Leichenhalle in Akureyri sucht Käufer

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Seit die Leichenhalle von Akureyri im November zum Verkauf oder Verpachtung annonciert wurde, hat sich weder ein Käufer noch ein Pächter für das Gebäude gefunden, berichtet mbl.is. Einige Personen hätten sich für eine Anmietung interessiert, doch, so Smári Sigurðsson, der Geschäftsführer der Friedhöfe in Akureyri, halte er es für eher unwahrscheinlich, dass diese Interessenten den Leichenhallenbetrieb aufrechterhalten. Damit wird es auch in naher Zukunft keine Leichenhalle in Akureyri geben.

Lücke im System
Er verstehe aber auch gut, sagt Smári, dass kein Investor ein Leichenschauhaus auf dem Lande betreiben wolle. Für ein Beerdigungsunternehmen auf dem Lande lohne sich ein solcher Betrieb erst gar nicht. Das aus dem Jahr 1990 stammende Gebäude eigne sich ohnehin nur schlecht für seinen Zweck, weil die Kapelle so gross geraten sei.
Seit Mitte November ist die Halle für Verkauf oder Verpachtung inseriert. Smári erklärt, Hauptproblem bei der Sache sei eine Lücke im System: weder der Staat noch die Gemeinden trügen Verantwortung für den Zeitraum nach dem Totenschein und dem Zeitpunkt, da der Sarg in die Erde gelassen wird. Die Leiche zwischen letztem Atemzug und Einsargung befindet sich in Island also sozusagen in einem verwaltungstechnischem Versorgungsloch.

Lösung muss von Regierung kommen
Hinzu komme, dass den Friedhöfen der Stadt die finanziellen Mittel zum Betrieb der Leichenhalle ausgegangen seien. Auch hier gibt es eine Lücke im System: der Betrieb einer Leichenhalle ist, anders als der Friedhofsbetrieb, an keine gesetzlichen Bestimmungen gebunden, und das, so Smári, schon seit mehr als 15 Jahren, ohne dass Bewegung in die Sache komme.
Es gebe keine Antwort von offizieller Stelle, in welche Richtung die Reise gehen soll. Keine Institution sei zum Betrieb eines Leichenschauhauses verpflichtet. Eine Lösung genau dafür müsse von der Regierung kommen: wer muss in Island ein Leichenschauhaus betreiben?
Die Friedhöfe dürfen auch keine Gebühr für die Lagerung in der Leichenhalle erheben. Das war im Jahr 2005 im Rahmen der Privatisierung schon mal versucht und sofort vom Bürgerbeauftragen im Parlament beklagt worden. Für eine solche Gebühr fehlte die gesetzliche Grundlage, damit war die Gebühr vom Tisch.

Wohin mit den Verstorbenen der kommenden Jahre?
Die Lage ist im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung der kommenden Jahre ernst, findet Smári. In Island gibt es nur zwei Leichenschauhäuser, ein drittes hatte Anfang des Jahres seine Tore für immer geschlossen und sein Kühlsystem verkauft. Bei der Leichenschauhalle des Reykjavíker Friedhofs sieht es nicht viel besser aus, das Gebäude ist alt und hat dringend eine Renovierung nötig. Auch die Kühlsysteme der Halle sind in die Jahre gekommen.
Viele Verstorbene liegen zudem ein paar Tage länger in der Kühlkiste als man es aus Deutschland kennt, damit alle Verwandten zum Begräbnis anreisen können.

“Wenn wir zumachen und der Friedhof in Reykjavík schliesst. Was passiert mit unseren Freunden, die versterben? Gibt es dann irgendwelche Kühlcontainer bei Eimskip?” sinniert Smári. Immerhin betreibt Akureyri ein grosses Krankenhaus und mehrere Pflegeheime, verfügt aber über keinen Platz, die Verstorbenen zu bis zur Beerdigung “zwischenzulagern”.

