Entkommene Zuchtlachse in mehreren Flüssen, Angelverband sieht Umweltkatastrophe

aquaculture farm iceland

Die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde MAST hat bei Zählungen herausgefunden, dass die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Anzahl von Zuchtlachsen in den offenen Meeresgehegen von Arctic Seafarm und geschlachteten Fischen bis zu 3.462 Tiere betragen könnte. Dies ist die Zahl an Fischen, die möglicherweise aus den Gehegen in die Natur entkommen sind, berichtet RÚV.

Rechenexempel für geflüchtete Lachse
Im Kvígindisdal in Patreksfjörður sind Lachse aus einem Gehege geschlachtet worden, wo vor über einer Woche zwei Löcher im Netz gefunden worden waren. Zählungen zufolge könnten dort bis zu 3.462 Zuchtlachse entkommen sein.
Dies geht aus der Mitteilung von MAST hervor. Während des Zeitraums, in dem das Loch vermutlich entstanden ist, befanden sich 83.672 Fische in dem Gehege. Berücksichtigt man die Ausgangszahl der Jungfische, die zuvor erfassten Rückwürfe und die Zahl der bereits aus dem Gehege geschlachteten Fische, beträgt die Differenz zwischen der Zahl der ursprünglich im Gehege befindlichen Fische und der Zahl der geschlachteten Fische 2,6 Prozent. Damit befinden sich 3.462 Zuchtlachse nicht mehr im Meeresgehege, sondern voraussichtlich auf dem Weg in die Flüsse. Nach Angaben von MAST ist allerdings mit einer Schwankung von zwei bis vier Prozent zu rechnen.

Warten auf genetische Ergebnisse
Die offenen Zuchtbecken gehören der Firma Arctic Seafarm. MAST untersucht die Angelegenheit – die Flucht der Lachse und den Grund, warum Löcher im Netz entstanden sind. Momentan wartet man auf die genetische Analyse gefangener Lachse mit Zuchtmerkmalen, um deren Herkunft bestätigen zu können.
Schon zuvor waren Berichte von möglichen Zuchtlachsen in Flüssen im Westen und Nordwesten eingegangen, nachdem in Patreksfjörður ein Loch entdeckt wurde.
Die Fischereibehörde sucht derzeit Lachse in den Flüsssen Ósá im Patreksfjörður und Mjólká im Arnarfjörður. In der Ósá waren Zuchtlachse gesehen worden, und es liegen auch Berichte vor, dass in der Mjólká Zuchtlachse unterwegs sind. Fischereibehörde und das Marineforschungsinstitut arbeiten in der Sache eng zusammen und überwachen die Fortschritte genau.

Guðni Magnús Eiríksson, der Direktor der Abteilung für Lachs- und Forellenfische sagte in den Mittagsnachrichten, dass man Proben aus mehr als einem Fluss erhalten habe. Ausserdem wisse man bereits dass Zuchtlachse gesehen und gefangen worden seien, einige seien auch in Wildkameras zu sehen gewesen.
Gunnar Örn Petersen, Geschäftsführer des nationalen Angeldachverbandes sagt, bei seinem Verband seien in den letzten Tagen Berichte über Zuchtlachse in mindestens acht Lachsflüssen im Nordwesten eingegangen. Dies sei die Umweltkatastrophe, vor der seit Jahren gewarnt werde.

 

Erster Herbststurm zieht am Wochenende über die Insel

Waves crashing over Reykjavík lighthouse

Ein Meteorologe beim isländischen Wetterdienst warnt vor einem Sturm an diesem Wochenende, der sich ungewöhnlich früh im Jahr einstellt. Die Auswirkungen könnten gleich mehrere Landesteile treffen, auch wenn bislang noch keine konkrete Warnung veröffentlicht worden ist.

„Es sieht ganz danach aus dass wir einen ordentlichen Sturm bekommen,“ sagte der diensthabende Meteorologe Eiríkur Örn Jóhannsson Vísir gegenüber.
“Da ist ein leichter Herbstgeschmack an diesem Tiefdruckgebiet, und es kommt auf jeden Fall, das ist schon mal klar. Es ist jedoch noch nicht klar, welcher Landesteil am schwersten betroffen sein wird. Aber klar ist dass es irgendwo einen Sturm geben wird, und in einigen Landesteilen auch schwere Regenfälle.”
Der Sturm sei unewöhnlich früh unterwegs, daher sieht der Wetterdienst Anlass, die Öffentlichkeit zu warnen, auch wenn bislang noch nichts zu lesen steht.
Am heftigsten könnte das Wetter am frühen Samstagmorgen im Süden und Westen der Insel zuschlagen. Besucher des Ljóanótt Festivals in Reykjanesbær sollten daher schlechtes Wetter im Hinterkopf haben und sich entsprechend kleiden.
Die Rettungsorganisation Landsbjörg rät dringend von Wanderungen im Hochland ab. Wanderer sollten ab Freitagabend eine sichere Unterkunft haben.
Und wie immer sollten Reisende sich vor Abfahrt über die Bedingungen informieren, hilfreich sind da vedur.is, safetravel.is und road.is.

 

Reykjavík Bear Festival ausverkauft, Rekordzahl an Gästen erwartet

Reykjavík Bear Festival

Das jährliche Reykjavík Bear Festival, das in Zusammenarbeit mit der Nationalen Queer Organisation (Samtökin ’78) abgehalten wird, ist komplett ausverkauft. Im diesem Jahr sind doppelt soviele Eintrittskarten verkauft worden wie im letzten Jahr. Die Veranstaltung will Diversität und positives Körperbewusstsein innerhalb der Bärengemeinschaft voranbringen.

Das von der non-profit Organisation Bears of Iceland veranstaltete Festival läuft vom 31. August bis 3. September und ist bereits seit Juni ausverkauft. Es steht allen Menschen offen, immerhin betont es die Vielseitigkeit und ein positives Körperbewusstsein.
„Lass dass body-shaming an der Tür zurück,“ heisst es in einer Pressemitteilung von Bears of Iceland. Stattdessen solle man sich auf Empathie, Solidarität und Lebensfreude konzentrieren. „Bären haben normalerweise nur eins gemeinsam: sie sind süss, freudig, lustig und nett zu ihren Nachbarn,“ schreiben die zweibeinigen Bären.

Auf dem Programm stehen ein Besuch in der Blauen Lagune, eine Fahrt zum Goldenen Kreis, Brunch und natürlich Parties. Am Freitag findet in der Kneipe Gaukurinn in Downtown Reykjavík eine grosse Veranstaltung statt, die Samstagabendparty findet in der Sunset Bar im Reykjavík EDITION Hotel statt. Mit dabei sind DJ Mighty Bear; DJ Neo Scott aus Spanien and DJ Joff aus Frankreich.

Bears of Iceland war im Jahr 2019 gegründet worden und steht hinter zahlreichen Veranstaltungen rund um das Jahr, um Sichtbarkeit und Kameradschaft innerhalb der Bärengemeinschaft zu fördern.
Ein Bär ist ein subkultureller Begriff, der vor allem von homosexuellen Männern benutzt wird. Er bezieht sich auf Männer, die traditionelle Männlichkeit bevorzugen und gegen die Stereotypen ankämpfen, die homosexuellen Männern gerne angehängt werden.