Wohnungsmarkt: Mehr Einwohner und weniger Wohnraum

Das schnelle Bevölkerungswachstum in Island zeigt Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, und seit Jahresbeginn hat sich da nicht viel verändert. Ein Ökonom der Bau- und Wohnungsbehörde meint, wenn die Zahl der Wohnungen langsamer zunimmt als die Zahl der Familien, müsse man zusammenrücken.

Das Bevölkerungswachstum in Island hat die Vorhersagen des Statistischen Amtes längst übertroffen. Seit Jahresbeginn 2022 hat die Bevölkerungszahl um 15.000 Personen zugenommen und beträgt jetzt 387.758 Einwohner. Diese Zahl war eigentlich nicht vor dem Jahr 2025 erwartet worden.
Wenn die Entwicklung so weitergeht, steigt der Bedarf an Wohnraum, sowohl bei Käufern als auch bei Mietern. Der Ökonom Kári S. Friðriksson von der Bau- und Wohnungsbehörde sagt, der Immobilienmarkt habe sich vor Jahresende erheblich verlangsamt, seitdem jedoch kaum mehr, trotz diverser Leitzinserhöhungen der isländischen Zentralbank.

“Ich denke, die Leute die jetzt einen hohen Kredit aufnehmen müssen, um einen Wohnungskauf zu finanzieren, schauen eher auf indexierte Zinssätze, und da spielt es vielleicht keine grosse Rolle, ob die Leitzinsen steigen, ich denke, die haben ihre Auswirkungen auf den Immobilienmarkt bereits gehabt.”
Die Nachfrage nach Wohneigentum sei unverändert hoch, und die allermeisten Immobilien würden verkauft, allerdings dauere es länger als vorher. Damit ist klar, dass trotz des hohen Bevölkerungswachstums nur wenig neuer Wohnraum geschaffen wird, dieser aber erhebliche gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen dürfte.
„Es liegt auf der Hand, dass wenn weniger Wohnungen gebaut werden, als das Bevölkerungswachstum erfordert, es für alle enger werden kann.” Es gebe starke Hinweise auf eine Abkühlung in der Baubranche, und er halte es für wichtig, dass dagegen vorgegangen wird.
Die Leute gäben jetzt mehr acht auf ihr Geld, doch die Nachfrage sei weiterhin ganz gut. Jetzt sehe man auch die Pensionskassen wieder im Rennen um den Wohnungskauf, die zuvor eher auf nicht-indexierte Kredite gesetzt hatten, und jetzt an Marktanteil zurückgewinnen.

Walfang: Hvalur hf. erhält 2. Fristverlängerung wegen leckem Öltank

Die Gesundheitsbehörde in Westisland hat dem Walfangunternehmen Hvalur hf. eine Fristverlängerung bis nächstes Jahr erteilt, um einen auf blankem Erdboden stehenden Öltank gemäß der Verordnung zur Verhütung von Ölverschmutzungen korrekt aufzustellen. Die Fristverlängerung wurde erteilt, obwohl das Unternehmen ein Jahr Zeit gehabt hatte, um die geforderten Nachbesserungen vorzunehmen, berichtet RÚV.

Vor einem Jahr war der nicht vorschriftsmässig aufgestellte Öltank bereits moniert worden. Einem Brief der Gesundheitsbehörde an das Ministerium für Umwelt und Klima zufolge ist die Frist ein weiteres Mal verlängert worden, und zwar bis Juni 2024. Gesetzliche Bestimmungen erfordern eine Betonplatte mit Schutzvorrichtung, um den Tank ohne Verschmutzungsgefahr befüllen zu können.
Hvalur hf. hingegen gab an, so der Brief des Gesundheitsamtes, man prüfe andere Wege für eine zufriedenstellende Verschmutzungsprävention, da das Giessen einer Betonplatte “eine teure und umfangreiche Unternehmung” darstelle. Am Hungertuch nagt man bei Hvalur hf. jedoch nicht, im letzten Jahr hatte Hvalur-Chef Kristján Loftsson RÚV gegenüber einen Umsatz von 3,5 Mrd ISK erwähnt.
Die Entscheidung der Gesundheitsbehörde, die Frist noch einmal zu verlängern, war am Donnerstag den 1. Juni getroffen worden.

Naturschutzbund klagt und legt Berufung ein
Árni Finnsson, der Vorsitzende des isländischen Naturschutzbundes, sagte, es sei nicht hinnehmbar, dass das Unternehmen gegen geltende Vorschriften verstößt. „Wir werden auf jeden Fall gegen diese Frist Berufung einlegen. „Der Betrieb dieses Unternehmens entspricht in keinster Weise den Gesundheitsvorschriften“, erklärte Árni.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST Walfleischproben untersucht und eine grenzwertüberschreitende Keimbelastung gefunden hat. Die während der Sommermonate erlegten Wale werden im Hvalur-Betrieb gleich nach Anlandung unter freiem Himmel zerteilt.
Der Naturschutzbund hat zuvor auch verlangt, dass MAST die Betriebserlaubnis von Hvalur hf. widerruft. Ausserdem hat die Naturschutzorganisation eine Anzeige gegen die Praktiken des Unternehmens eingereicht, und zwar bei der Polizei und der EFTA-Aufsichtsbehörde. Letztere Institution hatte wissen lassen, dass der Fall beschleunigt behandelt werde.

Glódís Perla unter den zehn besten Fussballern in Europa

Glódís Perla Viggósdóttir

Die Isländerin Glódís Perla Viggósdóttir ist vom Fussballermagazin goal.com zur zehntbesten Fussballerin Europas gewählt worden. In dem Ranking wird sie als “absoluter Fels” und “integraler Bestandteil” als Verteidigerin ihrer Mannschaft, Bayern München, bezeichnet, die in der Saison 2022-23 nur sieben Tore einstreichen musste, berichtet RÚV.

In den frühen Jahren ihrer Karriere hatte die heute 27-Jährige im Jugendfussball in Dänemark gespielt. Ihr erster Erwachsenenclub war der isländische Verein HK/Víkingur. Nationalspielerin wurde sie vor gut zehn Jahren, im Jahr 2012, und hat seitdem mehr als 100 Länderspiele für Island absolviert.
Glódís war vor ihrer Teamverpflichtung bei Bayern München im Juli 2021 als Profifussballerin in Dänemark und Schweden tätig gewesen. Bei den Bayern ist sie nicht die einzige Isländern, auch die Stürmerin Karólína Lea Vilhjálmsdóttir und Torhüterin Cecilia Rán Rúnarsdóttir spielen für den Club.

Ebenfalls erfolgreich im europäischen Frauenfussball waren in den vergangenen Jahren die 21-jährige Stürmerin Sveindís Jane Jónsdóttir, die derzeit für den VFL Wolfsburg spielt, und Europachampion Sara Björk Gunarsdóttir, eine Mittelfeldspielerin bei Fussballdclub Juventus.