Grindavík: Regierung will Wohnungsnot angehen

Es könnten Monate vergehen, bis alle Bewohner des von Erdbeben stark beschädigten Ortes Grindavík nach Hause zurückkehren können. Heute Mittag war bei einer Pressekonferenz der Regierung ein Aktionsplan für Wohnraumbeschaffung vorgestellt worden. Demnach sollen die Bewohner finanzielle Unterstützung erhalten um die Miete in ihren derzeitigen Unterkünften zahlen zu können. Die Unterstützungssumme orientiert sich an der Zahl der Personen in einem Haushalt.
Das Vermietungsunternehmen Bríet wird bis zu 150 Wohnungen auf dem Markt aufkaufen, um sie Grindavíkern zur Miete anzubieten, das Konkurrenzunternehmen Bjarg kauft 60 Wohnungen speziell für einkommensschwache Haushalte.
Ausserdem untersucht eine Arbeitsgruppe die Möglichkeit, Häuser zu importieren. Premierministerin Katrín Jakobsdóttir sagte, die Unterstützungsmassnahmen kämen in der kommenden Woche im Parlament zur Debatte. Sie erwarte auch dass der Beschluss für eine finanzielle Unterstützung der Bewohner in der kommenden Woche durchs Parlament gehen wird.

Wann die Bewohner jedoch nach Hause gehen können, hängt vom Zustand der örtlichen Infrastruktur an. Vor allem Strassen, aber auch Gebäude waren bei den starken Erdbeben nach dem 10. November in Mitleidenschaft gezogen worden. Es könnte daher sein, dass die Bewohner strassenzugweise nach Hause können, weil die Schäden je nach Ortsviertel variieren.
Solange noch nichts anderes beschlossen ist, verbleibt der Küstenort im Zustand der Evakuierung. Die Warnstufe des Zivilschutzes war von Notstand auf Gefahrenstufe abgesenkt worden. Experten sind der Ansicht, dass es immer noch zu einer vulkanischen Eruption kommen kann. Dabei halten sie jetzt den Berg Hagafell nordöstlich von Grindavík als Ausbruchsort für am wahrscheinlichsten.