Petition stützt Gesetz zur Haustierhaltung in Mehrfamilienhäusern

Islands Hunde- und Katzenbesitzer wollen mit einer Petition die dem Parlament vorliegende Gesetzesänderung zur Tierhaltung in Mehrfamilienhäusern unterstützen. Bislang ist die Haustierhaltung von der Zustimmung der Hausmiteigentümer abhängig. Bei der gestern aufgesetzten Petition hatten bei Niederschrift bereits 4134 Personen unterzeichnet.

“Haustierbesitzer, die umziehen müssen, landen oft in Schwierigkeiten, wenn sie das Einverständnis ihrer Nachbarn einholen müssen,” heisst es im Petitionstext. “Sie stehen da vor einer schweren Wahl. Entweder müssen sie in ein Haus ziehen, wo sie sich nicht wohlfühlen, oder sie müssen ihr Haustier loswerden.” Ástrós Una Jóhannesdóttir, die die Petition in Gang gesetzt hat, bezeichnet die isländische Sichtweise auf Haustiere in Mehrfamilienhäusern als weitaus konservativer als in den Nachbarländern. “So wie die Dinge heute stehen, werden die Leute ungleich behandelt, jenachdem in was für einem Haus sie wohnen,” sagt sie. Am härtesten treffe das die Armen in der Gesellschaft.

Lösungen suchen wenn Probleme auftreten
Nach geltendem Gesetz müssen zwei Drittel der Hausbewohner der Haustierhaltung zustimmen. Ástrós meint, es sei eine ziemliche Belastung, diesen Genehmigungen hinterherlaufen zu müssen. Sie findet, man könne die Probleme doch auch lösen, wenn sie aufkommen, anstatt von vorneherein von Problemen auszugehen, wenn man Haustierhaltung erlaube. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Hunde und Katzen einen positiven Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen ausübten. Auch Kinder profitierten vom Aufwachsen mit Katze oder Hund.

Mehr Offenheit gegenüber Haustierhaltung
Der Gesetzentwurf war von Abgeordneten der Piraten und der Volkspartei vorgelegt worden. So sollen Hausgemeinschaften sich besondere Regeln für die Haustierhaltung setzen, denen alle Bewohner zustimmen.
Ein Verbot der Haustierhaltung wäre dann nur in Einzelfällen mit zwei Drittel aller Stimmen möglich, wenn etwa eine Tierhaltung für Mitbewohner Belästigung, Ungemach oder Störung bringt und der Tierbesitzer sich weigert, etwas daran zu ändern.
Ist ein Bewohner allergisch oder ängstlich, soll eher dieser Bewohner in eine Wohnung mit separatem Eingang ziehen als dass die Freiheit anderer eingeschränkt wird, ein Haustier in den eigenen vier Wänden halten zu können.

Scrapie in der Húnavatnssýsla gefunden

sheep, breeding

Auf dem Hof Bergstaðir im Húnavatnssýsla im Nordwesten des Landes ist die unheilbare Schafkrankheit Scrapie diagnostiziert worden, berichtet RÚV. Das isländische Gesetz schreibt die Keulung des gesamten Bestandes vor, um eine Ausbreitung der ansteckenden Erkrankung zu verhindern. Deshalb müssen alle 690 Tiere getötet werden.

Scrapie in dieser Region zum ersten Mal aufgetreten, ein grosser Schock für das bislang stets krankheitsfreie Gebiet, wo ab jetzt für zwei Jahrzehnte keine Schafe mehr zwischen den Höfen getauscht oder verkauft werden dürfen. Auch Verkäufe aus dem Bezirk in andere Bezirke ist nun verboten. Die Anzahl der krankheitsfreien Bezirke, in die unter keinen Umständen kleine Ruminanten oder landwirtschaftliches Gerät aus anderen Bezirken hineingebracht werden darf, reduziert sich damit auf vier: Snæfellsnes, östliche Westfjorde, nördliche Þingeyjarsýsla, Öræfi.

