemand sagen, wann und ob ein Besuch der Region möglich sein wird.
Die Behörden bitten um Verständnis.