Walfang: Umweltministerium lässt Hvalur hf. abblitzen

Das Umweltministerium will den Antrag des Walfangunternehmens Hvalur hf. auf eine Befreiung von der Betriebserlaubnis abweisen. Das Unternehmen hatte um diese Befreiung ersucht, weil nicht sicher ist, ob die Jagdsaison zur üblichen Zeit beginnen kann. In diesem Jahr könnte es später losgehen.
Die Betriebserlaubnis bezieht sich auf den Zerteilbetrieb an Land und wird von den Gesundheitsbehörden in Westislands ausgegeben. Sie war am 1. Mai ausgelaufen. Die beantragte Verlängerung ist immer noch beim Gesundheitsausschuss in Arbeit.

Nicht nur die dokumentarischen Videos, die von der Veterinäraufsichtsbehörde MAST im letzten Jahr aufgenommen worden waren und in denen der lange und qualvolle Todeskamf der Wale zu sehen ist, haben für öffentliche Empörung gesorgt, auch der Betrieb an Land hat Kritik hervorgerufen, unter anderem vom Naturschutzbund Island, der auf 14 Seiten die Gesundheitskontrollbehörde aufordert, die Betriebserlaubnis zurückzuziehen und von Hvalur hf. zu verlangen,  die von Inspektoren monierten Missstände auszubessern. Zahlreiche Einwände waren bei der Behörde eingegangen, und es könnte einige Zeit dauern, die alle zu bearbeiten. Daher steht noch nicht fest, wann Hvalur in See stechen kann.

Lizenzerteilung vor der Saison eher unwahrscheinlich
Die Jagd auf Wale beginnt üblicherweise Mitte Juni, und um einen termingerechten Beginn sicherzustellen, hatte Hvalur beim Umweltministerium um eine Befreiung von der Lizenz ersucht.
In der Entscheidung des Ministeriums heisst es, man weise dieses Ansuchen zurück, auf Grundlage dessen, dass die Gesundheitsbehörde Westisland die Lizenzangelegenheit derzeit bearbeite. Im Übrigen mische die Regierung sich nicht ein, wenn andere Institutionen mit einer Angelegenheit bereits betraut sind.
Hvalur hf hat zwei Wochen für einen Einwand Zeit, oder kann den Antrag beim Gesundheitsamt zurückziehen.

Umweltbehörde sieht keinen Bedarf für Befreiung
In der Entscheidung des Umweltministeriums heisst es weiter, nach Information des Gesundheitsamtes Westisland sei es unwahrscheinlich dass die Lizenz noch vor der Jagdsaison erteilt wird, weil der Naturschutzbund Islands nämlich auf eine Herausgabe von Daten pocht.
Das Ministerium wandte sich in der Sache auch an die Umweltbehörde, von der war jedoch zu hören, dass man keinen hinreichend klaren Bedarf sehe, eine Befreiung von der Betriebslizenz zu gewähren. Die Behörde hielt es für wünschenswert, dass die Erteilung einer neuen Lizenz der üblichen und rechtmässigen Vorgehenweise folgt. Ausserdem soll der Ausgabevorschlag für eine neue Lizenz so bekanntgegeben werden, dass die Öffentlichkeit die Möglichkeit hat, Einwände abzugeben.

Kreuzfahrtschiffe verursachen erwartete Mehrbelastung in Klinik

cruiseships, skemmtiferðaskip, Akureyri

Die Belastung des Krankenhauses in Akureyri ist seit Beginn der Kreuzfahrtschiffsaison merklich gestiegen. Um die 40% mehr ausländische Touristen suchen die Klinik für eine Behandlung auf, berichtet RÚV.
In diesem Jahr wird mit einer Rekordzahl an Kreuzfahrtschiffen in Akureyri gerechnet. Das wirkt sich natürlich auch auf das isländische Gesundheitswesen aus.
Schon in den ersten Monaten des Jahres hatte die Klinik schwere Zeiten gesehen, weil Personal und Betten fehlten. Mit Beginn der Kreuzfahrtsaison im April wurde das nicht besser, ganz im Gegenteil.