Hartes Vorgehen vonnöten
Scrapie wird oft als die Schafvariante der bovinen BSE-Krankheit bezeichnet. Wenn ein Schaf positiv auf Scrapie getestet wird, muss der gesamte Bestand gekeult werden, der gesamte Heuvorrat vernichtet und das gesamte Land rund um den Hof, sowie Gebäude und Gerätschaften desinfiziert werden, entweder chemisch oder durch Feuer, weil die Krankheit für Jahrzehnte in der Umgebung schlafen kann. Und selbst nach diesen drastischen Massnahmen dürfen die Bauern dann für Jahre kein Vieh auf dem Land halten. Oft betrift Scrapie auch Nachbarhöfe, etwa weil Schafe im Hochland zusammen gegrast haben. Übertragen wird die Krankheit vor allem durch Plazentaflüssgkeiten unter der Geburt, sowie durch die Muttermilch. Auf den Menschen ist die Scrapie nicht übertragbar.

Im vergangenen Jahr hatten Forscher zwei Genotypen im isländischen Schaf entdeckt, die offenbar vor der Scrapie schützen: ARR und T137. Zur grossen Freude der Schafbauern fanden sich mehrere zuchttaugliche Tiere, die eingesetzt werden konnten, und noch im gleichen Jahr wurden züchterische Anstrengungen unternommen, um diese schützenden Genotypen im Land weiterzuverbreiten.

 

Condor cancelt Flüge nach Akureyri und Egilsstaðir

condor airline iceland

Die deutsche Fluglinie Condor hat sämtliche geplanten Linienflüge nach Akureyri und Egilsstaðir eingestellt noch bevor der Sommerverkehr losgehen sollte, berichtet Vísir. Im vergangenen Sommer hatte Condor angekündigt, wöchentlich zwischen Frankfurt und den beiden isländischen Destinationen verkehren zu wollen. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Isavia sei mehr Zeit nötig gewesen, damit Reiseunternehmen im Voraus hätten buchen können. Für das kommende Jahr ist eine entsprechende Planung jedoch jetzt bereits in Arbeit.

Sigrún Björk Jakobsdóttir vom Flughafenmanagement sagte Vísir gegenüber: “Es gibt viele Faktoren, die zu diesem Ergebnis geführt haben. Das Marketing im Ausland hat nicht früh genug begonnen, um in diesem Jahr starten zu können, und die veränderliche Marktsituation hat auch eine Rolle gespielt. Das Interesse der Fluglinien an internationalen Flügen in den Norden und Osten wächst stetig, wir haben das bei vielen Tourismusmessen und Workshops im Ausland gesehen.”
Akureyri und Egilsstaðir sind kleinere, regional operierende Flughäfen. Akureyri bedient gerade mal eine handvoll internationaler Fluglinien, Egilsstaðir ist ein rein nationaler Flughafen. In der Tourismusindustrie hofft man, diese kleinen Flughäfen einbinden zu können, um den Norden und Osten für den Tourismus besser zu erschliessen.
“Es ist extrem wichtig, auch weiterhin Zugang zum Land über neue Portale zu gewähren, ganz auf Linie mit dem Ziel der Regierung, den Tourismus in allen Landesteilen voranzubringen.” sagt Sigrún. “Das wird auch daher auch weiterhin unser Hauptziel sein, und das Interesse ist ganz klar vorhanden. Die Verfügbarkeit von internationalen Flügen über Akureyri ist niemals grösser gewesen, und Reiseunternehmen, die Ziele dort anbieten, konnten die Anzahl ihrer Touren ausbauen.”

Marktforschungsergebnissen zufolge möchten viele Touristen, die Island einmal besucht haben, danach gerne auch andere, weniger zugängliche Landesteile sehen. Dem deutschen Markt falle eine Schlüsselrolle in der isländischen Tourismusindustrie zu, so Sigrún Björk.