Komponistenverband verlangt RÚV-Rückzug aus Eurovision wegen Gazakrieg

Eurovision Söngvakeppnin 2020 Daði Freyr Dimma

Der isländische Verband der Komponisten und Songschreiber (FTT) hat die nationale Sendeanstalt RÚV aufgefordert, am Eurovision Song Contest nicht teilzunehmen, ausser Israel wird von dem Wettbewerb ausgeschlossen. RÚV-Intendant Stefán Eiríksson hatte zuletzt angekündigt, dass die Sendeanstalt an der Teilnahme festhalte.

Künstler könnten selber zurücktreten
In einer Erklärung des FTT-Vorstands an Stefán heißt es, der Verband halte Island für verpflichtet, gegen den Krieg im Gazastreifen Stellung zu beziehen, und zwar auf der gleichen Grundlage, nach der Russland im vergangenen Jahr wegen der Invasion in die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen worden war.
“Die Mitglieder unseres Verbandes drängen darauf, dass wir unsere Stimmen laut werden lassen,” sagte Verbandsleiter Bragi Valdimar Skúlason RÚV gegenüber gestern. Bragi betonte, dass sein Verband für Songschreiber spreche, und nicht für Musiker im Allgemeinen.
“So wie wir die Stimmung sehen, werden die Leute ziemlich unzufrieden sein und sich möglicherweise sogar selbst zurückziehen,” hat Bragi beobachtet. Mit seiner Erklärung will der Verband die Verantwortung auf die staatliche Sendeanstalt legen, die sich gestern zu einer Vorstandssitzung getroffen hatte.

Vorschlag gelangte nicht zur Abstimmung
Aus dieser Sitzung berichtete Vorstandsmitglied Mörður Áslaugarson, dass der von ihm eingebrachte Vorschlag, am kommenden Eurovision Song Contest nicht teilzunehmen, wenn Israel teilnimmt, nicht zur Abstimmung vorgelegt wurde. Mörðurs Vorstandskollegin Margrét Tryggvadóttir, die Einzige die den Vorschlag unterstützte, sagte RÚV gegenüber, die Angelegenheit sei hochkompliziert, und eigentlich sei es unfair, dass der Intendant alleine da stehe und eine Entscheidung in der Sache treffen soll. Die Forderung, Israel eine Teilnahme am Wettbewerb zu verwehren, sei schwieriger als seinerzeit bei den Russen, weil diese kurz zuvor aus dem Verband der Europäischen Sendeanstalten (EBU) ausgeschlossen worden waren.

Mehr Druck auf die EBU
Margrét und zwei weitere Vorstandsmitglieder äußerten im Protokoll ihre Besorgnis über die Teilnahme Islands am Eurovision Song Contest im kommenden Jahr und fordern den Sender auf, die Lage regelmäßig zu bewerten. Sie verlangten außerdem, dass mit allen Mitteln Druck auf die EBU ausgeübt wird, damit Staaten, die sich der Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben, Beschränkungen auferlegt und sie von einer Teilnahme ausgeschlossen werden. Margrét ist ausserdem der Ansicht, dass diese Angelegenheit innerhalb des Sendevorstands weiter diskutiert werden müsse.
Das Sitzungsprotokoll ist RÚV zufolge erst im Januar einsehbar.

 

 

Gelbe Wetterwarnung für den Westen und Süden

yellow weather warning

Eine gelbe Wetterwarnung ist für den Nordwesten, Westen, Süden und die Westfjorde ab heute bis morgen gültig. Der Westteil der Insel muss mit Sturm und heftigen Schneefällen rechnen, und damit verbunden mit schlechter Sicht. In einigen der Regionen könnte sich die Lage morgen etwas bessern.
Die Windgeschwindigkeit soll 10 bis 18 m/s betragen, in Böen auch 15 bis 23 m/s. Damit verschlechtern sich die Fahrbedingungen, denn nicht nur sammeln sich Schneemassen auf den Strassen, auch die Sicht ist bei Schneefall erschwert.
Morgen früh soll es im Süden und Westen etwas aufklaren, zum Nachmittag hin aber wieder schlechter werden. Mit ruhigerem Wetter ist nicht vor dem Samstag zu rechnen.
Reisende sollten daher unbedingt die Wetter– und Strassenbedingungen prüfen und ihre Reisepläne flexibel halten, weil Strassen auch kurzfristig gesperrt werden können.