Arbeitslosenquote liegt bei 2,9%

Die Arbeitslosenquote im gerade vergangenen Juni lag bei 2,9%, im Mai waren es noch 3% gewesen. Im Juni 2022 hatte die Rate bei 3,5% gelegen, heisst es auf der Webseite des Arbeitsamtes.
Im Juni waren 5,833 Personen arbeitslos gemeldet, darunter 3,185 Männer und 2,648 Frauen. Seit Mai hatte sich die Zahl um 208 Personen verringert.
Die meisten Arbeitslosen sind in Suðurnes zu finden, oder 3,8%, seit Mai hatte sich die Zahl um 4,1% verringert.
Die wenigsten Arbeitslosen finden sich im Nordwesten des Landes, dort sind 0.6% arbeitslos gemeldet, im Osten 1,1% und in den Westfjorden 1,7% der Bevölkerung.
Auf der Seite des Arbeitsamtes wurden im Juni 284 neue Jobs veröffentlicht. Im gleichen Monat wurden an ausländische Arbeitssuchende 205 Arbeitsgenehmigungen erteilt, davon 163 im Hauptstadtgebiet.
Ende Juni waren 2980 ausländische Arbeitssuchende ohne Beschäftigungsverhältnis, im Mai waren es noch 3029 gewesen.
Für den Monat Juli erwartet das Arbeitsamt nur wenig Veränderungen bei der Arbeitslosenquote, sie wird auf 2,9 bis 2,7% prognostiziert.

 

Reykjanes: Kraft des Ausbruchs ist zurückgegangen

iceland volcano 2023

Der Ausbruch am Litla Hrútur ist nun gut 20 Stunden alt und hat nach einem fulminanten Beginn bereits ordentlich an Kraft verloren. Gestern Abend zeigten die zahlreichen Webcams, dass dort Lava aus mehr als 50 Öffnungen sprudelte, während ein breiter Lavafluss sich auf den Weg zum Berg Keilir gemacht hatte. Die Gasentwicklung aus dem Ausbruch war so stark, dass Bewohner auf den Halbinseln Reykjanes und Snæfellsnes, sowie im Hauptstadtgebiet aufgefordert waren, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Zuvor hatte die Polizei in Abstimmung mit Zivilschutz und Gesndheitsbehörden das Eruptionsgebiet räumen lassen, weil das Gasaufkommen als lebensgefährlich galt. Trotzdem hatten sich zahlreiche Ausbruchslustige und Influenzer an Sperrungen und Zutrittsverboten vorbeigemogelt und den 20 Kilometer langen Fussmarsch auf sich genommen, um der Welt als Erste das ersehnte Bildmaterial zu liefern.

Zugang zum Gelände ist Frage des Tages
Polizeidienststellenleiter Gunnar Schram gab RÚV gegenüber an, das Gelände sei auch weiterhin gesperrt, unter anderem weil es nirgendwo Platz für die vielen Autos gebe. In der Nacht habe man mehreren Personen zu Hilfe eilen müssen, die sich verletzt hatten oder erschöpft waren und nicht weiter konnten. Das “Ausbruchsverhalten” der Isländer sei bekannt, die würden ja alle möglichen Schleichwege gehen, um zu einem Vulkanausbruch zu gelangen. Aber viele hätten sich auch auf den Rückweg gemacht, nachdem die Sperrung bekannt gegeben worden war.
Um 11 Uhr beginnt eine ausserordentliche Sitzung aller Einsatzkräfte, wo die aktuelle Lage besprochen und entschieden wird, ob das Gelände der Öffentlichkeit heute zugänglich gemacht werden kann.

Rückgang der Aktivität ist gute Nachricht
Der Geologe Magnús Tumi Guðmundsson sagte in einem Radiointerview auf RÚV am Vormittag, der Ausbruch habe Ähnlichkeiten mit den Aktivitäten im letzten Jahr, wo die Lava zunächst auch mit grosser Kraft emporgesprudelt sei und dann deutlich nachgelassen habe. Die Tatsache, dass der Ausbruch an Kraft verloren habe, sei eine gute Nachricht, damit werde er auch besucherfreundlicher. Wissenschaftler bereiten einen weiteren Flug über das Ausbruchsgebiet vor, um die entstandene Lavadecke zu kartieren und Daten zu sammeln.
Wie lange dieser Ausbruch andauern werde, könne niemand sagen. Der erste Ausbruch nach 800 Jahren, 2021 in den Geldingadalir, hatte klein begonnen, sich dann ausgewachsen und schliesslich sechs Monate angedauert. Der im letzten Jahr folgende Ausbruch in den Meradalir hatte ähnlich fulminant wie gestern Abend begonnen, aber rasch an Kraft verloren und nur 17 Tage gewährt. Die Lavamenge hatte nur 10% von der aus dem Jahr 2021 betragen.

Belastung der Freiwilligen mindern
Die neue Justizministerin Guðrún Hafsteinnsdóttir gab mbl.is gegenüber an, man werde diesmal früher eingreifen, um Ausbruchsgebiet und Zugang zu organisieren, und nicht alles den Schultern der regionalen Rettungsteams aufzubürden, so wie es bei den letzten beiden Ausbrüchen der Fall gewesen war. Da hatte vor allem das freiwillige Rettungsteam Þorbjörn aus Grindavík nicht nur die Wanderwege angelegt, sondern auch Rettungsaufsicht geführt und Einsätze gefahren. Die Rettungsteams und andere Freiwillige, so Guðrún, hätten in diesem Sommer genug damit zu tun, Urlauber aus der Bredouille zu helfen und müssten nicht auch noch am Vulkanausbruch eingesetzt werden.
Sie fordert alle auf, sich vorläufig aus dem Gebiet fernzuhalten, auch um freiwillige Einsatzkräfte nicht in Lebensgefahr zu bringen, wenn dann doch ein Unfall an der Lava oder im Gas passiert. Alles weitere Vorgehen werde in einer Kabinettssitzung am Freitag besprochen.

Alle verfügbaren Webcams sind in diesem Link erfasst.