„Das bedeutet mehr Belastung, sowohl in der Notaufnahme als auch auf den Bettenstationen bei uns. Diese ersten Zahlen, die wir bei den ausländischen Touristen in Notaufnahme und stationärer Aufnahme sehen, das sind so um die 30 bis 40 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, und das war schon ein Rekordjahr,“ kommentiert der medizinische Direktor der Klinik, Sigurður E. Sigurðsson. Trotz der Mehrbelastung könne man jedoch den Betreb aufrecht erhalten.

Man habe ja schon länger gewusst, dass mit einer Rekordzahl an Touristen zu rechnen sei und entsprechende Vorkehrungen getroffen, um die Belastung zu mindern. Eine Massnahme sei es etwa, bestimmte Aufgaben durch ungelernte Kräfte erledigen zu lassen.
„Dann haben wir Kontakt zu den Unternehmen aufgenommen, die diese Kreuzfahrtschiffe betreuen, und denen unsere Arbeitsweise klargemacht, dass wir uns also in erster Linie um akute Erkrankungen kümmern, aber nicht um andere Gesundheitsleistungen, die dann möglicherweise warten müssen und auch nicht unbedingt unsere Aufgabe ist.“

 

Bitcoin-mining ist wachsende Energieverschwendung in Island

Weder isländische Behörden noch Datenzentren in Island legen offen, wieviel Energie für Bitcoin-mining oder andere digitale Währungen genutzt wird, sagte Snæbjörn Guðmundsson von der Naturschutzorganisation Náttúrugrið Vísir gegenüber. Die Datenzentren nutzen 30% mehr Energie in Island als alle isländischen Haushalte zusammen, und da der Anteil dieser für die Gewinnung von Bitcoin genutzten Energie nicht öffentlich bekannt ist, könnte er durchaus auch bei 90% liegen.

Island Goldgräberland
Islands Überfluss an erneuerbarer Energie und billigen Stroms hat Datenzentren und Bitcoin-Mining in den letzten Jahren auf die Insel gelockt. Das kühle Klima ist ein weiterer Pluspunkt für diese Unternehmungen, da Datenzentren viel Hitze produzieren, die man in wärmeren Regionen mit zusätzlicher Energie herunterkühlen müsste. Politiker und Umweltaktivisten haben schon mehrfach den Nutzen von Bitcoin und anderen Digitalwährungsunternehmen für die isländische Nation in Frage gestellt und die Auswirkung auf die Umwelt kritisiert.

Hvammsvirkjun als Bitcoin-Quelle
Einer von KPMG im Jahr 2018 angefertigten Studie zufolge sind 90% der gesamten von Datenzentren in Island genutzten Energie in das Bitcoin-mining geflossen. In einer Kolumne auf Vísir bezieht Snæbjörn sich auf die aktuelle Analyse des Bitcoin-Experten Jaran Mellerud, der schätzt, dass Bitcoin-mining in Island etwa 120MW Energie verbraucht, oder um die 85% der 140 MW, die Datenzentren in Island im Jahr 2022 verbraucht haben.
Diese Zahlen haben sich in den letzten Jahren nicht viel verändert, obwohl das nationale Energieunternehmen Landsvirkjun behauptet, man würde den Verkauf isländischer Energie an Bitcoin-mining Unternehmen zurückfahren.
Snæbjörn ist besorgt, dass das umstrittene Wasserkraftwerk Hvammsvirkjun an der südisländischen Þjórsá dafür genutzt wird, noch mehr Energie für Bitcoin Unternehmen zu liefern, obwohl Landsvirkjun auch da behauptet, Kraftwerke würden nicht ausschliesslich für den Bedarf der Bitcoin-mining Zentren gebaut.

US-Bitcoin-miner auf dem Weg nach Island
Das in New York ansässige Bitcoin Unternehmen Bit Digital sagte dem Wall Street Journal im vergangenen Monat, man werde die Unternehmung in Island ausweiten in Reaktion auf eine drohende Besteuerung von Bitcoin-mining in den USA. Zur gleichen Zeit hatten isländische Energieunternehmen angegeben, es gebe keine Kapazitäten für weitere Digitalwährungsunternehmungen in Island.
“Das ist eine Energieverschwendung, die in der Gesellschaft, in der wir heute leben, nicht passieren sollte,“ sagte Snæbjörn.