Kultusminister will Handynutzung an Schulen regulieren

Smartphone in primary school

Der isländische Kultusminister hat eine nationale Initiative angekündigt, um Richtlinien für die Benutzung von Handys in Grundschulen zu schaffen. Die Aktion kommt als Reaktion auf eine neue Studie, in der der weitverbreitete Besitz von Mobiltelefonen bei isländischen Kindern, sowie die wachsende Sorge über den potentiell negativen Einfluss der Technologie auf das Wohlergehen und die schulischen Leistungen der Kinder untersucht wurden.

Kultusminister Ásmundur Einar Daðason will bei der Schaffung von Richtlinien auch Eltern und Kinder, sowie Lehrer, Schulleiter und Kommunen miteinbeziehen. Die Richtlinien sollen als Referenz für Schulen gelten, die dann ihre jeweils eigenen Regeln zur Verwendung von Smartphones setzen sollen.
Eines der Hauptziele besteht darin, eine angemessene Aufklärung über den Smartphonegebrauch und Prävention sicherzustellen, um möglichen negativen Auswirkungen in Schulen vorzubeugen.

Schulaufgaben mit Internet
In einer neuen Studie, die vom Medienausschuss und vom Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Island angefertigt wurde, heisst es, dass fast alle isländischen Grundschulkinder ein eigenes Mobiltelefon haben, d. h. 95 % der Kinder in der 4. bis 7. Klasse und 98 % der Kinder in den Klassen 8-10. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die das Internet zum Lösen von Schulaufgaben benutzen, ist in den jüngsten Klassen gering, steigt aber mit zunehmendem Alter an. In den Klassen 4-7 sind es noch nur 7% der Schüler. In den Klassen 8–10 liegt der Anteil bei 38%, in der weiterführenden Schule liegt der Anteil bei 74 %.

Bessere Leistungen mit weniger Internet
Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie spielt in der Schularbeit eine wichtige Rolle, gleichzeitig ist es jedoch notwendig, den negativen Folgen der Technologie für Kinder und Jugendliche im isländischen Bildungssystem systematisch entgegenzuwirken. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es vor allem bei Kindern zu einem starken Anstieg der Bildschirmzeit kommt und dass dieser Anstieg unter anderem negative Auswirkungen auf den Schlaf sowie die geistige und körperliche Gesundheit von Kindern hat. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass eine Nutzungsbeschränkung von Smartphones in Schulen die schulischen Leistungen verbessern, insbesondere bei Schülern mit schlechten Leistungen.

„Die Technologie schreitet voran, und es ist klar, dass sie nicht nur Vorteile mit sich bringt. Es gilt, den negativen Auswirkungen der Technologie entgegenzuwirken und gleichzeitig die positiven zu nutzen.“ sagt Kultusminister Ásmundur Einar Daðason. „Die Bildschirmnutzung in Island ist hoch und nimmt weiter zu. In der Gesellschaft sind die Meinungen darüber geteilt, und Regeln im Schulbetrieb variieren oder existieren gar nicht. Wir werden Kriterien für Grundschulen festlegen und die diesbezügliche Bildung verbessern, um auf diese Entwicklung zu reagieren, indem wir uns am Erfolg der Kinder orientieren.“