Gaza: Aussenminister will keine Sanktionen

Bjarni Benediktsson

Aussenminister Bjarni Benediktsson ist der Ansicht dass es für Island keinen Zweck hat, einseitige Wirtschaftsanktionen gegen Israel zu verhängen oder den politischen Dialog zu kappen, berichtet RÚV.
Im vergangenen Monat hatte das isländische Alþingi einen Parlamentsbeschluss verfasst, wonach ein Waffenstillstand aus humanitären Gründen im Gaza-Streifen verlangt und die Terrorangriffe der Hamas, sowie die Gegenangriffe der israelischen Regierung verurteilt werden.
Dieser Beschluss war vorgelegt worden, nachdem sich Island bei der UN-Abstimmung zu einer Waffenruhe der Stimme enthalten hatte. Diese Enthaltung war in der Öffentlichkeit heftig kritisiert worden.

Parlamentarische Fragestunde wegen UN-Sondersitzung
Die Vorsitzende der Sozialdemokratischen Allianz, Kristrún Frostadóttir, und die Abgeordnete der Linksgrünen, Steinunn Þóra Árnadóttir fragten den Aussenminister heute, welche Massnahmen die isländische Regierung wegen der Kriegshandlungen im Gazastreifen zu ergreifen gedenke und wie der Parlamentsbeschluss zur Waffenruhe auf internationalem Parkett denn umgesetzt worden sei. Ausserdem wurde Bjarni gefragt, ob Wirtschaftssanktionen gegen Israel als Druckmittel in Frage kämen.
Bjarni antwortete, dass Island immer wieder eine sofortige Waffenruhe aus humanitären Gründen gefordert und den Bruch internationaler Gesetze verurteilt habe.
Er habe auch mit dem israelischen Aussenminister und dem israelischen Botschafter gesprochen, um den Parlamentsbeschluss und die Sorgen Islands weiterzuleiten.

Sanktionen sind zwecklos für Island
„Ich möchte nur meine allgemeine Meinung zum Ausdruck bringen, dass ich vor allem nicht sehe, dass es für uns irgendeinem Zweck dient, einseitige Wirtschaftssanktionen zu erheben, und allgemein sollten wir nicht den Weg einschlagen wollen, den politischen Dialog abzubrechen. Wir haben das einmal im Fall Grossbritanniens getan. Wir haben das nicht gegen die Russen angewendet, und es kann unseren diplomatischen Möglichkeiten schaden, soetwas zu tun,“ erklärte Aussenminister Bjarni Benediktsson.

Die Kriegshandlungen im Gazastreifen sind bei der morgigen UN-Sondersitzung Haupttagesordnungspunkt, und dort wird wahrscheinlich erneut ein endgültiger Waffenstillstand gefordert. Kristrún Frostadóttir fragte den Aussenminister nach der Haltung Islands, falls es zu einer Abstimmung komme.

„Und in Bezug auf das, was bei den Vereinten Nationen ansteht, so handelt es sich dabei um Live-Gespräche, und wie die Erfahrung zeigt, können sich die Dinge schnell ändern. Was heute und sogar morgen passiert, hängt also genau davon ab, wie wir unsere Stimme oder Botschaft nutzen wollen.“ sagte Bjarni.

Frauen in Island tragen immer noch die Hauptlast des Haushalts

Frauen in Island reduzieren ihre bezahlte Arbeit eher als Männer, um im Haushalt unbezahlte Arbeit zu verrichten. Sie dehnen auch eher ihre Elternzeit aus und tragen mehr Verantwortung, wenn es um den Kontakt mit Lehrern und Schule geht. Acht Prozent aller Männer machen sich niemals Gedanken um Haushaltsaufgaben oder Kinderbetreuung.

Dies ist einer Studie von Varða zu entnehmen, einem Forschungsinstitut, das auf den Arbeitsmarkt spezialisiert ist. Die Studie untersucht, wie Paare ihr Arbeits- und Familienleben ausbalancieren und basiert auf einer Befragung von Eltern mit Kindern zwischen einem und 12 Jahren, berichtete Heimildin zuerst.

