Arctic Adventures kauft Kerið Krater

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Der Tourismuskonzern Arctic Adventures hat alle Aktien des Keriðfélagið aufgekauft, einer Eigentümergesellschaft, die den beliebten Vulkankrater Kerið in Südisland besass, berichtet Viðskiptablaðið. Der Reiseunternehmer kaufte die Aktien von Óskar Magnússon, Ásgeir Kristinsson, Sigurður Gísli Pálmason, und Jón Pálmason, der ein Viertel an Keriðfélagið hielt.
In einer Pressemitteilung sagte Óskar Magnússon, alles habe seine Zeit. Die Gesellschaft habe Kerið 23 Jahre lang besessen, und es sei klar, dass nun die nächste Phase des Aufbaus näherrücke.
“Wir halten das für einen geeigneten Zeitpunkt, die Stafette weiterzugeben, damit die neuen Besitzer nach ihren Vorstellungen bauen können. Arctic Adventures ist ein verlässliches und gut laufendes Unternehmen, das Kerið zweifellos voranbringen wird. Zu diesem Zeitpunkt haben wir als Aktionäre beschlossen, einen speziellen Fonds einzurichten, um den nachhaltigen Umweltschutz in dem Geist zu unterstützen, der sich bei der Entwicklung von Kerið bereits als erfolgreich erwiesen hat. Wir hatten eine einzigartige Zusammenarbeit mit den Bauern und anderen Nachbarn in der Gegend. Wir sind fest davon überzeugt und haben die Erfahrung gemacht, dass diese Art von Betrieb am besten mit einer starken Einbindung vor Ort durchgeführt werden kann, wie wir das Glück hatten, dies zu erleben.“

Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf den Fahnen
Arctic Adventure gab in einer Erklärung bekannt dass man nachhaltige und umweltfreundliche Dienstleistungen für den Tourismus anbieten wolle. Das Unternehmen managt unter anderem auch die Lavahöhle Raufarhólshellir und “Into the glacier”, den Eistunnel im Gletscher Langjökull.
Ásgeir Baldur, der Geschäftsführer von Arctic Adventures, bezeichnete Kerið als eins der bemerkenswertesten Juwelen des Landes. Man glaube, es gebe gute Möglichkeiten, den Ort weiterzuentwickeln, sowie die Natur zu bewahren. Kerið befinde sich an einer beliebten Route und sei auf kürzeren wie längeren Fahrten gut erreichbar.

Kerið einer der ersten Orte mit Eintrittsgeld
Viele beliebte touristische Orte in Island, wie Geysir, die Schlucht Fjaðrargljúfur oder der Strand Reynisfjara befinden sich auf Privatland, wobei der Zutritt nicht so einfach verboten werden kann. Auch die Rechtmässigkeit von Eintrittsgeldern ist immer wieder Gegenstand von öffentlichen Debatten.

Die Keriðmänner hatten sich jedoch in der Vergangenheit des öfteren als streitbar gezeigt, immerhin waren sie eine der ersten, die ein Eintrittsgeld für den Besuch am Krater verlangten. Im Jahr 2012 verwehrten sie gar einem chinesischen Staatsbesucher den Zutritt, mit der Begründung, sie seien nicht um Erlaubnis für einen Gruppenbesuch gefragt worden, sondern hätten von dem Besuch in den Medien erfahren, ausserdem schade die Grösse der Besuchergruppe der empfindlichen Natur rund um den Krater. Und dann sei man bei Keriðfélagið auch “weder von der isländischen noch der chinesischen Regierung begeistert”, daher sei keine der beiden Gruppen willkommen. Der hohe Besuch wurde daraufhin nach Flúðir, Selfoss und Hveragerði gebracht.

Lachszucht: Medikamente gegen Lachslaus in acht Zuchtgebieten erlaubt

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Der Einsatz von Parasitenbekämpfungsmitteln, die die Lachslaus auf Zuchtlachsen abtöteen, ist inzwischen in acht isländischen Lachszuchtgebieten erlaubt, also in weitaus größerem Umfang als zuvor. Die Verwendung der giftigen Medikamente hat Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung der Lachsfarmen, berichtet RÚV.

Der Medikamenteneinsatz sei eine Notlösung, so Berglind Helga Bergsdóttir, eine Fachärztin für Fische bei der Veterinäraufsichtsbehörde MAST in einem Interview auf Rás 2 heute morgen. Er ist in mehreren Betrieben im Arnarfjörður, im Tálknafjörður und im Dýrafjörður in den Westfjorden genehmigt worden.
„Seit wir im Jahr 2017 mit der Behandlung begonnen haben, hat es zwischen vier und sieben Behandlungszyklen pro Jahr gegeben. Das ist mit dem wachsenden Umfang der Zucht mehr geworden. Das sind die meisten Behandlungen die wir dieses Jahr genehmigt haben,“ erklärt Berglind.
In den südlichen Westfjorden ist die Lachslaus inzwischen aggressiver als je zuvor. Der Parasit beißt sich an Lachsen und Meerforellen fest, ernährt sich von Sekret, Haut und Blut der Fische. Immer tiefer frisst sich das Krustentier in seinen unfreiwilligen Wirt, und setzt ihn neben schweren Verletzungen auch massivem Stress aus und macht den Fisch anfällig für Krankheiten. Die Kayakerin Veiga Grétarsdóttir hatte im vergangenen Jahr Videoaufnahmen von verstümmelten Zuchtlachsen in Meeresgehegen aufgenommen.

Berglind befürchtet, dass die Lachslaus abgehärtet und gegen die manche Medikamente bereits resistent geworden ist. Die verwendeten Gifte sind auch nicht ohne.
“Das wirkt sich auf andere wirbellose Tiere, Krabbentiere und Garnelen und kann sich auf die unmittelbare Umgebung des Zuchtgebietes auswirken, welches behandelt wird, aber es soll immer nur so wenig wie möglich von diesen Medikamenten verwendet werden.”