Spendenaktion auf altem Landpostweg übers Hochland

Hiker Einar Skúlason

Am Freitagabend ist der Wanderer Einar Skúlason aus Seyðisfjörður nach 280 Kilometern und elf Tagen zu Fuss über das östliche Hochland in Akureyri eingetroffen. Er hatte einen alten Postbotenweg benutzt und Weihnachtskarten ausgeliefert, eine vorweihnachtliche Spendenaktion für die isländische Krebshilfe.

Mit Zelt, Schlafsack und Winterausrüstung im Rucksack war der erfahrene Wanderer in Seyðisfjörður losgelaufen, so wie die Landpostboten es über Jahrzehnte gehalten hatten. Der Postweg von Seyðisfjörður nach Akureyri, den er vor sich hatte, war über einen Zeitraum von 40 bis 50 Jahren benutzt worden, so mbl.is, zu der Zeit ein eigener Postweg, denn damals wurde die Post über Land von Reykjavík nach Akureyri, von dort nach Seyðisfjörður und zurück geliefert. Im Süden hatte es vor dem Brückenbau über die grossen Gletscherflüsse nur berittene Postboten gegeben, die mehrmals im Jahr mit Pferdekarawanen durch die Flüsse schwommen.

An manchen Tagen schaffte Einar 30 Kilometer, an anderen, wie etwa über die Fellaheiði, ging es wegen Tiefschnee nicht so gut voran und er musste seine Schneeschuhe auspacken. An der Schlucht Stuðlagil wurde er eingeladen, im Hotel zu übernachten, was ihn freute, denn Zelten im Winter sei doch ein ziemliches Theater.

Eine weitere Nacht durfte er im Museumshof Sænautasel auf der Jökuldalsheiði verbringen, denn der Landpostbote, so Hüttenbetreiberin Lílja Óladóttir, müsse drinnen schlafen. Von Sænautasel ging es bei teilweise -17 Grad übers eisige Hochland nach Möðrudalur, wo ihm ebenfalls Unterkunft angeboten wurde. Am Mývatn übernachtete er bei -10 Grad im Zelt und erzählt auf seiner Facebookseite, dass die Landpostboten früher sich in den Schnee eingegraben hätten, wenn sie draussen schliefen. Entspannung gab es im heissen Pool am Mývatn, und auch ein Hotelbett für die Nacht, sodass er ausgeruht den Weg über die Fljótsheiði in Richtung Akureyri in Angriff nehmen konnte. Am Freitagabend nach weiteren Nächten im Zelt erreichte Einar Akureyri, mit leichterem Rucksack, denn auf seinem Weg hatte er ja allerhand Weihnachtskarten abgeliefert.

Einars Fotos und Eindrücke findet man auf der Facebookseite. Die Spendenaktion hatte über eine Million ISK (6600 EUR) für die isländische Krebshilfe eingebracht.

Weihnachtsgrüsse im Radio beliebter denn je

Radios

Die ersten Weihnachtsgrüsse sind in Island im Jahr 1932 im Radio vorgelesen worden. Das ist 90 Jahre her, und immer noch erfreuen sich die Grussbotschaften grosser Beliebtheit – Tendenz steigend, berichtet RÚV.
Trotz Telefon, Facebook und gesellschaftlicher Veränderungen nimmt die Flut an Weihnachtsgrüssen, die im Radiosender Rás 1 vorgelesen werden, so stark zu, dass die Sendeanstalt nun auch eine Grussannahme in der Eingangshalle des Sendehauses aufgestellt hat, wo man seine Botschaften persönlich abgeben kann. Natürlich ist das auch im Internet oder telefonisch möglich, aber für so manchen gehört der Gang zum Sender einfach zur Weihnachtszeit dazu.

Die Radiosprecherin Gerður B. Bjarklind hat über 45 Jahre lang, biszum Jahr 2017, die Weihnachtsgrüsse der Isländer vorgelesen. Gerður bezeichnet das als ganz besondere Aufgabe, die mit Herz und Hingabe ausgeführt gehöre.

 

Alter Leuchtturm Gjögurviti im Sturm umgekippt

Gjögurviti, viti

Der alte Leuchtturm Gjögurviti in Strandir in den Westfjorden ist dem Unwetter der letzten Tage zum Opfer gefallen. Mitarbeiter am Gjögur-Flughafen fand die Trümmer des rostigen Eisengerüsts, als sie gestern zum Dienst kamen. Der Leuchtturmwächter hält es für unabdingbar, dass so schnell wie möglich ein neuer Leuchtturm errichtet wird, berichtet Vísir.

Der alte Turm sei verrostet und teilweise durchgerostet gewesen, heisst es im Lokalblättchen Litla Hjalla. “Ich wusste dass das irgendwann passiert,” sagte Jón Guðbjörn Guðjónsson, der früher als Leuchtturmwächter tätig war und ihn heute nur noch überwacht. Das Eisengerüst sei mindestens seit 1995 nicht mehr überholt worden und habe all die Jahre vor sich hin gerostet. Einmal sei auch ein Blitz eingeschlagen. Der Elektriker der für den Leuchtturm verantwortlichen Behörde sei ein bis zweimal pro Jahr gekommen, um die Stromversorgung zu prüfen und habe den maroden Zustand fotografiert, doch weder Seefahrtsbehörde noch Strassenverwaltung hätten etwas unternommen.

Vor vier Jahren habe man ihm dann aus Sicherheitsgründen untersagt den Turm zu besteigen, um die Lampe zu reinigen und nach dem Rechten zu schauen.
Jón hält es für unabdingbar, einen neuen Turm an der gleichen Stelle aufzustellen, um Schiffen den Weg durch die Schären zu weisen. “Das reicht nicht aus, dort nur ein Licht zu haben, wenn der Leuchtturm nicht steht,” sagt er.
Der 24 Meter hohe Gjögurviti war im Jahr 1921 errichtet worden.