Frauen arbeiten eher in Teilzeit
Aus der Studie geht hervor, dass Frauen eher in Teilzeit arbeiten als Männer: 68% aller Mütter haben einen Vollzeitjob, und 96% aller Väter. Als Hauptgrund für den Teilzeitjob geben Mütter an, dass es so einfacher ist, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Frauen tragen mehr Verantwortung für die Kinderbetreuung nach der Elternzeit, übernehmen in grösserem Masse den Kontakt zu Schule und Nachmittagsbetreuung als Männer und machen sich mehr Gedanken über Haushaltsfragen und Kinderbetreuung als Männer. Frauen wählen auch ihre berufliche Karriere öfter als Männer so, dass Berufsleben und Familie vereinbar sind.

Obwohl Island weltweit eine der höchsten Beschäftigungsraten bei Frauen hat, und die Insel auch beim Thema Gleichberechtigung ziemlich gut da steht, reduzieren Frauen eher ihre Arbeitszeit zugunsten der Familie als Männer.
Darüber hinaus tragen sie die Hauptlast bei Haushaltspflichten, Kindererziehung und Organisation der Familie, was gerne auch als die “zweite und dritte Schicht” bezeichnet wird.

Gleichgewicht verbessert Gesundheit und Produktivität
In der Umfrage wurde danach gefragt, wie oft die Frauen sich während der Arbeitszeit über Haushaltsangelegenheiten und Kinderbetreuung Gedanken machen. Der Anteil derer, die sich jeden Tag solche Sorgen und Gedanken machen, liegt bei den Frauen bei 43% und bei den Männer bei 27,7%. Fast doppelt soviele Männer hat überhaupt nie solche Sorgen: 8%, im Vergleich zu 4,8% bei den Frauen.

Varðas Studie weist auf Untersuchungen hin, wonach das Gleichgewicht zwischen Familien- und Berufsleben, bzw ein Mangel daran, entscheidende Auswirkungen auf die geistige wie körperliche Gesundheit hat. Studien habe auch gezeigt, dass ein gutes Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf die Zufriedenheit von Angestellten sowie ihre Kapazität im Job erhöht.

 

Isländische Polizistinnen lassen bei Arbeitstrip in Polen für sich strippen

Metropolitan Police

Drei Polizistinnen der Reykjavíker Hauptstadtwache haben während eines Arbeitsaufenthaltes in Polen die Dienste eines männlichen Strippers gegen Bezahlung in Anspruch genommen, berichtet RÚV. Die Damen hatten an einem Kurs über Hasskriminalität und Extremismus teilgenommen, ausserdem war ein Besuch in Auschwitz Teil der Veranstaltung. Reykjavíks Polizeichefin Halla Bergþóra Björnsdóttir weigerte sich, der Öffentlichkeit mitzuteilen, ob sich die drei Damen noch im Polizeidienst befinden.

Quellen von RÚV zufolge hatte sich der Vorfall kurz nach Ende der Veranstaltung zugetragen. Die Polizistinnen wechselten das Hotel, und der männliche Stripper sass bei ihnen im Taxi. Sein anschliessender Strip wurde bildlich festgehalten und an Arbeitskollegen geschickt.
An dem Kurs hatten rund 100 isländische Polizisten teilgenommen, etwa 15% der gesamten Belegschaft, sowie einige Anwälte.

Polizeichefin Halla Bergþóra Björnsdóttir gab an, das Verhalten der Polizistinnen werde geprüft, man behandle es als ernsten Vorfall. Sie weigerte sich allerdings, Angaben dazu zu machen, ob sich die drei Frauen noch im Polizeidienst befinden, oder bereits suspendiert wurden und begründete das mit Regeln zum Persönlichkeitsschutz.
In einem Interview mit Rás 1 betonte die Anwältin und ehemalige Parlamentsabgeordnete Helga Vala Helgadóttir, wie wichtig es sei, den Vorfall zu untersuchen. “Wer war die Person, die gekauft wurde? Was ist der Hintergrund dieser Person? Wir wissen, wer solche Jobs draussen in der Welt übernimmt, das sind häufig Opfer von Menschenhandel.”