Fünf tote Kühe bei Unfall in Partynacht

Mehrere Kühe sind bei zwei Verkehrsunfällen am gerade vergangenen Wochenende verendet, ein Fahrzeug wurde beschädigt, eine Person wurde leicht verletzt.
Die Polizei in Akureri war in der Samstagnacht wegen eines Verkehrsunfalls am Hof Klauf im Eyjafjarðarsveit ausgerückt, dort war ein Fahrzeug in eine Gruppe freilaufender Kühe hineingefahren. Von den vier im Fahrzeug befindlichen Personen musste eine ins Krankenhaus gebracht werden.
Bei dem Unfall starben drei Kühe sofort, eine vierte musste noch vor Ort euthanasiert werden. Der Landwirt auf Klauf, Hermann Ingi Gunnarsson, sagte mbl.is, es sei ein grosses Glück, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien.

Party und hohes Verkehrsaufkommen
“Das war ein Riesenschock. Manchmal passiert es, dass Kühe Tore öffnen, und in diesem Fall haben sie das Tor aufgedrückt und sind alle raus, alle Kühe des Hofes, 70 Stück. Meine Frau und ich, und mein Schwiegervater haben die ganze Nacht versucht, die Kühe wieder einzutreiben. Alle haben wir erwischt, bis auf zehn, die waren in der Nähe der Strasse.”
Ihr Unglück war eine Party in der Nachbarschaft, und dadurch ungewöhnlich viel Verkehr, so Hermann. Ein Auto sei gekommen und habe eine kleine Gruppe vom Hof weggetrieben. Er habe die anderen 60 Kühe in den Stall gebracht und sich dann auf die Suche nach den zehn verbliebenen gemacht. Auf der Strasse sei sehr viel Verkehr gewesen. Die Fahrzeuge des Hofes hätten mit Blinklicht an der Strasse gestanden, dennoch seien die Autos der anderen trotzdem mit hohem Tempo unterwegs gewesen.
“Ich habe die Kühe gefunden, und als ich sie am Strassenrand nach Hause trieb, da laufen sie kurz auf die Strasse, und im gleichen Moment kommt ein Auto in sehr hohem Tempo angerast und fährt in die Kühe rein, die da mitten auf der Strasse stehen.” erinnert sich Hermann. “Die hat’s in alle Richtungen geschleudert. Drei starben sofort, eine mussten wir noch vor Ort nottöten, und bei einer fünften ist nicht sicher ob sie es überlebt. Wir haben sicher fünf Kühe verloren,” sagt er traurig.

Fünfte tote Kuh und Fahrerflucht
An dem Auto sei ein Totalschaden entstanden. Vier Jugendliche hätten in dem Auto gesessen, man habe auch die Eltern des Fahrers getroffen. Das sei alles schwer gewesen und er und seine Frau hätten sich in Lebensgefahr befunden. “Wenn ich bei den Kühen gewesen wäre, als das Auto in die Gruppe fuhr, wäre von mir nichts mehr übrig.” sagt der Bauer. Keinen Deut hätte der Fahrer abgebremst, bis er in den Kühen landete.
Nicht nur sei es ein grosser finanzieller Schaden, er habe auch einen emotionalen Schock erlitten, das miterleben zu müssen, den Tod seiner Kühe und seine Machtlosigkeit, die Autofahrer zum Drosseln des Tempos zu veranlassen.

Gestern meldete die Polizei dann einen weiteren Vorfall aus dem Hörgárdalur, wo ein Autofahrer eine Kuh anfuhr und Fahrerflucht beging. Die Kuh hatte ebenfalls notgetötet werden müssen. Nach Angaben der Polizei ist der Autofahrer noch nicht gefunden worden, es gibt aber einige sachdienliche Hinweise.

Schädelfund in der Residenz der Premierministerin

Ein Schädel ist in der vergangenen Woche auf dem Dachboden der Ministerresidenz in der Tjarnagata gefunden worden. Nach Angaben eines ehemaligen Denkmalpflegers handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den Schädel einer älteren Frau, berichtet RÚV.
Premierministerin Katrína Jakobsdóttir erzählt, mit Renovierungsarbeiten beschäftigte Handwerker hätten den Schädel unter den Dielen gefunden und seien nicht wenig erschrocken gewesen. “Ein ausgesprochen mysteriöser Fall,” so die Premierministerin.

Ministerialbüroleiterin Margrét Hallgrímsdóttir, die früher beim Denkmalamt beschäftigt gewesen ist, gab an dass es sich bei dem Fund um einen Schädel in zwei Fragmenten handelt. Zur Zeit wird er per C14-Methode auf sein Alter untersucht. Man vermutet, dass er zu Beginn des 20. Jh. in dem Haus versteckt wurde. Anzeichen für eine Verletzung oder Krankheit gibt es keine.

Krimiautorin findet Schädel in ihrem Haus
Katrín Jakobsdóttir ist ja nicht nur Premierministerin, sondern auch Krimiautorin, die erst letzten Winter einen Bestseller veröffentlicht hat. “Zweifellos ein verlockendes Material für eine Geschichte,” sagt sie,” aber meine erste Pflicht als Minister ist es natürlich, das Alter untersuchen zu lassen und herauszufinden, was dahintersteckt.” Da könne alles mögliche in Frage kommen, immerhin habe das alte Haus lange in der Tjarnagata gestanden und davor in den Westfjorden.

Berühmtes Haus mit langer Geschichte
In der Tat handelt es sich beim Amtssitz der Premierministerin um ein historisches Haus, das ursprünglich im Jahr 1892 in Sólbakki im Önundarfjörður oberhalb von Flateyri erbaut wurde. Der Bauherr, ein Hans Ellefsen aus Norwegen, betrieb übrigens eine riesige Walfangstation im Önundarfjörður. Das Haus war im Fachwerkstil vorgefertigt aus Norwegen importiert worden.

Als der Walfang um die Jahrhundertwende eine Rezession erlebte und Ellefsen sich aus dem Geschäft zurückzog, verkaufte er das Haus an seinen Freund, den Amtmann und Dichter Hannes Hafstein, der nicht weniger als eine Krone (manche sagen fünf) dafür bezahlte.
Kurz darauf, als Hannes mit Beginn der Selbstverwaltung im Jahr 1904 zum ersten Minister des Landes ernannt wurde, liess er das Haus wieder auseinandernehmen und nach Reykjavík verfrachten, wo es aufs Neue und verbessert in der Tjarnagata 32 aufgebaut wurde.
Im Jahr 1907 zog Hannes dort ein. Sein Nachfolger Björn Jónsson kümmerte sich 1909 darum, dass der Staat das Haus als Ministerresidenz erwarb und entsprechend ausstattete. Sämtliches Inventar trug das Falkensymbol, das eigens für den Besuch des Königs im Jahr 1907 entworfen worden war.

Helmut Schmidt war Übernachtungsgast
Seit dem Jahr 1940 ist die Residenz in der Tjarnagata Amtssitz aller isländischen Ministerpräsidenten gewesen, Hermann Jónsson war der letzte, der dort auch regulär wohnte. Danach hat immer mal der ein oder andere Ministerpräsident dort zeitweise gewohnt, doch hauptsächlich wird das Haus für Empfänge und Kabinettssitzungen verwendet.
Auch ausländische Staatsgäste hat das alte Haus beherbergt, unter anderem haben Israels Ministerpräsident Davíð Ben Gúríon, der britische Prinzgemahl Phillip, Herzog von Edinburg, der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt und der finnische Staatspräsident Kekkonen in der Tjarnagata 32 übernachtet.